Faule Mädchen - Rinsing ist das neue Ficken

Mädchen werden immer fauler. Ich sehe das ja an mir selbst. War ich früher noch auf jeder Party, auf der mehr als zwei Menschen gleichzeitig eingeladen waren, um mich mit…
Faule Mädchen - Rinsing ist das neue Ficken

Faule Mädchen

Rinsing ist das
neue Ficken

Mädchen werden immer fauler. Ich sehe das ja an mir selbst. War ich früher noch auf jeder Party, auf der mehr als zwei Menschen gleichzeitig eingeladen waren, um mich mit billigem Wodka, oft in Verbindung mit Orangensaft, Tonic oder Red Bull, zu betrinken, an fremden Joints zu ziehen und mit irgendwelchen Typen rumzuknutschen, also ein bilderbuchmäßiges Sozialleben zu führen, sitze ich heute höchstens in Unterwäsche auf meinem Bett, esse Pizza und bewege mich lediglich dann, wenn Netflix mich mal wieder fragt, ob ich immer noch weiter schauen würde oder ob sie einen Krankenwagen rufen sollen, weil ich stundenlang kein Lebenszeichen von mir gebe. Ja, verdammt, ich lebe noch! Ihr werdet schon merken, wenn ich tot bin und eure scheiß, ständig teurer werdenden Abogebühren nicht mehr bezahlen kann!

Und damit wären wir auch schon beim Punkt: Faulheit bringt kein Geld. Faulheit bringt kein Shopping. Faulheit bringt kein Auto. Faulheit bringt kein Abendessen in schicken Restaurants. Faulheit bringt keinen Spaß. Faulheit bringt keine Ehre. Und Faulheit bringt auch keinen Partner, der ab und zu seinen Schwengel in dich hinein schieben darf, damit du ihm noch die nächsten drei Jahre auf der Tasche liegen kannst. Zumindest solange, bis du jemand Besseres, Schöneres oder schlichtweg Reicheres findest. Faulheit bringt gar nichts. Außer ein einfaches Leben, bei dem man sich nicht bewegen muss.

Und weil Mädchen faul sind und trotzdem von einem naiven Mann durchgefüttert werden wollen, haben sie das Rinsing erfunden. Was zum Teufel das schon wieder sein soll? Ich erklär’s euch: Rinsing ist so ähnlich wie Goldgräbern. Nur, dass die Gören dabei sogar zu unbrauchbar sind, um sich mit den reichen Typen zu treffen. Geschweige denn ins Bett zu gehen. Im Grunde bekommen die Männer gar nichts. Außer ab und zu ein paar warme Worte. Kleine, digitale Herzchen. Und, wenn sie wirklich, wirklich Glück haben, das ein oder andere Nacktfoto. Natürlich ohne Gesicht. Also irgendeins aus dem Internet.

Beim Rinsing ist man quasi in einer Partnerschaft, ohne auch nur irgendwas dabei tun zu müssen. Zumindest, wenn man die weibliche Rolle ausfüllt. Außer immer mal wieder die Hand aufzuhalten und das Geld eines armen Trottels entgegen zu nehmen, der sogar zu dumm dafür ist, für Sex, Liebe und vorgetäuschte Wertschätzung zu bezahlen. So wie andere hässliche Männer das eben auch machen. Dafür gehen sie ja schließlich von Montag bis Freitag, und manchmal sogar am Wochenende, arbeiten. Damit sie ihren ständig viel zu geringen Lohn dann wieder bei einer genervten Prostituierten, bei einer arbeitslosen Twitch-Streamerin oder bei einer gelangweilten Studentin mit exhibitionistischen Neigungen verballern können.

Auf einschlägigen Webseiten wie OnlyFans, Ohlala oder MySugarDaddy biedern die achtzehnjährigen Brustbesitzerinnen sich dann mit total kreativen Biografien wie „Hallo! Ich bin hier angemeldet, um einen Rinsingpartner für die späten oder frühen Abendstunden zu finden. Wenn du magst, schreib mich gerne an!“ bei mehr oder weniger wohlhabenden Männern an, die es wiederum geil finden, Geld für heiße Jugendliche rauszuhauen, ohne dafür irgendetwas zu bekommen.

Kein Sex, keine Liebe, nicht einmal ein Kuss. Echte Rinsingbeziehungspartner haben sich noch nie im Leben getroffen. Er zahlt, sie sagt Danke. Das war’s. Warum man das macht? Mir diese Frage zu stellen, habe ich nach etlichen Jahren im Internet aufgegeben. Es gibt immer irgendwen, der irgendetwas vollkommen Sinnloses macht. Und zwar mit Leidenschaft. Zum Beispiel ein Gecleanter sein, der gerinst wird. So nennt man nämlich die männlichen Partner in einer Rinsingbeziehung auf Neudeutsch.

