Keiichi Nitta im Interview

Everyday Is Like Sunday

Everyday Is Like SundayFoto: whiteFUCTORY
Von Marcel
Veröffentlicht: Mittwoch, 6. Januar 2010

Seine Ausbildung absolvierte der Japaner Keiichi Nitta als Schützling des weltbekannten Skandalfotografen Terry Richardson und da ist es kein großes Wunder, dass er den Pfad seines Meisters weiterhin entlang schreitet, seine Arbeiten mit fernöstlichem Flair kombiniert und daraus die gekonnte Komposition aus perfekt geschossenen Fotos, bekannten und von der Natur mit Schönheit gesegneten Gesichtern und einer Tonne Sexappeal kreiert. Wir hatten die Möglichkeit mit dem Meister der japanischen Brüste über seine Arbeit, die Geburt seines Sohnes und ganz viel Sushi zu sprechen.

Du gehörst zu den bekanntesten und kontroversesten Fotografen Japans, aber eigentlich begann ja alles mit Terry Richardson. Wie habt ihr beiden euch kennen gelernt, wie hat er dich inspiriert und beeinflusst und wie steht ihr heute zueinander?

Ich habe mich schon immer für Fotografie interessiert. Schon als ich kleiner war. Ich bin ein großer Fan von so vielen Fotografen, aber besonders beeindruckt war ich von Terry Richardsons Arbeiten. Ich lebte in New York City und ich entschied mich zu dem Versuch bei Terry arbeiten zu dürfen. Aber das war nicht einfach. Ich rief sein Studio ein Jahr lang jeden Tag an und irgendwann lies er sich dann doch breitschlagen. Ich war so richtig glücklich und lernte viel von Terry. Besonders den Umgang mit Personen, die ich fotografieren sollte. Die Atmosphäre muss lustig, lässig und fröhlich sein. Dann klappt das schon. Ich verdanke Terry viel und wir sind auch heute noch dicke Freunde.

Meister der japanischen Brüste

War es schwer für dich ein eigenes Studio aufzubauen, Models zu finden und Kunden zu deinen Gunsten zu überzeugen? Du wusstest doch nicht was die Zukunft bringt oder gestaltete sich die ganze Sache für dich ziemlich einfach?

Ich war ziemlich nervös und aufgeregt als ich zurück nach Tokio gezogen bin um ein eigenes Studio zu eröffnen und das alles. Aber ich hatte sehr viel Glück, alles fügte sich wie von Schicksals Hand zusammen und nach kurzer Zeit lief alles wie am Schnürchen.

Du hattest bereits viele internationale Stars wie die Beastie Boys, Lady Gaga und die Ting Tings und so japanische Größen wie Kumi Koda, Aoi Miyazaki und Yoko Maki in deinem Studio zu Gast. Welche der Menschen, mit denen du zusammen gearbeitet hast haben gute Erinnerungen bei dir hinterlassen und welche von ihnen möchtest du niemals mehr vor deiner Kamera sehen?

Egal ob ich mit japanischen oder internationalen Prominenten arbeite – bisher hatte ich mit ihnen immer großes Glück. Jeder von ihnen hat eine individuelle Persönlichkeit und bringt eine eigene Atmosphäre mit sich. Und das macht Shootings doch erst interessant.

Dein Markenzeichen sind die Polaroids, die du von Leuten machst, auf die du triffst. Wann hat das denn angefangen und mögen es die Amateurmodels so fotografiert zu werden und das Foto danach zu unterschreiben, oder musst du sie erst überreden?

Nun, das begann als ich noch mit Terry zusammen arbeitete und ich habe es einfach fortgesetzt, als ich mein Studio in Tokio eröffnete. Bisher hatte ich noch kein Problem damit die Polaroids zu machen. Die meisten Models und Stars mögen die Idee.

Meister der japanischen Brüste

Was ist deine Inspiration, woher nimmst du die Ideen für deine Fotos und hast du irgendwelche Vorbilder oder Musen?

