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Das Popkultur Magazin

Sex ohne Liebe: Drei kurze Stöße, dann kommt er

Meine beste Freundin hat gerade mit jemandem Schluss gemacht, mit dem sie sechs Jahre zusammen war. Sechs Jahre, das ist schon krass für unser Alter, finde ich. Die wenigsten Ehen halten heute noch so lange, Beziehungen schon gar nicht, nicht mit Anfang 20, wenn man noch nicht weiß, wo man hingehört...
Sex ohne Liebe: Drei kurze Stöße, dann kommt er

Sex ohne Liebe

Drei kurze Stöße,
dann kommt er

Nadine Kroll

Meine beste Freundin hat gerade mit jemandem Schluss gemacht, mit dem sie sechs Jahre zusammen war. Sechs Jahre, das ist schon krass für unser Alter, finde ich. Die wenigsten Ehen halten heute noch so lange, Beziehungen schon gar nicht, nicht mit Anfang 20, wenn man noch nicht weiß, wo man hingehört und landen will.

Sie hat also mit ihm Schluss gemacht, oder er mit ihr, ist ja auch egal, jedenfalls ist es aus, sechs Jahre für den Arsch. Er war ihr erster fester Freund, der Erste, mit dem mehr lief als nur Händchen halten und knutschen und vielleicht mal ein Griff an die vom Snoopy-BH geschützte Brust. Er war der Erste, der ihr sagte, dass er sie liebte, der Erste, den sie mit zu den Eltern nahm, und der Einzige, mit dem sie jemals schlief.

Sie waren eins von diesen kitschigen Bilderbuchpaaren, ihr wisst schon, die, die man aus Filmen kennt, die, die sich für ihr erstes Mal so richtig viel Zeit lassen und es dann im Lichtschein der Ikea-Kerzen im heimischen Kinderzimmer zum ersten Mal treiben, während das Album des Lieblingskünstlers läuft und die Kuscheltiere am Bettrand sitzen und dabei zusehen, wie er sich zum ersten Mal total ungeschickt ein Kondom über den vor Aufregung nur halbsteifen Schwanz zieht und dann genauso ungeschickt in ihre Muschi steckt, ein paar Küsse, zwei, drei kurze Stöße, dann kommt er, das ist schon irgendwie romantisch und süß, nur dass in Filmen der peinliche Teil natürlich ausgelassen wird und das erste Mal immer länger dauert als in echt.

Sechs Jahre lang haben sie sich geliebt, und ich sage hier bewusst geliebt und nicht gefickt, das ist es nämlich, was sie sechs Jahre lang gemacht haben, Liebe, sie haben Liebe gemacht und es wurde immer besser und sie immer glücklicher und jetzt ist es doch aus zwischen den beiden, die Liebe ist weg und der Sex und jetzt fehlt etwas, die Liebe und der Sex.

Die Liebe ist etwas, das sich nach so langer Zeit nicht leicht ersetzen lässt, der Sex allerdings schon, also, wenn man das kann, natürlich, den Sex ohne die Liebe. Meine beste Freundin hat bisher mit einem Mann geschlafen, ich schon mit viel mehr. Das war mal mit, mal ohne viel Gefühl und jetzt sitzt meine beste Freundin hier und fragt mich, wie das eigentlich ist, der Sex ohne die Liebe, und wie man das so macht.

Sex ohne Liebe zu bekommen, das ist gar nicht so schwer. Immerhin geht’s den meisten in der Großstadt nur ums Ficken, das sagen sie zumindest, aber glauben tu ich’s nicht. Wenn du in der Großstadt bist und Sex ohne Liebe willst, dann gehst du einfach in den nächstgelegenen Club und schnappst dir dort das, was du gerade willst.

Oder du meldest dich bei Tinder an, lädst ein paar Fotos von dir hoch, auf denen man deine Oberweite gut zu sehen kriegt, oder schreibst ein paar Mädchen an, ob sie Bock haben auf ein bisschen Spaß, irgendeine sagt schon ja, sofern du halbwegs gut aussiehst und kein totaler Creep bist, versteht sich. Sex ohne Liebe zu kriegen, das ist leichter als man denkt, niemand hier muss untervögelt sein, ehrlich nicht, doch guter Sex ohne Gefühle, ich glaube, den gibt es einfach nicht.

Ich muss jetzt ehrlich zu euch sein, so wie ich’s auch zu meiner besten Freundin war: Sex ohne Gefühle gibt mir nichts. Ich hab es sehr oft ausprobiert und teste es noch immer, doch Sex ohne Gefühle, das ist noch nicht mal Druckabbau, denn der Orgasmus, ich meine, wenn ich überhaupt einen habe, während mich ein random Dude penetriert, der kommt gar nicht im Kopf an, nur mein Körper reagiert auf die mechanische Stimulation, die ihm da jemand gibt. Das ist wie Selbstbefriedigung, nur in schlecht.

Es mag ja sein, dass es da draußen Leute gibt, die es total geil finden, ihre Geschlechtsorgane an den Genitalien möglichst vieler fremder Menschen zu reiben, doch ich gehöre nicht dazu. Wenn ich ehrlich bin. Zu euch. Und zu mir selbst. Klar, ich hatte schon ganz geile Ficks mit Menschen, die ich keine fünf Minuten kannte und mit denen ich kein Wort gewechselt habe, aber richtig guten Sex, den habe ich nur, wenn ich verliebt bin, wenn das Mechanische zu einem Gefühl wird, und zwei zu einem, wie man so schön sagt.

Man kann einfach aussprechen, was man fühlt und will und sich beim Ficken in die Augen schauen und den Orgasmus des anderen über den eigenen stellen und danach nebeneinander einschlafen, Arm in Arm, einfach so, ohne diese peinlichen Situationen am nächsten Morgen, wo man im Halbdunkeln seine Klamotten zusammen sucht oder über das Haustier des Mitbewohners des One-Night-Stands stolpert, weil man von dem ganzen Jägermeister, der in der Nacht davor durch die Kehle floss, immer noch betrunken ist.

Vor allem aber kann man etwas miteinander aufbauen, nicht nur eine Beziehung, eine Zukunft, nein, auch Sex. Man kann voneinander lernen und herausfinden, was man wirklich mag und was nicht und Grenzen überschreiten, vielleicht auch ein paar neue finden und diese dem Partner setzen, es geht nicht mehr um den Egoismus oder darum, dem anderen jetzt möglichst gut zu gefallen, sondern um ein wir, einen gemeinsamen Moment, der eben nicht nur geteilt wird, weil man einfach nicht allein sein kann.

Die Basis für guten Sex ist einfach Vertrauen, und für Vertrauen braucht’s eben Gefühle. Wie genau diese dann aussehen, kann unterschiedlich sein, aber ohne diese Gefühle ist’s eben nur Sex, ein bedeutungsloser Fick, und mal ehrlich, zu guten Ficks gehört eben viel mehr dazu als nur Schwänze und Muschis und das Wissen, wie man beides kombiniert.

Sex ohne Liebe ist somit eigentlich für’n Arsch, aber wir machen’s halt trotzdem, weil man uns gesagt hat, dass man das so macht, gerade wenn man erst mit jemandem Schluss gemacht hat, das altbewährte Trostpflaster eben, und es ist ja auch okay, wenn du Bock hast, go for it, aber nötig, nee, nötig ist das eigentlich nicht.

Meiner besten Freundin habe ich geraten, es sich einfach mal wieder richtig schön selbst zu besorgen. Das ist ja dann irgendwie auch Sex mit Liebe, und der unangenehme Walk of Shame bleibt einem auch erspart. Dafür behält man sich die Würde. Und weiß immer, wo der nächste Orgasmus her kommt, wenn man mal wieder ganz hart untervögelt ist.

Die Fotografie stammt von Annie Spratt
Der Text erschien in der Kategorie Sex mit den Themen Beziehungen, Frauen, Jungs, Mädchen, Männer, One-Night-Stands, Orgasmen, Paare, Trennungen und Walk of Shames
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Gurren Lagann: Titten, Monster, Riesenroboter

Es gibt zwei verschiedene Arten von krank sein. Einmal die fluffig Lustige, bei der man frühmorgens zum Arzt schlendert, ihm einmal kurz ins Gesicht hustet und für die nächsten ein, wenn man Glück hat gleich zwei Wochen faul und mit Lieferando bewaffnet zu Hause herumliegt und endlich mal Zeit hat d...
Gurren Lagann: Titten, Monster, Riesenroboter

Gurren Lagann

Titten, Monster,
Riesenroboter

Marcel Winatschek

Es gibt zwei verschiedene Arten von krank sein. Einmal die fluffig Lustige, bei der man frühmorgens zum Arzt schlendert, ihm einmal kurz ins Gesicht hustet und für die nächsten ein, wenn man Glück hat gleich zwei Wochen faul und mit Lieferando bewaffnet zu Hause herumliegt und endlich mal Zeit hat die Wohnung aufzuräumen. Oder eine Gute-Besserungs-Party zu schmeißen.

Und dann gibt es die Schattenwelt, die Dimension des unendlichen Schmerzes, in der man verschwitzt und fiebrig mit Halluzinationen im Bett feststeckt, das Sonnenlicht wohl nie wieder sehen wird. Der einzige Freund in diesem trüben Universum aus Schleim und Husten und Niesen: Der Laptop. Der einem Ablenkung verschafft, wenn man nicht schlafen kann. Und die Kopfschmerzen einem Twitter und Facebook versauen.

In meinem Grippe-Fieberwahn brauchte ich irgendetwas, das mich so richtig ablenkt. Einen Anime. Der mich zum Weinen und Lachen und Nachdenken bringt, ohne mich mit realistischem Unsinn zu langweilen. Ein Typ namens Veed hat im Netz diese Liste veröffentlicht. Die 50 besten Anime. Seiner Meinung nach. Ja, One Piece. Ja, Neon Genesis Evangelion. Ja, Wolf’s Rain. Kenne ich alles, liebe ich alles.

Auf Platz 1 befindet sich Gurren Lagann. Und er schrieb dazu, dass die ersten Folgen scheiße sind, der Rest aber das Beste seien, was er jemals irgendwo gesehen hat. Was lustig ist. Denn als ich die Serie ausprobierte, cancelte ich das Teil nach Folge 4. Weil es öde war. Und immer dasselbe passierte. Wüste, Monster, Roboter. Tada. Aber was hatte ich schon zu verlieren?

Also gab ich der Show noch einmal eine Chance und guckte die insgesamt 27 Episoden am Stück durch. Nur zwangsweise unterbrochen durch Schlafen, Essen und Onanieren. Und ich weinte am Schluss. Wie ein kleines Kind. In meine vollgerotzten Taschentücher. Weil es so großartig war. Und ich einfach nicht wollte, dass es vorbei ist. Gurren Lagann.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein kleiner Trottel namens Simon lebt zusammen mit seinem besten Kumpel Kamina in einem Dorf unter der Erde und verdient seine Brötchen mit dem Graben von Tunneln. Eines Tages fällt ein riesiges Ungeheuer, gemeinsam mit der großbrüstigen Yoko, durch die Steindecke, ein Roboter erscheint, Simon hat Superkräfte. Kampf, noch mehr Brüste.

Ab jetzt geht es darum, einen riesigen Bösewicht am Ende der Welt aufzusuchen, der seit Jahrhunderten die Menschheit der Zukunft unterdrückt. Simon und Kamina schließen sich einer Truppe Rebellen an, hauen mit ihren Mechas alles kurz und klein, kämpfen gegen Mutantenkröten, Badehäuser und humane Haie. Das klingt noch alles relativ normal. Wie japanische Zeichentrickfilme eben so sind.

Richtig geht es aber erst ab, wenn Kamina abkratzt. Was ziemlich früh passiert. Und richtig traurig ist. Und aus Gurren Lagann plötzlich ein Epos macht. Ab diesem Zeitpunkt wird so viel Story und Liebe und Wahnsinn in den Rest der Folgen gesteckt, das schaffen andere Serien nicht einmal in 16 Staffeln. Riesige Weltraumschlachten. Und die Frage nach dem Sinn. Und Verrat. Und noch mehr Brüste. Also lag ich da wie eine behinderte Banane im Bett und fand das alles ganz großartig, was da vor meinen Augen passierte.

Wahrscheinlich hat Gainax hier den Inbegriff des japanischen Animationsgenres geschaffen. Wer nach Kinderkacke wie Yu-Gi-Oh! und Beyblade das Vertrauen in die riesigen Kulleraugen verloren hat, der muss sich Gurren Lagann angucken. Daran führt gar kein Weg vorbei.

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Die Illustration stammt von Gainax und Anime Limited
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Haarlose Muschis: Mein erstes Mal Heißwachs

Erinnert ihr euch an euer erstes Mal? Wahrscheinlich nur noch vage, ihr wart ja erst dreizehn, das ist schon mindestens zwei Jahre her. Aber ich meine euer erstes Mal mit eurem aktuellen Lebensabschnittsgeficke. Na? Eben, schon eher. Kennt ihr die Aufregung in der Vorbereitungsphase? Wenn man zur Dr...
Haarlose Muschis: Mein erstes Mal Heißwachs

Haarlose Muschis

Mein erstes Mal
Heißwachs

Diana Kozacek

Erinnert ihr euch an euer erstes Mal? Wahrscheinlich nur noch vage, ihr wart ja erst dreizehn, das ist schon mindestens zwei Jahre her. Aber ich meine euer erstes Mal mit eurem aktuellen Lebensabschnittsgeficke. Na? Eben, schon eher. Kennt ihr die Aufregung in der Vorbereitungsphase? Wenn man zur Drogerie hüpft, wie auf Federn, und hofft, dass die genoppten Kondome so richtig Schwung in die Ikea-Laken bringen? Gleich daneben im Regal war das Heißwachs und mein großer Fehler in Vorbereitungsphase. Mein erstes Mal echtes Heißwachs.

An der Kasse beim Rossmann wusste die Frau ganz genau, was ich wollte, deswegen sah sie mir auch tief in die Augen: Genoppte Kondome, Gleitgel, Heißwachs, Panzertape, Gummibärchen. Vielleicht stellte sie sich vor, wie ich die Gummibärchen von ihr runter knabberte. Oder sie hat einfach nur geschielt und mir gar nicht tief in die Augen gesehen. Sondern an die Decke.

Freudig hüpfend verließ ich Rossmann, oder Rossmann verließ mich, ich erinnere mich nicht mehr an die dreißig Minuten vor meinem großen Schmerz, ich weiß nur, dass es nicht meine Schuld ist. Sondern die der Gesellschaft. Seit Mitte der Neunziger predigt man schließlich der Frau von Welt, eine Kosmopolitin zu sein.

Sich eine Landebahn einzurasieren, oder auch ein Bermudadreieck. Oder auch ganz brasilianisch seinem Venushügel eine Glatze zu verpassen. Ich wollte auch eine Kosmopolitin sein. Aber ich war auch schon mal kurz davor, mir Hello Kitty in meine Vagina rasieren.

Ich las die Gebrauchsanweisung. Natürlich tat ich das nicht, was kann so schwer daran sein, einen Becher in die Mikrowelle zu stellen? Das tue ich jeden Tag, nur diesmal sollte ich es eben nicht essen. Also holte ich die kochende, nach Erdbeeren und Zucker stinkende Masse heraus, rührte um und aß es nicht. Ich ließ es stehen und fragte mich, ob ich schon alt genug dafür bin. Ich blätterte in der Bravo Girl. Ja, ich bin alt genug.

Auf der Haut war es dann auch angenehm, aber ich war von Erdbeeren benebelt und atmete es munter weiter ein. Das Papier bekam ich auch noch auf meine Schatzkiste, ja, so nenne ich sie, aber dann kamen Zweifel auf. Was, wenn ich das nun runterreiße? Was, wenn sie dann weg ist? Einfach so? Verschwunden, im Bermudadreieck?

So stand ich dann etwa zwanzig Minuten. Vielleicht auch länger, es war dunkel draußen. Aufgeben kam absolut nicht in Frage und mit einem Papierstreifen und Erdbeermasse zwischen den Beinen ging ich zur Mikrowelle, um es noch einmal aufzuwärmen. Ich blätterte wieder in der Bravo Girl und mittlerweile fragen Neunjährige, ob man beim Petting schwanger werden kann. Verkommene Gesellschaft, Petting und haarlose Muschis.

Als es zum erlösenden Klingeln kam, war’s das auch schon. Es schmolz dahin, mit Becher. Ich fiel auf die Knie, dabei riss der Papierstreifen weg und ich schrie. Ich schrie vor Enttäuschung, vor Wut, vor Schmerz. Mein erstes Mal echtes Heißwachs endete damit, dass ich nackt auf dem kalten Küchenboden herum kroch, mir weinend meine Schatzkiste knetete und die Gesellschaft hasste. Und Kosmopolitinnen. Und Neunjährige. Hoffentlich ist der Busch bald wieder in.

Die Fotografie stammt von Billie
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Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es wohl wäre, wenn ihr einfach eure Sacken packen, den ganzen Scheiß hier hinter euch lassen und in Amerika ein neues Leben beginnen würdet? Shannon Sullivan macht genau das. Sie arbeitet, tanzt, küsst, trinkt und lacht - und das alles in der Metropole der mehr o...
Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan

Mädchen in New York

Zuhause mit
Shannon Sullivan

Daniela Dietz

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es wohl wäre, wenn ihr einfach eure Sacken packen, den ganzen Scheiß hier hinter euch lassen und in Amerika ein neues Leben beginnen würdet? Shannon Sullivan macht genau das. Sie arbeitet, tanzt, küsst, trinkt und lacht – und das alles in der Metropole der mehr oder weniger unendlichen Träume: New York City.

Kein Wunder also, dass der Fotograf Atisha Paulson Shannon als Muse und Model für seine neue Fotoserie „Aftermath“ ausgesucht hat, die er wiederum für Sticks & Stones schoss. Mitten in Brooklyn, dort also, wo das alternative Leben von New York pulsiert, abseits der funkelnden Wolkenkratzer und wohlhabenden Oberschicht. Hier ist die Ostküste noch echt, pur und aufregend.

Wenn ihr also eh hier nichts mehr zu verlieren habt, dann tut es doch Shannon Sullivan doch einfach gleich, verabschiedet euch von euren übrig gebliebenen Freunden und geht mal wieder ein Risiko ein. New York City wartet auf euch. Trotz Donald Trump. Trotz Gefahren. Trotz Zukunftsängsten. Und, wer weiß, vielleicht trefft ihr ja auf irgendeiner der zahlreichen Partys Atisha und Shannon.

Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan Mädchen in New York: Zuhause mit Shannon Sullivan
Die Fotografie stammt von Atisha Paulson
Als Model ist Shannon Sullivan zu sehen
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Benutz mich!Mein Leben als Sexsklavin

So gerne ich Männer dominiere, so gerne lasse ich mich auch von ihnen dominieren. Ich liebe das Gefühl von absoluter Macht genauso, wie sie komplett an eine andere Person abzugeben. Deshalb stimmte ich zu, für ein halbes Jahr als jemandes Sexsklavin zu dienen und all seinen Befehlen so gehorchen. Un...
Benutz mich!Mein Leben als Sexsklavin

Benutz mich!

Mein Leben als
Sexsklavin

Nadine Kroll

So gerne ich Männer dominiere, so gerne lasse ich mich auch von ihnen dominieren. Ich liebe das Gefühl von absoluter Macht genauso, wie sie komplett an eine andere Person abzugeben. Deshalb stimmte ich zu, für ein halbes Jahr als jemandes Sexsklavin zu dienen und all seinen Befehlen so gehorchen. Und es war kein Stück wie in 50 Shades of Grey.

Felix und ich lernten uns im Internet kennen. Es ging sofort ums Thema Sex und er kam ohne Umschweife zur Sache: Er war auf der Suche nach einer Sexsklavin, die er nach seinem Belieben erziehen konnte. Ich war interessiert, aber vorsichtig. Zwar hatte ich mich bereits häufiger beim Sex dominieren lassen, doch nie über einen längeren Zeitraum und auch nie im Alltag.

Das war allerdings genau das, was Felix von mir wollte. Also dass ich ihm nicht nur im Bett, sondern auch im „normalen Leben“ hörig war. Die Vorstellung machte mich schon an, aber ich wollte Felix auf alle Fälle kennenlernen, bevor ich so einer Beziehung zustimmte.

Wir trafen uns an einem öffentlichen Ort, wie es einem in solchen Fällen immer geraten wird, und zwar in meiner Lieblingsbar, wo alle Bartender mich mit Namen kennen und im Fall der Fälle eingreifen können. Meine Bedenken, Felix könne ein übergriffiger Typ sein, der gerne wehrlose Mädchen in dunklen Gassen vergewaltigt, erwiesen sich jedoch als völlig aus der Luft gegriffen.

Er war ein sehr höflicher und zuvorkommender Mann, der sehr darauf bedacht war, meine Grenzen zu wahren, gutaussehend und sympathisch. Einen Vorgeschmack auf das, was er wollte, bekam ich noch in der gleichen Nacht, auf der Toilette in der Bar, wo wir uns getroffen hatten. Er nahm mich von hinten, während er meinen Körper gegen die Wand presste und behielt im Anschluss mein Höschen als Andenken an mich, sodass ich gezwungen war, meinen Heimweg ohne Unterhose anzutreten. Es war wahnsinnig erregend.

Eine Woche später unterschrieb ich einen Sklavenvertrag, der mich für sechs Monate zu seinem Eigentum machte. Er durfte von nun an mit mir tun und lassen, was er wollte, im Bett, wie auch im Alltag. Wer hier jetzt wieder an 50 Shades of Grey denkt, den muss ich leider wieder enttäuschen.

Felix war kein Millionär, der mich mit dem Helikopter durch die ganze Stadt fliegen ließ, nur damit er mich vögeln konnte. Er war vor allen Dingen aber auch kein Vergewaltiger, der seinen Willen über meinen stellte und mich erpresste, wenn ihm nach etwas Anderem war als mir. Im Gegensatz zu Miss Anastasia Steele habe ich mich vollkommen freiwillig in diese Abhängigkeit begeben.

Und obwohl mir klar war, was mich erwartet, da ich in diesem Kontext weder jungfräulich noch blutige Anfängerin war, nahm Felix sich immer genug Zeit, um auf mich und meine Grenzen einzugehen und mit mir zu reden, wenn ich wegen etwas Bedenken hatte. Er war ein wirklich guter Dom. Im Gegensatz zu Christian Grey, dem man in meinen Augen alle Fesseln und Seile und Peitschen und sonstigen Gerätschaften wegnehmen sollte, weil er ein respektloses Arschloch ist, das eine der wichtigsten Regeln des BDSM, nämlich die des Konsens, also des Einverständnisses, missachtet.

In dem halben Jahr, das ich Felix diente, sorgte er sehr gut für mich. Er erzog mich auf eine bessere Art, als es Menschen jemals gekonnt hätten. Er lehrte mich eine gewisse Form von Respekt, nicht nur ihm, sondern auch anderen Menschen gegenüber. Es war klar, dass ich im Alltag jetzt nicht nur noch mich vertreten würde, sondern auch ihn.

Ich war sein Eigentum. Und sein Eigentum behandelt man pfleglich, sorgt aber auch dafür, dass es in der Weise funktioniert, wie es funktionieren soll. Es ging dabei also um wesentlich mehr, als nur um Sex. Was ihn erregte waren nicht bloße Schläge oder dass er mich ficken konnte, wann immer es ihm beliebte, sondern dass er die komplette Macht über mich hatte, in allem, was ich tat.

Auf seltsame Art und Weise gefiel mir das. Vielleicht, weil ich vor ihm immer das Krawallmädchen war, das sich nichts verbieten ließ, und es auch heute noch bin. Oder zumindest wieder bin, seit ich von Felix getrennt bin. Alles in allem war es eine aufregende Erfahrung, an der ich gewachsen und durch die ich neue Seiten an mir kennengelernt habe.

Natürlich spielte auch der Sex eine riesengroße Rolle. Ich musste zur Verfügung stehen, wann immer er es wollte. Und es machte mich an, so willenlos zu sein. Auch wenn ich an einem Tag mal keine Lust hatte zu vögeln, spätestens, wenn das Telefon klingelte und Felix am anderen Ende der Leitung war, triefte mein Höschen vor lauter Geilheit und Sehnsucht nach einem Fick mit ihm.

Ich durfte ohne seine Erlaubnis auch nicht masturbieren. Jeder meiner Orgasmen gehörte ihm. Und Gott, waren die gut! Wenn Felix mich fickte, dann nicht nur zu seinem Vergnügen, sondern auch zu meinem. Ihm war wichtig, dass ich an der Sache genauso viel Freude hatte wie er.

Wenn ich mich in seinen Augen unartig verhalten hatte, bestrafte er mich mit Schlägen, aber er ließ nie eine Gelegenheit aus, mich zu befriedigen und mich zum Kommen zu bringen, selbst wenn er längst schon fertig war. Dass ich mich dafür nicht mehr selbst anfassen durfte und auch meine sexuellen Kontakte zu anderen Menschen einstellen musste, war im Vergleich, was ich zu dem bekam, eine Sache, die ich gerne in Kauf nahm.

Unser Verhältnis lösten wir nach dem vertraglich festgelegten halben Jahr auf. Ganz langsam und behutsam, denn aus einer solchen, bewusst herbeigeführten, Abhängigkeit wieder herauszukommen, kann sehr schwer sein. Das weiß jeder, der schon mal verlassen wurde. Auch wenn es in den meisten Fällen nur die Macht der Gewohnheit ist, die so schmerzt.

Felix und ich nahmen uns genug Zeit, uns nach den sechs Monaten, die wir in einem eindeutig festgelegten Machtverhältnis standen, endlich auf einer gleichberechtigten Ebene kennenzulernen und die Abhängigkeiten, die wir voneinander hatten, auf diese Art zu lösen. Und es war gut so.

Warum wir den Vertrag nicht verlängert haben, obwohl alles so gut war? Nun, ein halbes Jahr ist eine lange Zeit. Und auch wenn sie super schön war und ich sie nicht missen will: Mir war doch auch nach etwas Neuem. Ich hatte mich bei Felix nie nach mehr Freiheit gesehnt, aber ich brauche sie. Das ist mir nach der Beziehung zu ihm besonders klargeworden.

Ich werde immer das Mädchen bleiben, das unbelehrbar ist und das sich im Alltag von nichts und niemandem was sagen lässt. Vor allen Dingen nicht von Männern. Sexsklavin sein und alle Freiheiten abzugeben ist super. Aber für mich eben auch nur dann, wenn ich die Möglichkeit habe, sie irgendwann zurück zu erlangen. Felix hat mir beides ermöglicht. Und aus unserem Verhältnis ist mittlerweile eine gute Freundschaft geworden, die absolut gleichberechtigt ist.

Die Fotografie stammt von Dainis Graveris
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Mein neues Handy: Wir werden von Wurstfingernazis regiert

Wieder einmal hat Gott mich um die Pole Position des Lebens betrogen. Und wieder einmal passierte das im schleichenden Prozess. So schleichend, dass ich nicht mitbekam, wie der Heiligste der Heiligen mich fett trollte. Zuerst badete er mich in buttriger Sicherheit, nur um dann wiehernd und weinend v...
Mein neues Handy: Wir werden von Wurstfingernazis regiert

Mein neues Handy

Wir werden von
Wurstfingernazis
regiert

Sara Navid

Wieder einmal hat Gott mich um die Pole Position des Lebens betrogen. Und wieder einmal passierte das im schleichenden Prozess. So schleichend, dass ich nicht mitbekam, wie der Heiligste der Heiligen mich fett trollte. Zuerst badete er mich in buttriger Sicherheit, nur um dann wiehernd und weinend vor Freude zuzusehen, wie ich einen schmierigen Riesenberg Scheiße herunterrutsche.

Okay. Mag sein, dass das jetzt ein bisschen übertrieben dargestellt ist, aber es ändert nichts an meinem Empfinden gen der Ungerechtigkeiten, die das Leben so im Alltag mit sich bringen. Wie etwa: Ich war früher diejenige, die am Schnellsten und Intuitivsten mit elektronischen Geräten klargekommen ist.

Ich tippe mit zehn Fingern schneller als der durchschnittliche Vierzehnjährige sich einen runterwedeln kann, mein Videorekorder war immer korrekt programmiert, und bis ich dann in die Pubertät kam, als solche nervigen Sachen wie Liebe und Erwachsenwerden wichtiger wurden, kannte ich mich noch perfekt mit allen Fernseh-, Computer-, Konsolen- und Gadgetmarken aus.

Sicherlich kam das zu einem verhängnisvollen Preis: Ich war fett und hässlich und wenn man mich aus dem Keller holen wollte, musste man mir erst einen Ganzkörperschutzanzug überziehen und einen Kran mieten. Aber seht ihr, ich dachte, das hält an. Ich hielt mich für The Kid, das Gehirn, das mit dem ganzen Futurescheiß aufwächst und eines Tages wie die aufgeweckten Druffijugendlichen in „Hackers“ einfach allen anderen, vor allem den alten Erwachsenen, überlegen sein würde.

Aber ich wurde vom Leben, wie bereits erwähnt, betrogen. Alles fing damit an, dass ich mich dazu entschied, auf eine Reise zu gehen, anstatt mir einen neuen Computer, ein iPad und ein Smartphone zuzulegen. Ein Jahr später sind kleine Zwölfjährige in der U-Bahn, die mich angucken, als käme ich aus dem Mittelalter, wenn ich mein verstaubtes Nokia aus der Tasche wuchte.

Mein Nokia, so einfach in der elektronischen Bedienung es auch sein mag, kann immerhin vielfach verwertet werden: als Verankerung für die Aida, als Ziegelstein für die Randalen am ersten Mai und notfalls auch als Betonklotz zum Versenken unliebsamer Feinde. Natürlich ließ ich mir so etwas nicht gefallen und machte, nach ewigem Hin und Her der wirtschaftlichen Überlegungen, den Schritt in die Zukunft: Ich kaufte mir ein iPhone.

Ich sag mal so: Wenn das die Zukunft ist, dann werden wir hier eindeutig von Wurstfingernazis regiert. Die Hausfrau in mir kriegt einen Herzschlag, wenn sie die Schmierflecken auf dem Riesenbildschirm sieht. Es kann alles. Wirklich alles. Es kann den Empfang verlieren, es kann abstürzen, es kann mich unglaublich wütend machen und es kann mich davon abhalten, in betrunkenem Zustand meinen Ex anzurufen.

Dieses Telefon ist wunderschön, und ich bin mir ziemlich sicher, wenn ich mir eine Brille aufsetze und die Anleitung rauskrame, dann werde auch ich damit glücklich und zufrieden sein. Aber es ist zu intelligent für mich. Oder vielleicht bin ich einfach nur zu alt dafür. Und vielleicht, nur ganz vielleicht, nervt es mich, dass ich nicht mal mehr mit so unwichtigen Dingen wie Telefonen einfach nur zufrieden sein kann. Und sagt nichts: mit dem Pixel erging es mir genauso. Und mit dem Windowsscheiß auch.

Eine Million zwölfjährige Supernerds, die mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert werden, können sich ja nicht irren. Und wer dankt mal den Vorreitern? Uns fetten, hässlichen Kindern, die sich sozial abschotten mussten, um einen Nerdpfad der Coolness zu ergründen? Wer dankt uns?!

Aber für mich ist die Lernkurve zu steil. Wenn ich heute in den Spiegel gucke, sehe ich nur meine Mutter, und wünsche mir nichts sehnlicher als eigene Kinder, die ich dann fragen kann, ob sie mal das Handy für mich programmieren können. Ich will ja den Anruf heute nicht verpassen.

Die Fotografie stammt von Paul Hanaoka
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Vermisste Liebe: Sehnsucht ist ein tückisches Arschloch

Es ist 2:54 Uhr in einer Mittwochnacht, als mich eine SMS meines Exfreunds erreicht. Ich erkenne sie bereits am Ton. Wann immer er schreibt, ertönt Soothe me von den Beatsteaks und ich habe den Klingelton nie geändert, obwohl wir seit einem Jahr nicht mehr zusammen sind. Ich habe einfach nicht dar...
Vermisste Liebe: Sehnsucht ist ein tückisches Arschloch

Vermisste Liebe

Sehnsucht ist ein
tückisches Arschloch

Jana Seelig

Es ist 2:54 Uhr in einer Mittwochnacht, als mich eine SMS meines Exfreunds erreicht. Ich erkenne sie bereits am Ton. Wann immer er schreibt, ertönt „Soothe me“ von den Beatsteaks und ich habe den Klingelton nie geändert, obwohl wir seit einem Jahr nicht mehr zusammen sind. Ich habe einfach nicht daran gedacht, um ehrlich zu sein, und den Song seit unserer Trennung auch nie wieder gehört, weil der Kontakt zwischen uns komplett abbrach.

Jetzt surrt mein Handy das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit diese, seine Melodie vor sich hin. Arnim Teutoburg-Weiß singt „What I never dare to say, I’m pretty sure you know it anyway.“ Ich greife nach dem Handy und drücke den Ton weg, bevor er bei „Soothe me“ angekommen ist, weil diese Stelle, diese eine verfickte Stelle, so ein verdammter Trigger ist, der mich glauben lässt, meinen Exfreund immer noch zu lieben.

Ich überlege, mit dem Lesen seiner Nachricht bis zum nächsten Morgen zu warten, weil ich eigentlich echt schlafen will und keine Lust auf Drama habe, entscheide mich aber doch dagegen. Solange ich nicht weiß, was er mir zu sagen hat, bekomme ich eh kein Auge zu.

Im besten Fall ist es eine SMS, die er nur versehentlich an mich geschickt hat, weil er im Suff meinen Namen nicht von dem seines besten Freundes auseinander halten konnte. Im schlimmsten Fall will er mir verkünden, dass er in Kürze Vater wird, weil er kurz nach mir ein Mädchen kennenlernte, das im Gegensatz zu mir perfekt ist.

Mit zittrigen Fingern öffne ich die Nachricht. „Ich vermisse dich“ steht da, sonst nichts, nicht mal ein Punkt. Vermissen ist ein Arschloch. Ich weiß das, weil ich auch ziemlich oft vermisse. Manchmal ist das schön. Also immer dann, wenn man weiß, dass das, was man vermisst, auch wieder kommt. Die meiste Zeit ist es aber einfach nur ätzend, weil man eben das Gefühl hat, dass etwas fehlt. Ein essenzieller Teil ist weg, und das manchmal eben auch für immer.

In meinem Kopf beginnt es zu rattern. „Ich vermisse dich“ ist eben so ein Satz, der unglaublich viel in mir auslöst. Ich vermisse nämlich auch, nur dass ich oft gar nicht so genau weiß, was eigentlich. Ihn? Uns? Oder einfach nur das, was wir mal teilten? Das, was mal so unglaublich schön war, doch seit einiger Zeit so unwiderruflich weg ist?

Ist es das eigentlich? Einfach weg? Oder waren wir damals nur nicht in der Lage, zu erkennen, was wir am anderen wirklich haben? Man sagt ja, dass man Dinge erst zu schätzen lernt, wenn sie plötzlich weg sind, und vielleicht ist das bei uns genauso. Vielleicht mussten wir uns ja trennen, um zu begreifen, dass wir eigentlich perfekt füreinander sind?

Ich meine, wenn man permanent das hat, was man will, wird es dann nicht automatisch irgendwann langweilig und eventuell sogar ganz doof, weil es nichts mehr gibt, das man noch vermissen könnte? Ist es dann nicht ganz natürlich, einfach andere Dinge zu vermissen? Freiheit zum Beispiel. Oder das Singleleben. Nicht, weil man das wirklich will, sondern bloß, weil man’s nicht hat.

So, wie wenn man eine echt leckere Pizza vor sich hat und dann denkt, dass ein Döner doch irgendwie geiler wäre. Und dann steht man da und muss sich überlegen, ob man die Pizza jetzt stehen lässt und sich einen Döner holt, weil man weiß, dass man nicht beides haben kann, oder ob man bei der Pizza bleibt. Bei mir siegt dann im Normalfall die Sehnsucht, also Sehnsucht nach dem, was ich nicht habe – dabei ist es eigentlich total egal, ob ich jetzt eine Pizza oder einen Döner habe, denn am Ende macht mich beides satt.

Während ich darüber nachdenke, ob ich die Botschaft meines Exfreundes lieber mit einem Döner oder einer Pizza herunter schlucke, wird mir plötzlich bewusst, dass vermissen und Sehnsucht zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind, die nur eine kleine Gemeinsamkeit haben: In beiden Fällen fehlt ein essenzielles Stück zum Glück.

Vermissen ist allerdings ein bisschen so, als wäre man permanent seekrank. Es ist ein schlechtes Gefühl, ein ekliges, dumpfes Bauchgefühl, das man irgendwie nicht haben will, wohingegen die Sehnsucht wirklich schön ist, weil sie einen antreibt, also dort hin, wo man wirklich hin will.

Ich vermisse nicht. Nicht ihn, nicht uns und auch nicht das, was wir mal teilten und ich glaube, er vermisst das also auch nicht, also mich oder uns oder das, was wir mal waren. Wir haben beide einfach Sehnsucht, weil wir viel zu lange ohne waren, ohne Sehnsucht, ohne das, was sie erfüllt.

Mit Vermissen hat das nichts zu tun – außer vielleicht, dass wir uns beide immer etwas seekrank fühlen, wenn wir an den jeweils anderen denken, weil die Wellen bei uns teilweise so hoch waren und ganz schnell wieder abflauten, dass einem davon ja nur schlecht werden konnte. Das ist zwar irgendwie auch ein Gefühl, aber eben einfach kein gutes. Vermissen ist halt doch nur ein Arschloch, das es nicht verdient hat, weiter beachtet zu werden.

Was ich wirklich bin, ist sehnsüchtig. Nicht nach ihm, nicht nach uns und vor allem nicht nach dem, was da irgendwann mal war. Ich bin einfach sehnsüchtig nach etwas, das vergleichbar ist, aber auf keinen Fall ganz gleich. Und genau darin liegt der große Unterschied. Wenn du vermisst, heißt das auch immer, dass etwas weg ist, das du mal hattest, und es hat immer einen Grund, dass es jetzt nicht mehr da ist und wenn du tief in dich hinein horchst, begreifst du auch, dass das so besser ist, denn das Vermissen hält dich auf.

Sehnsüchte kannst du auch haben, wenn du etwas noch nie erlebt hast und du strebst danach, sie zu erfüllen, kommst dabei immer weiter vorwärts, immer mehr vor als bloß zurück und was du dann erlebst ist neu und eben nicht nur auf einer Hoffnung aufgebaut, die man schon mal zerstört bekommen hat.