Früher haben die Mädchen wenigstens noch so getan, als würden sie den armen Idioten irgendetwas dafür geben, wenn er ihnen ein Auto, eine Wohnung oder den Unterhalt für ihre von sechs verschiedenen Männern stammenden Gören spendiert. Man war Golddigger, Nutte oder suchte sich einen Sugardaddy. Wie so ganz normale Mädchen. Doch heute sagen sie den Typen ins Gesicht: Hallo, ich bin scheiße geil! Du bekommst gar nichts! Gib mir dafür gefälligst Geld! Danke!

Allein bei dem Gedanken daran werde ich so unglaublich wütend. Schließlich habe ich mir noch vor gar nicht allzu langer Zeit alle paar Tage brav und ordentlich die Muschi rasiert, mein Zimmer um mein Bett herum einigermaßen aufgeräumt, damit niemand Tine Wittler und ihr Messiehaus-RTL-Team ruft, wenn er mich im Internet sieht, und anschließend ein paar richtig epische Nacktbilder geschossen, die ich an amerikanische, chinesische und saudiarabische Manager sowie meinen ehemaligen Mathelehrer aus der Grundschule vertickt habe. Ja, Herr Albrecht, Sie dachten wohl, ich würde Sie nicht mehr erkennen! Aber ich wusste genau, wer Sie waren! Sie perverses Drecksschwein, Sie! Ich sollte mir was in den Arsch stecken?

Das alles hat Zeit und Mühe gekostet, die ich in zehn komplette Staffeln „American Horror Story“ hätte investieren können. Aber, nein, früher wollten die Typen ja auch noch was dafür, wenn man ihnen das mehr oder weniger hart verdiente Geld aus der Tasche zog. 50 Dollar für ein paar Nacktfotos? Zieh die Lippen auseinander, Schätzen! Dafür möchte ich dir aber so richtig tief in deinen noch engen Geburtskanal schauen können! Und wer hat geliefert? Ich! Ich habe geliefert!

Wäre ich fünf Jahre später auf die Welt gekommen, könnte ich jetzt auch ein vollkommen langweiliges Instagram-Selfie hochladen, schreiben, dass ich Schülerin, Studentin oder Auszubildende bin, und darauf warten, dass irgendein 42-jähriger Hermann aus Bottrop-Kirchhellen mich so nice findet, dass er mir einfach so Geld gibt. Für gar nichts. Lediglich, damit es mir gut geht. Was ja auch wieder irgendwie ganz nett ist, oder?

An alle Mädchen, die in einer, zwei oder zwölf Rinsingbeziehungen gleichzeitig stecken: Ich will euch eigentlich aus tiefstem Herzen hassen und spät abends auflauern, um euch mit einer rostigen Eisenstange so hart zu verprügeln, dass ihr euer Gesicht nie wieder im Internet zeigen dürft, ohne dadurch automatisch auf UglyPeople zu landen. Aber im Grunde macht ihr alles richtig. Wie sollte ich da also wütend auf euch sein? Letztendlich bin ich nur neidisch. Und eifersüchtig. Und missgünstig.

Ihr nutzt das System der notgeilen Typen mit einer solch faulen Effizienz aus, dass ich nur meinen nicht vorhandenen Hut ziehen kann. Die Welt hat euch eine Chance gegeben und ihr greift sie, ohne euch die Finger schmutzig zu machen. Außer vielleicht ein wenig moralisch. Aber, hey, das passiert ja alles freiwillig. Und an alle Männer da draußen, die in einer Rinsingbeziehung stecken, kann ich nur sagen: Lol.

Warum ich mir überhaupt die Mühe gemacht habe, diesen Text hier zu schreiben? Also… Wenn du einen Penis besitzt, oder auch nicht, ist mir doch wumpe, wer mich aushält, mehr als tausend Euro im Monat verdienst, oder auch weniger, ist mir doch egal, ob du hungern musst oder deine Wohnung verlierst, und Lust hast, einem faulen Mädchen im Internet Geld dafür zu schicken, damit es weiterhin im Bett liegen bleiben und sich ab und zu eine Pizza durchs Fenster werfen lassen kann, dann melde dich bitte! Ich bin blond! Ich bin unrasiert! Und ich will Geld! Meine Kontonummer gibt es auf Anfrage! Danke!

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