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Mädchen, Muschis, Mischpulte: Mein erstes Mal auf einer Lesbenparty

Mein bester Freund sagt, dass Lesbenpartys der Traum eines jeden heterosexuellen Mannes sind: Ein heißer, stickiger Raum voller schöner Mädchen mit großen Brüsten und langen, wallenden Haaren und einer heißen Blondine in viel zu engem Tanktop hinter dem Mischpult, das von jedem Punkt des Clubs aus b...
Mädchen, Muschis, Mischpulte: Mein erstes Mal auf einer Lesbenparty

Mädchen, Muschis, Mischpulte

Mein erstes Mal auf
einer Lesbenparty

Nadine Kroll

Mein bester Freund sagt, dass Lesbenpartys der Traum eines jeden heterosexuellen Mannes sind: Ein heißer, stickiger Raum voller schöner Mädchen mit großen Brüsten und langen, wallenden Haaren und einer heißen Blondine in viel zu engem Tanktop hinter dem Mischpult, das von jedem Punkt des Clubs aus bestens zu sehen ist. Der Champagner kommt direkt aus der Flasche und läuft den gierigen Mädchen, die schlucken was das Zeug hält, über die verschwitzen Körper und irgendwann fangen sie an, sich auszuziehen und direkt auf der Tanzfläche zu befummeln.

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Irgendwann gerät die Party außer Kontrolle und die ganzen, geilen Lesben, die in ihrer Freizeit eigentlich nur Muschis lecken, warten lediglich darauf, von dem großen, prächtigen Schwanz meines besten Freundes gefickt zu werden. Und natürlich ist sein Schwanz groß und prächtig, ich meine, immerhin ist er mein bester Freund und darauf lege ich schon viel Wert, nur für den Fall, dass zwischen uns doch irgendwann was läuft.

Das Ganze endet in einer riesengroßen Orgie, bei der er zum Schluss gar nicht mehr weiß, in welches der vielen Löcher er sein Ding eigentlich zuerst stecken soll, und alle wunderschönen Mädchen warten ganz sehnsüchtig darauf, dass er sein Sperma ganz gepflegt auf ihnen verteilt. Sagt zumindest seine Fantasie.

Als ich meine homosexuelle Seite entdeckt habe, habe ich auch ganz oft von Lesbenpartys fantasiert, wenn auch auf etwas andere Art als mein bester Freund das tut. Als ich noch etwas jünger war, habe ich oft davon geträumt, hier erste Erfahrungen mit einer Frau sammeln zu können. Immerhin sind Titten schon ganz geil und Männer mögen Frauen, die mit Frauen schlafen. Es macht ein Mädchen immer interessanter, wenn es seine Zunge schon mal in der feuchten Grotte eines anderen Mädchens versenkt hat, egal ob es jetzt Spaß dabei hatte oder nicht. Das ist zumindest meine Meinung.

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Meine heterosexuellen Freundinnen stellen sich Lesbenpartys immer wie eine Art männerfreies Paradies vor, weil man sich hier mal so richtig gehen lassen kann und keine Angst haben muss, von seltsamen Mackern betatscht zu werden. Outfit und Schminke sind nebensächlich und man muss endlich nicht mehr so tun, als fände man Katy Perry doof und kann tanzen, ohne darauf achten zu müssen, dass man dabei besonders sexy aussieht.

Sie wollen auf diese Art von Party, weil sich hier keine strangen Dudes rumtreiben, die ihnen nur mal an den Snoopy-Schlüpfer wollen. Und die tragen wir tatsächlich trotz fortgeschrittenen Alters noch immer mit der gleichen Begeisterung wie mit 15. Als ich zum ersten Mal auf einer reinen Lesbenparty war, musste ich feststellen, dass die Realität ganz anders aussieht als die in meiner Fantasie. Oder der meines besten Freundes. Oder der meiner heterosexuellen Freundinnen.

Die Musik lag irgendwo zwischen Justin Bieber und Modern Talking, statt Champagner gab es Bier und die heißen Lesben, von denen mein bester Freund und ich so fantasiert haben, entpuppten sich allesamt als Butches, die trotz ihrer Brüste um einiges männlicher sind als die meisten Männer, die sich als „echte Kerle“ bezeichnen, es jemals sein werden.

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Statt Mädchen, die ihre geilen Körper wild aneinander reiben, stellte ich fest, dass hier hauptsächlich gepöbelt und geprügelt wird – nicht aber etwa um andere Mädchen, sondern um den besten Platz auf der Tanzfläche. Dort wird dann meist nur herum gestanden und grimmig geguckt. Lediglich drei oder vier Pärchen fanden sich zum halb-heimlichen Sex auf der Toilette ein, gut vor den Augen perverser Spanner, die sich unter der Vorgabe, schwul zu sein eingeschlichen haben, versteckt.

