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Die Sexbilanz: 20 Männer in einem Jahr

Ich bin nicht so der Gossip-Fan. Ich gucke weder Taff noch lese ich Klatschzeitschriften noch klicke ich im Internet auf Überschriften, die mir ins Auge schreien, dass irgendeine Prinzessin schwanger ist oder ein Musiker gegen eine Glastür gelaufen ist. Das geht mir, gelinde gesagt, am Arsch vorbei....
Die Sexbilanz: 20 Männer in einem Jahr

Die Sexbilanz

20 Männer in
einem Jahr

Annika Lorenz

Ich bin nicht so der Gossip-Fan. Ich gucke weder Taff noch lese ich Klatschzeitschriften noch klicke ich im Internet auf Überschriften, die mir ins Auge schreien, dass irgendeine Prinzessin schwanger ist oder ein Musiker gegen eine Glastür gelaufen ist. Das geht mir, gelinde gesagt, am Arsch vorbei. Und doch habe ich über eine eigentlich vollkommen irrelevante News ziemlich lange nachgedacht.

EMPFEHLUNG

Rob Kardashian ist wahrscheinlich der Bruder dieser Kanye West vögelnden Pornodarstellerin. Und Rita Ora wiederum ist eine Sängerin, die ich noch nie zuvor gesehen oder gehört habe, aber der anscheinend mal bei einem Konzert die Brüste herausgefallen sind. Irgendwie so, egal. Jedenfalls hat Rita Rob betrogen. Und zwar mit 20 Typen. In einem Jahr. Und dann haben sie sich getrennt. Voll schrecklich und so.

Rob schrieb dann auf Twitter: „Ich finde das ehrlich gesagt eklig, wenn man seinen Körper mehr als 20 verschiedenen Typen in einem Jahr hingibt. Nur für die Karriere. Und das auch noch, während wir zusammen sind!“ Der arme Rob. Seine Schwester Khloé, von der ich auch noch nie gehört habe, antwortet: „Betrüger werden es nie zu etwas bringen. Versuch’ wieder zu lächeln, kleiner Bruder!“

Natürlich nahm mich weder das Schicksal von Rob noch von Rita noch von Khloé mit, sollen sie sich doch gegenseitig eine digitale Schlammschlacht vom Feinsten liefern, solange mein Popcorn warm und mit Butter überlaufen ist. Aber dass sie womöglich in einem Jahr mit mehr als 20 Männern geschlafen hat, das beschäftigte mich irgendwie. Ist das viel? Ist das wenig? Ist das etwa genau richtig?

EMPFEHLUNG

Ich holte mir einen Zettel und einen Stift und zählte nach. Da war Jonas. Im Januar. Auf der Geburtstagsfeier meiner großen Schwester. Dann war da Kenan. Im März. Den habe ich auf einer Bootsfahrt kennen gelernt. Yasin und Steffen. Im April. Steffen kannte ich schon vorher. Denis. Im Juli. Das fing als süßes Date im Kino an. Frank. Im August. Internetbekanntschaft. Den seh’ ich wohl nicht so schnell wieder. Und Robert. Letzten Monat.

Sieben. Sieben Jungs. In einem Jahr. An Rita konnte das zwar noch nicht so wirklich heran reichen, aber ich will ja auch kein Popstar werden, der sich erst durch die dicke Schicht an Managern, Produzenten und Koksdealern pennen mus. Sieben. Da steckte kein Plan dahinter, es ist einfach so passiert, jedes Mal fühlte sich auf seine Art und Weise aufregend an, aber so auf einem Zettel, da sah das plötzlich viel aus.

Aber womöglich hängt das von der Betrachtungsweise ab. Schwester Maria aus dem Stift von gegenüber würde mich als Schlampe opfern und direkt in die Hölle schicken. „Rechne das mal auf dein Leben hoch, Kleines!” Und Jana Bach würde mich nur lachend in den Arm nehmen und sagen: „Sieben? Sieben?! Ach, Kleines, wie süß… Hier, guck’ dir mal meine Liste an…!“ „Ähm, ne… danke…“

EMPFEHLUNG

Wenn Rob Kardashian also auf Twitter schreibt, dass er es eklig findet, wenn eine Frau mit 20 Jungs schläft, und das in einem Jahr, dann gibt es womöglich genügend Leute, die ihm da zustimmen und auf sie spucken würden, sollte sie einmal an ihnen vorbei laufen. Und Feministinnen, die sagen, dass jede Frau gefälligst mit so vielen verschiedenen Menschen vögeln darf, wie sie will, und dass wir jetzt sofort auf einen Slutwalk gehen. Und trotzdem weiß ich immer noch nicht, welche Zahl im Jahr angebracht ist. Und ob sie irgendwo zwischen 7 und 20 liegt.

Die Illustration stammt von Flame und Icons8
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