Brauchst du schon Viagra? - Sex mit alten Männern

Der älteste Mann, mit dem ich jemals geschlafen habe, feierte seinen 50. Geburtstag nur drei Wochen später. Er hatte zwei Kinder. Beides Töchter. Die eine arbeitete bei der Sparkasse. Sie…
Brauchst du schon Viagra? - Sex mit alten Männern

Brauchst du schon Viagra?

Sex mit alten
Männern

Der älteste Mann, mit dem ich jemals geschlafen habe, feierte seinen 50. Geburtstag nur drei Wochen später. Er hatte zwei Kinder. Beides Töchter. Die eine arbeitete bei der Sparkasse. Sie habe ich nur einmal flüchtig gesehen. Die andere hatte gerade ihr Studium im Bereich Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Verpackungsgestaltung abgeschlossen. Mit ihr war ich mal sehr gut befreundet. Danach nicht mehr.

Der Mann, den meine Mitbewohner nur Opa, Greis oder Zombie nannten, lebte gemeinsam mit seiner Frau und zwei Windhunden in einem großen Haus in Zehlendorf, das offiziell noch zu Berlin gehört, bei mir im Kopf aber nichts, aber auch gar nichts mehr, von der pulsierenden Großstadt, in der ich sonst so gerne Zerstreuung suche, zu tun hat. Wer hier wohnt, der hat es geschafft. Oder ist bald tot. Oder beides.

Das große Wohnzimmer mit den hohen, gläsernen Schiebetüren, war irgendwo zwischen Land- und Bauhausstil eingerichtet. Über dem viel zu breiten Fernseher und der daneben stehenden, mit Mahagoni veredelten Stereoanlage, hing ein großer, mächtiger Elchkopf, der stumm in die Ferne blickte. Auf der weitläufigen, aus dunkelbraunem Leder gefertigten Couch, kniete man überraschend bequem.

Ich kannte den Mann schon länger. Auf der Geburtstagsfeier meiner ehemals guten Freundin schaute er einmal kurz vorbei, überreichte seiner Tochter ein Geschenk, plauderte ein wenig mit den Gästen und verschwand dann wieder mit seinem BMW im Abendrot. Ich weiß nur noch, dass ich einen dummen Spruch brachte und er nicht verdutzt war, sondern eine schlagfertige Antwort lieferte. Das imponierte mir.

Natürlich sah er aus wie eine Mischung aus George Clooney, Pierce Brosnan und Udo Jürgens. Jeder alte Mann, mit dem ovulierende Frauen Geschlechtsverkehr haben wollen, sieht aus wie eine Mischung aus George Clooney, Pierce Brosnan und Udo Jürgens. Seine silbern schimmernden Haare hatten den dunkelblonden Glanz seiner Jugend noch nicht ganz verloren. Sie waren voll und glatt. Und sie rochen nach Freiheit. Sein Bart war nicht zu kurz und nicht zu lang. Weder Säugling noch Holzfäller. Und der Busch auf seinem Oberkörper sah aus, als würde er jemandem gehören, der in seiner Freizeit gerne auf einem Pferd über die Prärie reitet. Oben ohne. Wie Old Shatterhand in meinen Kinderträumen.

Als wir uns wieder trafen, half er meiner ehemals guten Freundin gerade beim Umzug. Den Großteil davon hatten natürlich eigens dafür engagierte Männer erledigt, aber ein paar Pflanzen mussten noch gerettet und eine Wand weiß gestrichen werden. Ich unterstützte die fleißigen Menschen so gut ich konnte, indem ich die bereits offene Flasche Freixenet aus dem Kühlschrank leer trank. Die wäre ja sonst schlecht geworden. Und das möchte ja schließlich niemand.

Nachdem wir fertig waren, fuhr meine ehemals gute Freundin den Rest ihrer Habseligkeiten in ihre neue Wohnung nach Prenzlauer Berg. Als ich mich gerade verabschieden und zur nächsten U-Bahnstation laufen wollte, fragte ihr Vater mich, was ich jetzt noch machen würde. Mir einen Döner holen, sieben Folgen „Z Nation“ schauen und danach masturbieren, dachte ich mir. „Nichts!“, antwortete ich.

Ob ich noch Lust hätte, mit zu ihm nach Hause zu kommen. Er hätte eine teure Flasche Rotwein von einem Geschäftspartner geschenkt bekommen, die er sich nicht trauen würde, allein zu öffnen. Er würde sich mit Wein nicht so auskennen, eher mit Whisky, und bräuchte jemanden, der ihm sagen könne, ob er da einen guten Tropfen im Haus hätte. „Du hast Glück“, scherzte es aus mir heraus. „Ich bin Berlins bester Sommelier!“ Er lachte. Natürlich lachte er.

