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Super Nintendo - Die beste Konsole der Welt

Als ich zwölf Jahre alt war, rief ich am Samstag Vormittag bei einer Kindersendung des österreichischen Fernsehens an, weil die nette Frau und eine sprechende Handpuppe ein Super Nintendo verlosten, inklusive Donkey Kong Country. Und einen Game Boy – in grün – packten sie auch noch oben drauf. Ich e...
Super Nintendo: Die beste Konsole der Welt

Super Nintendo

Die beste Konsole
der Welt

Als ich zwölf Jahre alt war, rief ich am Samstag Vormittag bei einer Kindersendung des österreichischen Fernsehens an, weil die nette Frau und eine sprechende Handpuppe ein Super Nintendo verlosten, inklusive Donkey Kong Country. Und einen Game Boy – in grün – packten sie auch noch oben drauf. Ich erriet, dass der Löwe in dem Bilderätsel fehl am Platz war und gewann. Das war der schönste Tag meines Lebens. Wirklich. Das war der schönste Tag meines Lebens.

Mein Super Nintendo und ich waren unzertrennlich. Nicht nur, dass allein der pure Besitz mich zu einem beliebteren Kind in der Schule und meinem Freundeskreis machte, ich liebte und lebte jedes einzelne Spiel, das ich in meine Hände bekam. An jedem Wochenende fuhren meine Mutter und ich auf einen anderen Flohmarkt, um einen Schatz nach dem anderen nach Hause zu holen. Irgendwann kannte ich die dubiosen Verkäufer, die dort herum standen – und sie kannten mich.

Nintendo war für mich nicht nur irgendeine japanische Firma, die eben zufällig auch Videospiele herstellte, Nintendo war meine Religion. Super Mario World, The Legend of Zelda – A Link to the Past oder Starwing katapultierten mich in fremde Welten, von denen ich heute noch träume. Ich saß da und spielte. Ich spielte und ich spielte und ich spielte.

Während ich heute The Witcher, Grand Theft Auto oder Skyrim einlege und mich immer wieder frage, ob ich gerade wirklich nichts Besseres oder Sinnvolleres zu tun habe, als mich hier in virtuelle Abenteuer zu flüchten, zum Beispiel Geld verdienen oder mir eine Frau suchen oder ein Haus bauen, kannte ich dieses Gefühl damals nicht.

Und genau darum beneide ich mich heute selbst. Ich zockte Secret of Mana, Yoshi’s Island oder Chrono Trigger nicht einfach nur – ich kannte diese Spiele in- und auswendig. Und mit auswendig meine ich, dass ich wirklich jeden Charakter, jeden Pixel, jeden Winkeln, jede Abkürzung, jeden Bug, jeden Gegner kannte – und liebte.

Wenn ich einmal nicht weiter wusste, dann legte ich nicht einfach das nächste Spiel ein, so wie heute, sondern ich kaufte mir Zeitschriften, in denen Tipps und Tricks und manchmal ganze Karten drin waren, oder rief bei der Nintendo-Hotline an, die verlorenen Kindern wie mir weiterhalfen. Das Internet gab’s nicht. Nur mich und was auch immer da im Weg stand.

Und wenn ein Spiel zu Ende war, dann war das noch lange nicht das Ende. Ich spielte es noch mal und noch mal und noch mal. Allein und mit Freunden. Und noch mal. Jump’n’Runs, Autorennen, ja, sogar Rollenspiele. Wenn ich alles, was dieses Modul zu bieten hatte, herausgepresst hatte, dann steckte ich es in ein Action Replay und cheatete das Teil in andere Sphären.

Spazierte ich am Anfang von Zelda durch die Wände, um zu sehen, was die Dorfbewohner sagen, wenn ich dort noch vor dem ersten Kampf auftauchte? Na klar! Warpte ich mich in Lufia durch die Ahnenhöhle und in Terranigma durch NeoTokyo? Auf jeden Fall! Musste ich Chrono Trigger drei Tage lang am Stück durchspielen, weil ich durch den Adapter nicht speichern konnte? Oh yeah! Bereue ich auch nur eine Sekunde, die ich vor dieser Konsole verbracht habe? Auf keinen Fall!

Tatsächlich, und diese Meinung hat sich in den letzten Jahren immer mehr manifestiert, ist das Super Nintendo das Beste, was der Menschheit jemals passiert ist. Alles, was davor war, war grafisch zu schlecht, um wirklich in die Welten eintauchen zu können, alles, was danach kam, sah zu gut aus, um die Fantasie noch wirklich anzuregen.

Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage: Die bunte Pixeloptik und der 16-Bit-Sound des Super Nintendos sind der absolute Höhepunkt der Videospielgeschichte. Denn die technischen Grenzen der Konsole waren der perfekte Rahmen für jeden Entwickler, um das kreativste Optimum aus den Spielen herauszuholen – wenn sie es denn konnten.

Heute setze ich mich vor ein Call of Duty, ein The Last of Us oder ein Assassin’s Creed. Und ich habe nicht das Gefühl, wirklich ein Spiel zu spielen, sondern von einer Cutscene zur nächsten getrieben zu werden. Als wären Level keine Level mehr, sondern nur noch ein Übel, um eine verwässerte Geschichte zu erzählen, die so jedem Kinoverleih zu peinlich gewesen wäre.

Jede technische Errungenschaft der vergangenen Dekaden, ob von Sony oder von Microsoft und sogar von Nintendo, werden relativiert, wenn man auf einer Party ist und Super Mario Kart einlegt. Oder Super Bomberman 2. Oder Super Street Fighter II. Pixel werden zu Universen, Sprites werden zu Charakteren, Chiptunes zu Hymnen. Und dann geht’s ab.

Ich kann mir heute keinen Titel auf der PlayStation, auf dem Nintendo 64 oder auf der Dreamcast angucken, ohne mich ehrlich zu fragen, wie wir diese schlecht aufgelöste Dreiecksorgie jemals wirklich erleben konnten, ohne uns lachend zu übergeben. Aber setzt mich vor ein Star Ocean, ein Super Probotector oder ein Parodius und ich verspreche euch, euer Herz schlägt höher, eure Hände greifen intuitiv zum Controller – und euer Abenteuer beginnt im nächsten Augenblick.

Wie viele andere aus meiner Generation glaubte auch ich, dass die nächste Konsolengeneration, nach dem Super Nintendo, nur noch heilvoller werden konnte. Das Club Nintendo Magazin und die Total! beschmissen uns regelrecht mit nicht zu glaubenden Informationen über das Nintendo 64. Also verkaufte ich mein Super Nintendo, und alles, was ich liebte, um genügend finanzielle Mittel für mein persönliches Upgrade zu haben. Nintendo wusste eben, wie ich zu verführen bin. Der Hype wirkte.

Ich möchte nicht sagen, dass ich meine Zeit mit dem Nintendo 64 bereue. The Legend of Zelda – Ocarina of Time & Majora’s Mask, Banjo-Kazooie oder Super Smash. Bros waren Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Aber wenn ich heute nachts wachliege, dann denke ich an mein Super Nintendo. Und alles, wofür es stand.

Seit einigen Wochen verbringe ich meine Freizeit nun in Facebook-Gruppen, auf denen Konsolen, Spiele und Zubehör getauscht und verscherbelt werden. Manchmal für viel, manchmal für wenig Geld. Und ja, ich bin kurz davor, jemand zu werden, der genügend neue Konsolengenerationen miterlebt hat und jetzt sagt: Nope, das wird nicht mehr besser.

Vielleicht rede ich mir auch nur alles ein. Womöglich befinde ich mich gerade in einer ausgewachsenen Quarterlife Crisis, in der man alles von früher besser findet, verklärt, verfälscht, subjektiv. Vielleicht werde auch ich bald zu einem alten Mann, der auf der Fensterbank lehnt und Kinder anbrüllt, weil die nicht wissen, wie toll es damals war. Die kleinen, nichtsnutzigen Scheißer.

Als ich zwölf Jahre alt war, rief ich am Samstag Vormittag bei einer Kindersendung des österreichischen Fernsehens an, weil die nette Frau und eine sprechende Handpuppe ein Super Nintendo verlosten, inklusive Donkey Kong Country. Und einen Game Boy – in grün – packten sie auch noch oben drauf. Ich erriet, dass der Löwe in dem Bilderätsel fehl am Platz war und gewann.

Das war der schönste Tag meines Lebens. Wirklich. Das war der schönste Tag meines Lebens. Und jetzt wünsche ich mir nichts Sehnlicheres, als wieder zwölf zu sein und zum ersten Mal in die kunterbunten Welten meines Super Nintendos abtauchen zu dürfen.

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Die Fotografie stammt von Korie Cull
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