Blasphemous - Blut und Sühne

Eine ganze Generation von Spielern ist an „Dark Souls“ entweder zerbrochen oder gewachsen. Wer sich durch die dunklen Polygonhöllen der Reihe gekämpft, geschlichen und gestorben und am Ende das weiße…
Blasphemous - Blut und Sühne

Blasphemous

Blut und Sühne

Eine ganze Generation von Spielern ist an „Dark Souls“ entweder zerbrochen oder gewachsen. Wer sich durch die dunklen Polygonhöllen der Reihe gekämpft, geschlichen und gestorben und am Ende das weiße Licht gesehen hat, den kann nichts mehr erschüttern, weder im echten als auch im digitalen Leben. „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“ lautet ein abgefuckter T-Shirt-Spruch, den sich verzweifelte Menschen auch heute noch als allerletztes Mantra vorsagen, doch im Falle noch „Dark Souls“ mag dieser Slogan vielleicht sogar stimmen – auch wenn einen hier vieles umgebracht hat.

Das spanische Entwicklerstudio The Game Kitchen aus Sevilla hat nun die Seele von „Dark Souls“, „Bloodbourne“ und „Sekiro: Shadows Die Twice“ eingefangen und sie in ein augenscheinlich putziges Pixelspiel namens „Blasphemous“ gesteckt. Dass auch hier allerdings nur Blut, Tod und Verzweiflung herrschen, verraten bereits die ersten paar Sekunden nach dem Einschalten. Schließlich hat sich ein dunkler Schleier über Cvstodia gelegt – und ihr, der einzige überlebende eines grausamen Massakers, müsst nun die sich vor euch ausbreitende Unterwelt durchhüpfen, auf der Suche nach Schätzen, Monstern – und der Erlösung.

Das pixelgewaltige Metroidvania ist hart, gnadenlos und steuert sich schlechter als das hinterletzte Kranspiel auf einem verlassenen Rummelplatz. Wer bei diesem mehr oder weniger unterhaltsamen Grauen seinen Verstand behalten und vor lauter Frust nicht mit einem selbst aus einem Stück Stahl abgekauten Messer auf die Nachbarn losgehen will, der braucht fast schon übermenschliche Nerven. „Blasphemous“ tötet euch nicht nur am laufenden Band, nein, solltet ihr die nervigen Sprungpassagen irgendwann einmal mehr oder weniger gekonnt gemeistert und wieder festen Boden unter euren Füßen haben, scheißt euch das Spiel mit unverständlichen und ewig langen Textwänden voll, die selbst dem asozialsten Literaturstudenten zum Kotzen bringen würden.

Wenn euch jetzt ein kalter Schauer über den Rücken läuft und ihr euch von dieser Kritik abgeschreckt fühlt, dann seid ihr eben einfach nicht hart genug für das, was „Blasphemous“ euch nehmen und auch wieder geben will, und solltet lieber bei „Super Mario“ bleiben. Für alle anderen ist das gruselige Pixelart-Game aus Spanien genau das Richtige, um endlich auch wieder eine Art Herausforderung zu spüren, die Videospielen spätestens seit den Schlauchleveln mit betreutem überleben aus „Call of Duty“ verloren gegangen sind. „Blasphemous“ ist für alle gängigen Konsolen und den PC erhältlich. Ihr habt also keine Ausrede mehr, um euch diesen digitalen Albtraum nicht antun zu müssen…

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Die Illustration stammt von Juan Miguel Lуpez Barea
Der Text erschien in der Kategorie Spiele mit den Themen Blasphemous, Dark Souls, Fantasy, Horror, Nintendo, PlayStation und Xbox
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