Tatsächlich variiert meine Inspiration von Shooting zu Shooting. Das kommt dann immer auf das Model, die Modemarke und so weiter an.

Was waren denn für dich die Highlights des vergangenen Jahres?

Ganz klar, dass mein Sohn Milo im Januar 2009 geboren wurde. Dieser Moment hat mein Leben komplett verändert. Und meine 100K-Show war für mich persönlich eine großartige Sache.

Hat sich durch die Geburt von Milo auch deine Arbeit verändert? Und möchtest du, dass er irgendwann auch ein Fotograf wird oder würdest du ihm komplett davon abraten den selben Beruf wie sein Vater zu wählen?

Dass ich jetzt Vater bin hat meine Arbeit an sich nicht wirklich verändert, nein. Wenn er Fotograf werden will, dann würde ich das großartig finden. Er kann tun und lassen was immer er möchte. Ich hoffe nur, dass es irgendetwas kreatives ist.

Meister der japanischen Brüste

Ich wette du stehst auf leckere Mahlzeiten. Was gefällt dir besser: Amerikanisches oder japanisches Essen und was ist dein Lieblingsgericht?

Yeah, ich liebe Essen! Und natürlich japanische Gerichte. Ich stehe auf Tonkatsu, Sushi, Yakiniku… oh Mann, die Liste würde endlos weitergehen. Das vergangene Jahr habe ich Unmengen von Sushi gegessen, besonders oft in meinem Lieblingsrestaurant FukuSushi. Da ich in Tokio lebe, habe ich die Möglichkeit immer das beste Sushi zu futtern.

Du arbeitest mit vielen nackten Models zusammen. Ist da die Versuchung groß verbotene Dinge mit ihnen anzustellen oder sind entblößte Brüste in deinem Studio so normal wie Kaffee am Morgen?

Also, nachdem ich so lange mit Terry zusammen gearbeitet habe ist das wirklich keine große Sache mehr.

Du hast Europa ja bereits des Öfteren besucht, hat es dir denn gefallen?

Ja, ich war hier schon mehrmals, aber leider noch nie direkt in Deutschland. Ich würde es so gerne mal besuchen. Europa an sich ist großartig, ich hoffe wirklich, dass ich dort schon bald mehr Shows und Ausstellungen haben werde.

Meister der japanischen Brüste

Auf was für Arten von Musik stehst du, welche sind deine Lieblingsbands und kannst du uns ein paar streng geheime, aber großartige, japanische Untergrundbands nennen?

Ich mag die verschiedensten Variationen an Musik. Von Rock über House, egal. Der japanischen Musikszene folge ich aber nicht so wirklich, deshalb kann ich euch in dem Bereich leider nicht wirklich weiterhelfen.

Welche Tipps und Tricks würdest du einem jungen Nachwuchsfotografen geben, der seine Karriere wie du beginnen möchte und was sind deine Ziele für die Zukunft?

Mein Rat an junge Fotografen ist, dass sie sich ein Vorbild suchen sollen, das sie lieben, versuchen sollten mit ihm zusammen zu arbeiten und ihre Fähigkeiten zu stärken, wo es nur geht, indem sie alles um sich herum fotografieren, was ihnen vor die Linse läuft: Freunde, Tiere, Pflanzen… egal. Für mich selbst möchte ich auf jeden Fall mehr Shows und Ausstellungen haben und das am besten überall auf der ganzen Welt.

Vielen Dank für das tolle Interview und mehr Arbeiten von Keiichi Nitta findet ihr auch auf seiner eigenen Portfolio-Seite und dem dazugehörigen Blog.

2 Kommentare

  • nico trc sagt...

    Sowas gutes bekommt keine Kommentare? Geiles Interview!

  • Martin sagt...

    Hier ist ein Kommentar: Toller Beitrag ;-)

Schreibt uns eure Meinung!

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