Während ich immer noch auf seine Worte starre, fühle ich wieder die Seekrankheit in mir heraufsteigen und sehe mich genötigt zu handeln, bevor mich die Wellen des Meeres verschlucken, weil sie immer noch recht stark sind. Ich weiß, dass sie bei mir bald wieder abflauen, und weil ich will, dass das bei ihm genauso ist, schicke ich ihm eine knappe Antwort. „Du vermisst nicht mich. Du hast Sehnsucht nach jemanden, der dich so liebt, wie ich es getan hab.“

Die Fotografie stammt von Kevin Laminto
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Ein Tag in Lissabon: Die Stadt der verbrannten Hirne

Passend zum Wetter und meiner aufgeheizten Attitüde, beschloss ich letzte Woche den billigsten Billigflug bei meiner liebsten Fluggesellschaft Ryanair zu buchen, um einfach nur ein paar Tage der kalten und dreckigen Mutterstadt zu entrinnen und mich von der Sonne und der Dekadenz des Touristen-Dasei...
Ein Tag in Lissabon: Die Stadt der verbrannten Hirne

Ein Tag in Lissabon

Die Stadt der
verbrannten Hirne

Katrin Olszewski

Passend zum Wetter und meiner aufgeheizten Attitüde, beschloss ich letzte Woche den billigsten Billigflug bei meiner liebsten Fluggesellschaft Ryanair zu buchen, um einfach nur ein paar Tage der kalten und dreckigen Mutterstadt zu entrinnen und mich von der Sonne und der Dekadenz des Touristen-Daseins in einem anderen Land brutzeln zu lassen. 34 Euro nach Faro. Hin- und Rückflug. Fünf Tage. Check.

Drei Shirts, zwei Röcke und meine löchrigen Keds sollten mir zu einem akuten Freiheitsgefühl für die nächsten 120 Stunden ohne Schlaf verhelfen. Mark Ronson & The Business Intl. hüllten mich nebenbei in eine, ja sagen wir „ohrgasmische Reiselaune“. Und ohne Bier wird’s sowieso schnell langweilig. Also, Sonnenbrille auf, Zigarette an und los ging es!

Faro ist eine niedliche und gemütliche Hafenstadt, die sich extrem gut in einer Stunde auf der To-Do- oder To-See-Liste abstreichen lässt und das sogar als Packesel, kriechend auf allen Vieren. Doch ich will mehr als nur ein Packesel sein. Ich will Action, Menschen und Strand. Der Bus bringt mich in die Haupt- und größte Stadt Portugals: Lissabon. Jetzt kann das Leben der Visionen und Impressionen beginnen…

Ich steige aus. Es ist nachts um eins an einem Freitagabend. Der Plan lautet: Hostel finden, Klamotten in die Ecke schmeißen, Friese stylen und auf ins Viertel Bairro Alto. Hier hält sich die moderne Wegwerf-Gesellschaft Lissabons auf, die nach jeder Sause von der Stadtreinigung die Straße runtergespült wird, wenn sie den Absprung nach Hause nicht mehr schafft oder den Weg ins Krankenhaus nicht mehr findet.

Die Devise lautet: Ein Drink = Ein Euro. Kann das gut gehen? Hier schütten die Leute schon fünf Cuba Libre weg, während in Berlin noch die Limette vom Barmann im Glas zerstoßen wird. Das gleicht wohl einer noch viel absurderen Mentalität als der auf Mallorca. Ich halte mich davon fern und trinke bescheiden meinen Jägermeister.

Doch mein Körper möchte das nicht – Epic Fail. Deswegen gibt’s ab sofort im Wechsel dazu das gute, ehrliche Bier Sagres. Schließlich möchte ich mich noch daran erinnern, warum ich am nächsten Morgen zerknüllt im Mülleimer aufwache und meine Haare kahl rasiert sind. So weit kommt’s zu meinem Glück aber nicht, denn ich wurde scheinbar zu etwas Besserem auserkoren – einer spontanen Komparsenrolle in Francis Ford Coppolas neuestem Streifen The Godfather of Lisboa.

Ich stehe in einer versifften Imbissbude und genehmige mir einen kleinen Snack zwischen circa vierzig farbigen Einwohnern. Und fühle mich ein bisschen unangenehm beobachtet, wie ich da nun sitze mit blonden Haaren und weißer Haut. Doch im nächsten Moment soll die Aufmerksamkeit auf mich, durch einen Waffenschuss in die Luft, abgelöst werden. Oh. My. God! Ein Schuss!

Ich wende mich in die Richtung des Terrorgewitters und entdecke einen durchgeknallten Typen, der wie irre seine Waffe durch die Gegend schleudert, schreit und spuckt. Kaum kann ich mich zu Boden werfen, umzingelt die Polizei den Laden und greift sich den schusswütigen Psychopathen. In dem dreiminütigen Kopfkino sehe ich meinen Namen im Abspann laufen. Die erste Sicherheit ist gegeben, ich atme auf und die Menschen um mich herum verlassen im Affenzahn das Gebäude. Nur ich nicht.

Ich sitze stumm hinter der Theke und wage mich nicht zu bewegen. Bis mir jemand von oben zuruft: „Move! Go away! We will close now!“ Aha, vielen Dank für die Aufmerksamkeit und freundliche Anweisung, denke ich pissig und trotte wie ein nasser Hund von dannen. Ich zittere immer noch, als ich ins Taxi einsteige, der Taxifahrer mich idiotisch angrinst und ins Hostel fährt.

Der erste Kulturschock ist überwunden. So derbe hab ich noch nicht mal den 1. Mai in Berlin erlebt, aber da werden meist auch nur die Autos in die Luft gejagt und nicht die Menschen. Aufgrund der Umstände der letzten Nacht gibt’s ab sofort eine neue Strategie im Ausgeh-Verfahren.

Weil die Bars in Lissabon um drei schließen und die Clubs erst dann öffnen, halte ich mich einfach solange in einer Bar auf, bis mein Wecker klingelt und mich aus dem Bier-Bett wirft. Dann renne ich schnell in den nächsten Club und bleibe dort, bis dieser schließt und so weiter und so fort. Mission possible.

Neue Runde, neues Glück. Wie geplant, geht’s gleich in die Kneipe, bevor ich überhaupt der tödlichen Ein-Euro-Versuchung zum Opfer fallen kann. Hier mach ich es mir bequem an der Bar, lausche den elektronischen Klängen des im Batik-Look gekleideten japanischen DJs und fühle mich zum ersten Mal sicher. Ich bestelle Getränke mit lustigen Namen und genieße die Ruhe.

Der Barmann wundert sich über meinen fatalen Geschmack alkoholischer Drinks und hat Sorge, dass mir der Magen ausgepumpt werden müsse, wenn ich das Namensspiel fortsetze. Ich sage: „Ich habe doch keine Ahnung.“ Auf Englisch natürlich.

Er horcht auf und fragt, wie ich dazu komme hier unterwegs zu sein und dann auch noch alleine. Das ist doch schon ein bisschen lebensgefährlich. Haha, nichts im Gegensatz zu meinem gestrigen Erlebnis. Das glaubt mir keiner! Der Barmann schon. Alfonso heißt er. Er bietet mir an, später mit ihm und seinen Amigos um die Häuser zu ziehen.

Wir gehen in jeden Club. Nach dem fünften Besuch brauch ich eine Pause. Sitzen und essen und so, sage ich. Die Jungs warten brav und wollen auch kurz in einem Store vorbeischauen und ein bisschen Energie abholen. Ich habe keinen Plan und gehe mit. Vor dem Laden sitzen drei Leute und gucken mich schief an. Sie zupfen an ihren verkrusteten Röhrenhosen rum und richten die neonfarbenden Sonnenbrillen, als sie mich grüßen. Und nun ist Warten angesagt.

Mehr und mehr Menschen versammeln sich. Ich bin kurz vor’m Einnicken, wegen eines ewig langen Portugiesen-Palavers, bis der Laden endlich aufmacht. Die Menschenmassen stürmen das Geschäft, als wäre Ausverkauf bei Media Markt. Ich kratze mich vom Bordstein ab und betrete diesen völlig zertreten.

Als Erstes werfe ich einen Blick in die Vitrinen. Eine Apotheke? Es gibt kleine Tütchen, worauf Teufel, Totenköpfe und irgendein Typ, ich vermute Nikki Sixx, abgedruckt sind und komme schnell zur Besinnung. Ich stehe in einem Drug-Store. Alfonso erzählt mir hier wäre alles legal.

Schon seit Anfang der 2000er wird der Konsum in Portugal nicht mehr bestraft oder verfolgt. Das gilt nicht nur für weiche Drogen sondern auch für schwere Suchtmittel wie Heroin. Seitdem ist die Kriminalitätsrate extrem gesunken. Sonst hätte mir hier wahrscheinlich auch schon ein Arm gefehlt.

Nachdem sich nun jeder seines Spaßes bedient hat, geht es weiter zur After-Hour an den Strand. Hier scheint nun die Tochter Coppolas, Sofia, an ihrem neuen Film Lost in Fascination gewerkelt zu haben. Der beige-rote Sand glänzt in der Sonne, die Füße werden vom kalten Wasser erfrischt und der Dancefloor bietet schattige Plätzchen vor dem munter wackelnden Musikspender.

Wir tanzen und lachen und schwitzen und sind glücklich. Irgendwann falle ich erschöpft zu Boden und schlafe ein. Als ich aufwache sind alle weg, die Menschen, die Musik, die Sonnenschirme, der Alkohol und die Drogen. Was zurückbleibt ist ein Sonnenbrand der Superlative. So sehr, dass jeder Schritt auf dem Heimweg wehtut und ich meine kross gebratenen Beine erschöpft hinter mir her schleifen muss. Und genau das habe ich nun wirklich auf dieser Reise gelernt: Use Sunblocker, feel safe!

Die Fotografie stammt von Zsolt Cserna
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Rafaela Camilo: Das glitzernde Mädchen

Man hört nicht unbedingt die besten Geschichten über Brasilien. überall gibt es Drogen, die selbst ich nicht im überschuss nehmen möchte, wer sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhält, ist schnell mal sein Geld, sein Handy oder die Jungfräulichkeit los, und wer am Strand nicht vor lauter Scham...
Rafaela Camilo: Das glitzernde Mädchen

Rafaela Camilo

Das glitzernde
Mädchen

Daniela Dietz

Man hört nicht unbedingt die besten Geschichten über Brasilien. überall gibt es Drogen, die selbst ich nicht im überschuss nehmen möchte, wer sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhält, ist schnell mal sein Geld, sein Handy oder die Jungfräulichkeit los, und wer am Strand nicht vor lauter Scham um seinen eigenen Körper im Boden versinken möchte, der sollte seinen Bikini gleich zu Hause lassen.

Andererseits bietet Rio de Janeiro so viel geballte Kreativität, wenn man nur in den richtigen Ecken danach Ausschau hält. In allen Bereichen. Kunst zum Beispiel. Oder Musik. Oder Essen. Ja, Essen kann auch kreativ sein. Also einfach mal für ein paar Nächte eine Airbnb-Wohnung mieten und sich in den nächsten Club schleichen, der nicht von Touristen bevölkert, sondern von einheimischen Kids geliebt wird.

Vielleicht trefft ihr dann ja sogar auf DJane Rafaela Camilo, die in dieser Fotoserie von Camila Cornelsen für Sticks & Stones splitterfasernackt verewigt worden ist. Und Rafaela hat nicht nur einen Hammerbody, sie hat auch einiges in Sachen Musik drauf. Hört’s euch hier einfach mal an! Vielleicht bucht ihr ja dann mal gleich den nächsten Flug nach Brasilien, wer weiß…

Die Fotografie stammt von Camila Cornelsen
Als Model ist Rafaela Camilo zu sehen
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Make-Up: Ich darf mit meinem Gesicht machen, was ich will!

Mir wird relativ häufig gesagt, dass ich ohne Make-Up viel hübscher aussehe als mit. Meistens in Verbindung mit Du brauchst diesen ganzen Kram gar nicht! oder Männer stehen auf Natürlichkeit!. Zu all diesen Menschen, die solche Sätze von sich geben, habe ich genau eins zu sagen: Fickt euch! Es g...
Make-Up: Ich darf mit meinem Gesicht machen, was ich will!

Make-Up

Ich darf mit meinem
Gesicht machen,
was ich will!

Nadine Kroll

Mir wird relativ häufig gesagt, dass ich ohne Make-Up viel hübscher aussehe als mit. Meistens in Verbindung mit „Du brauchst diesen ganzen Kram gar nicht!“ oder „Männer stehen auf Natürlichkeit!“. Zu all diesen Menschen, die solche Sätze von sich geben, habe ich genau eins zu sagen: Fickt euch! Es geht euch gar nichts an, ob und wie viel Zeug ich mir ins Gesicht schmiere.

Und Dinge wie „Du siehst heute sehr blass aus, bist du krank?“, könnt ihr euch auch sparen. Ich bin nicht krank, ich bin einfach nicht geschminkt. Und dazu meistens noch ziemlich unausgeschlafen, weil ich die Nacht entweder mit lernen, mit feiern oder mit Vögeln verbracht habe. Hört doch bitte einfach auf, mein Aussehen zu kommentieren.

Ich schminke mich verdammt gerne. Und zwar nicht nur, weil ich mich mit Make-Up attraktiver finde. Mir gefällt meine Fresse auch ohne den ganzen Kram ganz gut. Aber schminken macht mir nun mal Spaß und ich liebe es, dass ich damit mein Gesicht verändern kann, wie es mir beliebt. Ich trage Make-Up grundsätzlich für mich und nicht für andere.

Wenn ich also meine Augenringe unter einer dicken Schicht Concealer verschwinden lassen will, ist das meine Sache. Ich hab kein Problem damit, anderen Leuten die dunklen Schatten unter meinen Augen zu präsentieren. An manchen Tagen kotzen sie mich einfach selbst so an, dass ich sie überschminken muss. Selbiges gilt für Pickel. Insbesondere die, die aufgrund erhöhten Drogenkonsums entstanden sind. Es ist schon okay, dass sie da sind. Ich will sie bloß nicht immer sehen.

Natürlich trägt ein großer Teil der Frauen auch heute noch hauptsächlich Make-Up, weil das zu einem „tadellosen Erscheinungsbild“ dazu gehört. Es sind aber eben nicht alle. Und wie immer sollte hier nicht die Frau an sich hinterfragt werden, sondern eher die Gesellschaft, die erwartet, dass Frauen immer adrett gekleidet sowie perfekt frisiert und geschminkt sind. Es braucht verdammt viel Kraft, sich von diesen Erwartungen zu lösen und drauf zu scheißen, was andere über dein Aussehen sagen. Wenn nicht jeder ständig die Optik einer Frau kommentieren müsste, egal ob positiv oder negativ, wäre es um ein Vielfaches einfacher.

„Ihr Frauen habt’s so gut! Ihr könnt einfach alle Makel überschminken!“ Wer hat denn behauptet, dass es für Männer nicht okay ist, sich eine dicke Schicht Make-Up in die Fresse zu klatschen, das Gesicht nach Belieben zu konturieren, um die Stirn etwas kleiner und die Nase schmaler erscheinen zu lassen, oder knallpinken Lippenstift zu tragen? Ach, die Gesellschaft war’s! Entschuldigung, aber wenn du dir als Kerl von „der Gesellschaft“ verbieten lässt, dich zu schminken, weil sich das für einen „echten Mann“ nicht gehört, hast du einfach keine Eier in der Hose.

Es spricht absolut nichts dagegen, auch als Mann die eigenen Pickel oder Augenringe mit Concealer abzudecken. Ist alles eine Frage der Prioritäten. Und wenn es du dich als Mann mit deinen sogenannten „Makeln“ in unserer Gesellschaft wohler fühlst als mit ein bisschen Schminke, weil du Angst hast, man könne dich für die Verwendung von Make-Up verurteilen, beschwer dich halt auch darüber, dass Frauen alles abdecken „dürfen“ und du nicht.

Generell sind es eigentlich immer die Männer, die motzen, wenn es um das Thema Make-Up geht. Es ist immer zu viel oder zu wenig. Der einzige Look, der durchweg akzeptiert ist, ist der, bei dem die Frau sich zwanzig Tonnen Schminke ins Gesicht schmiert, nur um möglichst ungeschminkt auszusehen. Auf YouTube gibt es hunderte Tutorials dazu, wie das mit nur 58 verschiedenen Produkten funktioniert. Prinzipiell ja eine ganz gute Idee, aber in meinen Augen völlig unnötig. Wenn ich Make-Up trage, dann will ich das auch sehen. Und der „ungeschminkt“-Look funktioniert am besten, indem man einfach das tut, was das Wort schon sagt. Nämlich sich nicht schminken.

Die Entscheidung, ob und vor allem wie man sich schminkt, sollte dennoch jedem Menschen selbst überlassen werden. Es hat überhaupt nichts mit „Falschheit“ zu tun oder „jemandem etwas vormachen“. Ein bisschen, oder auch extrem viel, Make-Up ändert nichts am Charakter eines Menschen. Oder an seinen Qualitäten im Job. Oder, oder, oder. Der Spruch „Wer mich ungeschminkt nicht mag, hat mich geschminkt nicht verdient!“, ist genauso schwachsinnig wie „Ich schminke mich nicht, weil ich nichts zu verbergen habe!“. Alleine deshalb schon, weil solche Sätze immer als Rechtfertigung vor anderen benutzt werden.

Verdammt, steht doch einfach dazu, wenn ihr euch gerne die Augen dick mit schwarzem Kajal umrandet oder kein Make-Up benutzt, weil ihr euch ohne einfach schöner findet. Oder lediglich zu faul seid, euch zu schminken. Selbst wenn ihr euch das Gesicht jeden Tag in der Farbe einer Deutschlandflagge anmalt, geht das niemanden etwas an. Es vermittelt ein komisches Signal, definitiv, aber eigentlich darf niemand eure Intension dahinter hinterfragen. Niemand außer euch selbst.

Die vielzitierte Natürlichkeit wird genauso überbewertet wie ein Lippenstift von Chanel. Man sollte immer das tun und tragen, mit dem man sich wohl fühlt. Und das bezieht sich jetzt nicht nur auf Schminke, sondern auch auf Kleidung. Und den Charakter selbst.

Jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden, ob und wie er sich schminkt. Ob er oder sie gerne Röcke trägt oder auf Unterwäsche verzichtet. Jeder Mensch hat einen Einfluss darauf, ob er ein Arschloch ist oder nicht. Schlechte Eigenschaften lassen sich genauso ablegen wie Make-Up. Es liegt eben nur nicht an Fremden, zu bestimmen, was man zu tun oder zu lassen hat, sondern immer an einem selbst.

Liebe Mädchen. Liebe Jungs. Schmiert euch in die Fresse, was ihr euch in die Fresse schmieren wollt. Ganz egal, ob das nun fünf Schichten Concealer und Rouge oder eine Schicht Nutella ist. Zieht an, was ihr anziehen wollt. Wenn ihr ab morgen eure Unterhose wie Doug Funnie auf dem Kopf tragen wollt, dann macht das. Benehmt euch, wie es euch beliebt.

Aber hört bitte damit auf, andere Menschen für ihr Erscheinungsbild zu judgen. Es geht euch nämlich gar nichts an, warum jemand wie aussieht und was er eventuell damit ausdrücken will. Meistens hat die Optik nämlich gar nichts über eine Person zu sagen. Zumindest nicht mehr als „Ich finde das geil, also mache ich das so.“

Die Fotografie stammt von Oz Seyrek
Der Text erschien in der Kategorie Mode mit den Themen Abbaye Notre-Dame d'Aiguebelle, Abbott & Broome, Absolute New York, Abtei, Acca Kappa, Accentra, Acqua di Parma, Actiderma, Add-Plex, Addax, Adidas, AEG, Aēsop, Afrikahandel, Afrodita Cosmetics, AfterSpa, Agnès b., Agreco Farm, Ahava, Ahuhu, Akileïne, Aleppo Soap, Alessandro, Alfaparf, Algemarin, Alicina, All Me Cosmetics, Allpresan, Alouette, Alpha H, Alsiroyal, Altapharma, Alterra, Alterra Naturkosmetik, Alvarez Gómez, Alverde, Alviana, Alyssa Ashley, Amalian, Amargan, Amazon Beauty, American Crew, Amir, Amouage, Ananda Spice Garden, Anastasia Beverly Hills, Angel's Spa Tuscany, Annayake, Anne Lind, Annemarie Börlind, Annick Goutal, Anny, Antica Farmacia dei Monaci Camaldolesi, Aok, Aquarius, Arad - Daor Cosmetics, Ardell, Arfol, Argand'Or, Arko Men, Aroma Actives, Arrow, Art Naturals, Artdeco, Artemis, Arya Laya, Asos, Astalift, Astor, Atkinsons, Atrix, Attraktivität, Aubrey Organics, Augen, Augenringe, Augustinus Bader, Aussie, Aveda, Avène, AvenTom, Aveo, Aveo Med, Avon, Axe, Azzaro, B. 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Bumsen statt BAföG: Prostituiert euch!

Ich habe überlegt, diesen Text mit dem Satz Sexarbeit ist etwas ganz Tolles! zu beginnen. Und mich aus den nahe liegendsten Gründen dagegen entschieden. Sexarbeit ist eine Arbeit wie jede andere. Sie dient dem Geldverdienen, wie jeder normale Job eben auch. Und der Job, den man sich in unserem L...
Bumsen statt BAföG: Prostituiert euch!

Bumsen statt BAföG

Prostituiert
euch!

Nadine Kroll

Ich habe überlegt, diesen Text mit dem Satz „Sexarbeit ist etwas ganz Tolles!“ zu beginnen. Und mich aus den nahe liegendsten Gründen dagegen entschieden. Sexarbeit ist eine Arbeit wie jede andere. Sie dient dem Geldverdienen, wie jeder „normale“ Job eben auch. Und der Job, den man sich in unserem Land ja glücklicherweise in den meisten Fällen selbst aussuchen kann, macht im Normalfall an einem Großteil der Tage auch noch Spaß.

Pornos zu drehen ist im Prinzip ja nichts anderes als Brötchen zu verkaufen. Nur dass man bei Ersterem halt nackt ist. Und Prostitution ist nicht nur das älteste, sondern in meinen Augen auch das ehrlichste Gewerbe der Welt. Für Prostitution werden keine Tiere geschlachtet und, zumindest, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, keine Menschen getötet. Die Erde wird nicht ihrer natürlichen Ressourcen beraubt. Und bereichern tut sich daran niemand, außer der Arbeitskraft selbst. Sofern natürlich kein Zuhälter dahintersteht.

Ein Mensch verkauft lediglich seinen Körper und nicht wie andere Menschen, man werfe an dieser Stelle einen Blick auf die Leute, die hinter der BILD-Zeitung, RTL oder den großen Banken dieser Welt stecken, seine Seele.

Mittlerweile ist ja bekannt, dass sich ein Großteil der Studentinnen und Studenten mit Gelegenheitsprostitution, oftmals einfach „Hostessjobs“ genannt, damit nicht jeder sofort weiß, was wirklich Sache ist, über Wasser hält. Auch ich stand bereits des Öfteren vor der Wahl hungern oder ficken. Weil das BAföG nicht mal ansatzweise die Materialkosten deckt, die man als Student eben so hat. Und für mich war die Entscheidung jedes Mal klar.

Ich sprach das Thema genau einmal meiner Mutter gegenüber an, als ich wieder mal in einer finanziellen Notlage war. Nicht, weil ich Geld von ihr wollte, sondern weil ich wissen wollte, wie sie wohl reagiert, wenn sie wüsste, dass ich meinen Körper verkaufe. Um die Situation zumindest vorerst in den Griff zu kriegen. Ich bekam eine Standpauke ohnegleichen.

Sie sagte mir, dass ich viel zu intelligent sei, um auf so etwas angewiesen zu sein. Dass es da draußen jede Menge andere Jobs gibt. Dass ich mir meine zukünftige Karriere als was auch immer ruinieren könne, wenn rauskäme, dass ich mal als Nutte tätig war. Dass ich sie wirklich enttäuschen würde, wenn ich diesen Plan so durchziehen würde, wie ich ihn ihr geschildert hatte. Und dass, bevor ich mich wirklich prostituieren müsse, sie einfach mehr arbeiten und finanziell für mich aufkommen würde.

Sie hat also gleich alle Klischees und Vorurteile rausgehauen, die ich persönlich schon lange nicht mehr hören kann. Zum Schweigen gebracht habe ich meine Mutter erst, als ich vorschlug, es dann stattdessen mit dem Verkauf von Drogen zu versuchen. Von der Idee war sie übrigens ähnlich angetan wie von meiner Karriere als Prostituierte. Nämlich gar nicht.

Keine Ahnung, wieso eigentlich so viele Menschen, die nicht direkt davon betroffen sind, so ein großes Problem mit Sexarbeit haben. Zumindest, wenn man sie damit konfrontiert. Zuhause, vor dem Computer, also da, wo einen niemand sehen kann, ziehen sie sich ja auch gerne die Sexfilmchen rein, für die sie die Menschen, die dafür sorgen, dass sie exakt das tun können, also Pornos gucken und dazu wichsen, im Alltag aufs Allerschärfte verurteilen.

Das Problem scheint aber immer dann am größten zu sein, wenn die eigene Tochter oder der eigene Sohn beruflich in die Sexarbeit gehen möchte. Andere dürfen das ja machen, aber nicht mein Kind. Mein Kind hat etwas Besseres verdient als das. Falsch. Dein Kind hat in erster Linie verdient, sein Leben nach seinen eigenen Bestimmungen zu leben.

Und wenn es gerne für Geld Schwänze lutschen oder sich in den Arsch ficken lassen will, dann ist es sein gutes Recht, genau das zu tun. Mit Kameras drum herum. Ohne Kameras. Mit zwanzig verschiedenen Menschen an einem Tag oder alleine mit dem Vibrator vor der Webcam. Wenn du dein Kind liebst, dann unterstützt du es. Ganz egal, ob es Busfahrer, Wirtschaftsunternehmerin oder Sexarbeiter werden will.

Natürlich gibt es noch die andere Seite. Also die, die vor allem das Prostitutionsgewerbe an sich toll findet, weil da ja arme, verzweifelte Kerle, die sonst niemanden abgeben, sich sexuell befriedigen lassen können, aber selbst das Angebot natürlich niemals in Anspruch nehmen würden, weil sie es ja gar nicht nötig haben, zu einer Nutte zu gehen. Entschuldigung, aber habt ihr vielleicht mal darüber nachgedacht, dass Menschen Prostitution nicht in Anspruch nehmen, weil sie sonst nichts zu ficken finden, sondern weil sie es toll finden?

Es gibt Menschen, die sich daran aufgeilen, andere für Sex zu bezahlen. Ob das jetzt ethisch korrekt ist oder nicht, darüber lässt sich natürlich wieder streiten, aber es gibt eben viele verschiedene Gründe, warum insbesondere Männer sich gerne von Huren verwöhnen lassen. Menschen, die Prostitution in Anspruch nehmen, sind keine Schlappschwänze, auch wenn ihr sie gerne als solche abstempelt. Im Gegenteil. Sie gehen ja dort hin, um mal wieder ordentlich zu ficken und ihren prächtigen Schniedel in eine feuchte und willige Muschi zu stecken.

Wenn du Pornokonsument bist, dann hinterfrage doch an dieser Stelle kurz, warum du solche Filme schaust. Weil es geil ist, oder? Weil es deine Fantasie anregt und befriedigt. Es ist exakt das Gleiche, was Prostituierte auch tun, nur dass im Falle von Pornos du derjenige bist, der Hand an sich legt und es im Fall der „käuflichen Lust“ eben eine Nutte ist, die das für dich übernimmt. Scheiß Doppelmoral, echt jetzt.

Ich wünsche mir für alle Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter und die Menschen, die Sexarbeit in Anspruch nehmen, egal ob das jetzt durch Pornos, Bordellbesuche oder andere sexuelle Dinge, die man so kaufen kann, sind, dass das alles nicht mehr so abwertend betrachtet wird, wo es doch schon seit Jahrhunderten ein fester und auch wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist.

Und ich wünsche mir mehr Pornos für Frauen. Sowohl homo-, als auch heterosexuelle. Unsere Vorlieben werden nämlich tatsächlich allgemein noch viel zu wenig bedient. Außerdem wünsche ich mir ein Bordell für Frauen. Sowas scheint es nämlich auch noch nicht zu geben. Ich würde ja tatsächlich eines eröffnen, aber ich bezweifle, dass meine Mutter mir das nötige Startkapital für ein solches Unternehmen leiht.

Die Fotografie stammt von Garin Chadwick
Der Text erschien in der Kategorie Sex mit den Themen
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Liebe kennt kein Alter: Je jünger, desto besser?

Frauen werden älter, Männer attraktiver. Eine universelle Wahrheit, die nicht von ungefähr kommt. Während die Blütezeit der holden Weiblichkeit rund um ihren 30. Geburtstag schwirrt und sie sich danach vermehrt mit Falten, Hängebrüsten und Wechseljahren herumschlagen müssen, wachsen die Herren der S...
Liebe kennt kein Alter: Je jünger, desto besser?

Liebe kennt kein Alter

Je jünger,
desto besser?

Marcel Winatschek

Frauen werden älter, Männer attraktiver. Eine universelle Wahrheit, die nicht von ungefähr kommt. Während die Blütezeit der holden Weiblichkeit rund um ihren 30. Geburtstag schwirrt und sie sich danach vermehrt mit Falten, Hängebrüsten und Wechseljahren herumschlagen müssen, wachsen die Herren der Schöpfung zu reiferen, weiseren Kerlen heran, die mit silberschimmerndem Haar und einer sexy tiefen Stimme die Welt, auf der sie wandeln, erzittern lassen. Onkel Hubert mit Wampe, Kahlkopf und Potenzproblemen einmal ausgenommen – der zählt einfach nicht. Der zählt nie.

Eine weitere Tatsächlichkeit des täglichen Lebens stellt die Anziehungskraft von älteren Typen auf jüngere Mädchen dar. Und umgekehrt. In einer Beziehung ist der ältere Freund weiterhin die Regel, eine ältere Freundin eher die Ausnahme. Doch wie weit darf man(n) die Altersgrenze seiner Liebsten nach unten schrauben, ohne die Warntöne seines Gewissens, den Unmut der umher existierenden Gesellschaft oder gar die Polizei vor der Haustür herauf zu beschwören?

Lothar Matthäus steht auf Jüngere, Bruce Willis steht auf Jüngere. Und Hugh Hefner hat sowieso jedes verwaiste Mädchen bestiegen, das sich vor die stählernen Tore seiner Villa verirrt hat, nur ihm anschließend noch falsche Hupen zu spendieren. Auch ich muss offen gestehen, dass ich selten mit einer Frau im Bett war, die älter war als ich. Ganz zu schweigen von Beziehungen. Die führte ich immer nur mit Jüngeren. Warum auch immer.

Warum Männer sich mit jüngeren Frauen einlassen, ist kein großes Geheimnis. Sie sind knackiger, versprühen mehr Lebensfreude, Unschuld, Sex. Junge Frauen hingegen suchen bei älteren Partnern Schutz, Erfahrung und – klar auch – Geld. Zwei Welten, die wortwörtlich perfekt ineinander passen sollten und gesellschaftlich vollkommen akzeptiert sind. Jedenfalls solange der Altersunterschied den Rahmen nicht sprengt und, was noch viel wichtiger ist, nicht plötzlich umgedreht wird.

Dennoch kann es neben strammen Brüsten und engen Genitalien als alternder Mann mit einer 18-jährigen Göre ziemlich anstrengend werden. Körperlich, wenn sie einfach fitter ist. Geistig, wenn sie noch unerfahren ist. Und generell, wenn ihr von Neugier und Abenteuerlust getriebener Horizont doch nicht so kompatibel mit der von Verpflichtungen und Terminen dominierten Welt ihres meist wohlhabenderen Gönners ist.

Wir sind deshalb unser Leben lang auf der Suche nach einer Altersgrenze nach unten, die uns in jeglicher Form aus- und erfüllt und gleichzeitig weder ins Gefängnis noch ins Grab bringt. Irgendwo zwischen Kinderficker und Omastreichler. Eine Art Glücksbarometer für Liebschaften.

Also, Jungs und Mädels, wie groß war der bislang größte Altersunterschied in euren Beziehungen, hat es funktioniert oder eher nicht? Gibt es, bei aller Geilheit, Personen, die ihr schon auf einer Party stehen gelassen habt, weil sie objektiv zu jung oder zu alt waren, auch wenn sich das subjektiv anders angefühlt hat? Oder ist das alles irrelevant und ihr nehmt mit, was ihr in die Finger bekommt, egal ob One-Night-Stand oder Beziehung? Wenn ihr eine Antwort habt, dann schreibt uns doch einfach einen Leserbrief!

Die Fotografie stammt von Samantha Gades
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Ein Tag in Tokio: Die schönste Stadt der Welt

Geblendet von den kunterbunten Lichtern und Lost in Translation wie einst Scarlett Johansson und Bill Murray, wird ein Besuch in Tokio eure Erwartungen zweifelsfrei übertreffen. Denn hinter jeder Ecke lauert ein neues Wunder, eine neue Überraschung, ein neues Abenteuer. Die Stadt ist ein riesiges, i...
Ein Tag in Tokio: Die schönste Stadt der Welt

Ein Tag in Tokio

Die schönste
Stadt der Welt

Annika Lorenz

Geblendet von den kunterbunten Lichtern und Lost in Translation wie einst Scarlett Johansson und Bill Murray, wird ein Besuch in Tokio eure Erwartungen zweifelsfrei übertreffen. Denn hinter jeder Ecke lauert ein neues Wunder, eine neue Überraschung, ein neues Abenteuer. Die Stadt ist ein riesiges, intensives, sich ständig weiter ausbreitendes und auch atmendes Tentakelmonster aus Kunst, Kultur und Menschen, eine bizarre Kombination aus Tradition und extremer Modernität an einem Ort, der rund um die Uhr von Leben wimmelt.

Tokio ist so groß, dass es schwer zu verstehen ist, vor allem als Besucher, und doch ist das U-Bahn-System seltsam logisch. Wenn ihr euch erst einmal damit vertraut gemacht habt, wird es zu eurem unterirdischen Eingangstor zur Erkundung der lauten und manchmal sogar ruhigen Metropole.

Macht euch bereit für leckeres Essen, Shopping in allen Facetten, aufregendes Theater, feuchtfröhliches Nachtleben, majestätische Sehenswürdigkeiten, und überall Geräusche und Lichter, wie ihr sie noch nie zuvor gesehen habt. Kommt mit einer vollen Brieftasche und einem voll aufgeladenen Akku und macht euch bereit, die schönste Stadt der Welt zu erkunden.

Das Essen in Japan ist ein so wichtiger Teil der Kultur und so gut, dass man das Land buchstäblich nur zum Essen besuchen könnte. Der beste Ort, um ein schmackhaftes japanisches Essen zu bekommen, ist ein Izakaya. Das entspricht einer japanischen Kneipe, in der man von Sashimi über Tempura bis hin zu unglaublichem japanischen Kartoffelsalat alles bekommen kann. Jeder hat sein Lieblingsrestaurant, und meines ist das Touhachi in Nakameguro, das eine Station von Shibuya aus zu finden ist.

Für Fischliebhaber gibt es auf dem Markt in Toyosu die berühmten Thunfischauktionen, die für die Öffentlichkeit, meist Touristen, um fünf Uhr morgens geöffnet sind. Wenn ihr keine Lust darauf habt, euch mit anderen Touristen durch die Hallen zu quetschen, dann geht lieber gegen 17 Uhr zu den Märkten am Bahnhof Okachimachi, wo die Einheimischen um die besten Preise feilschen, da die Fischverkäufer Restbestände verkaufen. In der Nähe gibt es Izakaya-Lokale der alten Schule, wo ihr, wenn die Fischer einen guten Tag hatten, vom Kugelfisch bis zum ethisch verwerflichen Wal alles bestellen können.

Wenn ihr euch von all dem etwas überwältigt fühlt, dann besucht das touristenfreundliche Gonpachi in Nishiazabu, wo Quentin Tarantino bereits Szenen von Kill Bill gedreht hat. Das Essen dort ist ziemlich gut und bietet euch eine illustre Einführung in die japanische Küche. Andere touristenfreundliche traditionelle Restaurants sind das Ohashi und das Kotaro in Shibuya, während das Muginae in Shinagawa mit köstlichen Ramen lockt.

Die Japaner sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie ihren Alkohol, den sie gerne literweise in sich hinein kippen, gut vertragen, aber das hindert sie sicher nicht daran, einen schönen Abend zu verbringen. Taucht kopfüber in den Kulturschock im Golden-Gai-Viertel von Shinjuku ein, das durch sechs klaustrophobische Gassen miteinander verbunden ist und wo über 150 winzige Bars aufeinander und umeinander gestapelt sind. Eine bekanntere, aber immer noch sehr gemütliche Bar findet ihr im Kinfolk in Nakameguro, in dem sich jeden Abend eine illustre Mischung aus Japanern und Gaijins bei ihren köstlichen, aber sehr starken Cocktails trifft.

Später am Abend ist eine Karaoke-Session ein wesentlicher Teil des Tokio-Erlebnisses, denn in vielen Bars in Shibuya gibt es von Mitternacht bis fünf Uhr morgens Nomihodai-Deals, also all you can drink, um die Stimmbänder aufzuwärmen.

Wenn ihr euch beim Singen lieber nicht zum Idioten machen und stattdessen lieber in die Clubszene Tokios eintauchen möchtet, versucht es mit dem Dommune. Dieser winzige Club mit Platz für nur 50 Menschen überträgt seine Partys live ins Internet, damit auch daheim gebliebene Tokioter mitfeiern können. Internationale DJs wie Fourtet und Jamie XX haben kürzlich so vor über 10.000 Menschen gespielt.

Man kann nicht nicht einkaufen gehen, während man in Tokio ist. Selbst wenn ihr knapp bei Kasse seid, solltet ihr euch umsehen und gleichzeitig im Konsumwahn verlieren. Die Japaner lieben es, einzukaufen, und jede Art und Weise von Mode wird angeboten: High-End-Boutiquen in Ginza, japanische Modehäuser in Aoyama und Daikanyama sowie Mode, Schreibwaren und Spielzeug im Überfluss in Shinjuku und Shibuya.

Die Inbegriff der japanischen Modeerfahrung findet ihr aber in Harajuku, der Heimat aller neuen Modetrends in Asien. Besucht es am besten an einem Sonntag und gesellt euch zu Tausenden von Kids, die in verschiedenen, kunterbunten Aufmachungen die Straßen bevölkern. Probiert es im Laforet für den Streetstyle, Big Love für Schallplatten und Kiddy Land für alles, was mit Hello Kitty & Co. zu tun hat. Besucht auch das Pass the Baton im Untergeschoss des Omotesando-Hills-Gebäudes, denn dort gibt es einzigartige Second-Hand-Klamotten, die ihr euch wirklich nicht entgehen lassen solltet.

Irgendwann solltet ihr euch auch eurer nerdigen Seite zuwenden, dem, was die Einheimischen Otaku nennen, Kinder und erwachsene Männer, die von Videospielen, Spielzeug und Comics besessen sind. Ihr Mekka liegt in Akihabara, auch Electric Town genannt, der Heimat des achtstöckigen Techno-Drome-Mandarake-Komplexes und der berühmt berüchtigten Maid-Cafés. Eine weniger touristische, aber ebenso merkwürdige Szene findet sich ein paar Haltestellen weiter am Nakano Broadway, der Heimat von echten Geek-Freaks, Spielzeugsammlern und Fanatikern.

Ihr habt euch nun also vollgefuttert, getrunken und seid in einem Club tanzen gegangen, aber nun braucht ihr eine Bleibe für die Nacht, und, keine Sorge, wie immer gibt es in Tokio eine Fülle von Möglichkeiten. Für ein normales Hotel mit großartiger Lage ist das Shibuya XL preisgünstig, während das Claska Hotel in Meguro mit einer Galerie in der Lobby eine trendigere Option ist. Kapselhotels sind eine beliebte, erschwingliche Option für Tokio-Besucher, in denen jeder Gast in einer kleinen Schlafkabine von etwa einem Meter Breite übernachtet.