Die wenigen anwesenden Männer, die sich vermutlich erhofften, hier ein, zwei oder drei geile Lesben mit nach Hause nehmen zu können, damit sie vor ihren Kumpels wieder prahlen können, wurden bitter enttäuscht. Statt der heißen Lesben aus „Orange is the New Black“ bekam ich hier eher den „Frauenknast“ und alle Frauen hießen Walter und sahen auch so aus.

Das ist an sich erst mal nichts Schlimmes – immerhin gibt es genügend Menschen da draußen, die auf eher männlich wirkende Frauen mit Achselhaaren und Kurzhaarfrisuren abfahren – doch so ziemlich jeder gestandene Heterodude bekommt es hier wohl erst mal mit der Angst zu tun, wenn er sich in das Szenario begibt, das ich seitdem gerne die „lesbische Realität“ nenne. Das Leben ist eben kein Pornofilm, auch wenn wir uns das alle manchmal wünschen.

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Auch meine heterosexuellen Freundinnen, die ich zu meiner, und ihrer, ersten Lesbenparty mitgeschleppt habe, wurden bitter enttäuscht. Es ist nämlich so: Lesben mögen keine heterosexuellen Mädchen, die in ihren Lebensraum eindringen, um ihn für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Meine Heterofreundinnen waren an jenem Abend die Außenseiterinnen, die gemieden wurden. Denn glaubt mir, man merkt ihnen an, ob sie gerne Muschis lecken oder einfach nur hier sind, weil die Clubs, in die auch Männer dürfen, sie einfach zu stark verstört haben.

Eine von ihnen, die auf der Tanzfläche ihre vor dem heimischen Spiegel geprobten Dance Moves aufs Parkett zu legen begann, landete schneller auf dem Boden, als Haftbefehl „Hurensohn“ sagen kann. Und zwar weil eine der Butches, die in dem Lesbenclub, den wir uns für den Abend ausgesucht hatten, das Sagen hatte, sie am sorgsam zurecht gemachten Pferdeschwanz packte und in die nächste Pfütze aus Glasscherben und Bier schubste.

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Nur eine der vier Freundinnen, die ich mit dabei hatte, hatte etwas Glück und wurde von den Lesben akzeptiert. Die galt allerdings auch hier eher als Beute für die wildgewordenen Damen und musste sich Sprüche anhören, die selbst die Heteromänner, die sonst hinter ihr her sind, vor lauter Scham im Boden versinken lassen würden.

Sexuelle Belästigung schien an der Tagesordnung zu sein und so manche Hand landete schneller zwischen ihren Beinen, als ihr lieb war. Ich dachte zwar immer, dass das insbesondere unter Frauen als inakzeptabel gilt, doch in einem Lesbenclub aber wird es wohl allgemein eher akzeptiert, als wenn ein Mann das tut, denn man ist hier schließlich unter sich und wenn eine Frau ungefragt ein anderes Mädchen unsittlich begrapscht, dann ist das ja nur „halb so wild“. So kommt es mir zumindest vor.

Meine Freundin hat versucht, eben diese Frauen von solchen Tätlichkeiten abzuhalten, in denen sie ihnen was von Feminismus und Sexismus erzählt hat, doch das stellte sich als nicht hilfreich heraus. Sie zog es also vor, dann doch einfach die Klappe zu halten. Die Frauen, die manchmal gar nicht also solche zu erkennen waren, wären im Zweifelsfall nämlich stärker gewesen als sie.

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Nach nur wenigen Stunden verdrückten wir uns also unauffällig aus dem Club und beschlossen, vorerst nicht wieder zu kehren. Natürlich machen Lesbenpartys Spaß. Anders lassen sich die langen Schlangen vor den Clubs, wenn mal wieder zu einer „Ladies-Night der besonderen Art“ aufgerufen wird, gar nicht erklären. Dafür muss man dann aber, glaube ich, doch so eine „richtige Lesbe“ sein und keinesfalls eine Heterofrau, ein „Mädchen in der Experimentierphase“ oder ganz und gar ein Mann.

Die Fotografie stammt von Roman Khripkov
Der Text erschien in der Kategorie Sex mit den Themen Bisexualität, Clubs, Damen, Frauen, Homosexualität, Lesben, Lesbenpartys, LGBT, Mädchen, One-Night-Stands und Partys
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