Das Central Inn Gotanda ist supergünstig und erlaubt Männern und Frauen in den gemischten Schlafsälen zu übernachten. In einem Manga-Café zu schlafen ist noch billiger, wenn man den letzten Zug verpasst hat und sich kein Taxi nach Hause leisten kann, da es in Tokio keine Nachtbusse gibt und die U-Bahn um 12:30 Uhr schließt.

Dort könnt ihr euch mit Getränken eindecken, euch Manga ausleihen und bis fünf Uhr morgens auf den ersten Zug warten. Und auch Love Hotels, in denen man stundenweise für ein Zimmer bezahlt, sind eine interessante Erfahrung. Nicht ganz so billig, aber oft wahnsinnig kreativ dekoriert, sucht ihr euch einfach ein Zimmer am Automateneingang aus und schleicht euch für ein kurzes Nickerchen hinein.

Wenn ihr in Japan seid, solltet ihr euch auch einige Tempel und Schreine ansehen, aber nicht mehr als drei, denn wenn ihr keine Experte seid, werdet ihr sowieso nicht wirklich in der Lage sein, den Unterschied zu erkennen. Wenn ihr es nicht bis nach Kyoto, der alten Hauptstadt Japans, schafft, solltet ihr euch zumindest den Meiji Jingu in Harajuku ansehen. Er ist ab sechs Uhr morgens geöffnet, und, wenn ihr so früh aufstehen könnt, ist es das wirklich wert, denn mit weniger Leuten dort ist es ein perfekter Ort, um sein inneres Zen zu finden.

In Tokio gibt es allerlei hohe Gebäude, die mal modern, mal eher traditionell gehalten sind und von denen man oft einen freien Blick auf die Skyline bis zur Spitze des Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku hat. Alternativ könnt ihr für 2300 Yen das Sky Deck auf dem Dach des Hotels Roppongi Hills besuchen, um einen romantischen Blick auf die nächtliche Stadt zu genießen.

Im Ticket inbegriffen ist der Eintritt in das Mori Art Museum im 53. Stock, in dem immer abwechselnd Ausstellungen zeitgenössischer Kunst von hoher Qualität gezeigt werden. Und natürlich zählen auch der Tokyo Tower sowie der Tokyo Skytree zu tollen Orten, an denen ihr einen wunderschönen Ausblick über die Metropole haben könnt.

Für die ganz Gescheiten bietet sich das einzige Parasitenmuseum der Welt in Meguro an, das kostenlos ist, ebenso wie das Ikebukuro-Erdbebenmuseum, wo ihr eine kostenlose 7-Punkte-Erschütterung erleben könnt. Und schließlich könnt ihr euch für den Preis einer Tasse Kaffee mit ein paar coolen Katzen in einem der zahlreichen Cat Cafés abhängen. In Tokio ist schließlich wirklich für jeden etwas dabei.

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Die Fotografie stammt von Marlen Stahlhuth
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Stalking: Von Jägern und Gejagten

“Als ich ihn kennen lernte, schmeichelte mir die Hartnäckigkeit, mit der er mich um ein Date bat sehr. Ich fühlte mich zum ersten Mal wirklich begehrt. Er war sehr aufmerksam, frech und schien wirklich nur Augen für mich zu haben.” So beginnt Nadias Erzählung über einen Mann, der ihr das Leben zur H...
Stalking: Von Jägern und Gejagten

Stalking

Von Jägern
und Gejagten

Lena Freud

“Als ich ihn kennen lernte, schmeichelte mir die Hartnäckigkeit, mit der er mich um ein Date bat sehr. Ich fühlte mich zum ersten Mal wirklich begehrt. Er war sehr aufmerksam, frech und schien wirklich nur Augen für mich zu haben.” So beginnt Nadias Erzählung über einen Mann, der ihr das Leben zur Hölle machte, ihre Beziehung zerstörte und dafür sorgte, dass sie sich über acht Monate lang in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher fühlen konnte.

Dabei begann alles so harmlos. Fast schon ein wenig kitschig. An einem sonnigen Tag im Mai fährt Nadia zu Daniel nach Hause. Sie wird ihm erklären, warum er viel zu viel für seine Haftpflichtversicherung bei der Konkurrenz bezahlt. Nadia ist Versicherungskauffrau. Daniel ein Kunde. Er ist groß, blond, sehr attraktiv und frisch geschieden. Und es knistert ein bisschen.

Aus einem Kaffee werden drei, die beiden unterhalten sich lange und gut, der Nachmittag geht in den Abend über. “Ich ließ mich auf einen kleinen Flirt mit ihm ein. Es tat mir gut, dass sich ein Mann wie er für mich interessierte”, erzählt mir Nadia in einem kleinen Telefoninterview. “Und ich nahm seine Einladung zum Essen für das folgende Wochenende an.” Der Nachmittag mit Daniel tut ihr gut. Doch als sie an diesem Tag nach Hause kommt und ihren Freund auf dem Sofa sitzen sieht, überfällt sie das schlechte Gewissen. Sie ruft Daniel an und sagt das Abendessen ab.

Der steht vier Tage später trotzdem nach Feierabend vor Nadias Agentur, um sie auszuführen. Sie entscheidet sich lieber nach Hause zu fahren, kann aber kaum ihre Freude über einen so gut aussehenden und hartnäckigen Verehrer verbergen, der ihr auch in den nächsten Wochen Schokolade und Einladungen zukommen lassen wird, frech um sie herum tänzelt, wenn sie abends das Büro verlässt und jede ihrer Absagen mit einem selbstbewussten Grinsen aufnimmt, wissend, dass er es morgen wieder versuchen wird.

“Ich war nach vier Wochen kurz davor weich zu werden. Dass ein Mann alles tat um ein Date mit mir zu bekommen, war berauschend. Ich fand das alles wild romantisch”. Bis Daniel, der wilde Romantiker, eines Abends an ihrer Tür klingelt und ihr zur Begrüssung die Nase bricht.

Stalking ist ein weit verbreitetes Phänomen. Man geht davon aus, dass etwa elf Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben gestalkt werden. In etwa einem Fünftel der Fälle kommt es zu Handgreiflichkeiten. Die Zahlen sind erschreckend, die Justiz reagierte trotzdem lange Zeit nur bedingt. Erst im Jahr 2007 wurde der Tatbestand der Nachstellung ins Strafgesetzbuch aufgenommen und wird seitdem mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.

Durch die häufigen Fälle des Prominenten-Stalkings findet sich das Thema oft in den Medien wieder. Man hört regelmäßig von Opfern, die verfolgt, übermässig verehrt, bedroht, angegriffen oder gar schwer verletzt werden. Auch von den psychischen Folgen. Von der Angst, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein. Weniger erfahren wir dagegen über die Täter.

Martin schreibt mir mit einer Emailadresse, die er extra für diesen Zweck angelegt hat, an eine Emailadresse, die ich extra für diesen Zweck angelegt habe. Er möchte um jeden Preis anonym bleiben. Und ich möchte es auch. Denn Martin hat richtig Scheiße gebaut. Es hatte alles ganz harmlos angefangen. Mit der netten Kollegin aus der Buchhaltung, auf die er ein Auge geworfen hatte.

“Eigentlich kann ich nicht sagen, dass ich verliebt in Katja war. Aber irgendetwas faszinierte mich an ihr. Ich fühlte mich zu ihr hingezogen, habe sie aber nicht ein einziges Mal angesprochen. Dafür klaute ich hin und wieder einzelne Gegenstände von ihrem Schreibtisch, versuchte Schriftstücke, die sie verfasst hatte in die Hände zu bekommen. Einmal nahm ich einfach so ihre Jacke mit. Ohne nachzudenken. Ich wollte ein Stück von ihr besitzen. Klar war das falsch. Ich wusste das. Aber gestoppt hat mich das nicht.”

Jahrelang bleibt es bei diesen sogenannten Kleinigkeiten. Bis Katja umzieht und in eine Zweigstelle versetzt wird. Martin will nicht so einfach aus ihrem Leben verschwinden. Er findet ihre neue Adresse heraus, fängt an ihr heimlich zu folgen, sie zu beobachten und lernt schließlich all ihre Gewohnheiten in und auswendig. “Niemand kannte sie besser als ich, dabei wusste sie nicht einmal, dass ich da bin.”

Nach einigen Monaten wird er offensiver, ruft mehrmals am Tag an, schreibt Briefe, Emails, SMS. Fragt Katjas Freunde und ihre neuen Kollegen unauffällig aus. Sie wechselt mehrmals die Telefonnummer, er findet sie immer wieder heraus. “Anfangs hatte ich diese fast zärtlichen Gefühle für sie. Doch je mehr sie sich mir entzog, desto mehr Macht wollte ich über sie. Ich wollte dass sie sich nirgendwo mehr sicher fühlen konnte. Ich hatte sie in der Hand, spielte mit ihr, jagte sie nach Lust und Laune. Ich war wie im Rausch.”

Drei Jahre lang hetzt er sein Opfer, das in dieser Zeit zweimal umzieht. Doch er spürt, wie ihm langsam die Kontrolle über sein perfektes Machtspiel entgleitet. “Meine Gewaltfantasien nahmen zu, wurden zunehmend dringlicher. Ich bekam Probleme im Job und mein Privatleben litt extrem. Ich konnte mich auf nichts anderes konzentrieren. Ich phantasierte davon, ihr wehzutun, vielleicht auch zu vergewaltigen. Irgendwann malte ich mir aus, wie es wäre, sie zu töten. Und da wusste ich plötzlich: Ich brauche Hilfe.”

Wer als Täter Hilfe sucht, hat es nicht leicht. Es gib nur wenige Anlaufstellen wie etwa “Stop Stalking” in Berlin, wo Stalkern die Möglichkeit geboten wird, sich mit speziell diesem Problem an ein kompetentes Team aus Psychotherapeuten und Sozialarbeitern zu wenden.

Auch zur Polizei zu gehen erscheint wenig attraktiv. Denn Stalking ist keine Krankheit, sondern eine Straftat. Diese erwächst aber aus psychischen Problemen, geht oft einher mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen. Hilfe findet man in erster Linie also beim Psychologen, wo die Ursachen erkannt werden können.

Martin befindet sich nun seit zwei Jahren in Behandlung, kennt die Ursachen für seine Taten und hat sich momentan unter Kontrolle. Ein Happy End ist das für ihn noch lange nicht. Er weiß, dass er jederzeit in seine alten Muster zurückfallen kann. So wie Daniel, der Nadia nun nach fast drei Jahren, mehreren Anzeigen, einer Trennung und einem Umzug in eine andere Stadt in Ruhe lässt. Für’s Erste.

Die Illustration stammt von Maria Shukshina und Icons8
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Auf dem Balkon: Wenn die Welt uns zu Füßen liegt

Ich schnappe mir das Zigarettenpäckchen, das einer meiner Freunde auf der WG-Party vergessen hat, und schleiche mich damit raus auf dem Balkon. Ich nehme mir eine Zigarette heraus, stecke sie mir in den Mund und zünde sie mit einem Streichholz an. Draußen ist es kalt und dunkel und die Flamme des kl...
Auf dem Balkon: Wenn die Welt uns zu Füßen liegt

Auf dem Balkon

Wenn die Welt uns
zu Füßen liegt

Hannah Maria Paffen

Ich schnappe mir das Zigarettenpäckchen, das einer meiner Freunde auf der WG-Party vergessen hat, und schleiche mich damit raus auf dem Balkon. Ich nehme mir eine Zigarette heraus, stecke sie mir in den Mund und zünde sie mit einem Streichholz an. Draußen ist es kalt und dunkel und die Flamme des kleinen Streichholzes verzaubert mich ein wenig. Einfach so. Streichhölzer mag ich lieber als Feuerzeuge.

Ich ziehe an der Zigarette und blicke in die Ferne. Von unserem kleinen Balkon aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Tausende Lichter funkeln in der Ferne und zwischendrin entdecke ich einen hell erleuchteten Tannenbaum.

Die ganze Welt liegt mir zu Füßen. Mein Leben liegt vor mir. So fühlt es sich also noch mal an. Es ist kalt, dunkel, schmeckt nach roten Gauloises und riecht nach Streichhölzern. Es ist vom Schnee bedeckt und funkelt im Licht der Nachbarswohnungen. Es liegt in meiner Hand, wie es verläuft, ob es überhaupt läuft und ich könnte es jetzt beenden, wenn ich wollte, indem ich mich zu weit über das Balkongelände beugen würde.

Ich ganz allein habe es in der Hand, ob ich etwas Großartiges daraus mache oder nicht, mit offenen Augen durchs Leben laufe oder nicht. Und ich habe Angst, dass ich irgendwann merke, dass ich die falschen Entscheidungen getroffen habe.

Können wir überhaupt falsche Entscheidungen treffen? Wird nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen? Happy End sozusagen? Kennt nicht jeder diese Momente, die einen fast erdrücken und einen dazu zwingen, unvernünftige Dinge zu tun, weil man Angst darum hat, dass es irgendwann zu spät ist?

Dass es so viele immer in die große weite Ferne zieht, verstehe ich nicht. Es ist doch vollkommen egal, ob ich in New York, Tokio oder hier auf meinem kleinen Balkon sitze. Ähnelt sich das nicht alles und kommt es nicht darauf an mit wem man solche Momente verbringt und wo die Leute leben, die man ins Herz geschlossen hat? Um die Weihnachtstage wird es ruhig in den großen Städten unserer Erde und jeden zieht es einfach nur nach Hause.

Die Zigarette schmeckt beschissen und ist rausgeworfenes Geld, da ich ja noch nicht mal auf Lunge rauchen kann. Aber die sieben Minuten draußen auf dem Balkon gefallen mir gut. Ich sollte mir etwas anderes ausdenken und beschließen, dass Schokolade nur noch auf dem Balkon gegessen werden darf. Denn es ist schön hier draußen in meinem Leben, mit dem beleuchteten Tannenbaum und der ganzen Weihnachtsdeko in den Fenstern. Weihnachten kann also kommen und die besinnliche Zeit ist längst da.

Die Fotografie stammt von Philipp Bachhuber
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Clickbait, Pranks und Vollidioten: YouTube ist scheiße

Mittlerweile hat sich mein Konsumverhalten, was Medien angeht, komplett in Richtung Internet verschoben. Filme schaue ich auf Netflix, Amazon & Co. und meine tägliche Berieselung durch seichte Unterhaltung hole ich mir bei YouTube ab. Einen Fernsehanschluss besitze ich nicht einmal mehr. Ich glau...
Clickbait, Pranks und Vollidioten: YouTube ist scheiße

Clickbait, Pranks und Vollidioten

YouTube ist
scheiße

Markus Fendt

Mittlerweile hat sich mein Konsumverhalten, was Medien angeht, komplett in Richtung Internet verschoben. Filme schaue ich auf Netflix, Amazon & Co. und meine tägliche Berieselung durch seichte Unterhaltung hole ich mir bei YouTube ab. Einen Fernsehanschluss besitze ich nicht einmal mehr.

Ich glaube in all den Jahren, in denen ich jetzt schon im Internet unterwegs bin, stellt YouTube die von mir meist besuchte Seite dar. Ich bekam den Aufstieg und Fall der Außenseiter mit, danach den Aufstieg und Fall von Y-Titty und werde wahrscheinlich noch die ein oder anderen YouTuber dabei beobachten können. Was ich damit sagen will: Ich bin schon sehr lange im YouTube-Game. In letzter Zeit kotzen mich YouTube und vor allem die YouTuber an. Warum das so ist, will ich euch hier verraten.

Jahrelang predigte man geradezu auf YouTube, dass YouTube »das neue Ding« ist. Das Fernsehen kann abdanken, sich selbst begraben und am besten versammeln sich alle YouTuber um das Grab herum und spucken nochmal drauf. YouTube begann mal als Plattform auf der Amateurvideos geteilt wurden, irgendwelche Katzenvideos hochgeladen wurden oder man sah, wie jemand auf die Fresse flog. Nichts ist mehr von diesem Charme übrig geblieben.

Mittlerweile kann man sagen: Die Inhalte, die einem auf der Startseite, in der Suche, in den Vorschlägen und in den Trends entgegenkommen, sind der letzte Rotz und stehen dem berühmten Assi-TV in absolut nichts nach. Die Amateurvideos und kreativen Ideen wichen einer Durchkommerzionalisierung, bei der selbst das Fernsehen noch Augen macht.

Kaum ein großer YouTuber kommt heute noch ohne Management aus. Die Haupteinnahmequelle besteht nicht aus den Klicks. Die Kontaktpreise, die Kohle, die man für tausend Klicks bekommt, ist den meisten zu niedrig und so wird ganz tief in die Trickkiste gegriffen.

Was der große Bruder, das Fernsehen und vor allem der Film kann, kann man wohl erst Recht, dachte sich die YouTube-Landschaft und so werden heute Produkte platziert, bis dieses verfickte Ikearegal, das bei nahezu Allen im Hintergrund steht, aus den Nähten platzt. Da halten diese ganzen Anfang Zwanzigjährigen irgendwelche beschissene Beautyprodukte in die Kamera oder erzählen mir doch, wie geil dieses neuste technische Gadget ist, das niemand braucht.

Und das alles unter dem Deckmantel von Kreativität und Jugendlichkeit. Im Fernsehen lachen wir alle über diese Verkaufssender, wie QVC und wie sie nicht alle heißen, wir lachen über die Rentner, die darauf reinfallen und sich dort etwas bestellen. Dabei schaut gerade eine Generation irgendwelchen Hackfressen dabei zu, wie haargenau das Gleiche machen. Nur eben in cooler und nicht ganz so auffällig.

Wenn wir schon bei dem Vergleich mit dem Fernsehen sind: YouTube gilt als der Hort der Kreativität, der geilen Ideen und der jungen Macherinnen und Machern. Dort soll die Unterhaltung revolutioniert werden. Die Realität sieht anders aus. Schaut man sich die Trends oder die Startseite an schlägt einem die redundanteste Scheiße entgegen, die das Internet zu bieten hat.

Unzählige „Baden in Nutella / Burger / Chicken Wings / Cola / Was weiß ich“-Videos oder auch gerne mal „Pranks„. Von denen die meistens so durchgeskriptet, gestellt und dermaßen schlecht geschauspielert sind, dass die Laiendarsteller aus Mitten im Leben einen Oscar verdient hätten. Das ist aber nicht genug.

Mir schlagen noch fünfhunderttausend »Lifehack« Videos entgegen, in denen einfach nur strunzdumme Scheiße gezeigt wird, die meistens umständlicher ist, als einfach in den Laden zu fahren und sich das Teil was man braucht, für ein paar Euro zu kaufen. Da bastelt dann jemand aus einer Blechdose eine Käsereibe. Lecker Metallspäne im Essen. Oder irgendein Idiot steckt sich Knicklichter in die Fahrradspeichen. Wow, du Genie, da wäre nie im Leben wer drauf gekommen!

Oder es sind die typischen „Ich höre auf“-Videos zu sehen, in denen einem vorgeheult (manchmal wortwörtlich) wird, warum YouTuber XY jetzt keine Videos mehr macht, nur um dann eine Woche später das ganze Aufzulösen und irgendwelche fadenscheinige Gründe zu liefern, warum man doch weiter macht. Hier wird künstlich Drama erzeugt, weil es halt Klicks bringt.

Diese Masche wurde zuletzt von Apecrime auf die Spitze getrieben. Von einen Tag auf den anderen waren alle Videos auf „privat“. Nach einer Woche des Schweigens erklärte man, man könne sich nicht mehr mit dem alten Content identifizieren und wolle neue Wege gehen. Eine weitere Woche später war nichts mehr davon übrig. Heute zieren den Kanal der selbe redundante Müllinhalt, wie hier aufgezählt

Die Liste dieser sich immer wiederholenden Videos ist lang. Spontan fallen mir direkt noch „10 Arten von“-Videos und diese Videos, in denen irgendwelches krasse Essen getestet wird. Sowieso werden einfach sehr viele krasse Sachen gezeigt. Das Capslock im Titel und irgendwelche gephotoshopten Thumbnails dürfen dabei nicht fehlen. Clickbait ist hier das Stichwort.

Was bei Zeitungen zum Glück noch verpönt ist, ist auf YouTube gang und gebe. Da wird dann auch mal Blut auf das Thumbnail gepackt, oder der Klassiker: Brüste. Sex sells eben. Dass davon nichts im Video zu sehen ist, ist dabei natürlich klar.

Das Ganze bleibt aber nicht der Gipfel der Einfallslosigkeit. Dieser stellt eindeutig der Versuch von YouTubern da Kinofilme zu machen. In der Theorie klingt das alles richtig geil. Und das ist es auch. Es ist einfach großartig, wenn Leute ohne großes Studio, sondern nur durch gute Ideen die Möglichkeit bekommen einen Film zu drehen, der dann auch noch in Kinos läuft. Aber was bekamen wir? „Kartoffelsalat“ und „Bruder vor Luder„. Jeder, der noch einigermaßen bei Verstand ist, kann sich diesen Quatsch echt nicht anschauen.

Da werden irgendwelche „Witze“ abgefeiert, die so vielleicht in einem Witzebuch für die 4. Klasse stehen. Man ist sich nichtmal zu schade einen „Nur weil ich schwarz bin“-Witz oder den letzten Kalauer, den Otto vor 40 Jahren schon gebracht hat, auszupacken. Wer nicht gerade zum ersten mal mit Comedy in Berührung kommt wird darüber nicht lachen können, denn die meisten Jokes wurden so oder so ähnlich schon tausend mal erzählt.

YouTuber können zwar keine Filme machen, dafür können sie aber umso besser schauspielern. Zumindest vor eigenen 14-Jährigen Zielgruppe. Oder glaubt ihr, dass die wirklich so sind, wie sie sich in den Videos geben? Zugegeben, einige scheinen im wahren Leben wirklich auf dem geistigen Level einer Gurke zu sein, dazu später mehr. Aber der Großteil schlüpft einfach in eine Rolle, um den ganzen Kindern, die ihre Videos schauen weiß zu machen, sie wären »eine/r von Ihnen«.

Wenn man schon das Filmgeschäft nicht in Ruhe lassen kann ist es auch nur konsequent ins Musikgeschäft einzusteigen. Bibi mit ihrem Song in Fünft-Klässler-Englisch ist da bei weitem nicht die Erste. Jeder Clown auf YouTube dachte sich irgendwann mal er müsste mit „rappen“ anfangen, die ein oder andere Single oder sogar ein ganzes Album, natürlich nur echt mit Deluxe-Box-Edition, raushauen. Mit Musik hat das ganze meistens wenig zu tun. Objektiv gesehen ist das einfach scheiße.

Das Schlimmste an YouTube ist aber, dass die Asis und Hohlköpfe nach oben kommen. Auf YouTube gibt es keinen Redakteur oder Intendanten wie im Fernsehen, der sagt: „Ne, das ist komplett scheiße. Sowas können wir nicht bringen!“ Auf YouTube hat einer dieser Idioten eine Idee und die wird dann in die Welt geblasen. Auf keiner anderen medialen Plattform wäre es möglich, dass irgendwelche Leute wie die beiden Merts ihren homophoben Müll in die Welt tragen.

Da hast du dann auch einen KSFreak, der von sich erzählt, er habe mal mit einer schwarzen Frau geschlafen, weil er wissen wollte, ob die »anders sind, anders riechen, anders schmecken«. Wieder machen wolle er das aber natürlich nicht. Zuschauer seiner Kritiker bezeichnet er so nebenbei ganz gerne mal als „Schwuchtel„.

Oder Leon Machére, dessen Hobby-Bodyguards auf einem seiner »Konzerte« Zuschauer verprügeln. Von diesen Grundschulabbrechern gibt es noch einen ganzen Haufen mehr. So viele, dass man da mittlerweile den überblick verliert. Zum Schluss bleibt mir nur noch übrig euch den ultimativen Lifehack zu geben: Schaltet YouTube öfter mal ab oder schaut nur noch die guten Sachen.

Die Fotografie stammt von Gianandrea Villa
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Mädchen in Los Angeles: Ein Tag mit Cynda McElvana

Ich weiß nicht so genau, ob diese Eigenschaft von mir ein Vorteil fürs Leben oder doch eher ein grausamer Nachteil ist, aber ich verknalle mich jeden Tag in neue Menschen, die ich irgendwo treffe, sehe oder auch nur gedanklich streife. Meistens in Mädchen, weil, sind wir doch mal ehrlich, die sind e...
Mädchen in Los Angeles: Ein Tag mit Cynda McElvana

Mädchen in Los Angeles

Ein Tag mit
Cynda McElvana

Daniela Dietz

Ich weiß nicht so genau, ob diese Eigenschaft von mir ein Vorteil fürs Leben oder doch eher ein grausamer Nachteil ist, aber ich verknalle mich jeden Tag in neue Menschen, die ich irgendwo treffe, sehe oder auch nur gedanklich streife. Meistens in Mädchen, weil, sind wir doch mal ehrlich, die sind einfach die besseren Menschen – mit weitem Abstand.

Das hier ist Cynda McElvana aus der teilweise wunderschönen, amerikanischen Westküstenstadt Los Angeles. Ich würde sie als engelhaftes Model bezeichnen, das trotz einer magischen Eleganz trotzdem auf dem Boden geblieben zu sein scheint. Auf ihrem Instagram-Kanal finden sich neben allerlei Bikinibildern auch kluge Sprüche und Backstagefotos aus ihrem Leben.

Der Fotograf Darren Ankenman hat Cynda zur Protagonistin in seinem neuen Fotoshooting für das legendäre französische Purple Magazin gemacht. Wer mehr über den Fotografen Darren Ankenman und seine bildgewaltigen Abenteuer lernen will, der kann einfach mal hier vorbei schauen. Und wer mehr von Cynda McElvana, dem engelsgleichen Model aus der zu ihr perfekt passenden Metropole Los Angeles, sehen möchte, der dürfte hier gut bedient sein.

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Die Fotografie stammt von Darren Ankenman
Als Model ist Cynda McElvana zu sehen
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Celeste: Der Berg ruft

Ich finde ja, dass Pixel immer noch die schönste Art sind, um Videospiele zu machen. Natürlich könnte das daran liegen, dass ich mit dem Super Nintendo aufgewachsen bin, aber selbst heute, nachdem ich 3D-Epen wie The Witcher, Skyrim oder Final Fantasy durchgespielt und genossen habe, macht mein Herz...
Celeste: Der Berg ruft

Celeste

Der Berg
ruft

Marcel Winatschek

Ich finde ja, dass Pixel immer noch die schönste Art sind, um Videospiele zu machen. Natürlich könnte das daran liegen, dass ich mit dem Super Nintendo aufgewachsen bin, aber selbst heute, nachdem ich 3D-Epen wie The Witcher, Skyrim oder Final Fantasy durchgespielt und genossen habe, macht mein Herz doch noch immer einen höheren Sprung, wenn ich ein hübsches, liebevoll gestaltetes Pixelabenteuer entdecke.

Celeste ist genau solch eine Perle. Die Geschichte um die mutige Madeline, die sich auf eine waghalsige Wanderung auf einen von Fallen, Feinden und Fürchterlichkeiten gespickten Berg begibt und dort auf süße Omis, dubiose Hotelbesitzer und seltsame Adrenalinjunkies trifft, ist sowohl auf Konsolen als auch auf dem PC zu erleben und wahrlich ein Fest für alle eingefleischten Pixelart-Fans wie mich.

Spielerisch erwartet euch bei Celeste eine Mischung aus Super Meat Boy und alten Super-NintendoJump’n’Runs, die voller Geheimnisse und überraschungen steckt. Die Level sind abwechslungsreich, die Charaktere sind sympathisch und der Anspruch steigt mit jeder geschafften Hürde. Celeste ist nichts für ungeduldige oder ungeschickte Spieler – aber alle anderen werden ihren Spaß mit dem polierten Indie-Schatz haben.

Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft Celeste: Der Berg ruft
Die Illustration stammt von Matt Thorson
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Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist

Als Satsuki und ihre Schwester Mei mit ihrem Vater in ein neues Zuhause auf dem Land ziehen, finden sie schnell heraus, dass das Landleben nicht so einfach ist, wie es scheint. Bald entdecken sie, dass das Haus und der nahe gelegene Wald voller seltsamer und entzückender Kreaturen sind, darunter ein...
Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist

Mein Nachbar Totoro

Abenteuer mit dem
pelzigen Waldgeist

Annika Lorenz

Als Satsuki und ihre Schwester Mei mit ihrem Vater in ein neues Zuhause auf dem Land ziehen, finden sie schnell heraus, dass das Landleben nicht so einfach ist, wie es scheint. Bald entdecken sie, dass das Haus und der nahe gelegene Wald voller seltsamer und entzückender Kreaturen sind, darunter ein gigantischer, aber sanfter Waldgeist namens Totoro, der nur von Kindern gesehen werden kann.

Totoro und seine Freunde erleben gemeinsam mit den sympathischen und bezaubernden Mädchen eine Reihe von kleinen wie großen Abenteuern. Darunter eine aufregende Fahrt mit einem außergewöhnlichen Katzenbus, der sich schnell zu einem bekannten Gefährt in der modernen fernöstlichen wie westlichen Popkultur gemausert hat und auch heute noch gern in Filmen, Serien und Videospielen zitiert wird.

Aus dem legendären Studio Ghibli, den kreativen Schöpfern von filmischen Meisterwerken wie Chihiros Reise ins Zauberland, Das Schloss im Himmel und Ponyo sowie dem mit einem Oscar ausgezeichneten Regisseur Hayao Miyazaki, kommt eine klassische und dennoch überraschende Geschichte über Magie und Abenteuer für die ganze Familie. Hier hat wirklich jeder seinen Spaß.

Mein Nachbar Totoro steht anderen animierten und bekannten Figuren wie Micky Maus, SpongeBob Schwammkopf oder Donald Duck sicherlich in nichts nach – ganz im Gegenteil. Hüpft an Bord des Katzenbusses und kommt mit auf eine Reise, von der ihr schon immer geträumt habt! Ihr werdet mit Totoro lachen! Ihr werdet mit Totoro weinen! Und das Beste ist: Ihr werdet mit Totoro fliegen!

Hayao Miyazaki, einer der bekanntesten japanischen Schriftsteller, Filmregisseure und Drehbuchautoren, hat zahlreiche preisgekrönte Animationsfilme geschaffen, die die Welt zum Besseren verändert haben – aber Mein Nachbar Totoro wird immer sein bekanntestes Werk bleiben. Es ist die herzerwärmende Geschichte zweier junger Mädchen, die sich mit den pelzigen Kreaturen rund um Totoro anfreunden.

Die liebenswerten magischen Tiere können nicht wie Menschen sprechen und auch nicht von Erwachsenen gesehen werden, aber für die reinen und unschuldigen Herzen von Kindern erwachen sie in der Natur zum Leben. Und wenn ihr dringend einen Freund braucht, dann könnt ihr euch ganz sicher an euren Nachbarn Totoro wenden. Er ist nämlich irgendwo da draußen und wacht über euch. Ganz sicher.

Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist Mein Nachbar Totoro: Abenteuer mit dem pelzigen Waldgeist
Die Illustration stammt von Studio Ghibli und Leonine
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Gefühlssache: Macht Platz für die Liebe!

Beziehungen, die weniger aus Liebe, mehr aus Respekt dem anderen gegenüber auseinander gehen, sind wohl niemals einfach. Man glaubt, die folgenden Tage nur im Vollsuff und mit einer ordentlichen Dröhnung Schlaftabletten überleben zu können, um überhaupt ein Auge zu zubekommen. Es ist nicht nur de...
Gefühlssache: Macht Platz für die Liebe!

Gefühlssache

Macht Platz
für die Liebe!

Carolin Schütz

Beziehungen, die weniger aus Liebe, mehr aus Respekt dem anderen gegenüber auseinander gehen, sind wohl niemals einfach. Man glaubt, die folgenden Tage nur im Vollsuff und mit einer ordentlichen Dröhnung Schlaftabletten überleben zu können, um überhaupt ein Auge zu zubekommen.

Es ist nicht nur der Kummer, der einen wach hält, sondern vielmehr die Selbstzweifel, die einen fast zerstören. Deshalb werden Freunde als Biertrinkgesellschaft missbraucht, tagelange Telefongespräche zelebriert, neue Leute kennen gelernt und die Stadt nach neuen Kneipen und Clubs erkundet. Und je nach Laune und Besoffenheitsgrad, tanzt man sich dann die Seele aus dem Leib.

Gelingt ja auch super. Aber eben auch nur für wenige Wochen, denn es folgt der ständige Kater, die gefühlten fünf Kilo angefutterten Frustspeck und die Einsamkeit früh am Morgen. Lieblingsfotos und voll gekritzelte Papierschnipsel mit Liebesbotschaften werden konsequent aus den vier Wänden verbannt, um nicht schon vor dem Blick in den Kühlschrank daran erinnert zu werden. Doch die Gedanken an schöne und unvergessliche Zeiten und die quälenden Fragen ob richtig oder falsch bleiben.

War es gut, sich zu trennen? Ist man nun glücklicher und zufriedener als zuvor? Sicherlich ein Stück freier und unabhängiger. Doch wieso trennt man sich denn eigentlich wenn beide sich noch lieben? Um zu testen, ob man doch noch in der großen weiten Welt beim anderen Geschlecht ankommt? Was „Besseres“ findet? Einmal noch das Singleleben auskosten?

Oder sind beide einfach zu stolz, um aufeinander zu zugehen und etwas an der Beziehung zu ändern? Es wären doch meist nur wenige Worte, die einem genügen. Doch die Initiative ergreifen muss meist der weibliche Part. Das Ruder nochmals umreißen. Können denn nicht auch mal Männer ihren Arsch hoch kriegen?

Man kann nicht ohne den jemanden, anscheinend aber auch nicht mit ihm. Ein seltsames Phänomen. Schon allein beim Aussprechen des Wortes Exfreund fühlt man sich so, als hätte man sich selbst gerade die Todesstrafe überbracht. Wenn es denn überhaupt gelingt.

Vielmehr passiert es, dass man mitten in einer Unterhaltung gedankenlos von „seinem Freund“ spricht und entsprechend verdutzte Blicke erntet. Besonders elegant, wenn das während des Gesprächs mit einem potentiellen männlichen Geschlechtspartner passiert. Doch der Ahnungslose zieht gegenüber der Person, die über ein halbes Jahrzehnt an seiner Seite war doch meist den Kürzeren, denn es werden Vergleiche gezogen und jegliche Art von emotionaler Annäherung meist abgeblockt.

Auch wenn es momentan noch so scheint, als fehle ein Teil von einem selbst, läuft das Leben einfach weiter. Es verändert sich im Laufe der Zeit, ob man will oder nicht. Und damit entwickelt sich auch jeder Einzelne weiter. Die Unvollständigkeit wird geringer werden. Und soll man dann wirklich noch an dem Gedanken festhalten irgendwann doch wieder zusammen zu sein? Denn irgendwann ist auch die Trennungszeit schließlich überstanden.

Man lässt sich eventuell auf eine neue Liebe ein, die zukunftsweisend scheint und der Gedanke, mit dem Menschen, der einen in- und auswendig kennt, wieder zusammenzukommen, schwindet schneller als man es überhaupt zulassen will. Deshalb wäre es doch nur zu einfach über seinen Schatten zu springen, zu leben und zu lieben. Ohne dabei viel nachzudenken und rational abzuwägen, ob eine Beziehung in seinem momentanen Leben Platz hat.

Die Fotografie stammt von Randy Kinne
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Fleshlight: Mach’s gut, rechte Hand

Letztens klingelte Dieter, der gestörte russische Postbote, an unserer Tür und brachte uns zwei von diesen Fleshlights vorbei. Ein Geschenk von Brian. Für was auch immer. Ich packte sie aus und hatte plötzlich zwei riesige Plastiktaschenlampen in der Hand. Eine in schwarz und eine in schimmerndem Pe...
Fleshlight: Mach’s gut, rechte Hand

Fleshlight

Mach's gut,
rechte Hand

Marcel Winatschek

Letztens klingelte Dieter, der gestörte russische Postbote, an unserer Tür und brachte uns zwei von diesen Fleshlights vorbei. Ein Geschenk von Brian. Für was auch immer. Ich packte sie aus und hatte plötzlich zwei riesige Plastiktaschenlampen in der Hand. Eine in schwarz und eine in schimmerndem Perlweiß. Nur dass kein funktionierendes Licht in ihnen drin war, sondern zwei Gummimuschis. Ich war total aufgeregt.

Jede von ihnen ist unterschiedlich geformt. Eine ist sehr eng und sieht aus wie das primäre Geschlechtsteil von Rotschopf-Pornostar Ariel Vortex, ich informierte mich ausführlich, und die andere ist etwas weiter und mit größeren Schamlippen und nennt sich total sexy „Build Your Own Texture“. Jeder kann sich also seine Traumfotze basteln. Das finde ich sehr gut. Wie Lego für Erwachsene ist das.

Ich wartete ganz feierlich und mit Vorfreude im Gesicht auf den Abend, machte etwas Anregendes zu essen. Muscheln mit Weißwein und Sahne auf einem Rucolabett. Dazu gab es frische Oliven und einen Pinot Grigio. Ich zündete ein paar Kerzen an, schaltete das Licht aus und schnappte mir Ariels weiches, warmes und nasses Loch. Fap, fap, fap. Ahh, ohh, uhh. Nach drei Minuten war ich fertig. Wow. Effizient!

Denn sind wir doch mal ehrlich: Onanieren kostet Zeit. An schlechten Tagen sitzen wir eine Stunde oder länger vor einem miesen Porno nach dem anderen und rubbeln uns zu Tode, während wir Emails checken und Pizza bestellen. Nur für diesen kurzen Schuss ins Leere und einem dummen Gesichtsausdruck. Die Zeit könnten wir auch besser investieren. Fremdsprachen lernen. Aktien kaufen. Freundinnen finden. Oder so etwas.

Im Internet gibt’s die Teile ab 35 Euro. Wenn ihr keine allzu perversen Leute seid. Allerdings könnt ihr auch Zombies, Aliens oder Arschlöcher ficken – das kostet dann halt ein wenig mehr. Aber egal: Es lohnt sich. Wirklich. Falls ihr also gerade kein Mädchen an eurer Seite habt oder einfach mal mental fremd gehen wollt und nur ein paar Minuten Zeit habt, dann sind diese Fleshlights echt eine lustige Sache.

Wenn ihr ein wenig Taschengeld über habt und eure Masturbationssessions effektiver nutzen wollt, dann schickt eure rechte Hand in Rente und gebt diesen schwabbeligen Dingern eine Chance. Vorteil: Sie fühlen sich unglaublich echt an und ihr müsst sie nur mit Wasser abwaschen. Nachteil: Ihr seht in den paar Minuten aus, als würdet ihr einen verstopften Handstaubsauger vögeln. Zieht währenddessen also lieber die Vorhänge zu…

Fleshlight: Mach’s gut, rechte Hand
Die Fotografie stammt von Fleshlight
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Tenga Air Tech: Selbstbefriedigung aus der Zukunft

Spaß mit sich selbst zu haben, kann ein wichtiger Teil eures Lebens sein - solange ihr es richtig machen. Und wenn es nicht mehr ausreicht, nur die Hand und ein Taschentuch zu benutzen, um diese Arbeit zu erledigen, gibt es viele coole Möglichkeiten, die Dinge ein bisschen anzuheizen. So wie die neu...
Tenga Air Tech: Selbstbefriedigung aus der Zukunft

Tenga Air Tech

Selbstbefriedigung
aus der Zukunft

Marcel Winatschek

Spaß mit sich selbst zu haben, kann ein wichtiger Teil eures Lebens sein – solange ihr es richtig machen. Und wenn es nicht mehr ausreicht, nur die Hand und ein Taschentuch zu benutzen, um diese Arbeit zu erledigen, gibt es viele coole Möglichkeiten, die Dinge ein bisschen anzuheizen. So wie die neuen Lustspielzeuge von Tenga aus Japan, die es in verschiedenen Formen und Farben gibt.

Ich hatte die Gelegenheit, zwei Neuauflagen der Produkte von Tenga auszuprobieren, den Air-Tech-Vakuumbecher, das neueste wiederverwendbare Gerät mit einer spiralförmigen „Air-Flow-Struktur“, und einige Versionen der Egg-Serie, eine Art dehnbare Gummimanschette mit verschiedenen Innenstrukturen. Beide wurden geschaffen, um euer Dasein auf diesem Planeten ein wenig angenehmer zu gestalten.

Der Air-Tech-Vakuumbecher zum Beispiel ist wie Sex mit einem sehr geilen Roboter. Mit seiner so genannten „Air-Flow Structure“ lässt das Gerät Luft im Inneren umher strömen, für eine einfache Anwendung und ein starkes Ansaugen, indem das Luftloch oben während des Gebrauchs abgedeckt wird. Danach werdet ihr mit niemandem mehr schlafen wollen, der nicht so technologisch modern gebaut ist. Es fühlt sich an wie eine unchristliche Kombination aus Sex und einem Blowjob – gleichzeitig.

Die Egg-Serie hingegen ist eher ein kleines, einfaches Gerät für Menschen, die eine unkomplizierte Zeit mit sich selbst haben wollen. Wählt einfach zwischen den bunten Editionen namens Spider, Twister oder Silky, knackt sie auf, füllt sie mit Gleitmittel – und schon kann es losgehen. Geschlechtsverkehr mit einem Ei? Ja, warum nicht: Masturbation war noch nie einfacher!

Wenn ihr also noch keinen besonderen Menschen gefunden haben, mit dem ihr die nächsten Tage, Wochen oder Monate verbringen wollt, oder wenn ihr auf euren aufgeschlossenen Partner zählen könnt, dann zündet euch ein paar Kerzen in eurem Schlafzimmer an, startet eure Kuschelrock-Playlist auf Spotify und macht euch bereit für eine unvergessliche Nacht mit euren neuen Tenga-Geräten!

Tenga Air Tech: Selbstbefriedigung aus der Zukunft
Mit freundlicher Unterstützung von Tenga
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Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea

Hach, es ist kaum in Worte zu fassen, wie schön Seoul ist. Wie bunt es ist. Wie lebhaft und so voller Geheimnisse. Dank des gigantischen Erfolgs von K-Pop und diverser Seifenopern in westlichen Gefilden sind auch immer mehr Augen auf das Land am anderen Ende der Welt und ganz besonders deren pulsier...
Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea

Ein Tag in Seoul

Superschönes
Südkorea

Daniela Dietz

Hach, es ist kaum in Worte zu fassen, wie schön Seoul ist. Wie bunt es ist. Wie lebhaft und so voller Geheimnisse. Dank des gigantischen Erfolgs von K-Pop und diverser Seifenopern in westlichen Gefilden sind auch immer mehr Augen auf das Land am anderen Ende der Welt und ganz besonders deren pulsierende Hauptstadt gerichtet. Der scheinbare Feind sitzt im Norden, während im Süden das Leben in all seiner Pracht gefeiert wird. Natürlich hat auch Südkorea gesellschaftliche Herausforderungen, die es zu meistern gilt, aber wenn man gerade erst in Seoul angekommen und durch die Straßen schlendert, sieht man nur das Gute, das Schöne, das Lebendige.

Bereits im Jahr 18 vor Christus bis hin zum Jahr 475 war Seoul die historische Hauptstadt des Königreichs Baekje. Von 1394 bis 1910 war sie die Hauptstadt der Reiche Joseon und Groß-Korea. Zur Hauptstadt Südkoreas wurde sie im Jahr 1945 erhoben. Geschichte findet man trotz des rasanten technologischen Fortschritts an jeder Ecke. Besonders dann, wenn man den Blick ab von den riesigen Werbetafeln und den überhohen Skyscrapern wendet und genauer in die kleinen Straßen, süßen Restaurants und blitzenden Augen der Bewohner blickt, sieht man sie: Die Historie, die dieses Land ausmacht und nicht mehr loslässt.

Wenn ihr den Ausgang 4 des Bahnhofs Jongno-3-ga verlasst, befindet ihr euch fast augenblicklich in der Ikseon-dong Alley, die von vielen schönen Geschäften gesäumt ist. Wenn ihr jedoch zum ersten Mal in Seoul seid, solltet ihr euch im Klaren darüber sein, dass der Ort nicht von der Hauptstraße aus einsehbar ist und ihr daher möglicherweise Hilfe benötigt, um dorthin zu gelangen, obwohl die Gasse sich quasi im Zentrum von Jongno befindet. Sie war eine ganze Weile ein sehr ruhiges Plätzchen, weil die Bewohner einen Sanierungsplan ablehnten. Mit dem Aufkommen einzigartiger Cafés und Lokale kamen allerdings auch immer Besucher aus dem In- und Ausland. Diese kleine Straße, in der Koreas Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander existieren, ist immer einen Besuch wert.

Das Chang Hwa Dang ist ein bekanntes Mandulokal in Ikseon-dong. Auf seinem Schild am Eingang steht ganz stolz: „Restaurant berühmt für seine Teigtaschen“. Im Inneren befinden sich traditionelle Silbernickeltische, die allen Einheimischen bekannt sind. Ihr könnt verschiedene Sorten von Mandusuchas gogi mandu, also Fleischknödel, Kimchi mandu, gehacktes Kimchi und Schweineknödel, Menbosha, gebratenes Garnelensandwich, und mehr zu sehr günstigen Preisen probieren.

Von den vielen Cafés in und um Ikseon-dong ist das bekannteste die Bäckerei DongBaek. Die koreanischen Buchstaben auf ihrem Schild sind vertikal geschrieben, und ihr Inneres erinnert daran, wie die Hanoks, ein traditionelles koreanisches Haus, über Jahrhunderte hinweg aussahen. Was diesen Ort so besonders macht, ist sein berühmtes Dessert, der Erdbeer-Soufflé-Pfannkuchen, neben dem Filterkaffee und verschiedenen Teesorten. Solltet ihr auf einen Tisch warten müssen, können ihr erwarten, dass euch der „Welcome Tea“ kostenlos serviert wird.

Uncle Video Town ist eine Kombination aus Café und Kino, in der ihr sowohl köstliche Getränke als auch einen Film genießen könnt – ein einzigartiges Erlebnis von Ikseon-dong. Beim Eintritt wählt ihr den Café- oder den Filmsaal. Im Filmsaal könnt ihr eine Filmvorführung und ein Getränk eurer Wahl genießen. Auch im Cafésaal laufen Filme, die dann allerdings von einem Projektor aus an der Wand abgespielt werden, während ihr euren Drink genießt. Abends könnt ihr auch Bier und verschiedene Snacks bestellen. „Kommt uns besuchen“, wirbt der Besitzer. „Wir werden euer Leben bereichern!“

Der Dongmyo-Flohmarkt, bekannt als das Reiseziel eines jeden Secondhand-Artikels, der auch als „Hongdae für ältere Menschen“ bekannt ist, hat sich zu einem absoluten Hotspot für junge Leute entwickelt, die auf der Suche nach den nächsten Trends im Vintage- und Retro-Look sind. Er verwandelt sich schnell in eine Schatzsuche, wenn die Marktbesucher die Kleiderstapel nach dem von ihnen gesuchten Stil durchforsten. Schnell findet ihr euch in einer Zeitreise wieder.

Die billigen Snacks und Mahlzeiten, bei denen für jeden etwas dabei ist, sind ein weiterer verlockender Aspekt des Marktes. Das Kleingeld geht euch im Handumdrehen aus, also bringt reichlich mit. Der Dongmyo-Flohmarkt befriedigt den Wunsch nach einem kleinen Mitbringsel für euer Geld und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Einkäufe zu tätigen. Versucht, mit den Händlern um einen besseren Preis zu feilschen, und seht zu, wie ihr im Handumdrehen zu einem Ass auf dem Dongmyo-Flohmarkt werdet.

Einst eine Seitenstraße mit verlassenen Druckereien im Yongsan-Gebiet, ist die Yeoljeongdostraße heute ein belebter Hot Spot, in dem die Träume junger Unternehmer zum Leben erwachen. Das „Yeoljeong“ von Yeoljeongdo steht für Leidenschaft, und genau das ist die Bedeutung dieser Seitenstraße, die bis zum Rand mit beliebten Lokalen gefüllt ist. Dabei hat sie auf geheimnisvolle Weise genau das nostalgische Ambiente bewahrt, das einst auf dem Höhepunkt der Druckereitätigkeit stand. Ein Muss für tolle Fotos!

Wenn ihr auf alte Videospiele steht, dann solltet ihr das Com Com Play besuchen. In dieser alten Arcade könnte ihr eine Bubble-Bobble-Partie in der gleichen altmodischen Atmosphäre wie damals spielen. Denn auch nach dem Erwachsenwerden geben sich die Leute der Retro-Spiele-Generation hier immer wieder der Lust hin, den bunten, blinkenden Pixeln zu frönen. Schaut auf jeden Fall für ein paar Runden aller Retro-Spiele vorbei und lasst die alten Zeiten wieder aufleben, so wie ihr es einst als Kinder getan habt.

Solltet ihr statt auf alte Videospiele eher auf alte Bücher stehen, dann ist der Daeo Bookstore genau das Richtige für euch. Der Laden wird im Grunde wie ein Café betrieben, so dass ihr euer neues Lieblingsbuch gleich bei einem guten Kaffee in einem schönen Ambiente genießen könnt. Wenn ihr jedoch nur Fotos machen wollt, um den Augenblick zu bewahren, oder einen Rundgang durch die Buchhandlung machen wollt, ohne ein Getränk zu kaufen, könnt ihr stattdessen gern ein Souvenirpaket erwerben. Jedes dieser kleinen Schachteln enthält Süßigkeiten, eine Postkarte und ein Lesezeichen, das ihr gleich in euer neues Lieblingsbuch stecken könnt.

Auch die traditionellen Märkte von Seoul werden bei ausländischen Besuchern, die die kulinarischen Traditionen und die Kultur des Landes hautnah erleben wollen, immer beliebter. Die alten, koreanischen Handelsplätze werden durch die wirtschaftliche globale Entwicklung nicht nur von Discountern, sondern auch von Online- und TV-Homeshopping bedroht. Noch immer gibt es allerdings einige traditionelle Märkte mit ihrem einzigartigen Flair, das so nirgendwo sonst zu erleben ist, großer Beliebtheit.

Der Mangwon Market, ein 40 Jahre alter traditioneller Markt, wird wegen seiner Modernisierungsbemühungen von jungen Leuten mehr als jeder andere Markt in der Stadt bevorzugt. K-Food ist hier vor allem bei jungen Leuten und für Gourmetreisen bekannt. Es ist ein Ort, an dem nicht nur Einheimische, sondern auch ausländische Touristen verschiedene koreanische Lebensmittel am bequemsten erleben können.

Unter so vielen verschiedenen Speisen hier empfehlen wir, das hausgemachte Schweineschnitzel bei Basak Macha zu probieren. Und ihr müsst nicht lange nach dem Restaurant suchen, schließlich gibt es immer eine sehr lange Schlange von Leuten vor dem Lokal. Das Restaurant bietet eine große Auswahl an Menüs zu erschwinglichen Preisen. Auch das hausgemachte Kotelett sieht so gut aus, wie es schmeckt. Besucht unbedingt den Mangwon Market, einen der drei großen traditionellen Märkte der Stadt, und kostet die im Mund zergehenden Fleischgerichte, für das dieses Etablissement berühmt geworden ist.

Mit der nationalen Befreiung des Landes, auf die der Koreakrieg folgte, wurde der Jungang Market schon früh als einer der drei wichtigsten Märkte der Hauptstadt anerkannt. Er hat seine Charakteristika über all diese Jahre beibehalten. In der Nähe befinden sich zahlreiche beliebte Einkaufsmöglichkeiten wie der Doosan-Turm und Migliore sowie die Cheonggyecheonstraße. Der Jungang Market wird von einer großen Zahl von Einheimischen und internationalen Reisenden gleichermaßen besucht. Wenn ihr Lust habt, Nudeln nach koreanischer Art zu probieren, könnt ihr Kalguksu in Guksuga Joa probieren. Ihr könnt dem Koch bei der Zubereitung eurer Mahlzeit zusehen. Die mit Schalentieren zubereitete Brühe schmeckt sehr gut, da verschiedene Zutaten darin stundenlang gekocht werden, um ein reichhaltiges Aroma zu erhalten.

Der Saemaeul Market in Songpa-gu hingegen ist so etwas wie ein altmodischer traditioneller Markt, der in den 1970er Jahren eröffnet wurde, als Händler und Einwohner sich einander viel näher fühlten, als sie es heute sind. Der Markt, der immer noch von den Einwohnern geschätzt wird, zieht eine Reihe von Touristen an, auch wegen der Lebensmittel, die in den zahlreichen Lokalen angeboten werden. Eines von ihnen, Color Bunsik genannt, öffnete seine Türen Mitte der 1980er Jahre. Hier könnt ihr eine Vielzahl von frittierten Lebensmitteln probieren. Ihr könnt auch in die Bar auf dem Dach gehen und euren Blick über die Stadt schweifen lassen, während ihr esst. Ein weiterer Ort, der einen Besuch wert ist, ist Namgyeong Makguksu, das für erstklassige Buchweizennudeln, Makguksu genannt, aus handgemachtem Teig beliebt ist.

Damit ihr auch etwas für die Kultur tut, empfiehlt sich ein Besuch im Jinkwansa-Tempel. Er ist einer der bekanntesten Tempel Seouls und ist im ganzen Land bekannt. Seit seiner Gründung in der Goryeo-Periode galt der Jinkwansa-Tempel als einer der vier Haupttempel von Hanyang, dem heutigen Seoul, und erntete in der Öffentlichkeit große Bewunderung. Gegenwärtig, mit der Flut von Besuchern, die nach einem Tempelaufenthalt suchen, kann man schon ab zehn Uhr morgens Menschenmassen antreffen. Wer plant, das Jinkwansa-Tempeltal zu besuchen, während er sich in der Gegend aufhält, sollte auf jeden Fall beim Tempel vorbeischauen, um eine seinen Segen zu erhalten. Er bringt nämlich Frieden im Herzen und im Verstand.

Falls ihr einfach nur einen Ort für eure Instagrambilder sucht, ist das Color Pool Museum der perfekte Ort dafür. Es beherbergt den buntesten Raum der Stadt. Von dem Moment an, in dem ihr eintretet und durch die strahlenden Schiebetüren geht, sammeln sich alle nur erdenklichen Farben vor euren Augen. Versucht, im rosa Kugelbecken zu tauchen oder entdeckt eure eigene Wunschfarbe durch das Kameraobjektiv am Palettenwandraum.

Im Trick Eye Museum, einem lustigen Ort der Täuschung, hingegen wird das Publikum zu den Hauptfiguren der diversen Kunstwerke. Der Begriff „Trick Eye“ ist der englische Begriff für „Trompe-l’œil„. Dies bezieht sich auf die traditionelle Kunsttechnik, optische Täuschungen so zu erzeugen, dass flache Bilder dreidimensional erscheinen. Das hier ist wirklich der perfekte Ort, um Instagram-Fotos zu schießen, die eure Follower zu Hause begeistern werden.

Es wird musikalisch. Das All That Jazz in Itaewon ist Koreas erster Jazzclub, der 1976 eröffnet wurde. Der Eintritt ist nicht frei, aber es lohnt sich, wenn ihr euren Abend schon immer mal in einer echten, authentischen Jazzbar verbringen wolltet. Zu den erhältlichen Getränken gehören Cocktails und Biere, und es werden köstliche Mahlzeiten serviert. Die Mahlzeiten sind werktags ab 18 Uhr für zwei Stunden ermäßigt. Es kann also am besten sein, den Ort nach der Arbeit zu besuchen, um großartige Musik zu genießen und gleichzeitig leckeres Essen zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.

In Ikseon-dong gibt es einen Ort, an dem ihr köstliche Craftbeere in einer für Korea einzigartigen Atmosphäre genießen könnt. Der Ort heißt Artmonster und hat einen Retrolook, der Ikseon-dong angemessen ist, mit einer lockeren Atmosphäre zum Genuss von handwerklich gebrautem Bier in einer Megastadt vereint. Als Beilage gibt es leckeres Hühnchen und Pizza. Im Artmonster hängen auch viele Hipster ab, ihr werdet euch also sofort wie zu Hause fühlen.

Das Seinejang, das von außen einem Hotel zu ähneln scheint, während es einst ein ehemaliges Motel beherbergte, wurde zu einem Retrocafé umgebaut. Das gesamte Gebäude ist mit Glas verkleidet, das einen weiten Blick auf die Stadt bietet, und die schöne Außenterrasse wertet das Spektakel der Hotelarchitektur zweifelsfrei auf. Das hier ist der perfekte Ort, um euch von den Strapazen eines typischen Touristentages zu erholen.

Schallplatten erleben ein Comeback unter dem Deckmantel des steigenden Retro-Trends. Und hier, auf dem heiligen Boden der alten Pop-Welle, hat Muse On scheinbar jede LP aus allen Ecken der Welt verfügbar. Barbesucher können sogar in aller Ruhe Liederwünsche äußern. Muse On ist die perfekte Atempause weg von all den modernen Playlisten, die sonst überall in der Stadt erklingen, so dass ihr die gut gealterten melodischen Töne einer LP genau an der Stelle genießen könnt, an der auch bekannte K-Pop-Stars sich gern Inspiration für ihre nächsten Lieder holen.

Ihr seid von all den Sehenswürdigkeiten erschöpft? Keine Sorge! Genießt einfach eine Nacht in Asiens ältestem und geschichtsträchtigstem, aber dennoch beliebtestem Hotel, dem Grand Hyatt Seoul. Es befindet sich im Herzen der Stadt und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Hangangang-Fluss und den Namsan-Berg. Tatsächlich kommen auch gern Touristen hierher, die gar kein Zimmer in dem Hotel gebucht haben, weil die Aussicht so schön ist. Und wenn ihr richtig dekadent sein wollt, könnt ihr es euch im Pool gemütlich machen, dabei einen Cocktail schlürfen und dabei euren Blick über die blinkende Metropole schweifen lassen.

Auf unserer kleinen Fotoreise durch die breiten und engen Straßen der südkoreanischen Hauptstadt kamen wir an mit bunten Fähnchen dekorierten Plätzen vorbei. Wir saßen am Fluß, sahen stolzen Eltern dabei zu, wie sie ihren Kindern die Wunder von Seoul zeigten. Wir trafen kuschelige, kleine Freunde in den putzigsten Geschäften und lernten die Kulisse einer aufstrebenden Nation kennen, deren traditionelle Wohnhäuser an gläserne Bürokomplexe grenzten. Und wir hörten poppige Musik, die aus den Lautsprechern irgendwo im Nirgendwo zu kommen schienen. Seoul ist ein von Menschen gewordenes Wunder – und wer auch nur einmal die Chance im Leben hat, hier her zu kommen, der sollte sie nutzen.

Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea
Die Fotografie stammt von Marlen Stahlhuth
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Digitale Plastikwelt: Die Sache mit dem Internet

Wir schreiben das Jahr 2006. Marcel kam auf mich zu und fragte mich, ob ich eine Art Kolumne für seinen damaligen Blog Tokyopunk schreiben möchte. Das Thema durfte ich mir aussuchen. Ich glaube mein allererster Text, den ich „fürs Internet“ geschrieben habe, handelte vom kleinen Prinzen und darüber...
Digitale Plastikwelt: Die Sache mit dem Internet

Digitale Plastikwelt

Die Sache mit
dem Internet

Hannah Maria Paffen

Wir schreiben das Jahr 2006. Marcel kam auf mich zu und fragte mich, ob ich eine Art Kolumne für seinen damaligen Blog Tokyopunk schreiben möchte. Das Thema durfte ich mir aussuchen. Ich glaube mein allererster Text, den ich „fürs Internet“ geschrieben habe, handelte vom kleinen Prinzen und darüber wie er die Welt sah.

Ich bin an den Text herangegangen als würde ich einen Aufsatz schreiben, weil ich einfach nicht wusste was freies Schreiben war. In der Schule lernte ich nicht, wie man seine Gedanken seiner Umgebung mitteilt, wie man Dinge durch das Schreiben verarbeiten oder den Tag und sich selbst reflektieren kann und das nicht für den Lehrer, sondern für sich selbst zu tun.

Erst nach und nach, war es für mich zu einer Art digitalem Tagebuch geworden. Zu etwas, mit dem ich selbst auch etwas anfangen konnte. Etwas, was ich für mich tat. Und damit war ich nicht alleine. „Damals“, so bekloppt sich das auch anhören mag, als es die Worte „Blog“ oder „Influencer“ noch gar nicht gab, war ich auf dem besten Weg einer von ihnen zu werden.

Und da war nicht nur ich, da waren ganz viele andere ehrliche Schreiberlinge mit großartigen Texten, Meinungen und Ideen da draußen. Marcel und ich trafen zuerst mit Tokyopunk und später mit AMY&PINK den Nerv der Zeit. Den Zeitgeist der digitalen Natives und formten damit ganz unbewusst eine ganze Generation, die Generation der ersten Blogger sozusagen. Abgefahren.

Wir wussten zwar nicht, was wir da genau taten, aber wir taten es laut und fanden Gehör. Wir hatten auf einmal die Möglichkeit uns durch eine neue Art und Weise mitzuteilen. Wir, die sich alleine im Jugendzimmer Gedanken über die Welt gemacht haben und es nicht für möglich hielten, dass es da draußen ganz vielen ähnlich geht. Wir, die nichts voneinander wussten, am anderen Ende von Deutschland oder der Welt saßen. Das, was heute so selbstverständlich und normal geworden ist, war für mich damals so besonders.

Aus meiner kleinen Blase im Jugendzimmer konnten wir unsere Meinung in die Welt rufen. Und so schrieben wir, wir chatteten, schrieben uns Mails, Nachrichten bei ICQ. Wir kommentierten Texte unbefangen und positiv, ehrlich und tauschten uns einfach aus und das natürlich alles komplett konzentriert und bedacht, denn jede Sekunde kostete Geld.

Das Internet war kein Ort der Angst oder des Mobbings. Mobbing passierte bei uns an der Bushaltestelle. Wir mussten demjenigen noch in die Augen schauen, wenn wir jemanden Banane fanden und damit auch zurechtkommen wenn sich diese mit Tränen füllten. Laptop einfach zuklappen gab es nicht.

Es gab keine Trolle, wir waren ein Team. Ein Team aus vielen jungen Erwachsenen, zu denen ich heute noch, viele Jahre später, Kontakt habe oder sie sogar kennenlernen durfte. Wir inspirierten uns gegenseitig. Keiner von der ersten Bloggergeneration hatte gewusst, welchen Hype das Internet in den nächsten Jahren bekommen würde. Welchen Stellenwert und Einfluss Blogger haben könnten. Dass dies der Anfang eines kompletten Wandels war. Hallo Globalisierung, hallo Remote-Jobs, hallo Internet, Smartphones, Apps & Co. hallo, hallo, hallo!

Es gab noch kein Instagram, noch kein Snapchat, Facebook auch nicht. Wer einigermaßen cool war, hatte MySpace – naja, für eine gewisse Zeit, oder hat sich mit Beepworld und Freenet irgendwie seine eigene Internetseite gebastelt. Und heute möchten Kinder Modeblogger werden, wenn sie groß sind, oder Youtube-Star, Fashionista, Vlogger, Creator oder was es sonst noch so gibt. Und das ist auch okay. Es ist für alle okay. Du musst kein Superstar, Supermodel oder was weiss ich was sein. Du musst einfach nur etwas zu sagen haben.

Was ist dann passiert? Wir sind erwachsen geworden. Ein Teil dieser Generation hat diesen Aufschwung genutzt und daraus sehr wahrscheinlich sogar unbewusst und ungewollt zu ihrem Job gemacht. Blogs wurden zu Onlinemagazinen, zu Marken. Andere sind wiederum ausgestiegen, haben angefangen zu arbeiten, studiert, eine Lehre gemacht. Das, was man eben regulär nach der Schule gemacht hat. Das, was sich gehört, das, was man kannte.

Ehrliche Texte fanden immer weniger Gehör. Die Authentizität ging verloren. Ich, für meinen Teil, fand immer weniger Zeit. Aus dem Internet mit Ecken und Kanten sind glattgebügelte Selfies mit Filter geworden. Weitere Hochglanzbilder auf denen alles so gut ausschaut, so perfekt, so glatt, so einfach, so gar nicht realistisch.

Nach und nach haben wir dann dadurch das Internet zu dem werden lassen, was es heute ist. Wir haben es zum Teil verkommen lassen, weil die Stimmen, die wirklich etwas zu sagen haben, leiser wurden oder verloren gingen. Wir haben selbst den Weg frei gemacht für die Trolle da draußen, für Mobbing, für Bananenkommentare, die man einfach so irgendwo anonym drunter knallt.

Warum bloggt man eigentlich? Alle haben das gefragt und eine richtig schlaue Antwort fällt mir leider erst jetzt ein. Es ist eine Art Philosophie, vielleicht auch Kunst. Man beschäftigt sich mit Themen und verpackt diese in einen Text, man bündelt Informationen, stellt sie online und wartet auf eine Reaktion. Darauf, dass man Gehör findet, darauf, dass sie einen Teil der Gesellschaft widerspiegeln um eine Art Sprachrohr zu sein, für alle die, nicht den Mut haben die Dinge zu sagen, die ihre Gedanken nicht aufs Papier bringen können.

Es ist wie ein Gespräch mit Freunden oder eine Art Reportage über persönliche Gedankengänge. Eigentlich das, was alle Medien tun. Jeder Film, jede Serie, jeder Artikel in der Zeitung, jedes Buch. Das Denken wird angeregt, eine eigene Meinung entsteht und man wird zum Träumen eingeladen, inspiriert, in eine andere Welt entführt, animiert oder einfach nur unterhalten.

Als ich mir vor einiger Zeit die About You Awards angeschaut habe, habe ich mich geschämt. Das Internet kann mehr als „Influencer“ erschaffen, die es nicht verstehen, dass sie mit den About You Awards einfach nur auf Dauerwerbesendung geschaltet sind.

Aber klar, natürlich ist das sehr verlockend und ich wäre sehr wahrscheinlich selbst auch schwach geworden, damit ich Cro mal über seine Pandanase streicheln kann. Dass ein Unternehmen sogenannte Influencer-Awards verleiht, ist bezeichnend für eine Social-Media-Generation die mit Werbung verschmilzt und es noch nicht ein mal mehr mitbekommt. Das Internet hat mehr auf dem Kasten.

Es handelt sich hierbei um keine representative Stichprobe und deswegen beschäftigt mich das Thema wohl auch. Nur wer laut ist, viele Follower hat und / oder einen flachen Inhalt, ist nicht automatisch Preisträger. Schon gar nicht unter dem Deckmantel der Konsumgesellschaft eines Online-Versandhandels. Natürlich schreibe ich diese Worte überspitzt und ich hoffe, die Meute von Komikerin Enissa Irgendwer wird mir nicht auf den Hals gehetzt, aber allein das ist doch schon absoluter Käse, dass es zu so etwas gekommen ist.

Das geschriebene Wort im Internet wurde schon von Anfang an belächelt. Print ist tot, es lebe Print! Blogs sind tot, es lebe der Blog! Es war immer ein blödes Gegeneinander, nie ein wirkliches Miteinander. Es sind die leisen Stimmen mit gutem Inhalt, die das Internet verzaubern. Die mit dem langen Atem. Und ich frage mich, wo denn die authentischen jungen Stimmen unserer Generation, unserer vorherigen Generation und unserer Nachfolgenden geblieben sind? Die, die außerhalb jeglicher Werbeslogans wirklich etwas zu sagen haben.

Manchmal habe ich das Gefühl, das Zeitalter des geschriebenen Wortes ist vorbei. Zu groß ist die Versuchung nach schnellen, billigen, leichten „Content“, der über Stories, Vlogs & Co. so dermaßen schnell inhaliert werden kann, als würde man sich eine Line Koks reinziehen – und den gleichen Effekt hat es sehr wahrscheinlich auch.

Vielleicht ist es auch das Ergebnis, dass die Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben, jahrelang hinter jedem Praktikum, Studium und Job hergelaufen sind und das Online-Feld einer anderen Generation überlassen haben. So haben wir uns ein weiteres Hochglanz-Magazin geschaffen, auf dessen Cover absurde Figuren tanzen, die es so in der Welt vermutlich überwiegend gar nicht gibt und die authentischen Darsteller sind in der Nebenrolle gelandet.

Wir haben Blogger & Co. zu weiteren künstlichen Vorbildern gemacht, die wir so doch gar nicht wollten. Jetzt sehen wir sie nicht nur in Magazinen, sondern wir sehen sie gleich schon in der Früh in den „Stories“ und damit einhergehend, wie perfekt sie schon morgens um 6 Uhr aussehen.

Das Internet war mal voll von inspirierenden Menschen, echten Menschen, da draußen. Was beschäftigt unsere Generation, wo ist der Austausch untereinander. Hilfe! Kann mich jemand hören? Wo sind die echten Instagram-Muttis?

Die mit den Depressionen, mit den voll gekotzten Pullovern, mit ihren Ängsten, keine gute Mutter zu sein, die mit den Augenringen, mit dem fettigen Ansatz, die mit den dreckigen Fußböden, weil man nicht zum Staubsaugen kommt? Die mit den Wohnungen, die nicht aussehen, wie aus einem skandinavischen Einrichtungsstudio, dort wo nicht alles aufeinander abgestimmt ist, dort wo nicht nur Luxusstrampler liegen? Ich rede hier nicht von #NoMakeup, ich suche das echte Leben.

Wo sind die echten Modejunkies, die sich nicht in einen Katalog pressen lassen, die ihren eigenen Stil haben? Wo sind die Menschen, die auch noch wirklich einen Berg hoch laufen oder auch wirklich draußen zelten und sich nicht nur zurecht gemacht irgendwo hinsetzen, um ihr nächstes schönstes Outdoorfoto posten zu können? Ich bin mir sicher, dass es diese Blogs bzw. Social-Media-Kanäle da draußen noch gibt und zwar reichlich davon. Bitte werdet lauter! Wann haben wir eigentlich das Internet zu dem gemacht, was es heute ist? Wann habe ich das Internet zu dem gemacht, was es heute ist…

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Big Dick Problems: Der Club der großen Schwänze

Ich leide bereits seit meiner frühesten Kindheit an einer ziemlich ausgeprägten Version des Penisneids. Als ich an einem italienischen FKK-Strand, an den mich meine Eltern mit sechs oder sieben mitgeschleift haben, meinen ersten, richtigen, fremden Schwanz sah, überkam mich eine noch heute währende...
Big Dick Problems: Der Club der großen Schwänze

Big Dick Problems

Der Club der
großen Schwänze

Daniela Dietz

Ich leide bereits seit meiner frühesten Kindheit an einer ziemlich ausgeprägten Version des Penisneids. Als ich an einem italienischen FKK-Strand, an den mich meine Eltern mit sechs oder sieben mitgeschleift haben, meinen ersten, richtigen, fremden Schwanz sah, überkam mich eine noch heute währende Trauer, wenn ich daran zurück denke. Immer noch stelle ich mir vor, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn ich ein riesiges, männliches Geschlechtsteil besitzen würde, mit dem ich allerlei Jungs und Mädchen kreuz und quer durch die Prärie jagen könnte.

Dass ein großer Penis nicht nur Freude bereitet, beweisen die Mitglieder eines sehr besonderen Forums, das ganz fantasiefrei Big Dick Problems heißt. Hier treffen sich schwer behangene Jungs, mit denen es Gott besonders gut meinte, und sprechen ganz offen über die manchmal gar nicht so lustigen Herausforderungen im Leben von Typen, deren riesige Schwänze ihnen oft genug den Alltag erschweren. Sie tauschen Fotos von ihren Fleischpeitschen, geben sich gegenseitig Tipps beim Kauf von Kondomen und reden darüber, wie man Mädchen an zu dicke Geräte gewöhnt.

„Ich habe mit meinem Penis fast meine Freundin ermordet“, schreibt der User Turd Pussy. „Als ich einem Mädchen ein Dickpic schickte, glaubte sie mir nicht, dass das ich sei“, heult ein Junge namens Funkizeit69 herum. Und A Life of Lemons wurde an der Flughafenkontrolle aufgehalten, weil er ein ungewöhnlich großes Objekt in seiner Hose versteckt haben sollte. Vielleicht ist ein Leben als Typ mit großem Penis doch nicht so schön und aufregend, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Da bleibe ich doch lieber bei meiner unauffällig zurückhaltenden, kleinen Vagina…

Big Dick Problems: Der Club der großen Schwänze
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Panty Party: Krieg der Höschen

Es gibt ja mehrere Kategorien von Videospielen. Da hätten wir die fetten AAA-Titel wie Assassin's Creed, Call of Cuty oder Grand Theft Auto, die Millionen von Dollar Entwicklungskosten verschlingen und die auch gefälligst wieder reinholen sollten. Dann hätten wir die putzigen Indie-Titel wie Don'...
Panty Party: Krieg der Höschen

Panty Party

Krieg der
Höschen

Marcel Winatschek

Es gibt ja mehrere Kategorien von Videospielen. Da hätten wir die fetten AAA-Titel wie Assassin’s Creed, Call of Cuty oder Grand Theft Auto, die Millionen von Dollar Entwicklungskosten verschlingen und die auch gefälligst wieder reinholen sollten.

Dann hätten wir die putzigen Indie-Titel wie Don’t Starve, Celeste oder Super Meat Boy, die uns trotz kleinerer Budgets in ihre kunterbunten Wunderwelten ziehen. Und dann gibt es da noch die Games, die jenseits von Gut und Böse sind, die entweder nur für Hardcore-Fans oder gleich für die Tonne sind, deren Existenz von irgendwem da draußen längst aufgehalten werden sollte.

Panty Party könnte man fast schon in die dritte und damit aussätzige Kategorie packen, aber dafür ist das Spiel einfach zu genial. Schließlich geht es in dem Anime-Titel darum, mit süßer Mädchenunterwäsche in alter Tekken-Manier zu kämpfen.

Ja, ihr habt richtig gehört, hier prügeln sich nicht irgendwelche krassen Kämpfer, die ihren Vater rächen wollen, sondern Höschen, Tangas und Slips. In Panty Party, das auf Steam und in Japan sogar auf der Nintendo Switch erhältlich ist, geht darum, den wahren Liebhaber der Mädchenunterwäsche zu finden und dadurch die Menschheit vor dem Bösen zu bewahren. Oder so.

In dem Spiel selbst haut ihr in einer etwas ernüchternden 3D-Welt mit Schlüppern andere Schlüpper und werdet dabei von süßen Anime-Mädchen angefeuert. Die Musik ist elektronisch und trabend, die Farben kunterbunt und die Geschichte so über allem, dass ihr manchmal an unserer eigenen Spezies zweifelt.

Bis zu vier Spieler können in Panty Party gegenseitig aufeinander einprügeln und je länger ihr zockt, desto mehr werdet ihr allein bei dem Gedanken an rosa Mädchenunterwäsche mit roten Schleifchen emotional. Vielleicht ist Panty Party das beste Videospiel, da jemals von irgendwem programmiert wurde – vielleicht aber auch nicht. Fans von heißen Höschen greifen zu – alle anderen spielen Probe.

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Die Illustration stammt von Animu Games
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Entscheide dich!Zweifel essen Seele auf

Immer wieder stehen wir in unserem Leben vor den kurzen und simplen Fragen, die sich durch Interpunktion nicht minder von einer Antwort unterscheiden, und suchen nach den besten und unkompliziertesten Lösungswegen. Ich spreche weder von akribischen Wurzeln der Mathematik noch vom Flexionssystem der...
Entscheide dich!Zweifel essen Seele auf

Entscheide dich!

Zweifel essen
Seele auf

Katrin Olszewski

Immer wieder stehen wir in unserem Leben vor den kurzen und simplen Fragen, die sich durch Interpunktion nicht minder von einer Antwort unterscheiden, und suchen nach den besten und unkompliziertesten Lösungswegen. Ich spreche weder von akribischen Wurzeln der Mathematik noch vom Flexionssystem der nominalen Wortarten. Wir sitzen hier nicht im Unterricht von Frau Müller-Meyer, sondern im verfickten Schoß von Mister Life.

Der orangefarbene Anzug nimmt mir die Luft. Und das Augenlicht. Da nützt die tollste Rot-Grün-Schwäche nichts. Dieser furchtbare Anzug muss doch einfach Augenkrebs verursachen, denke ich während mich jemand auf der Ladefläche eines Miniflugzeuges absetzt. Wie kann die Berliner Stadtreinigung mit solchen Anzügen arbeiten, die werden doch alle blind?! Unmöglich eine Antwort auf meine Frage findend, blicke ich verdutzt durch die verschmutzten Scheiben und sehe wie ich mich in Sekundenschnelle von der Erdoberfläche entferne.

„Kann man damit auch ins All fliegen?“ scherze ich doof in Richtung Pilot und fummele nervös an meinem Anzug herum. Ich öffne den Reißverschluss und schnappe überfordert nach Luft. Der große Mann, der mich grob auf die Ladefläche geschleudert hat, trägt den gleichen bescheuerten Anzug und beobachtet konzentriert den Luftdruck auf seinem Tacho.

„Stop!“ brüllt er den Piloten an und grinst mich gespannt an. Hilfe, ich schwitze und bin rot und sterbe in genau jenem Moment. Wozu noch springen? Nein, das war eine dämliche Idee „Haha, na klar“ zu einer lebensbedrohlichen Situation zu sagen. Warum will ich bloß immer so cool sein? „Uncool sein ist das neue In“, lege ich in meinen Kopf fest, doch dafür scheint es nun auch zu spät.

„Komm schon“, der Apfelsinen-Mann zieht mich an einem Arm hoch und schreit durch den überlauten Luftdruck in mein Ohr: „Denk an die Banane!“ Er stellt mich an den Ausgang vom Flugzeug. Die riesige Flugzeugtür öffnet sich und es wird weiß. So weiß, dass mir vor Augen schwarz wird.

Das einzig Sichtbare sind Wolken in allen Formen und Bildern. Kurz blitzt der grüne Erdball unter mir auf als ich benebelt hinuntersehe. 4000 Meter, denke ich und spüre wie mich jemand kurzerhand und unüberlegt nach vorne schiebt und hinunterstößt. Schreiend fliege ich durch die dicke Wolkendecke hindurch…

Das war mein erster Sprung aus einem Flugzeug. Sky-Diving nennt man das, damit es „cool“ klingt. Ist es aber überhaupt nicht. Als ich damals an meinem zweiten Aufenthaltstag in Sydney aufwachte, fragte mich mein Roommate ganz nebenbei: „Kati, morgen Sky diven?“, schlaftrunken, einer Pro-Contra-Konversation dieser Uhrzeit noch nicht fähig, streckte ich meinen Daumen hoch und sabberte „Haha, na klar!“ in mein Kissen.

So passieren diese Sachen immer. Schläfrig, betrunken, bewusstlos. Nämlich in einem anderen Zustand als der, in dem man bei solchen Entscheidungen eigentlich sein sollte. Dinge, die man einfach so tut, ohne dass jemand danach gefragt hätte. Oder es irgendwie cool wäre.

Ich habe mehr idiotischen Schwachsinn in Australien gemacht als irgendwer in meiner Familie oder unter meinen Freunden vermutet hätte. Ich wurde in einem Käfig herabgetaucht und habe Haien zugewinkt, stand einem Krokodil in einem „Betreten verboten!“-Gebiet gegenüber und bin nackt, nur mit einem Topf auf dem Kopf bekleidet, in der Küche eines Vier-Sterne-Hotels aufgewacht.

All das habe ich seitdem nie wieder getan. Vielleicht bin ich mittlerweile zu erwachsen geworden oder es war so schlimm, dass ich es nie wieder tun könnte oder es liegt ganz einfach daran, dass ich mich nicht mehr in einem Land aufhalte, in dem mich keiner kennt. Die Problematik der Ja- oder Nein-Entscheidungen liegen meist auch nicht fern anderer, an uns gebundener Personen.

So stellt sich dieses Scheininstrument auch oft als Klarinette statt Flöte in einer Beziehung dar. Fremdgehen. Da kann man so oft man will aus dem Flugzeug springen, diese Entscheidung wird dich noch viel länger mit Gewissensbissen verfolgen als du möchtest. Nur das Furchtbare daran ist, zu einem Seitensprung sagt die Menschheit schneller Ja als zum Sprung aus 4000 Meter Höhe. Kostet ja auch nix.

Einmal das Rein-Raus-Spiel durchziehen und das war es dann schon. Als wäre quasi nichts passiert. So denken einige, aber so einfach ist die Fauxpas nicht zu revidieren oder ad acta zu legen. Vorher wird die Beziehung erst zu einem ungemütlichen Knäuel an Intrigen, Rachefeldzügen bis hin zum Exitus Letalis. Manchmal findet der Seitensprung auch ein gutes Ende. Aber dieser ist kein unüberlegter Luftsprung, der einer Spontanität der Leichtigkeit des Seins entspringt.

Das erste Mal Sex. Das mag noch eine ganz andere Liga sein. Da ist alles so spannend, so neu, so geplant (vielleicht?) und so tollpatschig. Eine schöne erste Erfahrung, die unter uns doch jeder gemacht hat. Ob früher oder später. Aber mindestens genauso wichtig und interessant. Diese Entscheidung wird uns im Teenie-Alter ganz automatisch abgenommen.

Wir strömen mit dem Fluss des Erwachsen-Werdens auf die Insel der Einzigartigkeit zu. Wer dazu Nein sagt, der ist irgendwie kaputt. Oder 6 Jahre alt. Daraufhin folgt die erste Zigarette, der erste Job, die erste Wohnung und irgendwann haben wir alles schon das erste Mal gemacht und erfreuen uns an kleinen Dingen, die wir nur einmal im Leben machen werden und die uns begeistern. Mal einmal. Mal zweimal. Vielleicht aber auch ein Leben lang… Ja oder nein?

Die Illustration stammt von Bogdan Magenta und Icons8
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Digitale Romantik: Ich fand meine große Liebe bei Tinder

Okay, ich habe echt lange mit mir gerungen, ob ich das hier wirklich schreiben soll - oder es besser für mich behalte. Denn eigentlich stehe ich nicht so auf oft willkürlich in die Öffentlichkeit getragene Coming-Outs, aber irgendwer muss ja schließlich einmal den Anfang machen. Also tue ich es: Jaw...
Digitale Romantik: Ich fand meine große Liebe bei Tinder

Digitale Romantik

Ich fand meine große
Liebe bei Tinder

Nina Ponath

Okay, ich habe echt lange mit mir gerungen, ob ich das hier wirklich schreiben soll – oder es besser für mich behalte. Denn eigentlich stehe ich nicht so auf oft willkürlich in die Öffentlichkeit getragene Coming-Outs, aber irgendwer muss ja schließlich einmal den Anfang machen. Also tue ich es: Jawohl, ich habe meinen Freund bei Tinder kennengelernt.

Mit diesen Zeilen hier möchte ich eine Lanze brechen. Für die Dunkelziffer an Tinder-Pärchen da draußen. Ich bin mir nämlich sicher, dass das gar nicht so wenige sind. Denn eigentlich gibt es nicht ein einziges iPhone in meinem Freundeskreis, auf dem beim Durchscrollen nicht zufällig die rote Flamme an der einen oder anderen Stelle aufblitzt.

Selbstverständlich nur, weil man die App „so lustig“ findet und „nur mal eben gucken“ wollte. Ja klar. Habe ich ja auch immer gesagt, aber mal ganz ehrlich, wenn wir Tinder wirklich nur mal testen wollten, warum schleppen wir uns dann doch immer mal wieder zu einem Date hin? Nur weil wir gerade Hunger haben, oder was?

Ich dachte ja zugegeben eigentlich auch immer, dass es Menschen gibt, die sich im normalen Leben kennen lernen. Und dann halt diese Freaks, die im wahren Leben keiner haben will und die deshalb das Internet und irgendwelche komischen Flirt-Apps brauchen. Diejenigen, die früher immer in Talkshows herum saßen und sich dafür schämten.

Solche Freaks sind bei Tinder wirklich en masse zu finden, klar. Von Perversen, die dir anbieten über WhatsApp Selbstbefriedigungsbilder auszutauschen, Typen, die – um besonders tiefgründig zu wirken – ein sorgfältig vorbereitetes Fragen-Quiz per Copy und Paste an ihre Matches verschicken und die ganz Verzweifelten, die gleich in der ersten Nachricht ankündigen: „Wir können ja ein bisschen hin und her schreiben. Vielleicht passt es ja.“ Nichts, was es bei Tinder nicht gäbe. Und genau deshalb ist es gar nicht so anders, als das normale Leben.

Denn um ehrlich zu sein, so viel weniger freakig sind die Männer und Frauen, die man sonst so kennenlernt, auch wieder nicht. Ich erinnere mich an das Date neulich mit dem Immobilienmakler, der mich für irgend einen russischen Gold Digger gehalten haben muss. Zeigte mir in einem knapp zweistündigen Treffen seine gesamten Wertanlagen von der Ray Ban über den Porsche bis hin zur Eigentumswohnung in Eppendorf.

Oder der Typ davor, mit dem ich im Kino war, der meinen Hund nicht in seine Wohnung lassen wollte, aus Angst, er könnte etwas kaputt machen. Sorry, aber so viel kann in einer 1-Zimmer-Wohnung, mit Billy und Klöfta als einziges Inventar nun auch wieder nicht kaputt gehen.

So viel schlimmer sind die Leute bei Tinder also auch nicht – zumal ja eigentlich eh jeder Freak aus dem echten Leben dort auch mit einem durch Instagram bearbeiteten Bild vertreten ist. Wie kommt es dann, dass ich trotzdem jedes Mal, wenn ich gefragt, werde wie mein Freund und ich uns kennengelernt haben, irgendwas von Club oder Bar rede und einfach nur nix wie weg will, bevor ich mich mit irgendwelchen Details verplappere?

Ich schätze es liegt an all den Leuten, bei denen im Profil steht: „Später können wir ja einfach sagen, wir wären uns im Supermarkt begegnet.“ Soll total lustig und originell rüberkommen, ich weiß. Wirkt aber einfach nur bekloppt. Dazu schädigt dieser dumme Spruch – der nebenbei bemerkt unter jedem dritten Profilfoto steht – das Image sämtlicher Tinder-Beziehungen, bevor sie überhaupt losgehen.

So ist es nämlich ganz eindeutig: Tinder-Beziehungen sind peinlich, wir sind eigentlich alle viel zu gut dafür und deshalb haben wir uns offiziell auch auf jeden Fall ganz, ganz anders kennengelernt. Klar, ist ja auch nicht wirklich romantisch zuzugeben, dass man einfach mal wieder dringend Sex brauchte, zu faul war vom Sofa aufzustehen und sich deshalb diese famose App heruntergeladen hat.

Und dann, völlig im Tinder-Wahn bei jedem, der auch nur ansatzweise größer als 1,75 Meter aussah, begeistert nach rechts gewischt hat. Der herkömmliche Weg hört sich da natürlich gleich viel besser an: „Wir hatten da so ’ne Weihnachtsfeier… und jeder zwei Promille.“ Oder: „Bin nach ’ner Party bei ihm wach geworden und dann wollten wir mal weiter schauen.“ Oder: „Ich habe ihm zuerst eine falsche Nummer gegeben, aber dann hat er sich so viel Mühe gegeben…“ Not. Aber so erzählt das ja auch keiner.

In Liebesangelegenheiten werden nämlich grundsätzlich nur verklärte, beschönigte Halbwahrheiten erzählt, so weit das Auge reicht. Weil Liebe, das haben wir ja von Carrie und Mr. Big gelernt, etwas ganz Unfassbares, Unglaubliches und Magisches ist. Komisch nur, dass eure letzten drei Beziehungen mit Jogginghose und Chipstüte vor dem laufenden Fernseher endeten und dabei weniger magisch als doch ziemlich reell waren.

Hat man dann mal wieder eine Beziehung, darf die auf gar keinen Fall irgendwie gewöhnlich sein. Und was gäbe es Gewöhnlicheres, als zwei Menschen, die schon am Tag des Kennenlernens optisch nach Beziehungsende aussehen, weil sie mit Jogginghose und Chipstüte bei laufendem Fernseher chatten?

Da faselt man dann halt lieber was von Partys und zu viel Alkohol, das kennt ja jeder und ist schon so ein bisschen enttabuisiert. Eigentlich völlig bescheuert. Nur weil man sich bei Tinder kennengelernt hat, ist es ja noch lange nicht weniger krass, sich mit jemandem so zu verstehen, dass man ihn auch dauerhaft um sich haben will.

Klar, es ist natürlich etwas banal, jemanden mit einer Wischbewegung über das Handy kennenzulernen. Aber ich glaube eigentlich auch nicht, dass sich irgendwer schon mal allein durch das Matchen verknallt hat. Dazu gehören dann doch eher Stimme, Aussehen, Ausstrahlung, Geruch – halt alles, was man dann beim ersten richtigen Treffen sieht und wahrnimmt. Was immer ein großer Zufall ist, wenn es harmoniert, egal ob man sich schon mal betrunken im Club oder nur auf dem Handydisplay gesehen hat. Da ist Tinder genauso wenig planbar, wie das richtige Leben.

Manchmal sind ja sogar TinderDates ziemlich ziemlich ungeplant. Das erste Date von meinem Freund und mir zum Beispiel. Klang krass nach Fuck-Date, ein Come-as-you-are-Treffen, nachts um 1, ungeschminkt (ich) und in Jogginghose (wir beide). Wenn man sich dann trotzdem noch mal treffen will, das über Monate hinweg und plötzlich nur noch zusammen rumhängt, dann ist das wohl kein Tinder mehr, sondern Verliebtheit. Und darum geht’s doch eigentlich, wenn man nach dem Kennenlernen gefragt wird, oder nicht?

Die Fotografie stammt von Claudia van Zyl
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Freier Sex für freie Drinks: Verkaufe ich mich unter Wert?

Ich halte es kaum aus, wache immer zu früh auf. Jedenfalls früh genug, um meinen Bettgenossen beim Schlafen zu beobachten. Aber da das Leben keine Matratzenwerbung ist, kann es schon mal passieren, dass der Mann zu meiner Rechten nicht liebevoll lächelnd und retouchiert neben mir schlummert, sondern...
Freier Sex für freie Drinks: Verkaufe ich mich unter Wert?

Freier Sex für freie Drinks

Verkaufe ich mich
unter Wert?

Diana Kozacek

Ich halte es kaum aus, wache immer zu früh auf. Jedenfalls früh genug, um meinen Bettgenossen beim Schlafen zu beobachten. Aber da das Leben keine Matratzenwerbung ist, kann es schon mal passieren, dass der Mann zu meiner Rechten nicht liebevoll lächelnd und retouchiert neben mir schlummert, sondern eher mit offenem Mund, sabbernd und schnarchend mein Kopfkissen durchweicht.

Manchmal sehe ich ihnen dabei zu, bin ganz erstaunt, wie komisch ihre Füße zucken und wie eklig sie riechen. Aber schließlich ich bin auch nicht porenlos, sondern nur hier, weil ein Long Island Iced Tea im Cookies 12 Euro kostet. Ich bin wegen der zu hohen Alkoholsteuern hier. Ich bin wegen der Innenpolitik hier.

Es war Mittwoch, nichts kam im Fernsehen und meine Einzelhandelsfreunde hatten am Donnerstag frei – so weit, so gut. Man geht nicht mit vielen Erwartungen in einen hippen Berlin-Mitte-Club, aber mit mindestens 50 Euro, von denen 75 Prozent für den Eintritt und weitere 20 Prozent für ‘nen Schnaps ausgegeben werden.

Pflichtbewusst tanzt man sich schwitzig und trinkt über kurz oder lang einen Kurzen oder einen Long Island Iced Tea, bis man sich setzt, am besten an die hippe Bar. Und da war er plötzlich. Ein Mann, ein Blick. Ich hab schon mal in der Brigitte davon gelesen: Die gesenkte Augenbraue, das verschmizte Lächeln von dem sich ein Primat auf Partnersuche eine Scheibe abschneiden könnte und ein zustimmendes Nicken.

Es war offensichtlich: Ich hatte etwas unglaublich Widerliches im Gesicht, also rannte ich auf die Damentoilette, wo sich meine Kollegin von ihrem iPhone eine Line Speed zog. Sie stellte eine Stoppuhr, ich stellte mich vor den Spiegel, aber alles war gut. Zurück an der Bar bekam ich einen Long Island Iced Tea für lau und ein weiteres Lächeln, das ich eigentlich gar nicht wollte.

Was folgte, waren drei weitere Gläser, noch zwei Kurze zum Mitnehmen und eine Taxifahrt. Ich hatte in der Brigitte davon gelesen. Diese einmalige Sache nennt man One Night Stand, sollte man die Person kennen und dessen Würde schätzen, ist es ein Fuck-Buddy, trifft beides nicht zu, befindet man sich in einer von RTL arrangierten Ehe.

Erster Fall tritt ein, wenn: Man erstens betrunken ist. Check. Man die Person zweitens im Rausch der Sinne recht anziehend findet. Check. Es drittens einige Stunden später nicht mehr der Fall ist. Check, check. Und da wären wir wieder: Der Sabber läuft aus seinem Mundwinkel, auf mein schönes Ikea-Kopfkissen. Und stinken tut er auch.

Ich habe nur noch zwei Fragen an mich und die erste wäre: Habe ich mich nun unter Wert verkauft oder beheben die hohen Cocktailpreise in Mitte diese Rechnung? Und die Zweite: Wie macht man das weg? Er ist schwer. Und in meiner Wohnung. Die Schnarchgeräusche werden leiser. Vielleicht habe ich ihn mit der Kraft meiner Gedanken getötet. Oder schlimmer: Er wacht auf.

Ich drehe mich zur Seite, stelle mich tot und hoffe, dass er von alleine geht, aber spüre stattdessen eine gut gemeinte, aber schlecht umgesetzte Berührung in meinem Nacken. „Guten Morgen, Mäuschen!” Verdammt, wir sind schon so weit, dass er mich nach Schädlingen benennt. „Guten Morgen, Stinkebär!“ Hört er die Ironie? Mir wird jedenfalls schlecht, ich stolpere raus und renne nackt, beuge mich, gehe auf meine Knie und spüle den Long Island Iced Tea runter, damit habe ich meine Bezahlung in die Kanalisation katapultiert. Jawohl, ich habe mich unter Wert verkauft.

Die Fotografie stammt von Taras Abbat
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Sie kommt von Herzen: Hassliebe ist das ehrlichste Gefühl

Wenn man von Liebe spricht, schwingt der Hass immer ein bisschen mit. Es ist ja so: Ohne Hass könnte die Liebe gar nicht existieren. Ich meine, woher sollst du denn wissen, was Liebe ist, wenn du noch nie richtig gehasst hast? Und woher weißt du, wie sich Hass anfühlt, wenn du noch nie richtig gelie...
Sie kommt von Herzen: Hassliebe ist das ehrlichste Gefühl

Sie kommt von Herzen

Hassliebe ist das
ehrlichste Gefühl

Jana Seelig

Wenn man von Liebe spricht, schwingt der Hass immer ein bisschen mit. Es ist ja so: Ohne Hass könnte die Liebe gar nicht existieren. Ich meine, woher sollst du denn wissen, was Liebe ist, wenn du noch nie richtig gehasst hast? Und woher weißt du, wie sich Hass anfühlt, wenn du noch nie richtig geliebt hast?

Ehrlich jetzt, Liebe und Hass, die gehen Hand in Hand und Curse hat in den Zweitausendern sogar mal einen Song dazu gemacht, “Kann man sich gleichzeitig lieben und hassen?” fragte er da. Ich kann ihm heute sagen, dass das geht. Vielleicht ist das diese Hassliebe, von der man immer hört. Die immer herhalten muss, wenn man es nicht mehr erklären kann.

Es ist irgendwie krass, wenn Liebe und Hass sich so nah sind: Das ist einfach das stärkste Gefühl, also für mich zumindest. Dieser Moment, wenn Hass das Gefühl von Liebe nicht ersetzt oder mindert, sondern sogar noch verstärkt. Wenn du nicht liebst und hasst, dann spürst du Gleichgültigkeit und das ist wirklich das schlimmste Gefühl. Weil es nicht einmal so ein richtiges Gefühl ist irgendwie, also für mich zumindest.

Ich hab schon viel geliebt, naja, nicht so richtig, nicht so wie man Menschen liebt oder lieben sollte. Eher so, wie man Pommes liebt. Oder Schokolade. Aber ich habe schon geliebt, denke ich. Das Ding ist nur: irgendwann war ich immer satt. Also nicht jetzt von den Pommes und der Schokolade. Satt von der Liebe. Sie war mir irgendwann egal, also, sie ist irgendwann irgendwie unspektakulär geworden, wie das halt so ist, wenn du jeden Tag nur Pommes isst oder Schokolade.

Das ist schon alles geil, aber irgendwann hast du halt auch einfach genug und dann willst du eben andere Sachen. Ich meine damit jetzt noch nicht mal unbedingt ein Steak vom Kobe-Rind, sondern eher die kulinarischen Kleinigkeiten: Dass die Pommes mal zu salzig sind und die Schokolade mal zu bitter. Oder andersherum. Mit dieser Hassliebe ist es hingegen so, dass sie mich voll vereinnahmt. Ich esse und esse und ich werde einfach nicht satt. Und das, obwohl mir schon ganz schlecht davon ist. Obwohl es mir eigentlich auch schon gar nicht mehr schmeckt.

Mit Liebe und Hass ist es ja so: Sie müssen sich nicht immer auf Menschen beziehen. Über die Jahre, die wir nun schon zusammen sind, haben Berlin und ich zum Beispiel so ein Ritual entwickelt: Immer, wenn ich die Stadt verlassen muss, weil sie es mir mal wieder schwer gemacht hat, einfach nur glücklich mit ihr sein zu können, schenkt sie mir so einen Moment, der mir zeigt, dass es falsch wäre, ihr für immer den Rücken zu kehren.

Das klingt jetzt etwas umständlich. Einfach gesagt: Ich glaube, die Stadt will trotz aller Niederlagen und Rückschritte, dass ich wiederkomme. Wieder nach Hause. Ich glaube, das ist diese Hassliebe, von der man immer hört. Man will sie auf keinen Fall loslassen, weil man glaubt, der Hass garantiere einem die Liebe. Zwei zum Preis von einem. Purer Zeitgeist. Und trotzdem würde man lieber nur einen ganzen Sack von dem einen kaufen. In dem Fall natürlich einen Sack voll Liebe.

Wo die Liebe hinfällt, kann man ja nie sagen. Sie passiert einfach so für sich, ohne dass man es will und steuern kann. Hass hingegen, der ist schon sehr konkret. Zumindest erlebe ich das so. Fest. Hart. Konkret. So empfinde ich Hass. Okay, das ist vielleicht ein sehr starkes Wort, also Hass an sich, genau wie Liebe auch, aber Hass macht es mir nicht schwer, Worte für ihn zu finden.

Ich hasse ja relativ viel. Nazis zum Beispiel. Oder Haie. Wirklich, ich hasse Haie. Und ich weiß nicht einmal genau wieso. Und trotzdem üben sie auf mich eine solche Faszination aus, dass ich geradezu besessen von ihnen bin. Wenn irgendwo ein Haifilm läuft, muss ich ihn sehen. Wenn irgendwo ein Buch über Haie erscheint, muss ich es lesen.

Jedes Poster, jedes Shirt, auf dem ein Hai zu sehen ist: Ich muss es haben. Verdammt, ich habe sogar einen scheiß Hai tätowiert. weil ich diese Tiere hasse – und ich liebe das Tattoo. Genau wie ich Haie auch irgendwie liebe. So versucht man vielleicht immer instinktiv die Liebe gegen den Hass gewinnen zu lassen.

Vielleicht erfährt man Hassliebe sehr oft. Man weiß es nur eben nicht, bis man mal länger drüber nachdenkt. Bis es einen Anlass dazu gibt. Diesen Moment, wenn Hass das Gefühl von Liebe nicht mindert, sondern sogar noch verstärkt, habe ich erst einmal bei einem Menschen erlebt, und das war irgendwie krass, also dass Liebe und Hass sich so nah waren.

Ich habe den Typen, den ich so hassliebe, vom ersten Moment an gehasst. Da bin ich mir heute zumindest ganz sicher. Seine Arroganz. Die Art, wie er spricht und sich bewegt. Ja, sogar seinen verdammten Bart, der nicht so richtig zu seinem vor Überheblichkeit nur so strotzendem Grinsen passt – doch irgendwie war da etwas an ihm, das mich sofort in seinen Bann zog.

Vielleicht die Arroganz. Oder die Art, wie er sprach und sich bewegte. Ja, vielleicht sogar sein verdammter Bart, der nicht so richtig zu seinem vor Überheblichkeit nur so strotzendem Grinsen passte. Ich habe den Typen, den ich so hassliebe, vom ersten Moment an geliebt. Da bin ich mir heute ganz sicher.

Wir waren nicht lange zusammen, ein halbes Jahr vielleicht, und ich glaube, er hat mich auch ziemlich gehasst. Meine viel zu große Nase. Meine Aufsässigkeit. Und dass ich ihm immer ins Wort gefallen bin – doch irgendwie war da was an mir, das ihn sofort in meinen Bann gezogen hat. Vielleicht die viel zu große Nase. Oder meine Aufsässigkeit. Ja, vielleicht sogar die Tatsache, dass ich ihm immer ins Wort gefallen bin. Er hat mich vom ersten Moment an geliebt.

Wir waren nicht lange zusammen, ein halbes Jahr vielleicht, und während dieses halben Jahres, waren wir ziemlich oft getrennt. Weil wir uns gehasst haben. Unzählige Streitgespräche haben wir geführt, uns immer wieder geschworen, nie wieder ein Wort miteinander zu sprechen – doch das Ding ist eben, zum Küssen braucht man keine Worte.

Und so viel Hass in unseren Worten steckte, so viel Liebe steckte auch in unseren Küssen. Und wenn wir dann da lagen und rauchten, die Wangen rot vom Sex und den Ohrfeigen, die wir uns gaben, weil wir uns hassten, während wir uns liebten, schlugen unsere Herzen mindestens genauso wild, wie es unsere Fäuste die meiste Zeit über wollten. Immer dann waren wir zusammen.

Wir waren nicht lange zusammen, ein halbes Jahr vielleicht, doch diese Hassliebe, die ist immer noch da, auch wenn wir längst nicht mehr zusammen sind. Irgendwann haben wir Schluss gemacht, weil sie uns so vereinnahmt hat und sind zurück gegangen zu der viel zu süßen Schokolade und den ungesalzenen Pommes, denn die haben uns auf Dauer niemals unglücklich gemacht – weil wir immer wussten, was wir an ihnen haben. Und außerdem gibt es auch noch das Steak vom Kobe-Rind.

Die Fotografie stammt von Igor Miske
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I Like Big Butts: Dicke Hintern sind pure Weiblichkeit

Da ich zum Team X-Chromosom gehöre, sehe ich die Sache relativ pragmatisch. Für uns Frauen sind Brüste selten mehr als Fettgewebe, umschlossen von Haut und nur dazu dienend, männliche Primaten außer Gefecht zu setzen. Auch wenn wir uns, noch grün hinter den Ohren, bereits mit allen Formen von Pus...
I Like Big Butts: Dicke Hintern sind pure Weiblichkeit

I Like Big Butts

Dicke Hintern sind
pure Weiblichkeit

Leni Garibov

Da ich zum Team X-Chromosom gehöre, sehe ich die Sache relativ pragmatisch. Für uns Frauen sind Brüste selten mehr als Fettgewebe, umschlossen von Haut und nur dazu dienend, männliche Primaten außer Gefecht zu setzen.

Auch wenn wir uns, noch grün hinter den Ohren, bereits mit allen Formen von Push-Ups und Wonderbras beschäftigten, unsere Brüste heimlich mit denen der anderen Mädchen in der Umkleidekabine verglichen, bis heute daran herumdrücken, sie in Szene setzen und pflegen, sind sie im Grunde nur etwas, das wir nun einmal haben – und was seltsamerweise immer im Weg steht, wenn Männer uns wirklich, ehrlich und aufrichtig in die Augen schauen wollen.

Ich persönlich lege wesentlich mehr Wert auf die Hinteransicht. Die Empirie spricht für sich und bringt all die wunderbaren Frauen auf einen Booty-Nenner: Beyoncé, Nicki Minaj, selbst Michelle Obama oder meinetwegen auch Iggy Azalea – Talent und Hintern. Wollt ihr mir jetzt etwas von Zufällen erzählen? Und fangt ja nicht mit Kim Kardashian an, die hat von allem zu viel – und ist eh ein Alien.

Brüste sind zwar schön, keine Frage, aber sollten sie wirklich als Synonym für intelligente Stärke gelten? Wohl kaum. Ich meine, was können sie schon, als vor sich hinzuhängen und beim Sport zu stören? Schon mal versucht, damit zu twerken? Sie lasziv zu bewegen? Oder wenigstens darauf zu sitzen?

Klar, die ein oder andere Dame kann mit ihrem Vorbau sogar Melonen zerschlagen oder zu guter Letzt ein Kind füttern, was mich zu der Theorie führt, die stereotypische männliche Vorlieben zumindest im Ansatz erklären würden: das Kind im Manne sehnt sich nach Boobies, damals in der Schule konnten die Jungs schließlich, zumindest theoretisch, auch nicht genug von davon bekommen – vielleicht auch deshalb, weil in der Bravo niemand von hinten abgelichtet wurde.

Echte Männer dagegen wissen den Wert schöner Hintern zu schätzen, und das nicht erst, seitdem J.Lo ihr Prachtstück salonfähig machte. Könnte auch daran liegen, dass man erst zum Mann wird, nachdem man etwas mehr Lebenserfahrung vorzuweisen hat, als auf der Gamescom gewesen zu sein.

Aber da sich reife Männer, abgesehen von Til Schweiger, vorwiegend mit Frauen und nicht jungen Mädchen paaren, erledigt sich die Tittenfrage oft von allein: das Bindegewebe macht ab Ende 20 nur noch selten mit und wer in der Pubertät euren persönlichen Kate-Upton-Traum vor sich hintrug, weint spätestens jetzt den Zeiten hinterher, als man den Begriff „Straff“ noch ungeniert mit dem Begriff „Brüste“ in einem Satz aussprechen konnte.

Es tut mir wirklich leid, eure Doppel-D-Träume zu zerstören, aber diejenigen von uns, die nicht gerade mit Riesenhupen gesegnet wurden, sind auf lange Sicht einfach besser dran – wo nicht viel ist, kann auch nicht viel hängen! Einen straffen Hintern dagegen kann man sich auch noch mit über 50 erarbeiten. Also, wenn die Sache mit der Käsepizza nicht gerade im Weg stehen würde.

Doch wo wir gerade bei Illusionen wären: um euch nicht zu brutal von eurem Euphorietrip zu holen, rede ich ganz sanft und beruhigend auf euch ein, gebe zu, dass Brüste selbstverständlich wunderschön sind und sowohl große als auch kleine ihren Charme haben und jede Frau einzigartig machen.

Aber reißt euch verdammt nochmal zusammen und seht ein, dass selbst die Kate Uptons, Palina Rojinskis und Emily Ratajkowskis dieser Welt früher oder später zum Stütz-BH greifen müssen – während wir von der Bootylicious-Fraktion noch auf Squats vertrauen können. Und auf enge Pencilskirts, die verstrahlte Hupenprediger wie euch der natürlichen Selektion überlassen und echte Männer anerkennend nicken lassen.

Doch bevor das Ganze wieder der politischen Korrektheit entgleist, jeder noch schnell anmerken muss, dass Frauen ja gar nicht dazu da sind, um es euch Männern recht zu machen, und Alice Schwarzer bereits an ihrem Schreibtisch zusammenbricht, muss ich der Vollständigkeit halber erwähnen, dass das Heißeste an einer Frau sowieso ihr Köpfchen ist – und damit meine ich nicht die Frisur. Aber das würdet ihr in eurem Titties-Paradies je eh nicht verstehen…

Die Fotografie stammt von Monika Kozub
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Mädchen in Thailand: Liebesgrüße aus Bangkok

In Russland ändert sich wenig. Es ist kalt. Es ist grau. Und Putin ist an der Macht. Im Zweifel lieber ein Schurkenstaat titelt letztens noch die ZEIT und fragt sich, was der Westen von dem riesigen Land im kalten Osten unter der Herrschaft Wladimir Putins erwarten kann. Noch mehr Konfrontation od...
Mädchen in Thailand: Liebesgrüße aus Bangkok

Mädchen in Thailand

Liebesgrüße
aus Bangkok

Daniela Dietz

In Russland ändert sich wenig. Es ist kalt. Es ist grau. Und Putin ist an der Macht. „Im Zweifel lieber ein Schurkenstaat“ titelt letztens noch die ZEIT und fragt sich, was der Westen von dem riesigen Land im kalten Osten unter der Herrschaft Wladimir Putins erwarten kann. Noch mehr Konfrontation oder langsame Normalisierung? Wir alle werden es schon ziemlich bald erfahren.

Ob Nastya Kovaleva sich, die gerade zwischen Frankreich, China und Thailand hin und her reist, Gedanken über Politik macht und ob sie ihre Stimme bei der Wahl abgegeben hat oder nicht, das weiß ich leider nicht. Was ich aber weiß, ist die Tatsache, dass sich Nastya für die Welt da draußen interessiert und ihre Erlebnisse in ihren liebevoll und auch wenig selbstverliebt gestalteten Instagram-Account mit einfließen lässt.

Der aus dem warmen Madrid stammende und heute in dem noch viel wärmeren Bangkok lebende Fotograf Sergio del Amo hat sich Nastya für ein hautnahes Fotoshooting geschnappt und sie für das Filthy Mouth Magazine in einem hübsch verzierten, thailändischen Hotelzimmer verewigt. Bei so einem hübschen Anblick kann man die nervenaufreibende Weltpolitik ruhig einmal für einige Augenblicke vergessen.

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Die Fotografie stammt von Sergio del Amo
Als Model ist Nastya Kovaleva zu sehen
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Steuern statt Spielen: Erwachsen sein ist schrecklich

Es gibt Tage, an denen ich tierisch erwachsen bin und voller Stolz Erwachsenendinge tue. Wie zum Beispiel Steuern machen, Rechnungen pünktlich überweisen oder nachts noch Kaffee trinken. Danach klopfe ich mir jedes Mal auf die Schulter und lobe mich selbst dafür, dass ich so eine anständige, verantw...
Steuern statt Spielen: Erwachsen sein ist schrecklich

Steuern statt Spielen

Erwachsen sein
ist schrecklich

Jana Seelig

Es gibt Tage, an denen ich tierisch erwachsen bin und voller Stolz Erwachsenendinge tue. Wie zum Beispiel Steuern machen, Rechnungen pünktlich überweisen oder nachts noch Kaffee trinken. Danach klopfe ich mir jedes Mal auf die Schulter und lobe mich selbst dafür, dass ich so eine anständige, verantwortungsvolle Erwachsene geworden bin, die ihr Leben voll im Griff hat.

Ich mache das nicht, weil ich erwachsen bin, sondern weil ich mir selbst beweisen will, dass ich erwachsen sein kann, wenn ich es muss. Das ist natürlich völliger Unfug, denn trotz meines jungen Alters kann ich – vom nächtlichen Kaffee trinken, das ich in der gleichen Regelmäßigkeit betreibe, in der die SPD ihre Wahlversprechen bricht, mal abgesehen – nichts davon. Auch nicht, wenn ich muss.

Mein Verständnis für’s Erwachsenenleben hört spätestens da auf, wo es nicht mehr reicht, zerknüllte Quittungen in der Handtasche aufzubewahren oder die Post, die man mühevoll aus dem Briefkasten geholt hat, auch zu öffnen. Das ist scheiße, das will ich nicht – und was ich nicht will, das kann ich auch nicht.

Das war schon im Kindergarten so, wenn es darum ging, irgendwelche doofen Herzen aus Papier auszuschneiden und zog sich hin bis zu meiner Abiturprüfung in Wirtschaftslehre. In beiden Fällen habe ich ein unbearbeitetes Blatt Papier mit den Worten „Kann ich nicht.“ zurückgehen lassen, denn ich konnte es ja wirklich nicht. Weil ich nicht wollte.

Dass ich sowohl den Kindergarten meisterte, als auch die Abiturprüfung bestand, bestärkte mich in meiner Ansicht, dass man auch so durch’s Leben kommt. Schließlich sind da ja noch andere Qualitäten, auf die man setzen kann. Ausschneiden und das Errechnen des Break-Even-Points gehören halt einfach nicht zu meinen. Dafür kann ich tolle Sandburgen bauen und weiß, wie man ein Unternehmen nicht führen sollte – nämlich so, wie ich es führen würde.

Als ich in den Kindergarten kam, erzählte man mir, dass das nun der erste große Schritt ins Erwachsenenleben sei. Das Gleiche passierte, als ich zuerst in die Grundschule und dann auf’s Gymnasium wechselte, als ich meinen ersten Pickel bekam, das erste Mal Liebeskummer hatte, zum ersten Mal legal Alkohol trinken durfte und dann noch mal, als ich mein Abitur in der Tasche hatte und meine erste eigene Wohnung bezog.

Jeder Schritt, den ich tat, war ein Schritt ins Erwachsenenleben hinein, für den ich gelobt, ja regelrecht mit Zeugnissen belohnt wurde – nur dass mich niemand gefragt hat, ob ich das eigentlich will. Das Ding ist: Ich hab’s nie gewollt, und was ich nicht will, das kann ich nicht. Ich bin einer von diesen Menschen, die noch nie erwachsen sein wollten. Volljährig? Ja, aber bloß nicht erwachsen.

Ich fand erwachsen sein schon immer doof und jetzt, wo ich es bin – oder zumindest sein sollte – kann ich bestätigen, dass es genau so schlimm ist, wie ich immer befürchtet hatte. Mir war als kleines Kind schon klar, dass ich später mal am Peter-Pan-Syndrom erkranken würde – nur, dass ich damals nicht wusste, dass das wirklich eine Krankheit ist, die fast nichts mit dem zu tun hat, was ich mir darunter vorgestellt hatte.

Ich ging einfach davon aus, dass ich auch als Erwachsene noch gerne die Wendy lesen, Lego spielen und Telefonstreiche bei ahnungslosen Opfer machen würde – und bis auf das Lesen der Wendy tu ich das tatsächlich noch sehr gern. Für eine junge Erwachsene, die bereits seit ihrem dritten Lebensjahr darauf getrimmt wird, erwachsen zu werden, gehört sich sowas eigentlich nicht – dabei weiß ich noch nicht mal ganz genau, was „erwachsen sein“ eigentlich heißt und woran man misst, ob und wie erwachsen man ist. In Lego-Steinen jedenfalls nicht.

Es gibt Tage, an denen ich tierisch erwachsen bin und voller Stolz Erwachsenendinge tue. Dann merke ich, dass ich sie nicht kann, weil ich nicht will, obwohl ich muss und stelle mir vor, was ein richtiger Erwachsener an meiner Stelle tun würde. Vermutlich würde er die Quittungen, die er selbstverständlich nie so lose in die Handtasche wirft, abheften, seine Post öffnen, die Rechnungen sortieren und nach einer bestimmten Abfolge, die einem komplett logischen System folgt, überweisen, statt sie einfach in eine überquellende Schublade zu werfen und darauf zu hoffen, dass sie zu Staub zerfallen.

Erwachsene benutzen bestimmt auch Teller, wenn sie essen und schmieren sich ihr Brot nicht direkt in der Hand. Sie werfen ihren Müll nicht einfach auf den Zimmerboden und stolpern maximal über Lego, wenn ihre eigenen Kinder gerade damit spielen. Ich bewundere diese Menschen sehr, und zeitgleich will ich nicht sein wie sie. Weil ich dieses ewige, trotzige Kind in mir mag. Also das, das nie erwachsen werden will und auch alles versucht, um genau das zu vermeiden.

Auf eine gewisse Art und Weise bin ich wohl erwachsen geworden. Ich verdiene zumindest mein eigenes Geld (auch das, so hat man mir erzählt, ist ein wichtiger Teil im Prozess des Erwachsenwerdens) und habe mein Leben okay-gut im Griff – nicht zuletzt, weil ich endlich erwachsen genug bin, um einfach jemanden anzurufen, der meine Steuern für mich macht oder mir den Break-Even-Point zu ermitteln.

Dafür kann man sich auch schon auf die Schulter klopfen und sich selbst loben, dass man so eine anständige, verantwortungsvolle Erwachsene geworden ist, die ihr Leben voll im Griff hat, weil sie weiß, wann sie die Verantwortung mal abgeben darf, damit mehr Zeit für’s Kind sein bleibt.

Für mich ist das so ein kleiner Beweis dafür, dass man gar nicht so erwachsen werden muss, wie immer alle tun, und dass es total okay ist, wenn man einige Erwachsenendinge nicht beherrscht und stattdessen lieber Lego spielt und Telefonstreiche macht. Und, dass man auch darauf stolz sein darf, dass man das Kind in sich behalten hat, obwohl es von Anfang an darauf getrimmt wurde, so schnell wie möglich erwachsen zu werden. Die meisten finden das Erwachsenwerden doch eh nur so lange erstrebenswert, bis sie es wirklich sind – oder?

Die Illustration stammt von Maria Shukshina und Icons8
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Mädchen in Melbourne: Schönheit am Strand

Ich habe mir jetzt das gesamte Instagram-Profil von Nicole Ganker gegeben und kann mit Fug und Recht behaupten, dass ihr Leben ungefähr drei Millionen mal aufregender und schöner ist als meins. Ständig hängt sie mit krassen Freundinnen oder süßen Boyfriends halbnackt auf irgendwelchen Festivals heru...
Mädchen in Melbourne: Schönheit am Strand

Mädchen in Melbourne

Schönheit
am Strand

Daniela Dietz

Ich habe mir jetzt das gesamte Instagram-Profil von Nicole Ganker gegeben und kann mit Fug und Recht behaupten, dass ihr Leben ungefähr drei Millionen mal aufregender und schöner ist als meins. Ständig hängt sie mit krassen Freundinnen oder süßen Boyfriends halbnackt auf irgendwelchen Festivals herum, am Strand, in den Bergen, im Dschungel, während ich hier Abend für Abend an meinem Schreibtisch sitze und mir Ausreden einfallen lassen muss, warum ich nicht mit irgendwelchen Tinder-Trotteln in verranzten Clubs abhängen kann und sie lieber herkommen sollen, wenn sie über irgendetwas drüber rutschen wollen. Solange ich nicht aufstehen muss, ist mir schließlich alles recht.

Die Fotografin Alexis Sisely kommt ebenso wie Nicole aus Melbourne und ist, wenn man ihrer Instagram-Seite und kunterbunten Fotostrecken auf diversen Blogs glauben darf, nicht weniger hart drauf wie ihre momentane Muse. Auch sie führt ein Leben am Strand, in der Sonne oder in Wohnmobilen, mit denen sie in die entferntesten Ecken von Australien fährt und dort nicht nur herum surft, sondern auch noch süße Jungs abknutscht. Für Sticks & Stones hat Alexis Nicole nun fotografiert und beweist mit ihren Bildern, dass Nicole eine heiße Sonnengöttin ist.

Ich werde mir nun eine Pizza mit Salami, Champignons und vierfach Käse belegt bestellen und mich in Unterwäsche vor den Laptop setzen, um mich endlich an die dritte Staffel von Riverdale wagen, während ich aber insgeheim daran denken muss, dass Alexis und Nicole mit hotten Surferboys durch Australien von Festival zu Festival fahren und jeden Augenblick ihres Lebens in vollen Zügen genießen. Und dann rede ich mir ein, dass Pizza, Riverdale und in Unterwäsche herum gammeln auch nicht schlecht ist. Zumindest, solange man die Heizung voll aufgedreht hat. Wenigstens die Hitze fühlt sich dann ein bisschen wie in Australien an…

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Die Fotografie stammt von Alexis Sisely
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Zwangsneurosen: Mein Freund hat Probleme

Die Zwangsneurose meines Freundes hat unsere Beziehung schon das ein oder andere Mal einer echten Belastungsprobe unterzogen. Nein, mein Freund ist nicht der Typ Mensch, der die Krise bekommt, wenn sein Sandwich nicht in zwei perfekte Dreiecke geschnitten wurde oder wenn ein rotes Gummibärchen zwisc...
Zwangsneurosen: Mein Freund hat Probleme

Zwangsneurosen

Mein Freund
hat Probleme

Lina Martin

Die Zwangsneurose meines Freundes hat unsere Beziehung schon das ein oder andere Mal einer echten Belastungsprobe unterzogen. Nein, mein Freund ist nicht der Typ Mensch, der die Krise bekommt, wenn sein Sandwich nicht in zwei perfekte Dreiecke geschnitten wurde oder wenn ein rotes Gummibärchen zwischen lauter grünen liegt.

Das sind nämlich Dinge, an denen sich fast jeder von uns optisch stößt, und wenn ihr mir nicht glaubt, gebt doch bei Google einfach mal „OCD Nightmare“ ein. Herzlichen Glückwunsch, ihr seid durchschnittliche Menschen mit einem durchschnittlichen Sinn für Ästhetik, die maximal ein wenig unangenehm berührt sind, wenn ihr solche Dinge seht.

Mein Freund allerdings hat eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der er gewisse Dinge nach einem ganz bestimmten Prinzip machen muss, damit seine Welt nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Für einen gesunden Menschen mag das nicht logisch erscheinen, für meinen Freund aber gibt es nur eine korrekte Art, Dinge zu tun. Und in seinem Kopf ist jeder, der nicht so handelt wie er, die Person, die etwas ganz grundlegend falsch macht.

Wenn du also jemanden kennst oder selbst zu den Leuten gehörst, die sich vermeintlich häufig die Hände waschen müssen oder in Bussen und Bahnen die Stangen zum Festhalten nicht anfassen, ist das vergleichsweise harmlos. Es ist einfach normal, die Keime von wildfremden Personen nicht an sich haben zu wollen und die Flossen unter fließendes Wasser zu halten, nachdem man etwas angefasst hat, das man eklig fand. Oder bevor man etwas anfassen wird, das man sich eventuell in den Mund schieben will. Und damit meine ich Essen, keine Penisse.

Wobei es ja auch Menschen geben soll, die sich nicht einmal die Hände waschen, wenn sie gerade auf dem Klo waren. Das ist, abgesehen davon, dass es tatsächlich unhygienisch und widerwärtig ist, schon mehr als fragwürdig. Da muss in der Erziehung auch so einiges schief gelaufen sein. Eine ernstgemeinte psychische Erkrankung ist es aber nicht. Schließlich zwingt einen keine innere Stimme, nach dem Kacken aufs Händewaschen zu verzichten.

Es gibt aber eben Leute, die von so einer Art innerer Stimme gezwungen werden, bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen. Zum Beispiel, alles was man tut exakt acht Mal zu machen. Wenn man draußen unterwegs ist niemals schattige Stellen zu berühren, weder mit den Füßen, noch mit irgendeinem anderen Körperteil. Oder aber jede Bewegung, die man mit der rechten Hälfte des Körpers gemacht hat, auch noch einmal genauso mit der linken Körperhälfte zu wiederholen.

Mein Freund ist eine dieser Personen, die so eine innere Stimme hat, die ihn zu Dingen zwingt, die anderen unlogisch und vollkommen zurecht abnormal erscheinen. Also, er hört jetzt nicht einen kleinen Mann in seinem Ohr, der ihm sagt, dass er sich genau acht Mal für exakt acht Sekunden die Hände waschen muss, nachdem er pinkeln war. Aber sinnbildlich ist es in etwa so.

Es sind Gedanken, gegen die er sich nicht wehren kann, egal wie viel Willenskraft er aufbringt, und die er dann auch befolgen muss. Sonst passieren schlimme Dinge. Tun sie natürlich nicht wirklich, die Welt geht nicht unter, nur weil mein Freund sich jetzt nicht die vorgegebene Zeit die Hände waschen konnte, aber für ihn tut sie das. Und das äußerst sich dann in ziemlich schlimmen Panikattacken.

Aber mal weg von dem ganzen theoretischen Kram. Ich wollte euch ja erzählen, wie es ist, mit jemandem zusammen zu sein, der eine Zwangsneurose hat. Also wie unser Alltag aussieht und was er vor allem für mich bedeutet, als die Person, die nur zwar indirekt von dieser Störung betroffen ist, aber trotzdem irgendwie damit leben und fertig werden muss. Ja, mein Freund hat einen ziemlich großen Leidensdruck, der garantiert größer als meiner ist. Dennoch ist sein OCD auch für mich eine Last, die ich mittragen muss. Weil ich ihn wirklich ziemlich doll liebe.

Mein Freund muss alle Dinge, die er tut, so oft machen, dass die Zahl der ausgeführten Aktionen sich am Ende durch drei teilen lässt. Wenn eine Treppe zum Beispiel 12 Stufen hat, ist das okay. Wenn sie allerdings 13 Stufen hat, muss er die Treppe dreimal hoch und wieder runter laufen, damit er auf 39 Stufen kommt, was sich wiederum durch drei teilen lässt. Tut er das nicht, bekommt er akute Panikzustände, die sich unter anderem in Schweiß- oder Tränenausbrüchen äußern können.

Er kann auch nur Dinge essen, wenn sie sich durch drei teilen lassen. Eine Pizza zum Beispiel muss er in 12 Stücke geschnitten serviert bekommen. Wenn sie im Restaurant nur geviertelt an den Tisch gebracht wird, kann das bereits Angstzustände bei ihm auslösen. Auch wenn es ganz einfach ist, eine geviertelte Pizza noch schnell in zwölf Stücke zu schneiden und so für ihn essbar zu machen.

Zuhause in unserer Wohnung, wir leben seit rund zwei Jahren zusammen, hat alles seinen festen Platz. Aber nicht so wie bei psychisch gesunden Menschen, wo zwar alles seinen groben Platz hat, aber die Teller im Regal mal zwei Zentimeter rechts oder links stehen, sondern ich meine einen richtig festen Platz, der von meinem Freund vorher genau ausgemessen wurde.

Tassen zum Beispiel müssen exakt drei Zentimeter vom Regalrand entfernt platziert werden. Wenn wir Gäste haben und die ihre Schuhe im Flur nicht an der genau dafür vorhergesehenen Stelle ausziehen und abstellen, oder, noch schlimmer, sich auf den Sessel setzen, der nicht für Gäste, sondern für meinen Freund bestimmt ist, kann das zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen bei ihm führen.

Ich weiß, dass ihr jetzt alle an Sheldon Cooper denkt, aber ich kann euch versichern: Das ist noch mal etwas ganz Anderes. Mein Freund wird nicht wütend, weil sich jemand auf seinen Platz setzt und er nicht mehr den perfekten Blick auf den Fernseher hat, sondern weil eine solche Kleinigkeit bereits seine ganze Welt im Inneren durcheinanderbringt. Die Wut ist bei ihm ein Schutzmechanismus und nicht einfach nur ein Arschloch-Move, wie das etwa bei Sheldon Cooper der Fall ist.

Generell bestimmt eigentlich immer mein Freund, was, wie, wo und weshalb gemacht wird. Alle anderen Menschen, die mit ihm zu tun haben, müssen sich ihm und seiner Zwangsneurose anpassen. Weil es, zumindest momentan, nicht anders geht und jede Veränderung zu einem kleinen Nervenzusammenbruch bei ihm führt, der ihn erst einmal tagelang aus der Bahn wirft.

Abgesehen davon, dass er auf andere komisch wirkt und seine Verhaltensweisen wirklich anstrengend sind, erlebt er sich nicht als gestört. Zumindest nicht solange alles nach seinen Regeln läuft. Seinen Leidensdruck kann er umgehen, solange er jeden Tag dasselbe machen kann. Kritisch wird es erst, wenn er zum Beispiel aufgrund einer Baustelle einen anderen Weg zur Arbeit nehmen muss oder er anderweitig in seiner Routine und seinen alltäglichen Abläufen gestört wird.

Ihr könnt euch denken, wie oft das gut geht. Aber Zwangsgestörte wären ja auch nicht zwangsgestört, wenn sich in ihnen nicht immer neue Zwänge aufbauen würden, mit denen sie beispielsweise Wutaus- und Nervenzusammenbrüche umgehen können, wenn jemand die Tasse im Regal einen Zentimeter zu weit nach hinten geschoben hat. Zum Beispiel fangen sie dann an, immer wenn das vorkommt, dreimal auf ihren linken Daumen zu beißen. Oder ähnliches.

Jedenfalls habt ihr, die ihr von euch behauptet, dass ihr ja „so OCD seid“, weil ihr eure Bücher gerne alphabetisch und eure Stifte gerne farblich sortiert, tatsächlich einfach ganz normal. Aber darüber, dass ihr mit solchen Aussagen Krankheiten verharmlost, solltet ihr euch wirklich mal Gedanken machen.

Die Fotografie stammt von Vino Li
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Wie lebt man mit Krebs? Der Feind in meiner Brust

Das heißt im Klartext, Sie haben zwar diesen kleinen Knoten in der Brust, aber keinen Krebs. Die Ärztin lächelt mich an. Ich weiß nicht, wie ich jetzt reagieren soll. Ich lächle zurück. Vor Kurzem fand sie besagten Knoten bei einer Vorsorgeuntersuchung. In meiner linken Brust. Die ist statistisch...
Wie lebt man mit Krebs? Der Feind in meiner Brust

Wie lebt man mit Krebs?

Der Feind in
meiner Brust

Lena Freud

„Das heißt im Klartext, Sie haben zwar diesen kleinen Knoten in der Brust, aber keinen Krebs.“ Die Ärztin lächelt mich an. Ich weiß nicht, wie ich jetzt reagieren soll. Ich lächle zurück. Vor Kurzem fand sie besagten Knoten bei einer Vorsorgeuntersuchung. In meiner linken Brust. Die ist statistisch gesehen häufiger betroffen, wie ich später nachlese.

Sie erwähnte zum ersten Mal das Wort “Brustkrebs”. Und ich bekam ein komisches Gefühl. Jetzt scheint es sich in Luft aufzulösen. Das denke ich zumindest. Denn noch Tage später ertappe ich mich bei diesem kleinen, aufdringlichen “Was wäre wenn?”-Gedanken. Ich möchte mit jemandem darüber sprechen.

In einem Forum lerne ich Sabrina kennen. Sie ist 34 Jahre alt und wohnt in Saarbrücken. Wir verabreden uns für den Abend zu einem spontanen Skype-Interview. Sabrinas Gespräch nach der Mammographie verlief anders als meines.

Sabrina hat Brustkrebs. Als ich die Webcam einschalte, lächelt mir eine hübsche Frau entgegen. Ich bin überrascht. Sie sieht nicht krank aus, trägt dezentes Make Up und Schmuck. Nur der bunte Schal, den sie sich um den Kopf geschlungen hat, lässt vermuten, dass die Chemotherapie, die Sabrina vor Kurzem über sich ergehen lassen musste, Spuren auf ihrem Körper hinterlassen hat.

Hallo Sabrina. Ich freue darauf, ein wenig mit dir über deine Krankheit zu sprechen.

Danke, ich finde das Thema sehr wichtig und erzähle meine Geschichte nicht zum ersten Mal. Brustkrebs ist ein Thema, das uns alle an geht, das jeden treffen kann. Selbst Männer können erkranken. Die richtige Vorsorge ist wichtig, Früherkennung kann, natürlich nicht nur bei dieser Krebsart, in so vielen Fällen Leben retten.

Ich finde es bewundernswert, dass dir Aufklärung und Prävention so wichtig sind. Schließlich steckst du ja noch mitten in dieser Geschichte drin. Ist das nicht anstrengend?

Nein. Ich will über dieses Thema sprechen. Seit der Diagnose habe ich viel darüber gelesen, ich bin ein richtiger Experte auf dem Gebiet geworden. Manchmal sind die Ärzte beeindruckt von meinem Wissen. Das klingt jetzt blöd, aber ich will meinen Feind so gut wie möglich kennen. Und andere sollten das auch tun.

Nein, das klingt ganz und gar nicht blöd. Ich habe mich ja bis zur Diagnose auch recht umfassend informiert. Wie hast du erfahren, dass du Krebs hast?

Bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt. Und da war er dann. Ein relativ großer, überraschend harter Knoten. Die Ärztin ließ mich selbst daran fühlen. Ich erschrak, weil ich ihn nicht schon vorher entdeckt hatte. Da wuchert etwas still und leise in deinem Körper vor sich hin und dann merkst du es nicht einmal. Es folgten einige Untersuchungen. Dann der Befund. Brustkrebs. Vermutlich hätte ich in Panik verfallen sollen, über den Tod nachdenken oder sonstwas. Aber ich saß nur da und fühlte mich taub.

Ich wusste nichts über Krebs, hatte keine Ahnung, was da vor sich ging und wie ich behandelt werden würde. Und ich hatte auch kaum Zeit dazu. Die folgenden Ereignisse rissen mich einfach fort. Der Tumor musste entfernt werden, dabei musste man mir die linke Brust abnehmen. Ich empfand das als enormen Eingriff in meine Weiblichkeit, auch wenn es eine lebensrettende Notwendigkeit war.

Es folgten Chemotherapie und Bestrahlung, wohl die Schlimmste Zeit meines Lebens. Alles zehrte mich aus, ich wartete nur noch auf den Tag, an dem die Behandlung endlich zu Ende sein würde. Ich wusste nicht, wie viel ich noch ertragen sollte.

Nach der Therapie schloss ich mich einer Selbsthilfegruppe für betroffene Frauen an und machte eine Psychotherapie sowie eine Reha. Ich erholte mich und setzte mich mit dem Thema auseinander. Begann mich langsam wieder aufzubauen und mich über Brustkrebs zu informieren.

Aber damit war deine Geschichte noch nicht zu Ende.

Richtig. Vor Kurzem entdeckte ich selbst etwas Beunruhigendes in meiner aufgebauten Brust und ging zum Arzt. Der Tumor von damals war nicht komplett heraus operiert worden und auch nicht durch die Chemotherapie besiegt. Also wieder Krebs.

Hast du dich anders gefühlt, jetzt, wo du wusstest, wie die Behandlung verlaufen wird?

Ja. Weißt du, nach der ersten Therapie, insbesondere der schrecklichen Bestrahlung, habe ich immer gesagt: „So etwas mache ich nie wieder. Lieber sterbe ich, als nochmals durch diese Hölle zu gehen!“ Aber es kam natürlich anders.

Ich hatte einen überraschend großen Überlebenswillen entwickelt, war gestärkt aus der ersten Krise hervorgegangen, und wollte jetzt, beim zweiten Mal, dem Krebs ganz bewusst den Kampf ansagen. Ich setzte mich bei den Ärzten durch, bestand auf eine Chemotherapie, wollte keine Bestrahlung mehr. Ich stellte meinen Lebensstil um, ernähre mich jetzt gesünder, komme zu Ruhe und achte sehr genau auf mich.

Wie siehst du deine Zukunft?

Realistisch.

Das heißt?

Ich habe den Krebs nicht besiegt. Und wenn es soweit ist, kann er immer wieder kommen. Aber ich habe gelernt zu kämpfen. Ich liebe mein Leben, habe einen tollen Ehemann, der mich unterstützt, wo es nur geht. Aber ich lebe nicht in einer Traumwelt. Der Krebs hat mir viel genommen. Ich möchte, dass die Menschen Bescheid wissen, über das, was mit ihnen passieren kann. Darüber, dass es hart ist.

Aber niemand sollte, so wie ich bei meiner ersten Behandlung, so ohnmächtig und hilflos mit ansehen, wie das alles passiert, ohne zu wissen, was geschieht. Mit dem Wissen über meine Erkrankung habe ich ihr den Schrecken genommen. Ich weiß, dass ich Chancen auf Heilung habe. Und die werde ich ergreifen. Ich werde garantiert nicht aufgeben.

Die Illustration stammt von Icons8
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Miss Kobayashi's Dragon Maid: Die Drachenmädchen kommen

Betrunken macht man bekanntlich die dümmsten Dinge. Dem Ex eine WhatsApp-Nachricht mit angehängtem, nacktem Oberkörper schicken. Zum Beispiel. Sich einreden, dass der eine Wodkabull schon noch reingeht und man eine Stunde später bestimmt nicht in sein heimisches Kopfkissen kotzen wird. Oder sich mit...
Miss Kobayashi's Dragon Maid: Die Drachenmädchen kommen

Miss Kobayashi's Dragon Maid

Die Drachenmädchen
kommen

Marcel Winatschek

Betrunken macht man bekanntlich die dümmsten Dinge. Dem Ex eine WhatsApp-Nachricht mit angehängtem, nacktem Oberkörper schicken. Zum Beispiel. Sich einreden, dass der eine Wodkabull schon noch reingeht und man eine Stunde später bestimmt nicht in sein heimisches Kopfkissen kotzen wird. Oder sich mit einem Türsteher prügeln. Alles drei sehr dumme Sachen. Aber man tut, was man eben tun muss.

Kobayashi besäuft sich auch gern. Die japanische Programmiererin ist allein. Und hat Zeit. Zeit genug, um sich mit einer Flasche Sake auf den Weg in die Stadt und wieder aus der Stadt heraus zu machen. Dass sie dabei nicht lange nüchtern bleibt, versteht sich von selbst. Und weil Kobayashi so gut drauf ist, fährt sie in den Wald. Wie man das eben so macht. Als betrunkene Programmiererin.

Zwischen all den dunklen Bäumen und dem nächtlichen Gras trifft sie auf einen Drachen. Tohru. Wie man das eben so macht. Als betrunkene Programmiererin. Und sie lädt ihn zu sich nach Hause ein. Wie man das eben so macht. Als betrunkene Programmiererin. So beginnt die Geschichte von Miss Kobayashi’s Dragon Maid – und sie wird auch nicht weniger bescheuert.

Wer in dieser Animeserie nach Normalität sucht, der wird immer wieder schnell enttäuscht werden. Miss Kobayashi’s Dragon Maid ist eine Klischeebombe sondergleichen. Aber sie macht Spaß. Im Unterschied zu den anderen Klischeeanimes. Hier wird Wahnsinn noch groß geschrieben. Tohru verwandelt sich nämlich beim Eintritt in Kobayashi kleine Wohnung in eine hübsche Maid – und bleibt das auch.

Über die restlichen Charaktere muss man nicht viel sagen. Miss Kobayashi’s Dragon Maid weiß, dass es ein Anime ist. Und weil es weiß, dass es ein Anime ist, stammen auch alle Figuren aus Anime. Wir haben die niedliche Loli. Den durchgeknallten Otaku. Die großbrüstige Sexbombe. Den schüchternen Schüler. Die verfressene Büroangestellte. Den ständig genervten Miesepeter. Und, meinen persönlichen Liebling, die in die niedliche Loli verknallte Kindergartenfreundin, die zunächst ein kleines Arschloch ist, allerdings schon bald bei der kleinsten Berührung ihrer Angebeteten vor Freude platzt.

So folgt man in Miss Kobayashi’s Dragon Maid dem täglichen Leben von Kobayashi und ihrer nicht aus dieser Welt stammenden Haushälterin. Wir gehen mit ihnen Einkaufen. Und wir fahren in ein Badehaus. Und wir besuchen eine Comicmesse. Natürlich gemeinsam mit allerlei anderer kunterbunter Figuren, die nach und nach wie aus dem Nichts auftauchen und für noch mehr Chaos sorgen.

Die Serie Miss Kobayashi’s Dragon Maid ist vor allem eines: Fun, Fun, Fun. Von der ersten bis zur letzten Sekunde explodiert eine Animebombe nach der anderen. Mal klein, mal groß. Mal leise, mal laut. Mal intim, mal lustig. Aber immer mit ganz viel Liebe zu den Charakteren und dem Publikum.

Als erste Animeerfahrung würde ich Miss Kobayashi’s Dragon Maid nicht unbedingt empfehlen. Dafür sind doch eher die Filme von Studio Ghibli geeignet. Oder Your Name. Oder vielleicht auch Cowboy Bebop. Aber wer genug Anime geschaut hat, um mit dessen Vorurteilen spielerisch umgehen zu können, für den ist Miss Kobayashi’s Dragon Maid ein Feuerwerk der guten Laune. Garantiert.

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Die Sängerin im Gespräch: Iggy Azalea, magst du deine kleinen Brüste?

Der selbsternannte Million-Dollar-Misfit Iggy Azalea ist, nachdem sie die Bühne “Bad Bitches” rufend verlässt, das netteste Mädchen der Welt. In Berlin hat die Rapperin aus Australien schon oft bewiesen, wie gut sie den Sprechgesang beherrscht. In ihrem Cheerleader-Outfit wurde die Menge einmal mehr...
Die Sängerin im Gespräch: Iggy Azalea, magst du deine kleinen Brüste?

Die Sängerin im Gespräch

Iggy Azalea, magst du
deine kleinen Brüste?

Meltem Toprak

Der selbsternannte Million-Dollar-Misfit Iggy Azalea ist, nachdem sie die Bühne “Bad Bitches” rufend verlässt, das netteste Mädchen der Welt. In Berlin hat die Rapperin aus Australien schon oft bewiesen, wie gut sie den Sprechgesang beherrscht. In ihrem Cheerleader-Outfit wurde die Menge einmal mehr von einer starken, Pferdeschwanz schleudernden und Booty-shakenden Entertainerin mitgerissen.

2011 veröffentlichte sie ihr Mixtape Ignorant Art und wurde mit den Hits My World, Murda Business, und Pussy bekannt. Letzter Song erinnert an den Aufsehen erregenden Hit “My Neck, My Back” von Khia, der in unseren Kindertagen noch zensiert auf MTV lief.

Und noch heute müssen innerhalb der Gender-Debatte Rapperinnen in einer männerdominierten Welt ihre sexuelle Freiheit rechtfertigen. Iggy Azalea hat Spaß daran, ihren Hintern dem Publikum entgegen zu strecken, aber der Spaß bleibt nur solange bestehen, bis darüber gesprochen wird, kommentierte sie ihren Auftritt in London, der für Furore sorgte.

Dazu ist sie ein großer Fan der klassischen Nanny Fran Fine und Grace Kelly. “Trust Your Struggle” hat sie sich auf den Arm tätowieren lassen, und ist trotz ihres jungen Alters dank TI schon dick im Geschäft. Das Wilhelmina-Model aus Australien, das Tupac zu ihren großen Idolen zählt und von ihrem Vater wie Kunst angezogen wurde, bewies uns im Gespräch über heutige Geschlechterrollen, Offenheit in der Musikwelt wie reflektiert sie ist.

Warst du an der Highschool ein Außenseiter?

Ja. An der Highschool dachte jeder, ich wäre total merkwürdig. Ich bin in der Pause immer nach Hause gelaufen, weil unser Haus am Ende der Straße meiner Schule war. Und ich hatte einfach keine Freunde. Ich bin immer nach Hause an den Computer und habe mir Musik angehört oder verschiedene Künstler angesehen, die mir gefallen haben. Ich wollte einfach nicht zurück zur Schule. Ich hatte einfach nicht wirklich Freunde.

Darf ich fragen, warum du keine Freunde hattest?

Weil ich mich einfach so angezogen habe, wie ich mich anziehen wollte. Ich habe zum Beispiel meinen Namen verändert und gesagt „Mein Name ist, blablabla“. Solche Sachen habe ich eben gemacht. Und die anderen Kids dachten sich: „Die ist irgendwie komisch, wir kennen sie irgendwie nicht wirklich.“ Kinder sind einfach gemein, weißt du.

Heute bist du ein Outsider, aber wirst geschätzt für das, was du bist.

Ich denke, du wirst erst für das, was du bist, wertgeschätzt, wenn du ein Künstler bist. Deine Einzigartigkeit wird gefeiert. Aber ich denke noch immer, wenn du Kids an der High School fragst, richtige Outsider, haben sie es immer noch schwer. Sie hassen es, ein Outsider zu sein. Aber wir werden erwachsen und damit haben wir auch mehr Verständnis und wissen sie zu schätzen.

Und heute bist du ein Million-Dollar-Misfit.

Hehe, ja. (lacht)

Das hört sich gut an.

Das hört sich sehr gut an! (lacht)

Wer wärst du, wenn du keine Rapperin wärst?

Ich wollte immer Hochzeitskuchen backen. Meine Mutter war eine sehr schlechte Köchin, als ich ein Kind war. Und ich wollte immer hausgemachte Kuchen essen. Ich habe es immer versucht, aber der Teig ist nie aufgegangen und war immer flach. Und meine Familie sagte immer: „Iggy ist die schlechteste Bäckerin. Isst ihren Kuchen nicht. Es ist ekelhaft.“ Und ich dachte mir, ich werde einen Weg finden, leckere Kuchen zu backen. Und so habe ich geübt und ich bin nun wirklich gut. Also dachte ich mir, falls ich nicht rappe, werde ich Kuchen backen. Denn es ist wie Kunst. Du designst, und bemalst sie. Also dachte ich mir, warum nicht Bäckerin werden.

Du malst auch, habe ich gelesen.

Ja, mein Vater ist ein Künstler. Ich zeichne gerne und mache Radierungen. Mein Vater ist ein Comic-Künstler und mag Comicbücher. Als ich aufwuchs, hatte ich vor allem Interesse an Linework, also harter Strichumsetzung. Daher mag ich Radierungen und Zeichnungen. Das ist für mich wie Meditation. Ich zeichne immer noch und schenke meinen Freunden die Zeichnungen zum Geburtstag.

Was ist dein Lieblingscomic. Oder dein Lieblingssuperheld?

Mein Lieblingssuperheld? Ich mag Catwoman. Aber eigentlich mag ich auch Poison Ivy, aber sie ist keine Superheldin, aber ich liebe einfach ihr Haar. Rarrrrr. Ich mag starke Frauen. Ich mag es, mir Figuren von alten Comics anzusehen. Es wurden Frauen gezeichnet, die kurvig sind, breite Hüften haben, und dann denke ich mir immer: Ich wünschte, ich würde auch so aussehen wie die Mädels aus den Comicbüchern.

Du bist ziemlich kurvig.

Ja, aber ich habe kleine Brüste.

Ach komm, aber deine Figur ist der Wahnsinn!

Ich habe einen netten Hintern, meine Figur ist okay.

Also bist du ziemlich selbstbewusst und selbstsicher, was dein Aussehen betrifft?

Ich denke, alle Frauen sind es. Und wir haben alle etwas an uns, das wir mögen und wir haben alle etwas an uns, das wir gerne verstecken und verdecken. An manchen Tagen mag ich es, kleine Brüste zu haben, an anderen Tagen möchte ich große Brüste. Du weißt, wie Frauen sind. Wir ändern uns, es kommt einfach darauf an. Momentan geht es mir mit allem ziemlich gut.

Würdest du jemals deine Haarfarbe verändern?

Ich würde sie niemals verändern. Ich habe sie mal gefärbt, aber es ist alles raus gewachsen. Wenn ich 50 bin, werde ich grau sein. Richtig grau wie ein silberner Fuchs. So möchte ich es haben. Gerader Haarschnitt, und es wird gut aussehen, das werde ich tun. Das ist die einzige Veränderung. Ich war schon immer eine Blondine.

Also bist du eine natürliche Blondine. Man kann es auch an deinen Augenbrauen erkennen.

Die wurden mir aber etwas nach gemalt, da meine Brauen noch heller sind.

Erzähl uns, wer ist dein Lieblingsmodedesigner?

Ich liebe Jeremy Scott. Wirklich. Ich war nie verrückt nach seiner Mode, aber von Tag zu Tag habe ich mich selbst immer wieder plötzlich seine Sachen anziehen gesehen. Also muss ich sagen, dass er dazu gehört. Seine Mode ist immer laut, farbenreich und lustig. Die Jacke, die ich gerade trage, ist von ihm. Ich mag alles, was gewagte Prints hat. Aber ich liebe Karen Miller. Das würde keiner von mir denken. Aber ich mag den klassischen Schnitt und das Colorblocking der Kleider. Ich liebe auch die Kleider von Elie Saab. Frauen haben so unterschiedliche Stimmungen und Charaktere, die wir gerne spielen. Ich mag es, mit verschiedenen Designern zu spielen, dem Charakter entsprechend, den ich gerade empfinde.

Lass’ uns über deine Musik sprechen, die oft mit der Absicht gemacht wurde, Menschen ihre alten Ideale hinterfragen zu lassen. Wie hast du selbst deine alten Idealen neu definiert und wie sehen sie heute aus?

Ich hatte nie meine eigenen. Sie ist nicht dazu da, um meine eigenen neu zu definieren. Es geht darum, die Ideale der anderen neu zu definieren. Denn Leute sagen mir immer: „Du kannst nicht rappen, weil du nicht so aussiehst!“ Und ich dachte mir, du hast in deinem Kopf ein Ideal davon, wie ein Rapper auszusehen hat oder wie Hip-Hop aussieht. Und ich komme einfach von einem anderen Ort, an dem ich jeden sehe, der so aussieht wie ich, die das auch mögen.

Und ich denke mir, vielleicht ist alles größer als das in deiner Vorstellung. Und ich möchte einfach Leute dazu bringen, das zu hinterfragen und sehen zu lassen, dass es auch anders sein kann. Ich höre Leute oft über Musik oder Kunst sprechen, die sagen: „Oh, Picasso ist kein richtiger Künstler oder Pop Art ist keine echte Kunst. Wie kann ein Label bemalen Kunst sein? Das ist keine Kunst. Renaissance ist echte Kunst oder Soul ist echte Musik oder Blues ist echte Musik. Rap ist keine echte Musik.“

Oder: „Wenn es beim Rap nur darum geht, Spaß zu haben oder zu feiern, und nicht um dein Leben an sich, dann ist es keine echte Musik.“ Und da denke ich mir: Warum ist das eine besser als das andere? Oder wann wird etwas zur Kunst oder was macht etwas zur Musik und was macht es einfach zu Müll? Ich wollte einfach damit experimentieren und versuchen zu zeigen, dass Musik immer noch Spaß und Kunst und genauso gut sein kann.

Also wünscht du dir mehr Toleranz?

Mehr Toleranz, denke ich, und einfach mehr Offenheit gegenüber dem, wie sich etwas entwickeln kann. Denn manchmal denke ich mir, dass du gerade Amerikaner, die sich damit beschäftigen, was in ihrer eigenen Welt oder eigenen Stadt oder in ihrem eigenen Land los ist, vergessen kannst. Denn da ist diese ganze Welt gefüllt mit Menschen, die das gleiche mögen, aber auf eine etwas andere Art. Und du kannst nicht diese Musik oder diese Kultur oder diesen Stil so haben, wie wir ihn oder ihr in Berlin es gewohnt seid.

Und wie kannst du dann sagen: „Du kannst es hören, aber du kannst es nicht selbst machen“? „Es ist dir nicht erlaubt, weil du nicht so wie wir aussiehst.“ Das ist einfach nicht der Fall, wie sich alles entwickelt und ich möchte einfach, dass die Leute sehen, dass es sich entwickelt und alles etwas größer ist, und ich möchte, dass sie in der Lage sind, das für sich selbst zu sehen.

In London hast du einmal dem Publikum deinen blanken Hintern gezeigt. Denkst du daran, dich selbst als Feministin zu bezeichnen?

Ooh, nicht wirklich. Denn für manche Dinge, die ich tue, würden mir Feministinnen in den Hintern treten. Ich möchte immer noch einen Mann, der mir an manchen Abenden sagt: „Koch’ mir etwas, mach mir Essen!“ Ich glaube, manche Frauen wünschen sich immer etwas…

Sicherheit?

Ja, die Sicherheit eines Mannes, der ein Mann ist, und manchmal möchtest du das spüren, auch in meinen persönlichen Beziehungen geht es mir so. Aber was die Gesellschaft denkt oder wie Medien Frauen porträtieren, gefällt mir nicht. Dann fühle ich mich wie eine Feministin und denke mir: „Was zum Teufel? Fick dich!“ Ich möchte das verändern.

Es gefällt mir nicht und mir gefällt nicht, dass Frauen nicht aggressiv sein dürfen oder dieses oder jenes nicht tragen dürfen. Warum muss es Feminismus sein? Die Konnotation zu dem, was in den Medien gezeigt wird, gefällt mir nicht. In diesem Sinne bin ich feministisch, ja, aber in meinem persönlichen Leben und in anderen Bereichen mag ich es immer noch, die traditionelle Rolle weiterzuführen.

Du zeigst dich nicht ganz nackt, aber du zeigst eine Menge Haut. Aber das scheint für dich in Ordnung zu sein. Auf der anderen Seite der Welt versuchen Männer…

Frauen zu sexualisieren und wir wachsen als Mann und als Frau auf mit der uns erklärten Idee, also der Definition davon, welche Art von Sex und Sexualität für Frauen okay ist. Lange Haar sind okay oder jenem Bild eines Magazins zu entsprechen, das ist Sexualität und das ist okay. Und es ist fast so dargestellt wie: „Du hast so zu sein, du schuldest dem Mann, so zu sein.“ Und in jedem Film endet der Mann mit dem gleichen beschissenen Mädchen, weißt du, was ich meine? Und warum muss es so sein?

Ich mag den Inhalt nicht von dem, was dieser Sexappeal ist. Ich denke nicht, dass das stark ist. Wenn du es auf eine Art tust, die ihnen als aggressiv scheint, kommen die ganze Zeit diese Feministinnen und sagen: „Oh, was tut sie da? Aaaah.“ und flippen aus. Nun, fickt euch! Ich denke, dass Frauen in der Lage sein sollten, so sexy zu sein, wie sie möchten, wie auch immer sie es definieren möchten.

Und wir sollten in der Lage sein, unsere eigene Macht zu haben und wir sollten in der Lage sein, es so zu definieren, wie wir darüber denken. Und wir sollten diejenigen sein, die die Bilder so veröffentlichen, wie wir selbst dargestellt werden möchten und nicht auf eine Art, die demütigend ist. Frauen werden zerstört. Sie sagen „Oh nein, sie hat ihren Hinter gezeigt, ooooh, das ist demütigend“.

Es ist so, als ob du dem die Stärke entnimmst und aus dem die Stärke in deine eigenen Hände nimmst. Fickt euch, ich tue es und man kann sich verdammt gut fühlen. Und es ist großartig und das ist das, was ich darüber denke, und woher ich komme. Und ich tue es immer. Es ist Bullshit, dass sie versuchen, dir zu sagen, dass du es nicht kannst. Denn sie haben Angst davor. Und ich tue es immer! Scheiss drauf.

Wie wird Homosexualität im Hip-Hop-Geschäft gehandelt?

Du meinst homophobe Äußerungen? Yeah, ich weiß, was du meinst. In letzter Zeit habe ich mit so vielen Elektro- und Dance-Produzenten gearbeitet und diese Welt ist irgendwie offener und toleranter dem gegenüber, auch die Modewelt. Ich glaube, langsam aber sicher werden Rapper toleranter, aber immer, wenn ich im Studio bin, höre ich „Bring hier keine schwulen Männer her!“ oder „Red’ nicht darüber!“ Es kann sehr hart sein, aber es ist immer wieder dieses Machogehabe. Dieser ganze Scheiss. Sexualität, die sie nicht kontrollieren können, macht sie verrückt. Homosexualität oder wenn Frauen stark sind, all diese Dinge. Viele Männer im Hip Hop sind so.

Hip-Hop ist immer noch patriarchalisch.

Yeah, Ich hasse es. Ich kenne so viele Männer im Business, die Sachen sagen wie: „Aaah, sie kann es nicht!“, oder „Eeh, wir wollen sie nicht.“ Die Wahrheit ist, dass sie mich nicht das tun sehen wollen, weil ich es auf eine Art und Weise tue, die ihnen nicht gefällt. Sie sagen mir: „Warum müssen deine Songs so aggressiv sein? Ich möchte eine Frau nicht solche Sachen sagen hören. Ich möchte, dass eine Frau sexy ist!“

Und ich denke mir immer, es gibt sehr viele Frauen, die diesen Scheiss sexy finden. Sie möchten mich einfach in einer Art und Weise sexy sehen, die ihnen unterwürfig ist. Wenn sie das sexy finden, scheiss drauf! Denn ich tue es nicht, um sexy für jemanden zu sein, ich tue es für Frauen, um etwas zu haben, dass dir das Gefühl „Yeah, fuck yeaaah!“ gibt. Und ich denke, das ist es, was die Leute verwirrt und sagen lässt: „Es ist sexuell.“ Es ist nicht sexuell für Männer. Es ist sexuell, damit Frauen sich stark fühlen. Das ist ein Unterschied. Ich tue es nicht für Männer.

Die Fotografie stammt von Universal Music
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In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile

Seid ihr schon mal vor dem Fernseher oder eurem Laptop gesessen und habt euch gefragt, was wohl das Dümmste ist, das ihr euch jetzt anschauen könnt, nachdem ihr das komplette Fernsehprogramm von RTL, ProSieben & Co. bereits durch hattet? Die Antwort ist: In Another World with My Smartphone. Das ist...
In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile

In Another World with My Smartphone

Fantasy für
Pädophile

Marcel Winatschek

Seid ihr schon mal vor dem Fernseher oder eurem Laptop gesessen und habt euch gefragt, was wohl das Dümmste ist, das ihr euch jetzt anschauen könnt, nachdem ihr das komplette Fernsehprogramm von RTL, ProSieben & Co. bereits durch hattet? Die Antwort ist: In Another World with My Smartphone. Das ist das Dümmste. Nicht der dümmste Anime, nein, sondern einfach nur das Dümmste, das jemals irgendwo, irgendwann, irgendwie kreiert und anschließend ausgestrahlt wurde. Mit Abstand. Mit Abstand das Dümmste.

Worum geht’s? Der fünfzehnjährige Touya Mochizuki wird versehentlich von Gott mit einem Blitz getötet. Als Entschuldigung lässt er ihn wieder auferstehen, aber da er ihn nicht in seine alte Welt zurückschicken kann, reinkarniert er ihn stattdessen mit einem einzigen freien Wunsch in eine Fantasiewelt.

Touya nutzt seinen Wunsch, um sein Smartphone in die neue Welt mitzunehmen, das Gott netterweise auch noch verbessert. So kann Touya damit zwar nicht mit seiner alten Welt in Kontakt treten, aber das Telefon kann durch Magie leicht wieder aufgeladen werden und funktioniert ansonsten wie zu Hause. Er kann sowohl Nachrichtenseiten aus seiner Welt lesen als auch Google Maps für seine neue Fantasywelt nutzen.

Weil Gott einen ziemlich guten Tag hatte, verstärkt er gleich noch Touyas physische, magische und kognitive Fähigkeiten obendrauf. Quasi als Wiedergutmachung dafür, dass er ihn aus Versehen ermordet hat. Touya nutzt seine zweite Chance im Leben voll aus und freundet sich mit vielen verschiedenen Leuten an, hauptsächlich mit Frauen und hochrangigen Menschen in der neuen Welt. Er beginnt, von Land zu Land zu reisen, löst politische Streitigkeiten, kleinere Quests und vergnügt sich nonchalant mit seinen neu gefundenen Verbündeten.

Was nach einem netten, kleinen Animeabenteuer für zwischendrin klingt, entpuppt sich nach den anfänglichen Folgen als sinnlose Tittenparade. Nachdem Touya in den ersten Episoden so um die zehn verschiedene 08/15-Mädchen kennengelernt hat, die vom Kleinkind über die Sexbombe bis hin zur 600 Jahre alten Vampirkönigin im Teenagerkörper reichen, geht es kurz darauf nur noch um die Frage, wen von den unterfickten Minderjährigen Touya irgendwann einmal heiraten wird.

In Another World with My Smartphone scheint von einem pubertären Zwölfjährigen geschrieben worden zu sein, der absolut keine Ahnung davon hat, wie soziale Interaktionen funktionieren sollten, damit sie auch nur irgendeinen Sinn ergeben.

Eine Folge dreht sich zum Beispiel lediglich um die überaus wichtige Frage, welche der zehn laufenden Wichsvorlagen für Perverse Touya zuerst ihr mehr oder weniger vorhandenes Unterhöschen zeigen darf. Ab und zu tauchen ein paar Ninjas, Monster oder Drachen auf, aber die sind nach fünf Minuten abgearbeitet, damit man schnell wieder zurück zum Wesentlichen kommen kann.

Ich habe In Another World with My Smartphone bis zum Ende geschaut. Nicht etwa, weil ich wissen wollte, ob die Serie vielleicht doch noch die Kurve bekommt und eine abenteuerliche Geschichte in einer auf den ersten Blick klischeehaften Fantasywelt erzählt, nein, mir war nach den ersten drei Folgen klar, dass das hier alles Müll ist.

Und In Another World with My Smartphone ist auch nicht witzig dumm oder lustig blöd, nein, In Another World with My Smartphone ist einfach nur scheiße. Ohne Wenn und Aber. Im Grunde war ich einfach nur zu faul, auszuschalten und mir etwas Neues zu suchen, was nebenher laufen kann, während ich mir die Börsenkurse notierte. Oder so.

Jeder, der für In Another World with My Smartphone verantwortlich ist oder daran beteiligt war, sollte in Grund und Boden geklagt werden. Ihr kennt mich: Ich mag Brüste. Kleine, große, junge, alte, helle, dunkle. Und mir ist es egal, wenn der Feminismus mit Füßen getreten wird, solange es in der Welt, die mir da vorgesetzt wird, Sinn ergibt.

Das ist ja das Tolle an Filmen und Serien: Sie können zeigen, was sie wollen. Sie müssen kein Vorbild sein. Sie dürfen über die Stränge schlagen. Nur weil im Tatort jede Woche ein armer Idiot erschossen wird, heißt das ja nicht automatisch, dass jeder Zuschauer Mord für eine gute Sache hält.

Aber In Another World with My Smartphone macht einfach keinen Sinn, für niemanden. Weder für die Zuschauer noch für die Protagonisten. Und wenn man sich endlich ein wenig auf die Figuren und die Welt eingelassen hat und denkt: „Ach, so schlimm ist es doch gar nicht“, dann werfen die Macher einfach noch ein paar halbbekleidete Irre in den animierten Harem für Idioten.

Was haben wir noch nicht gehabt? Roboter mit Titten? Hier, bitte! Wissenschaftlerin in Strapsen? Hier, bitte! Zwölfjährige mit Heiratsfetisch? Hier, bitte! Und jetzt prügelt euch alle um Touya, den verklemmten Loser im weißen Zuhältermantel, dessen einziges Alleinstellungsmerkmal ein magisches Handy ist. Selbst der pädophilste Harald muss sich bei In Another World with My Smartphone denken, dass er hier nach Strich und Faden verarscht wird.

Wenn ihr euch überlegt, doch mal bei In Another World with My Smartphone reinzuschauen, um euch ein eigenes Bild zu machen, dann kann ich nur sagen: Nein! Ich verbiete es euch! Jeder mehrmals überfahrene Waschbär auf der A7 kann euch eine bessere Geschichte liefern als das, was hier zu einem Anime zusammengekleistert worden ist, während die Macher mit offener Hose vor dem Zeichenbrett saßen und irgendwann jegliche Handlung über Bord geworfen haben, damit irrelevante Fantasymädchen sich Minute für Minute in ihrer absoluten Notgeilheit übertrumpfen können. In Another World with My Smartphone ist das Dümmste. Mit Abstand. Mit Abstand das Dümmste.

In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile In Another World with My Smartphone: Fantasy für Pädophile
Die Illustration stammt von Patora Fuyuhara, Eiji Usatsuka, Crunchyroll und TV Tokyo
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Selena Gomez: Vom Disneymädchen zum Superstar

Ich sage es jetzt mal, wie es wirklich ist: Selena Gomez ist der mit Abstand schönste, emotionalste, interessanteste, liebenswerteste und tollste Mensch auf diesem Planeten. Mit Abstand. Egal, durch wie viele Hochs und Tiefs sie auch geht, wie sehr die Welt auf sie herab und hinauf schaut und wie un...
Selena Gomez: Vom Disneymädchen zum Superstar

Selena Gomez

Vom Disneymädchen
zum Superstar

Marcel Winatschek

Ich sage es jetzt mal, wie es wirklich ist: Selena Gomez ist der mit Abstand schönste, emotionalste, interessanteste, liebenswerteste und tollste Mensch auf diesem Planeten. Mit Abstand. Egal, durch wie viele Hochs und Tiefs sie auch geht, wie sehr die Welt auf sie herab und hinauf schaut und wie unwohl sie sich bei all diesem Starrummel auch fühlt – sie kehrt immer wieder zurück. Immer wieder.

Selena Gomez lässt sich durch nichts und niemanden unterkriegen. Nicht von der Presse, nicht von Instagram, nicht von Justin Bieber, nicht von irgendeiner Krankheit. Selena Gomez ist die Stärke in Person. Und um das wiederholt zu beweisen, erfindet sie sich und ihre Musik immer wieder neu.

Ganz gleich, ob es sich um eine emotionale Abrechnung oder einen clubtauglichen Track handelt, Selena Gomez, die durch die Disney-Serie Die Zauberer vom Waverly Place bekannt wurde, manövriert sich mit einer dynamischen, anmutig zurückhaltenden Gesangspräsenz durch jedes Lied.

„Meine Priorität bei meiner Musik ist es, meine Stärken herauszufinden, und eine Möglichkeit, dies zu tun, bestand darin, meine tiefsten Gedanken zu erforschen“, sagt Selena. „Ich bin wirklich stolz darauf, und ich glaube, es hat mir geholfen, die bestmögliche Leistung zu erbringen.“

Ein weiterer wichtiger Punkt ihrer Arbeit: Sie schüttelte ihre Angst ab, in ihren Texten ihre Seele offen zu legen. „Es gibt Momente, in denen es mir unangenehm ist, bestimmte Dinge in meinem Leben anzusprechen, also musste ich daran arbeiten, stark genug zu werden“, erzählt Selena uns. „Schließlich habe ich gelernt, diese Barrieren zu überwinden, und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist alles sehr emotional anstrengend, aber auf eine gute Art und Weise.“

Obwohl Selena, die unter anderem bereits mit international beliebten Künstlern wie Blackpink, Gucci Mane und Taylor Swift kooperiert hat, ganz offen zugibt, dass ihre Rolle als Popvorbild sie anfangs durchaus eingeschüchtert habe, packte sie die Gelegenheit schließlich beim Schopfe und kostete die neuen kreativen Freiräume aus.

“Ein so großer Teil meines Lebens hat sich nun schon in der Öffentlichkeit abgespielt, und ich stehe inzwischen an einem Punkt, an dem ich einfach die Dinge artikulieren will, die mir persönlich wichtig sind, ganz gleich, wie die Leute das dann aufnehmen oder darauf reagieren“, erzählt Selena uns. „Und ich will niemandem etwas vormachen: Alles, was ich singe, muss wirklich meine Gedanken und Gefühle widerspiegeln.” Und genau für diese Einstellung lieben wir sie.

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Die Fotografie stammt von A24, Interscope Records und YG Entertainment
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Küssen, Saugen, Nuckeln: Eine Ode an den Mund

Der Begriff Oral ist ein wunderbares Wort, welches im alltäglichen Leben leider selten Verwendung findet. Dabei klingt es so harmonisch: Oralchirurgie, Oral B, Oralverkehr… Und da hört’s auch schon auf. Aber woran liegt das? Denn dieses kleine Wort umschreibt doch kurzerhand den Grundinstinkt des...
Küssen, Saugen, Nuckeln: Eine Ode an den Mund

Küssen, Saugen, Nuckeln

Eine Ode an
den Mund

Katrin Olszewski

Der Begriff „Oral“ ist ein wunderbares Wort, welches im alltäglichen Leben leider selten Verwendung findet. Dabei klingt es so harmonisch: Oralchirurgie, Oral B, Oralverkehr… Und da hört’s auch schon auf. Aber woran liegt das? Denn dieses kleine Wort umschreibt doch kurzerhand den Grundinstinkt des Menschen.

Die Triebtheorie von Sigmund Freud besagt: Wir werden von angeborenen Trieben gesteuert, bei denen es darum geht seinen Grundbedürfnissen zu folgen. Stimmt. Sigmund Freud entdeckte bei Säuglingen das Lustprinzip, das im Jugendalter in sexuelle Stimulationen umgewandelt wird.

Der Lustgewinn entsteht logischerweise durch Körperkontakt. Haut an Haut, sich an Gegenständen reiben, Saugen, Nuckeln. Und etliche andere Späße. Da fragt man sich doch, ob man als Kind eigentlich auch schon eine Erregung hatte, wenn einem die Mutti den Lutscher in den Mund geschoben hat.

Oder hat das alles mit der Persönlichkeit des Menschen zu tun? Ich empfinde es beispielsweise als ekelhaft in der Bahn zu sitzen und an einer Banane zu kauen, wenn mich ein alter Mann dabei beobachtet. Aber ich mag auch keine Bananen. Und alte Männer erst recht nicht.

Doch nehmen wir die Zigarette. Schaue ich mir Fotos mit rauchenden Menschen an, finde ich es sinnlich und ästhetisch, wie sich der Mund formt und der Qualm emporsteigt. Überlegen wir nur, wie es in den 50er-Jahren gewesen sein muss, als jeder Zweite im Film qualmte.

Das Kino war scheinbar ein einziger Orgasmus. In der Fiktion ist das gut vorstellbar, in der Wirklichkeit mag es schon wieder ganz anders aussehen. Wenn du deinem nichtrauchenden Gegenüber immer schön in die Fresse pustest, kriegst du höchstens eine rein.

Aber Raucher hin oder her. Fest steht, alles, was mit Mündern zu tun hat, ist eigentlich immer gut. Da wird mir keiner widersprechen. Sei es Mann oder Frau. Schließlich essen, reden, rauchen, trinken und lutschen wir mit ihnen. Münder sind nun mal ein fucking Event.

Die Fotografie stammt von Ian Dooley
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Mark Forster: Die deutsche Popkultur ist nicht mehr zu retten

Wenn das Deutschland ist, dann möchte ich mit dieser Nation nichts mehr zu tun haben, denke ich mir, als zum zwölften Mal hintereinander die nervige Telekom-Werbung für ein Konzert mit dem als hippen Kappenträger verkleideten Schlagersänger Mark Forster läuft. Dabei wollte ich doch nur Pamela Rei...
Mark Forster: Die deutsche Popkultur ist nicht mehr zu retten

Mark Forster

Die deutsche Popkultur ist nicht mehr zu retten

Marcel Winatschek

Wenn das Deutschland ist, dann möchte ich mit dieser Nation nichts mehr zu tun haben, denke ich mir, als zum zwölften Mal hintereinander die nervige Telekom-Werbung für ein Konzert mit dem als hippen Kappenträger verkleideten Schlagersänger Mark Forster läuft.

Dabei wollte ich doch nur Pamela Reifs neuestes Fitnessvideo auf YouTube schauen – aus Gründen, die genau so wenig mit Gesundheit, Sport und richtiger Ernährung zu tun haben, wie der doppelt belegte Dürümdöner, extra scharf und mit Käse obendrauf, den ich mir währenddessen so weit wie nur irgendwie menschlich möglich in den weit aufgerissenen Mund schiebe.

Nazis, Verschwörungstheoretiker und hustende Impfgegner sind noch nicht schlimm genug, um dieser Nation endgültig den Rücken zu kehren, aber Mark Forster, nein, das geht gar nicht, da schüttelt es mich ganz tief drin, da wird sogar ein gewagter Sprung aus dem offenen Küchenfenster mit jedem weiteren Takt, mit jedem weiteren Wort attraktiver.

Mark Forsters Musik, wenn man das so nennen möchte, kommt künstlerisch gesehen gleich nach Hüttenkäse mit Schnittlauch. Lediglich das Altpapier zum lokalen Wertstoffhof zu fahren, sich einen Parkplatz zu suchen, auszusteigen, den Kofferraum zu öffnen, das Bündel an vergilbten Zeitungen, Magazinen und Pornoheftchen auszuladen und anschließend in den korrekten Container zu werfen, bevor man zwei, drei Sätze über’s Wetter mit dem hiesigen Stadtangestellten austauscht, ist noch langweiliger. Obwohl ich für diese Behauptung gerne eine wissenschaftliche Grundlage hätte, bevor ich mich da endgültig festlege.

Wenn irgendwer mich fragt, warum die deutsche Popkultur nicht im Entferntesten so erfolgreich ist wie die amerikanische, die britische, ja selbst die südkoreanische, dann spiele ich ihnen 194 Länder von Mark Forster vor und sie verstehen es, das Leid, die Ohnmacht, die kreative Dystopie, die dieses, naja, Machwerk ausstrahlt.

Ihr Blick senkt sich, ein kurzes Nicken, ein schwerer Seufzer, bevor sie mit ihren Platten von Kendrick Lamar, Dua Lipa und BTS unter’m Arm zurück in die künstlerische Zivilisation flüchten – Hauptsache fort von hier, diesem schwarzen Loch der medialen Diversität, so schnell wie nur irgendwie möglich. Bei Mark Forster fühlt man sich, als würde einen der eigene Onkel unsittlich im Schritt berühren, während er einem leise „Du bist toll!“ ins Ohr haucht. Und man fragt sich selbst: Ist das jetzt noch Missbrauch oder schon die neue Normalität?

Seitdem ich meine ersten drei englischen Wörter gelernt habe, Dog, Tree und Cockcumcunt, möchte ich Deutschland den Rücken kehren. Die Inspiration strahlt vom Westen, vom Osten, vom Norden, vom Süden herüber, aber eines ist sicher: Hier ist sie nicht. Hier gibt es nur Schwarzbrot, RTL und Mark Forster. Aber je weiter es mich fort zieht, desto stärker pocht mein Drang auf Heimat.

Und mit Heimat meine ich sicherlich keine Werte, keinen Stolz und auch keine Parolen. Heimat, das ist für mich die Techno-CD der Schlümpfe, das sind die mehr schlecht als recht synchronisierten Animes auf RTL 2 und das ist bei McDonald‘s gleichzeitig sowohl vom nachfolgenden Kunden als auch vom ungeduldigen Kassierer angeschnauzt zu werden, weil man mal einen mutigen Tag hatte und wissen wollte, was das bitte für eine weiße Sauce auf dem ranzigen Aktions-Big-Mac ist.

In Deutschland ist nichts, aber auch gar nichts cool. Filme, Serien, der 08/15-Ich-ficke-deine-Mutter-Hip-Hop. Selbst mongolische YouTuber sind wahrscheinlich interessanter als das, was sich innerhalb unserer Grenzen auf dieser kontinuierlich als zukunftsweisend titulierten Plattform eigenständig aus einem Pool von heute vollkommen irrelevanten Amateurkomikern heran gezüchtet hat und nun von einer ganzen Generation an Medienschaffenden zunächst gefürchtet und anschließend gefeiert wird, fast so, als würde sie am digitalen Stockholm-Syndrom leiden.

Rezo sagt einmal etwas über die amtierende Bundeskanzlerin und wird anschließend durch jede Talkshow mit mehr als fünf auf den ersten Blick noch lebenden Zuschauern geschleift, weil er ja die politisch und gesellschaftlich kritische Stimme der Jugend ist. Und von der darf es schließlich nur eine geben. Mehr können sich die langsam dahin rottenden ZDF-Zuschauer nämlich nicht merken. Der Typ mit den blauen Haaren, das muss reichen. War da nicht noch eine, die das Klima retten wollte? Ach, egal. Von Instagram, Twitter und TikTok möchte ich erst gar nicht anfangen, da haut schließlich jeder drauf, der mehr als drei Minuten im Internet verbracht hat – und zwar zurecht.

Deutschen Schauspielern sieht man in jeder einzelnen Sekunde an, dass sie lieber auf der Theaterbühne stehen würden, als sich hier für den dreiundzwölftigsttausendsten Tatort niederschießen zu lassen. Aber was willste machen? Die ARD zahlt halt besser als die Wald-und Wiesen-Schaubühne in Buxtehude. Über das deutsche Fernsehen an sich wird seit seiner Entstehung geschimpft, auch und gerade von den Menschen, die es machen. Ein weiteres Wort darüber zu verlieren, das wäre, als würde man das sprichwörtliche tote Pferd treten, drauf spucken und dann einen dämlich grinsenden TikToker drüber tanzen zu lassen.

Mit dieser digitalkritischen Anmerkung möchte ich im Übrigen nur beweisen, dass ich am Anfang des Jahres gelernt habe, welche neue, hippe Social-App die 12- bis 12-½-Jährigen heutzutage verwenden, um für 15 Sekunden Ruhm halbnackt in ihren mit Ikea-Möbeln zubetonierten Kinderzimmern herum zu hampeln. Anfang nächsten Jahres wird das schon wieder eine andere Applikation sein, das ist schließlich der unaufhaltsame Kreislauf der sozialen Medien.

So zu tun, als würde man sich nur am Rande mit der voran schreitenden Evolution der digitalen Revolution befassen, anstatt zuzugeben, dass man einfach nur zu alt, zu fett und zu hässlich ist, um auf diesen neuen Plattformen etwas zu reißen, und sich deshalb Nacht für Nacht mit einer Packung Schokoladeneiscreme im Arm leise in den Schlaf weint, ist übrigens genauso traurig wie öffentlich immer und immer wieder breitzutreten, dass man keinen Fernseher besitzt, Facebook gelöscht hat oder Brot ab jetzt selbst backt, weil man das ja immer schon mal machen wollte. Warum auch immer.

Menschen, die zu Hause Brot backen, das sind diejenigen, die währenddessen Mark Forsters neues Album laufen lassen, seinen pseudoweisen Worten lauschen, zuhören, mitwippen. „Mann, wann seh‘ ich dich endlich? Ich schick‘ ’n Herz in Rot zu dir!“ Wow, so romantisch, der Mark. „Manches kommt und geht und kommt nie mehr, und dadurch ist es noch mehr wert!“ Wow, so tiefsinnig, der Mark. „Ich sag‘ dem alten Leben Tschüss, Affe tot, Klappe zu, wie die Kinder in Indien, ich mach‘ ’n Schuh!“ Wow, so… ähm… okay, das ist selbst mir zu hoch.

Ich möchte den Leuten, die sich freiwillig ein komplettes Album von Mark Forster anhören, von vorne bis hinten, die auf seinen Konzerten zustimmend mit dem Kopf nicken, die sich dabei an den Freund oder die Freundin kuscheln und sich endlich durch und durch verstanden fühlen, die philosophische Vollkommenheiten wie „Wir sind für immer, forever, von jetzt an bis zum Schluss, ich geh nicht mehr weg, never ever, bin bei dir, wenn wer mich sucht!“ mitgrölen und es auch so meinen, tief in die Augen schauen, direkt in ihren Kopf, und wirklich, ganz ehrlich verstehen, welche fatalen Entscheidungen sie in ihrem Leben getroffen haben, um jetzt, hier, vor dieser Bühne zu stehen, und den einlullenden Lebensweisheiten von Mark Forster zuzuhören, anstatt wortwörtlich irgendetwas anderes zu erleben. Irgendetwas. Irgend. Etwas.

Sie hätten, im wahrsten Sinne des Wortes, alles andere auf diesem Planeten und darüber hinaus machen können, aber nein, sie haben sich bewusst dazu entschieden, Tickets übers Internet zu kaufen, mit drei, vier Freunden in ein Auto zu steigen, ins Deutsche Eck nach Koblenz zu fahren, sich zwei Stunden lang Lieder wie Übermorgen, Chöre und Wir sind groß anzuhören, und das auch noch gut zu finden, und anschließend am besten noch ein Tour-T-Shirt und ein Poster käuflich zu erwerben, damit auch ja alle übrig gebliebenen Freunde, Kollegen und Bekannten mitbekommen, dass sie bei Mark Forster waren. Und anstatt sich dafür zu schämen, sind sie auch noch stolz drauf.

Im Groben und Ganzen trägt genau diese in allen erdenklichen Faktoren durchschnittliche Einstellung der jedes Jahr für eine Woche nach Mallorca, und wenn sie tollkühn sind, auch mal nach Thailand fliegenden Bankangestellten dazu bei, dass die deutsche Popkultur nicht mehr zu retten ist. Und mir geht es dabei gar nicht um den Mainstream oder dass lediglich diejenigen tolle Menschen sind, die sich psychedelischen 70er-Jahre-Underground-Rap-Metal aus Finnland anhören, weil nur der einem den Sinn des Lebens klar macht.

Mark Forster ist, genau wie Helene Fischer und Andrea Berg vor ihm, der absolute Nullpunkt derjenigen, die in ihrem Leben niemals auch nur einen Millimeter über den kulturellen Tellerrand geschaut haben. Die sich ihren Musikgeschmack von Spotify, Antenne Bayern und dem Kulturressort von Omas Fernsehzeitung diktieren lassen, die das Erstbeste in ihre seichte Persönlichkeit aufgenommen haben, was ihnen an den Kopf geworfen wurde: eine harmlose Poprockschlagerscheiße, die so knapp an der kreativen Flatline vorbei schrammt, dass selbst das Besetztzeichen im Telefon aufregender ist.

Wenn du nachmittags eine Stunde lang durchgängig Radio hören kannst, von einer Nachrichtensendung bis zur nächsten, ohne vollkommen verrückt zu werden, ohne den langsam in dir aufsteigenden Drang zu verspüren, den Empfänger aus dem Auto zu reißen oder aus dem Großraumbüro, in dem du irgendwie gelandet bist, zu werfen, dann weißt du, dass dein Leben vertan ist, dass du niemals etwas Bedeutungsvolles schaffen oder erreichen wirst, dass du den gleichen Weg gehst, den schon Millionen vor dir gegangen sind, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken, dass man vielleicht nicht immer nur geradeaus laufen muss, sondern auch mal eine der unzähligen Abzweigungen nutzen könnte.

Aber das wäre viel zu riskant, wer weiß, was da auf einen wartet. Also hörst du lieber weiter Mark Forster, auf den man nur trifft, wenn man in seinem kläglichen Dasein niemals auch nur den Hauch eines Risikos eingegangen ist, und hast dich längst an diese unsittliche Berührung irgendwo tief in deiner in Mittelmäßigkeit ertrinkenden Seele gewöhnt. Oder wie Mark es philosophisch versiert ausdrückt: Da fährt ein Bus.

Die Illustration stammt von Benjamin Kakrow
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Gewaltige Gedanken: Ich möchte Menschen abschlachten

Ich habe des Öfteren das Verlangen danach, Menschen so richtig eine in die Fresse zu hauen. Ihnen die Visage zu vermöbeln. Baseballschläger in den Rücken rammen, Augen mit Silberlöffeln ausheben, die Leiche mit Blutspritzern des herausgerissenen Herzen dekorieren, ankokeln, draufpinkeln, hämisch lac...
Gewaltige Gedanken: Ich möchte Menschen abschlachten

Gewaltige Gedanken

Ich möchte Menschen
abschlachten

Sara Navid

Ich habe des Öfteren das Verlangen danach, Menschen so richtig eine in die Fresse zu hauen. Ihnen die Visage zu vermöbeln. Baseballschläger in den Rücken rammen, Augen mit Silberlöffeln ausheben, die Leiche mit Blutspritzern des herausgerissenen Herzen dekorieren, ankokeln, draufpinkeln, hämisch lachen, noch mal reintreten.

Ihre toten Körper verstümmeln, mich mit meinen Zähnen an ihren Organen vergnügen, einzelne Gliedmaßen ihrer leblosen, stinkenden Kadaver abnagen und immer schön fest mit einem Ziegelstein draufhauen. Sie zermatschen. Sie sterben sehen und hören. Eine abartige Lust daran, Schmerz zu verteilen. In ihre Augen zu gucken und durch sie durch zu sehen. Aus Neugierde. Wer will nicht wissen, wie sich das anfühlt?

Manchmal frage ich meine Freunde, ob sie das kennen. Mit sanfteren Beispielen. Ob sie bei 200 Kilometer pro Stunde das Lenkrad herumreißen möchten, um gegen ein Auto auf der Nebenspur zu knallen. Ob sie ab und zu ein süßes Baby halten und dann den inneren Drang verspüren, es einfach loszulassen. Auf den Beton aufklatschen lassen. Gehirnbrei zu löffeln. Ob in Eile vorbeifahrende Fahrradfahrer, die aus dem Nichts von ihren Mühlen heruntergetreten werden, nicht eine unterhaltsame Vorstellung wäre?

Meine Freunde gucken mich dann immer entsetzt an. Nein, sie kennen das Gefühl nicht. Ich lache und tue es als Spaß ab. Aber die Realität ist, dass mir diese Gedanken im Gehirn herumschwirren, als hätte ich ein fundamental psychisches Problem. Als wäre ich eine tickende Zeitbombe, die bald explodiert. Ich bin Christian Bale, das ist mein German Psycho.

Es ist kein Hass auf Individuen, so viel ist klar. Es hat auch nichts mit Wut zu tun. Ich habe schon einige Menschen verachtet und auch gehasst. War irrational wütend und bin ausgerastet. Aber niemals habe ich jemandem handgreiflich weh getan. Und wenn wir schon dabei sind: Meine Aggressionen in der Realität sind tendenziell eher passiv, selbst verbale Drücker spare ich meist aus. Der seelische Stress, der Diskussionsterror mit unterbelichteten Vollidioten, und Erzfreinde – das alles brauche ich nicht in meinem Leben.

Woher kommt dann also dieses Verlangen danach, auf brutalste Art und Weise destruktiv zu sein, Schmerz zu verbreiten, mich selbst in der Folter anderer auszupowern? Was ist das für eine Ader, die unter meiner Haut pocht? Ist es eine Fantasie, die niemals die Oberfläche erreicht? Bin ich alleine auf der Welt mit meinem Gore-Kopfkino? Habe ich ein Problem, das von einem Professionellen mal durchgesichtet werden müsste? Bin ich soziopathisch, eine Massenmörderin in der Mache, sind das erste Anzeichen?

Wir reden über Massenmörder und Serienkiller, aber auch über Amokläufer. Ungeplante Durchhänger bei den Outlaws unserer Generation, Menschen, die wahrscheinlich schon ähnliche, reflexartige Momente in ihren Emotionen verspürten und irgendwann einfach den rationalen, menschlichen Teil dicht machten, um diesem Instinkt nachzugehen. Aber das sind Menschen, die von vornerein labil waren, gedisst wurden, sich mit dem System kritisch auseinandersetzten oder schlicht und einfach schon krank geboren wurden.

Ich hingegen lebe ein stabiles Leben. Eines mit Strukturen. Ich will nicht gezielt jemandem aus Rache das Leben nehmen. Ich will niemandem das Leben nehmen. Es ist die reine Gewalt, das Gefühl, die Augen zuzumachen und draufschlagen zu wollen. Ich stelle mir nichts lieber vor, als in einem Boxring zu stehen und Schellen zu verteilen. Vielleicht, weil das niemals stattfinden wird. Vielleicht, weil das auch Stärke verkörpert, eine herablassende Art zu sagen: Fickt euch, ich kann euch weh tun.

Vielleicht ist das ja auch die allgemeinbekannte und hochgradig geschätzte „Dunkle Seite“, der man sich bedient, wenn man ein cooler Mensch ist und verschroben, distanziert und unnahbar wirken möchte. Vielleicht ist das dieses kleine, wohlbehütete Geheimnis, das jeder in sich wahrt. Die einen stehen darauf, angepinkelt zu werden, die anderen stellen sich im Alltag vor, irgendwelchen fremden Menschen mit meiner Münzrolle in der Faust bewaffnet auf dem Bürgersteig unerwartet die Nase zu brechen.

Vielleicht ist das diese Illusion der Natur, die schon in Fight Club durchschimmerte. Das Loslösen von unserer steifen und starren Gesellschaft. Der Traum, frei zu sein. Also auch der Traum, Dinge und sich selbst zu zerstören. Mit Sicherheit würde meine Faust keine zwei Schläge aushalten, bevor sie bricht und ich selbst in Pein und zerfleischendem Schmerz zusammenbreche.

Ein Kontrast zum Wunsch nach Weltfrieden, das Drama, ein endloser Kampf, zurück zur Natürlichkeit. Zurück zu dem Augenblick, wo wir unser Essen noch jagen, wo wir unser Rudel beschützen mussten. Das alles wurde uns genommen, und als Konsequenz schlagen wir, wenn auch nur mental, wild um uns herum. Gebt mir Hustle, gebt mir einen Grund, mich zu wehren, zu rebellieren.

Ist das eine dunkle Seite, die jeder in sich trägt und niemals offen bespricht? Sind die entsetzten Blicke meiner Freunde echtes Entsetzen? Oder nur eine Ablenkung von den eigenen bösartigen Gelüsten nach Stärke? Ist es das Fernsehen, die Horrorfilme, die Musik, unsere Gesellschaft, mein Weltschmerz, unverarbeitete Pubertät, die verdammten Videospiele? Bin ich alleine in meiner kleinen Klapse der höheren Gewalt?

Die Fotografie stammt von Christopher Ott
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Zum Dank gibt's Sex: Ich schlafe mit Männern, weil sie mich zum Essen einladen

Natürlich kann man jetzt schlimm finden, dass ich mit einer Menge Typen geschlafen habe, ohne das wirklich gewollt zu haben. Aber ehrlich gesagt geht mir das die meiste Zeit am Arsch vorbei. Ich bin es gewohnt, von Typen ausgenutzt und benutzt zu werden. So sehr, dass ich es inzwischen überhaupt nic...
Zum Dank gibt's Sex: Ich schlafe mit Männern, weil sie mich zum Essen einladen

Zum Dank gibt's Sex

Ich schlafe mit
Männern, weil sie mich
zum Essen einladen

Nadine Kroll

Natürlich kann man jetzt schlimm finden, dass ich mit einer Menge Typen geschlafen habe, ohne das wirklich gewollt zu haben. Aber ehrlich gesagt geht mir das die meiste Zeit am Arsch vorbei. Ich bin es gewohnt, von Typen ausgenutzt und benutzt zu werden. So sehr, dass ich es inzwischen überhaupt nicht mehr schlimm finde, aus Pflichtgefühl mit einem Typen zu schlafen, den ich in Wirklichkeit eigentlich gar nicht ficken will.

Vielmehr sehe ich es als eine Art Superpower, die ich über all die Jahre hinweg entwickelt habe, die irgendwelche Typen ihre Dinger in meine Körperöffnungen gesteckt haben, ohne dass ich wirklich Bock darauf hatte, mich von ihnen penetrieren zu lassen oder sonst irgendeine Art von Körperkontakt zu pflegen.

Ich hab mich von einem Typen in seinem Auto ficken lassen, weil ich dankbar dafür war, dass er mich nach einer Privatparty bis vor die Haustür meiner Eltern gefahren hat, sodass ich nicht im Dunkeln heimlaufen musste. Ich war ihm so dankbar dafür, dass er mich mit dieser großzügigen Tat davor geschützt hat, von irgendeinem wildfremden Mann auf dem dunklen Nachhauseweg vergewaltigt zu werden, dass ich mir auf dem Beifahrersitz von ihm in den Mund spritzen ließ, ohne es wirklich zu wollen.

Mit einem anderen hab ich gebumst, weil er mich erst ins Kino und dann auch noch zum Abendessen im Soho House eingeladen hat. Er hat bezahlt, also war für mich irgendwie klar, dass ich am selben Abend noch die Beine breit machen würde. Auch wenn ich den Typen selbst wirklich überhaupt nicht geil fand. Genau wie im Übrigen das Essen, das ich im Soho House serviert bekommen hatte, das ich aber auch einfach aus dem Grund komplett aufgegessen habe, weil es 37 Euro gekostet hat und ich ein höflicher Mensch bin.

Besagter Typ hat mich beim Rummachen gefragt, ob er mir auf den Arsch pissen darf. Ich hab nein gesagt, aber er hat es trotzdem gemacht. Im Nachhinein finde ich das sogar irgendwie okay. Ich meine, er hat für das Date mit mir ja locker achtzig Euro hingelegt. Das ist mehr, als eine Nutte in der Kurfürstenstraße für einen Fick bekommt. Und die nimmt sicherlich auch maximal die Hälfte ihrer Kunden wirklich freiwillig und gern mit sich ins Bett.

Die etlichen Male, die ich mit meinem letzten Freund gebumst habe, ohne wirklich Lust zu haben, von ihm penetriert oder geleckt zu werden, kann ich nicht einmal mehr zählen. Wir haben es seit Beginn unserer Beziehung bis zum Ende eigentlich jeden Tag getrieben, und nur so zweimal in der Woche hatte ich wirklich Lust darauf, an der Inszenierung mitzuwirken.

Es hat mich aber auch nicht weiter gestört, weil mein Exfreund sowieso zu dem Typ Mann gehört, der nach zwei bis drei Minuten mit einem lauten Grunzen über dir zusammenbricht und dann erst mal für ein paar Stunden schlafen muss, sodass ich nach jedem Fick mit ihm erst mal eine ganze Weile meine komplette Ruhe vor ihm hatte, was ich immer ziemlich gut fand.

Kann man wie gesagt alles richtig schlimm finden, und ich versteh sogar die Hardcorefeministinnen mit ihrem #Aufschrei und ihrem Gerede darüber, dass das ja irgendwie Gewalt ist, aber die Wahrheit ist: Erstens geht mir auch das komplett an meinem wunderschönen Arsch vorbei und zweitens gibt mir das Gefühl, von Jungs so ausgenutzt und benutzt zu werden, auch eine gewisse Art von Macht. Macht, die du nur hast, wenn du eine Muschi hast, die generell für alle Menschen offen steht, die nett sind und dich nicht so scheiße behandeln, wie das dein eigener Vater immer getan hat.

Indem ich mit mir machen lasse, was die Männer, die mich ficken, wollen, übe ich eigentlich eine Art von Macht über sie aus, schließlich fahren sie mich nach Hause oder kaufen mir ein teures Abendessen, und alles was ich dafür tun muss ist mit ihnen Sex zu haben, an den ich mich im Nachhinein sowieso nicht mehr erinnere, weil er so belanglos war wie die Typen selbst.

Ich bin übrigens nie vergewaltigt worden oder so, auch nicht als Kind, obwohl das mancher Hobbypsychologe hier bestimmt denkt, wenn er diese Zeilen von mir liest. Ich hab einfach nur sehr früh verstanden, wie das Prinzip Sex funktioniert und habe das Spiel perfektioniert.

Indem es mir absolut egal ist, was irgendwelche dahergelaufenen Kerle mit mir anstellen, kann ich mit all diesen abgefuckten Losern schlafen, ohne mich danach dreckig zu fühlen, auch wenn ich in erster Linie gar nicht mit ihnen bumsen wollte. Ich weiß, dass das für die meisten Menschen absolut keinen Sinn macht, aber bei mir ist das nun mal einfach so.

Als ich das mal einer Freundin so erzählt habe, hat sie auch ziemlich schockiert getan und mich gefragt, ob ich vielleicht asexuell bin, wenn ich all diesen Sex eigentlich gar nicht haben wollte. In Wirklichkeit war sie nur neidisch, glaube ich, dass ich das kann und sie dagegen nicht. Asexuell bin ich übrigens nicht.

Ich habe schon wirklich gerne Sex, nur eben auch mit einer ganzen Menge von Typen geschlafen, wo ich drauf hätte verzichten können, wenn die Situationen anders gewesen wären und ich ihnen nicht irgendwas dafür geschuldet hätte, dass sie nett zu mir waren, mich bei sich übernachten lassen oder mich ins Kino eingeladen haben.

Auf Rock am Ring habe ich zum Beispiel mal mit einem Typen gebumst, weil der mich in seinem Zelt hat schlafen lassen, nachdem ich einfach all meine Leute verloren hatte und orientierungslos über den Zeltplatz irrte. Natürlich hätte ich mich nicht von ihm ficken lassen, wenn ich mein eigenes Zelt wiedergefunden hätte, weil er wirklich nicht mein Typ war, aber ich war besoffen und er echt nett, und dadurch ist die Sache meines Erachtens nach auch nicht verwerflich.

Ich habe in den meisten Fällen, in denen ich mit irgendjemandem gefickt habe, zwar nicht explizit ja gesagt, aber nein gesagt hab ich wie erwähnt eben auch nicht, außer bei der Sache mit dem Anpissen. Und die war im Nachhinein betrachtet auch gar nicht so schlimm, ich meine, er hat mir ja nur auf den Arsch gepisst und dabei nicht weh getan.

Die Fotografie stammt von Dainis Graveris
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Türkisches Paradies: Ein Stückchen Dekadenz in Didim

Didim ist nicht nur irgendein Urlaubsort, an dem getrunken und gefeiert wird. Denn beim Namen der Stadt beginnend, trägt es Geschichte, die leider im eigenen Land kaum Achtung geschenkt bekommt. Es sind die Deutschen und Franzosen, die das Geld und Interesse haben, um das kulturelle Erbe zu entdecke...
Türkisches Paradies: Ein Stückchen Dekadenz in Didim

Türkisches Paradies

Ein Stückchen
Dekadenz in Didim

Meltem Toprak

Didim ist nicht nur irgendein Urlaubsort, an dem getrunken und gefeiert wird. Denn beim Namen der Stadt beginnend, trägt es Geschichte, die leider im eigenen Land kaum Achtung geschenkt bekommt. Es sind die Deutschen und Franzosen, die das Geld und Interesse haben, um das kulturelle Erbe zu entdecken und erhalten. Archäologen kommen jedes Jahr hierher, um rund um den Apollontempel weiter herum zu graben. Das Orakelheiligtum ist dem „griechischen und römischen Gott des Lichts, des Frühling, der Kunst und der Weissagung“ gewidmet.

Mein erster Halt ist also Didim, eine kleine Stadt zwischen Izmir und Bodrum an der Ägäis, an der ich mich nun seit einigen Wochen aufhalte. Sie ist eine dieser Touristenstrandstädte, die massenweise von Engländern belagert werden, die auf Şemamê Halay tanzen, vielleicht ohne zu ahnen, dass das Wort eigentlich kurdisch ist.

Etwas über die türkische Kultur weiß leider kaum einer der Briten, die 25 Prozent der Einwohner Didims ausmachen. Ein anderer Teil besteht aus in Deutschland lebenden türkischen Arbeitern, meist Aleviten, für die der Besitz eines Ferienhauses möglich ist, da es zum Leben und Urlaubmachen im Vergleich zu Bodrum und Cesme noch günstig ist.

Apropos Cesme, da würde sich Kıvanç Tatlıtuğ eigentlich aufhalten, aber in der Werbung für türkische Fanta erklärt er, warum er dort nicht hingeht. Die Werbung hat funktioniert. Ich trinke Yedigün, obwohl ich nur Coke liebe. Aber keine Pepsi-Cola. Diese Dose, auf dem er verpixelt abgebildet ist, soll also die einzige Annäherung sein, wie sich später herausstellen wird.

Kopftuchträger lockt es hier aber auch gern öfter hin. Die Menschen sind so tolerant und aufgeklärt. Hier schreit keiner auf, wenn er eine dicke Frau mit Kopftuch in einem Raumschiffkostüm aus dem Wasser heraus watscheln sieht. Obwohl sie aussieht wie ein Baywatch-Hottie, an dessen Körper jede einzelne Rundung optimal zu erkennen ist.

Aber während meines Aufenthalts hat ja zum Glück auch schon der Ramadan-Monat angefangen. Das bedeutet, dass viele zurück in die Heimat fahren, um dort zu fasten und an Bayram die Festtage wieder am Meer zu zelebrieren. Während man hier also wenigstens ungestört essen und trinken kann, sieht es im Osten der Türken schon wieder ganz anders aus, wie ich später spüren werde. Denn die meisten Urlauber sind Aleviten, die ihren Glauben sehr liberal ausführen.

Die Küste muss sich, ohne gefragt zu werden, verkaufen, Kultur geht verloren, um Geld zu machen, weil es einfach nicht anders geht. Es entstehen also Subkulturen. In der Nachbarschaft wohnen Engländer, Iren, Deutsche, Amerikaner und Türken aus dem eigenen Land und Deutschland, Frankreich Österreich. Das nenne ich Multi-Kulti.

Meine Freundin Kiana ist Halbjamaikanerin und die Enkelin meiner Nachbarn. Kianas Großeltern sind sehr herzliche Menschen, haben immer ein Englisch-Türkisch-Wörterbuch auf dem Tisch auf der Veranda liegen, wenn ich sie besuchen komme, und grüßen ihre Nachbarn mit einem Merhaba oder Günaydin.

Kiana selbst lebt in Manchester, und geht bald aufs College. Ihre Großeltern aber wohnen schon seit einigen Jahren hier in Didim und genießen wahrlich das gute Wetter, welches übrigens sehr häufig ihre Antwort auf die Frage nach ihrem Wohlbefinden ist.

Rot sind sie auch, und Bier trinken sie auch ganz gern, und ein letztes Vorurteil lässt sich auch noch bestätigen: Sie haben ein Foto von der Hochzeit von Kate und Prinz William in ihrem Wohnzimmer hängen. Ich musste zweimal hinsehen, denn mit meinen anderen englischen Nachbarn, einem jungen Paar aus Liverpool, haben wir noch über das Trara gelacht, das soweit ging, dass man Straßenfeste für die Hochzeit organisiert hatte.

Obwohl ich die britische Insel noch nie betreten habe, lerne ich sie so doch irgendwie kennen, und wie sehr sich die regionalen Kulturen in Deutschland voneinander unterscheiden zeigen mir die zahlreichen Deutschtürken, die hier sind. Und darüber muss ich wirklich lachen, denn im Flugzeug Richtung Türkei las ich im ZEITmagazin noch über bestehende Vorurteile und sie alle haben sich bestätigt.

Die Münchner erzählen mir im Beachclub von Dekadenz und ich lache innerlich, „schnöselig sind sie dem ZEITmagazin zufolge, während sich die Frankfurter, so eingebildet wie sie sind, gegenüber sitzen und kein Wort reden.

Das sind eben die “Versnobten”, die an der Zeil entlang bis hin zur Fressgass stolzieren mit der Nase in der Höhe. Und die Berliner sind so kommunikativ und „ruppig“, dass sie dich einfach ansprechen, wenn sie dich beim Vorbeilaufen nur Deutsch reden hören. Und die aus Nordrhein-Westfalen sind einfach einfach.”

Nerelisin? Woher kommst du, die erste Frage, die der Türke dem Gegenüber stellt. Das fragt man sich erst auf Deutsch, und dann im Laufe des Gespräches auf Türkisch, da uns die deutsche Kultur in erster Linie schon verbindet.

Doch da die kulturellen Unterschiede regional viel unterschiedlicher als in Deutschland sind, möchte man auch immer wissen, woher der Gesprächspartner aus der Türkei kommt. Das heißt eigentlich, woher die Eltern kommen. Die Türken, die in der Türkei leben, nennen wir übrigens Türken-Türken, so wie man uns eben in Deutschland Deutsch-Türken nennt.

Denn was viele nicht wissen: Die Türkei ist ein Vielvölkerstaat, mit Menschen deren Vorfahren aus Bulgarien, Griechenland, Armenien, Iran und Aserbaidschan stammen. Außerdem gibt es Minderheiten wie Zazas, Kurden und Laz. Geht man also an das Schwarze Meer trifft man auf ein Volk mit eigener Sprache, eigenen Sitten und Gebräuchen, während die Menschen an der Ägäis, bekannt für ihren westlichen Lebensstil, vor allem in Izmir weniger traditionell sind.

Damit wir, eine Gruppe junger Deutschtürken, in der Sonne vom Morgen und dem Alkohol der Nacht nicht ganz verdummen, liest einer aus der iPhoneApp “Unnützes Wissen” vor, wir diskutieren über Politik, das Migrationsproblem, Religion und Wissenschaft, die ewigen Aleviten– und Sunniten-Konflikte, und weiteres, aber immer mit der deutschen Fähigkeit zur Kritik.

Morgens Medusa Beach Club, abends Medusa Beach Club. Und wir bezahlen für eine Cola und einem Red Bull unter dem Pseudonym Replay oder Coke ohne Kohlensäure 7,50 Euro, weil es der einzig gute Club in Didim ist. Der Bürgersteig vor diesem „Edelclub“ wird auch dem Vorurteil des schlechten türkischen Bürgersteigs gerecht. Hey, es braucht wirklich keinen deutschen Ingenieur, um zu wissen, dass ein drei Meter hoher Bürgersteig, nicht ergonomisch ist.

Vom Einkaufen und Essengehen rate ich euch hier ab, es sei denn ihr wollt eine Stunde lang von einem türkischen Verkäufer mit britischem Akzent, ohne nie auf der Insel gewesen zu sein, vollgelabert werden oder euch von schlechtem Fast Food ernähren.

Da es hier weder den deutschen Döner, noch ein Ordnungsamt gibt, und ich sehr deutsch bin, esse ich unterwegs das einzige, was vor meinen Augen zubereitet wird: Kumpir, eine große Kartoffel in Alufolie gebacken, die in der Mitte aufgeschnitten, mit Butter gemischt und mit verschiedenen Füllungen wie Oliven, Würstchen, Salat zu einem köstlichen Snack wird, was man hier vor oder nach dem Feiern gerne isst.

Auf dem Basar kaufen wir uns Gemüse und Obst, um zu Hause ein gesundes Mahl zuzubereiten. Da fragt doch ernsthaft eine Frau, die fastet, ob meine Schwester nicht Oliven für sie probieren könne, um zu sagen, welche Sorte die köstlichste ist. Ja, es passieren schon seltsame Dinge, wenn man hier einkaufen geht.

Wenn man hier eine Waschmaschine kauft und Vertragskunde des größten Konkurrenten Vodafones ist, bekommt man mit dem bloßen Senden einer SMS mit dem Inhalt „Avantage“ an die 54542 Rabatt in Höhe von 100 Euro auf ein Elektrogerät.

Und wie klein die Welt wirklich ist, merkt man daran, dass sich sowohl die Kunden im Elektroladen, als auch die in der gegenüberliegenden Bank bei einer Bevölkerungzahl von 75 Millionen als eigentliche Bekannte aus dem winzigen Dorf in Anatolien herausstellen. So was passiert eben nur in der Türkei.

Aber es geschehen auch Dinge zum Nachdenken, wenn man einkaufen geht. Als ich einen Jugendlichen mit blauen Nikes sehe, der einen Holzrad vor sich herschiebt, um Tontüpfe zu verkaufen, blicke ich ihn kurz an und im nächsten Moment sehe ich meine Mutter einen Topf begutachten und kaufen. Mein Vater ruft ihr verärgert zu, dass sie doch schon einen habe.

In dem Augenblick, in dem meine Mutter ihm das Geld gibt, sagt er noch, nein Tante, wenn der Onkel schimpft, nimm es lieber nicht. So viel Verständnis von einem jungen Verkäufer, der sich wahrscheinlich etwas Kleingeld für das Studium verdient. Er ist nicht der Einzige. Viele Menschen reisen aus Anatolien hier her, um zu arbeiten, während andere hier Urlaub machen. Und allein deshalb weiß man es zu schätzen, und merkt sich fürs Leben, dass auch das mal wieder keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Fotografie stammt von Caglar Araz
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Wahrheit oder Pflicht? Flaschendrehen ist das beste Spiel der Welt

Flaschendrehen, oder Wahrheit oder Pflicht, wie man es auch nennt - war so mit elf, zwölf Jahren mein absolutes Lieblingsspiel. Damals ging es natürlich noch ganz harmlos zu. Bei Wahrheit musste man solche Fragen beantworten wie Hast du schon mal jemanden geküsst? oder Hast du schon mal die Unt...
Wahrheit oder Pflicht? Flaschendrehen ist das beste Spiel der Welt

Wahrheit oder Pflicht?

Flaschendrehen ist das
beste Spiel der Welt

Nadine Kroll

Flaschendrehen, oder Wahrheit oder Pflicht, wie man es auch nennt – war so mit elf, zwölf Jahren mein absolutes Lieblingsspiel. Damals ging es natürlich noch ganz harmlos zu. Bei „Wahrheit“ musste man solche Fragen beantworten wie „Hast du schon mal jemanden geküsst?“ oder „Hast du schon mal die Unterschrift deiner Eltern gefälscht?“. Bei „Pflicht“ war so das Härteste, was ging, dass man sich mit Klamotten unter die Dusche stellen oder einen Scherzanruf beim verhasstesten Lehrer der Schule machen musste.

Irgendwann wurde das Spiel allerdings langweilig, und so geriet es für mehrere Jahre in Vergessenheit. Bis in etwa zu dem Alter, wo man anfing, regelmäßig zu saufen und sich die geleerten Bier– und Schnapsflaschen einfach dazu anboten, das gute alte Flaschendrehen wieder hervorzuholen.

Die Fragen waren natürlich nicht mehr so kindlich-unschuldig wie damals, als wir das Spiel zum ersten Mal entdeckt hatten und auch die Aufgaben, die man erledigen musste, wenn man „Pflicht“ wählte, waren alles andere als jugendfrei.

So musste man zum Beispiel seine schmutzigsten Sexfantasien mit den anderen Spielern teilen, für sechzig Sekunden den Sitznachbarn und die Sitznachbarin küssen, mit Zunge, zwei Flaschen Bier am Stück hintereinander weg exen oder seinen Arsch aus dem Fenster halten, sodass vorbeilaufende Passanten einen guten Blick auf alles hatten.

Die Extremversion davon war Strip-Flaschendrehen, dessen Regeln ich hier glaube ich gar nicht näher erläutern muss. Spätestens, wenn einer der Teilnehmer nur noch in BH und Höschen oder Boxershorts auf dem Boden saß, war allerdings auch hier Schluss. Irgendwann verlor allerdings auch das für uns seinen Reiz.

Es ist tatsächlich noch gar nicht allzu lange her, dass wir den Reiz, den dieses Spiel in unserer Jugend auf uns ausübte, zum wiederholten Male wiederentdeckten. Es war eine relativ harmlose WG-Party mit zehn oder elf verschiedenen Leuten. Wir haben geredet, getanzt und gesoffen, und eben so das gemacht, was auf solchen Partys üblich ist.

Bis, ja, bis jemand die kluge Idee hatte, dass man doch mal wieder Flaschendrehen spielen könnte. Etwa siebzig Prozent der anwesenden Personen verdrehte genervt die Augen, der Rest war sofort Feuer und Flamme. Nach den ersten paar noch relativ harmlosen Runden, gesellten sich jedoch auch die Leute dazu, die dem Spiel zuvor eher ablehnend entgegengestanden hatten.

Ich denke, ich muss nicht dazu sagen, dass das Spiel nach etlichen Flaschen Bier, Schnaps und Wein total eskalierte. Bereits nach einer halben Stunde waren die ersten Spieler splitterfasernackt und vergnügten sich miteinander in den verschiedenen Räumen der Wohnung, in der wir feierten, weil die Flasche und die Wahl auf Pflicht das so entschieden hatte.

Das hat uns alle so gekickt, dass wir irgendwann die Option „Wahrheit“ ganz rausfielen lassen und die Flasche letzten Endes nur noch entschied, wer mit wem als nächstes rummachen, fummeln oder ficken würde. Ich glaube, ich hatte bereits erwähnt, dass mein Freundeskreis, was das betrifft, sehr offen ist und dass es auch kein Problem darstellte, dass mindestens die Hälfte der anwesenden Personen in festen Beziehungen und teilweise sogar mit dem eigenen Partner da war.

Ich hatte an diesem Abend besonders großes Glück. Als ich wieder einmal an der Reihe war, die leere Beck’sFlasche zu drehen, zeigte sie auf eine Freundin von mir, die ich schon lange ziemlich geil fand, mit der sich allerdings bisher noch nie mehr als ein paar harmlose Knutschereien im Club ergeben hatten.

Wir gewannen eine Runde 7 Minuten im Himmel, das Spiel, bei dem man für exakt sieben Minuten in einen dunklen Schrank, oder in unserem Fall das Badezimmer, eingesperrt wird und dort tun und machen darf, was man schon immer mit der anderen Person machen wollte. Ich denke, ich muss nicht dazu sagen, dass wir unsere sieben Minuten dazu nutzen, unsere Körper zu erkunden.

Wir küssten und leckten uns, steckten unsere Finger in die feuchte Muschi der jeweils anderen, drückten uns gegenseitig an die kalten Fliesen an der Wand und gaben uns nicht mal Mühe, leise zu sein, obwohl wir genau wussten, dass sie anderen uns hören konnten.

Es ist erstaunlich, wie viele Orgasmen man in einer so kurzen Zeit haben und einem anderen Menschen bescheren kann. Und auch, wie wenig Hemmungen man plötzlich hat, wenn sich die Umstände nur ein klein wenig verändern. Immerhin hätten wir bereits zu früheren Zeitpunkten die Möglichkeit gehabt, es wild miteinander zu treiben. Haben wir aus irgendwelchen Gründen aber nicht.

Ein paar Runden später landete ich dann mit meinem Exfreund im Bett. Das war allerdings eher weniger geil. Auch wenn wir immer noch gute Freunde sind, es gibt definitiv Gründe, warum wir nicht mehr miteinander ins Bett gehen. Dieser Abend hat es ganz deutlich gezeigt, denn obwohl wir uns beide Mühe gaben, dem anderen wenigstens ein bisschen Lust zu bereiten, immerhin ging es bei dem Spiel ja auch irgendwie um genau das, lief so gut wie nichts.

Ich glaube, wir haben nach zwei gescheiterten Anläufen, den anderen zu erregen, fünf von den sieben Minuten nur darauf gewartet, dass uns jemand aus unserer misslichen Lage befreien würde. Aber auch das gehört eben dazu und macht ja auch einen gewissen Reiz aus, wenn man Flaschendrehen spielt.

Alles in allem endete ein zu Beginn eher typischer und harmloser Abend in einer riesengroßen Orgie. Für meine Freunde und mich definitiv ein Grund, jetzt mit Mitte 20 wieder häufiger zur Flasche zu greifen und Wahrheit oder Pflicht zu spielen.

Ich kann das jeder Clique, die genervt ist von den immer gleichen WG-Partys, die sich nach nur wenigen Stunden auflösen, damit die eine Hälfte in irgendwelche Clubs weiterziehen und die andere Hälfte nach Hause gehen kann, wirklich nur empfehlen.

Man muss ja nicht gleich mit so extremen Regeln spielen, wie wir das gerne tun. Für den Anfang tut’s auch eine ganz normale Runde Wahrheit oder Pflicht. Man lernt seine Freunde auf jeden Fall noch mal auf eine ganz andere, sehr intime Weise kennen. Und damit meine ich jetzt nicht auf sexueller Ebene. Und so gern ich auch erwachsen bin: Manchmal ist es einfach geil, sich wieder wie ein Teenager zu benehmen. Und wenn es nur bei einer Runde Flaschendrehen so ist und man am nächsten Tag aufsteht und ins Büro geht, als wäre nichts passiert.

Die Illustration stammt von Icons8
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Kurze Haare, kleine Brüste: Ich liebe Tomboys

Als ich mit zwölf Jahren meine allererste, sogenannte, Freundin in unserem selbstgebauten Geheimversteck irgendwo unter Pappkartons, Rattengift und Industriepaletten den nackten, haarigen Arsch kraulte, wusste ich, was mich mein restliches Leben lang erwarten würde. Denn sie war keines dieser normal...
Kurze Haare, kleine Brüste: Ich liebe Tomboys

Kurze Haare, kleine Brüste

Ich liebe
Tomboys

Marcel Winatschek

Als ich mit zwölf Jahren meine allererste, sogenannte, Freundin in unserem selbstgebauten Geheimversteck irgendwo unter Pappkartons, Rattengift und Industriepaletten den nackten, haarigen Arsch kraulte, wusste ich, was mich mein restliches Leben lang erwarten würde. Denn sie war keines dieser normalen Mädchen, die irgendwann anfingen, sich wie wild Make-up aufs Gesicht zu knallen, zur Pediküre zu gehen und sich die Beine zu rasieren, sondern mein bester Kumpel. Seit etlichen Jahren schon.

Wir sprangen als Power Rangers über Erdsäcke, schlugen uns im Wald gegenseitig windelweich und schauten spät abends zusammen mit ihren kleinen Brüdern die ersten Pornos auf TM3, nur um ihr eigen Fleisch und Blut dann auszulachen und johlend die Treppe hinunter zu stoßen. Ich bewunderte Maria mit jeder Faser meines Körpers. Sie war mein erster Tomboy.

Drei Jahre später hatten wir dann das erste Mal Sex. Sie kam gerade vom Kellnern im Lokal ihrer Mutter hoch in ihr Zimmer, wir redeten die ganze Nacht. Über wahnsinnige Träume und die Zukunft und Xavier Naidoo. Ich streifte ihr mit einer Handbewegung den hellgelben Slip vom Körper und wühlte mich durch ihren behaarten Unterleib.

Ein guter Freund schlummerte grinsend daneben, der Vollmond schien ins Zimmer – wie romantisch das doch war. Dass sie mir ein Jahr später beichtete, sie sei ja eigentlich lesbisch und hätte sich schon im Kindergarten am liebsten von Liesl und Beate beim Mittagsschlaf umarmen lassen, hielt mich nicht davon ab, diese Liebe zu weiblichen Kumpeltypen fortzusetzen.

Tatsächlich stand ich noch nie auf nervige Tussis. Mit ihren Stöckelschuhen und Handtäschchen und glitzernden Lippen. Obwohl ich mit einigen von ihnen zusammen war. Zum Testen. Was ich wollte, waren Mädels mit Verstand. Und Direktheit. Und Sinn für’s Grobe. Ich mochte diejenigen, die statt Tangas Boxershorts trugen. Die sich auf Skateboards blutige Knie einheimsten, anstatt im Solarium zu verbrennen.

Die sich durchsetzen konnten und frech waren und eine eigene Meinung hatten und verdammt noch mal eher das Leben fickten, als sich davon penetrieren zu lassen. Die man als gute Freunde kennen lernte und die plötzlich mit prallen Titten und fertiger Muschi schmunzelnd vor einem standen, aber sich dennoch nicht verändert hatten. Und dann ausprobierten, was neu war. Wie mit Maria. Oder Anastasia. Oder Wenke.

Eine gute Freundin meinte einmal zu mir, dass ich auf diese Art von Mädchen stehe, weil ich ohne Vater aufgewachsen bin. Und dadurch versuche, mit allen Mitteln verlorene Autorität zurück zu holen. Mag sein, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich nichts mit Mädchen anfangen kann, die zu allem Ja und Amen sagen. Die unbedingt dem geltenden Schönheitsideal entsprechen müssen. Und die kichern und klimpern und niemals furzen oder grunzen oder schlagen. Wie öde. Dann kann ich auch mit einer Puppe zusammen sein.

Die schönsten und womöglich auch lehrreichsten Zeiten meines Lebens habe ich deswegen auch immer mit weiblichen Wesen erlebt, die eben mehr Kumpel als Freundin waren. Mit denen ich nachts um die Wette trinken und koksen und kotzen und grölen konnte, nur um sie anschließend auf dem Balkon durchnehmen zu dürfen, während Muse auf voller Lautstärke lief – weil es gerade Sommer war und die Stadt unter der Hitze zu zerschmelzen drohte. Die kleine, feste Brüste mit diesen wahnsinnig tollen, puffigen Nippeln hatten, weil Gott bis zur letzten Sekunde unentschieden war, welches Geschlecht er ihnen um seines Willen erteilen sollte. Und ich war ihm unendlich dankbar dafür.

Und die während des Sex erst einmal lautstark nebenan kacken gingen, nur um ein paar Minuten später grinsend zurück zu kehren, ihre abstrusen und verrückten Abenteuer auf dem Klo zu schildern und dann mit fettigem Salami-Sandwich und einer frisch geöffneten Flasche Bier im Mund weiter zu vögeln. Um anschließend selbst Fotos mit der miesen Digitalkamera vom Discounter von sich zu machen und am nächsten Tag an einen weiteren unserer Kumpel zu schicken. Das ist wahre Liebe, fernab von allen beschissenen Disney-Filmen und Bravo-Foto-Love-Storys und Bilderbuch-Ratgebern. Was für ein Dreck.

Also lebe ich mein Leben ganz normal weiter, schlafe ab und zu mit langweiligem Menschen, deren Geschichten schon tausend Mal erzählt worden sind, und hoffe insgeheim, dass ich mich irgendwann einmal richtig in einen vorlauten, durchgeknallten, anstandslosen, rülpsenden, furzenden, biertrinkenden, dreckig lachenden, ungeschminkten, kleinbrüstigen, selbstbewussten Kumpeltyp mit Sommersprossen und hübscher Scheide und verschmitzten Lächeln und abstrusen Erlebnissen verknalle, und umgekehrt, der keine Angst vor’m Leben hat und über jeden noch so hohlen Blondenwitz genau so widerlich lacht wie ich.

Der eine Vergangenheit zum Eintauchen hat. Mit Höhen und Tiefen und zum Niederknien tolle Lieblingsfilme und Lieder und sowieso. Der mehr Zeit mit anderen Jungs auf dem Fußballplatz als im Barbie-Traumhaus verbracht hat. Und der nun mal eine Sie ist, bei der man im ersten Augenblick weiß: Alter, mit der ist das ganze restliche Leben eine große Mischung aus Sex und Beer Pong und Großmäuler verprügeln und auf Reisen gehen und Autos anzünden und den Sonnenuntergang anhimmeln und Slipknot hören und Geld rauswerfen und Party machen und nackt im See planschen und sich gegenseitig Flaschen reinschieben und sich mit diesem ganz bestimmten Grinsen zulächeln, das man eben nur kennt, wenn man gerade seinen besten Freund fickt. Das ist das Beste. Am ganzen Leben. Versprochen.

Die Fotografie stammt von Daniel Apodaca
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Rache muss weh tun: Wenn du mir mein Herz brichst, breche ich dir dein Arschloch

„Wenn dir jemand das Herz bricht, dann brich ihm die Beine“, lautet ein zynisch illustrer Spruch, den man frisch Verlassenen gerne mit auf den Weg gibt. Als seelische Stütze, mit einem gut gemeinten Augenzwinkern hinterher. Schwachsinn, sage ich. Wenn jemand dein Herz fickt, dann ficke ihn. Aber so...
Rache muss weh tun: Wenn du mir mein Herz brichst, breche ich dir dein Arschloch

Rache muss weh tun

Wenn du mir mein Herz
brichst, breche ich dir
dein Arschloch

Nadine Kroll

„Wenn dir jemand das Herz bricht, dann brich ihm die Beine“, lautet ein zynisch illustrer Spruch, den man frisch Verlassenen gerne mit auf den Weg gibt. Als seelische Stütze, mit einem gut gemeinten Augenzwinkern hinterher. Schwachsinn, sage ich. Wenn jemand dein Herz fickt, dann ficke ihn. Aber so richtig. In den Arsch.

Ungefähr drei Monate ist es jetzt her, dass mein Freund mit mir Schluss gemacht hat, weil er ein nettes, braves und nicht so anstrengendes Mädchen kennengelernt hat. Natürlich war ich stinksauer und wünschte ihr die Pest an den Hals. Jeden Morgen, jeden Abend, jede Nacht. Bis ich merkte, dass der Fehler gar nicht bei ihr liegt, sondern bei ihm.

Die Sache mit den netten, braven und nicht so anstrengenden Mädchen ist nämlich die: Sie sind auch im Bett oftmals sehr nett und brav. Da werden nicht einfach mal so Fäuste in die Muschi gesteckt und ins Gesicht spritzen geht auch nicht klar. Mein Ex hatte sich jedoch dafür entschieden, statt der versauten Rotzgöre, die ihr Sexleben mit Vorliebe dem Internet erzählt, eines der lieben Mädchen seine neue Freundin zu nennen.

So kam es, dass er zwar echt verliebt, jedoch auch sexuell frustriert wurde und begann, mich mit den perversesten Nachrichten, die ich je in meinem Leben erhalten hatte, zu bombardieren. Und ich habe schon viele perverse Nachrichten in meinem Leben bekommen, schließlich mache ich ja auch keinen Hehl daraus, dass ich auf so etwas stehe.

Ich hatte mit dem Typen, von dem ich Dinge wusste, die die Grenzen des guten Geschmacks und sozialen Verständnisses leicht sprengten, bereits alles gemacht – von mehr oder weniger leckeren Golden Showers bis hin zur fast schon klinisch anmutenden Prostatamassage fehlte nichts, außer einer klitzekleinen Sache: dem gepflegten Fick mit einem Strap-On.

Eigentlich ficke ich damit nur Mädchen. Ich genieße es sehr, meinen großen, harten Gummischwanz in ihre feuchten Mösen zu schieben und sie beim Kommen zu beobachten, während ich sie zärtlich ficke und mit der Zunge ihre Nippel lecke. Mir geht dabei so richtig einer ab und ganz oft wünsche ich mir, einen richtigen Schwanz zu haben. Ich glaube nämlich, dass es ziemlich geil sein muss, wenn man am Schwanz spürt, wie feucht das Mädchen, das da unter einem liegt, eigentlich ist und wie sich die Muskeln in ihrer Muschi zusammen ziehen, wenn sie einen Orgasmus hat.

Männer damit in den Arsch zu ficken gibt mir eigentlich nichts. Zumindest gab es mir nichts, bis ich es ausprobierte. Ich dachte immer, ich sei nicht der Typ, der andere gerne erniedrigt. Bis… naja, bis ich meinen Gummischwanz in das bis dato jungfräuliche Arschloch meines Exfreundes steckte. Oder in mein Arschloch von Exfreund. Im Prinzip kann man es nennen, wie man will.

Mein Ex hatte meinen fast schon episch anmutenden Strap-On schon häufiger bewundert und ich glaube, insgeheim ist er auch heute noch neidisch darauf, dass ich selbst entscheiden kann, wie groß mein Schwanz ist. Und dass ich natürlich immer einen hoch kriege, was bei ihm leider nicht immer der Fall war.

Manchmal trug ich den ledernen Harnisch auch für ihn und ließ ihn an meinem großen, schwarzen Schwanz saugen, doch gefickt habe ich ihn damit nie. Wie gesagt, Erniedrigung ist eigentlich nichts für mich – und es gibt ja wohl kaum etwas Erniedrigenderes für einen Mann, als sich nackt vor ein Mädchen zu knien und sich von einem Gummischwanz, der größer und härter ist als der eigene, penetrieren zu lassen.

Es war ein Freitagmorgen und ich saß gerade mit meiner Mitbewohnerin im Wohnzimmer, um mir mit ihr alte „Buffy“-Folgen anzusehen, als mich seine WhatsApp-Nachricht erreichte: „Wir sollten es noch mal treiben, Baby. So richtig dreckig. Anspucken. Anpissen. Fisten. Und ich will, dass du mich mit dem Strap-On fickst.“

Meine erste Reaktion darauf war ein lautes Lachen, hatte er doch am Tag zuvor zu mir gesagt, dass er mich nicht mehr ficken will, weil er jetzt dieses Mädchen hat. Mein zweiter Gedanke war: Ich tu’s. Natürlich hätte ich seinen Schwanz gerne in mir gehabt, alleine um zu beweisen, dass ich viel geiler bin als „dieses Mädchen“, das den Begriff Deepthroat vermutlich nur aus dem Urban Dictionary kennt, wenn überhaupt.

Dass er jetzt jedoch angekrochen kam und wollte, dass ich meinen Schwanz in ihn stecke, machte die Sache noch viel spannender. Meine Mitbewohnerin saß derweil da und wusste nicht so genau, ob sie mich jetzt anfeuern oder aufhalten sollte – immerhin hatte mir der Typ aufs Übelste das Herz gebrochen und bei jedem Fick, den ich nach der Trennung eingegangen bin, immer ein Stück mehr davon behalten.

Letzten Endes entschied sie sich doch dazu, mich gehen zu lassen, half mir dabei, mir den Strap-On umzuschnallen – ich hatte nämlich vor, ganz stilecht mit Trenchcoat, Spitzenunterwäsche und besagtem Sexspielzeug bei meinem Exfreund aufzutauchen – und gab mir zur Verabschiedung High Five.

Als ich die Wohnung meines Ex, zu der ich noch immer einen Schlüssel besitze, betrat, lag dieser bereits mit heruntergelassener Hose auf der Couch, zog sie jedoch schnell wieder hoch, als er mich in meinem Aufzug sah. Er hatte Schiss, das konnte ich bis hierher spüren. In dem Moment wollte ich eigentlich schon wieder umkehren. Wenn ich eines noch weniger leiden kann als Lügner, dann sind das wohl Loser, die große Reden schwingen, bis sie mit der Situation, von der so angeblich so unglaublich krass träumen, konfrontiert werden.

Ich entschied mich jedoch dazu, zu bleiben und abzuwarten, bis er seinen Joint fertig geraucht hatte. Ich wollte dann doch nicht unverrichteter Dinge nach Hause kehren, nur um meiner Mitbewohnerin zu erzählen, dass mein Exfreund immer noch ein Arschloch ist, dessen Arschloch ich leider nie mit meinem Schwanz penetrieren durfte.

Also wartete ich, bis er fertig geraucht hatte, zwang ihn dann, sich vor mir zu entblößen und versohlte ihm den Arsch dafür, dass er mich so lange hatte warten lassen. Dann rammte ich ihm meinen großen, schwarzen Schwanz in sein kleines, enges Arschloch, wie er es zuvor immer so gern bei mir getan hatte und fickte ihn, bis er mich wimmernd darum bat, ihn endlich kommen zu lassen. Den Gefallen tat ich ihm allerdings nicht. Ich tauschte lediglich meinen Gummischwanz gegen einen Buttplug, den ich nicht mehr brauchte, ließ ihn den Strap-On noch schnell sauber lecken und verschwand grußlos in die Nacht.

Es war als letzter Fick geplant und ich finde, es ist nicht meine Aufgabe, einem Typen, der meistens schon nach fünf Minuten abgespritzt hat, weil das alles viel zu geil für ihn war, einen letzten Orgasmus zu verschaffen, während ich in der gesamten Beziehung nach jedem Fick eigentlich nur frustriert da lag und überlegte, wen ich wohl die Nacht darauf mit ins Bett nehme, nur um mal wieder so richtig geil zu kommen.

Soll sich doch die Neue damit rumschlagen. Statt eines Orgasmus habe ich eben meine Genugtuung bekommen. Und eine Geschichte, die noch bei so einigen Saufrunden mit Freunden für Erheiterung und große Augen sorgen wird. Noch bevor ich zu Hause ankam, hatte ich eine weitere Nachricht von ihm auf dem Handy: „Das war echt geil, auch wenn ich mir jetzt selbst einen runterholen musste. Doch bitte erzähl keinem etwas davon.“

Tja, liebe Jungs, und auch liebe Mädchen, was soll ich dazu sagen? Fangt endlich an, zu euren sexuellen Vorlieben zu stehen. Man unterhält sich sowieso darüber, ob im Netz oder privat. Und nichts ist so geil wie ein Mensch, der seine Perversion nach außen tragen kann, ohne dabei rot zu werden und das Stottern zu beginnen.

Die Fotografie stammt von Dainis Graveris
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Digitaler Lifestyle: Mit dem MediaPad M2 von Huawei durch Berlin

Das Leben in der großen Stadt steckt voller Wunder, voller Geheimnisse, voller Überraschungen. Aber es kann auch sehr schnell ziemlich verwirrend und unklar werden. Das, was du jetzt wirklich brauchst, ist ein digitaler Kamerad, der immer an deiner Seite ist und dich durch den Dschungel der wundersc...
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Digitaler Lifestyle

Mit dem MediaPad M2 von Huawei durch Berlin

Annika Lorenz

Das Leben in der großen Stadt steckt voller Wunder, voller Geheimnisse, voller Überraschungen. Aber es kann auch sehr schnell ziemlich verwirrend und unklar werden. Das, was du jetzt wirklich brauchst, ist ein digitaler Kamerad, der immer an deiner Seite ist und dich durch den Dschungel der wunderschönen Metropolen dieser Welt führt, egal ob wo sie liegen.

Wir haben die Instagram-Liebhaberin, Medienstudentin und Kunstenthusiastin Anouk dazu eingeladen, das neue Huawei MediaPad M2 an ihren Lieblingsorten in Deutschlands Wunderwelt Berlin zu testen. Wir schlenderten zu einem veganen Paradies namens Dandy Diner, sahen uns in der Vintageschatztruhe Made in Berlin um und aßen Leckereien bei Yoli Frozen Yogurt.

Das Huawei MediaPad M2 definiert die Welt des Tablets neu. Dank seines neuen, noch reaktionsfreudigeren Displays kannst Du mit einem Stylus schreiben, zeichnen und Apps bedienen. Und erstmalig kannst Du Dich mit dem neuen Fingerprint-Sensor sicher und schnell identifizieren. Mit diesem technischen Wunderwerk machen Ausflüge in den Großstadtdschungel gleich noch mehr Spaß.

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Die Fotografie stammt von Marlen Stahlhuth
Als Model ist Anouk Aoki zu sehen
Mit freundlicher Unterstützung von Huawei
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Prostitution in Japan: Gekaufte Schulmädchen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Japan die sexistischste Nation aller modernen Industriestaaten ist. Und ebenso offen ist die Gier der einheimischen Männer nach jungen, in Schuluniformen gepressten Mädchen, die erst tanzen, singen und lachen und sich der Uniform am besten so schnell wie möglich wi...
Prostitution in Japan: Gekaufte Schulmädchen

Prostitution in Japan

Gekaufte
Schulmädchen

Marcel Winatschek

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Japan die sexistischste Nation aller modernen Industriestaaten ist. Und ebenso offen ist die Gier der einheimischen Männer nach jungen, in Schuluniformen gepressten Mädchen, die erst tanzen, singen und lachen und sich der Uniform am besten so schnell wie möglich wieder entledigen sollen. Joshi Kosei nennt sich dieser Massenfetisch, kurz JK.

In Tokios Stadtteil Akihabara stehen sie herum, die minderjährigen Mädchen, lächelnd, brav in ihren Uniformen, und verteilen Flyer, auf denen sie offen ihre Dienste anpreisen. Gespräche, Spaziergänge, Massagen. Für sechzig Euro pro Stunde. Dass es nicht dabei bleibt, ist wieder eines dieser offenen Geheimnisse, gegen die die Regierung nur sporadisch und äußerst lasch vorgeht.

Simon Ostrovsky ist für VICE News ins Land der aufgehenden Sonne gereist, um dort Mädchen in mehr als zwielichtigen Etablissements zu treffen, die so ziemlich alles machen, um in der teuren Stadt irgendwie über die Runden zu kommen. Und er lernt Menschen kennen, die sich dafür einsetzen, dass die Zukunft dieser Mädchen nicht im schambelasteten Selbstmord endet – wie bereits so viele andere.

Prostitution in Japan: Gekaufte Schulmädchen
Die Fotografie stammt von Gaga
Der Text erschien in der Kategorie Sex mit den Themen
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