Erst als wir in seinem dunkelblauen BMW in Richtung Zehlendorf unterwegs waren, wurde mir bewusst, dass ich gleich mit dem Vater meiner ehemals guten Freundin schlafen würde. Wie sie wohl darauf reagieren würde? Ob sie mich verprügeln würde? Ob wir uns trotzdem noch zum Brunch am Sonntag treffen würden? Zumindest die Antwort auf die letzte Frage kannte ich bereits: Nein.

Wo seine Frau heute sei, fragte ich, als wir durch die Eingangstür hinein traten, ich höflich meine weißen Turnschuhe auszog und sie in das dafür passende Regal stellte. Ich war schon mal hier gewesen. Meine ehemals gute Freundin musste hier etwas abholen oder abgeben oder nachschauen, als wir vor einigen Jahren auf den Weg zu einem Festival waren. Damals wurde mir erst klar, dass sie reich ist. Und ich nicht.

„Bei einer Freundin“, antwortete er kurz und knapp. Sie würden sich jeden Samstag zum Essen verabreden. Mädelsabend. So, so. Eigentlich war es mir ja egal, wo sie war. Aber es wäre mir lieber, sie würde nicht unbedingt zur Tür hineinschneien, wenn ihr Mann sich gerade an der Freundin seiner Tochter verging. „Aha“, entgegnete ich nur. Damit war dieses Thema beendet.

Der Wein schmeckte scheiße. Ich hätte mir lieber die Flasche Gin, die neben uns im Schrank stand, mit einem Liter Fanta gemischt. Aber ich lächelte artig und schluckte den vergorenen Traubensaft hinunter. Der Vater meiner ehemals guten Freundin musterte stolz die angebrochene Flasche. „Wow“, sagte er dann. „Man kann sein Alter wahrlich schmecken!“ Ich nickte. In der Tat.

Der Vater meiner ehemals guten Freundin sagte, er müsse nach dem anstrengenden Umzug noch kurz unter die Dusche hüpfen. Ob ich so lange warten wollen würde. Dass ich es mir ja auf der Couch gemütlich machen könne. Ob er sich noch sein Viagra einwerfen müsse, fragte ich frech. „Bei dir nicht!“, lachte er und ging nach oben. Ich wusste nicht, ob er das ernst meinte, und gönnte mir ein paar Schlücke aus der am teuersten aussehenden Schnapsflasche, die ich auf die Schnelle finden konnte.

Als er wieder hinunter kam, roch er nach Davidoff Cool Water. Er legte eine Jazzplatte auf und dämmte das Licht. Jetzt würden wir wohl zum gemütlichen Teil übergehen, dachte ich mir, bevor er sich zu mir auf die Ledercouch setzte. Ob ich Miles Davis mögen würde, fragte der Vater meiner ehemals guten Freundin. Noch bevor ich „Wen?“ erwidern konnte, hatte ich auch schon seine Lippen auf meinem Mund. Kurz darauf lagen meine Klamotten auf dem Boden verstreut. Nur die Socken durfte ich anbehalten. Er blieb bekleidet. Lediglich sein hellblaues Hemd und die Hose hatte er so weit geöffnet, wie er es für nötig hielt.

Sein Schwanz sah aus, als hätte er zwei Weltkriege hinter sich. Er war dunkel und adrig und nicht weniger ledern als die Couch, auf der er mir in den Mund geschoben wurde. Seine aschgrauen Schmamhaare kitzelten mir in der Nase, während ich mein Bestes gab, dabei an George Clooney, Pierce Brosnan und Udo Jürgens zu denken. „Du bist so geil!“, schnaufte er ab und zu, während er meinen Kopf mit beiden Händen gegen seinen faltigen Bauch drückte.

Dann drehte der Vater meiner ehemals guten Freundin mich um und ich ging vor ihm auf der Couch in die Knie. Während aus den Lautsprechern unsäglicher Jazz dudelte und der Elchkopf mich mit einem herablassenden Blick strafte, schob ein dunkler, adriger, lederner Penis sich Stück für Stück in mich hinein. Eine Hand drückte fest an meiner rechten Brust herum. Ich stützte mich auf der Lehne ab und und blickte zunächst durch die transparenten Schiebetüren auf den Swimmingpool im Garten, wo die Familie sonst wahrscheinlich illustre Grillpartys mit noch illustreren Gästen gab.

Als ich meinen Kopf zur Seite neigte, sah ich auf einer Kommode schön eingerahmte Fotos stehen. Darunter ein Kinderbild meiner ehemals guten Freundin. Darauf war sie zehn. Oder so. Sie drückte ihr breit grinsendes Gesicht an einen dämlich dreinblickenden Hasen. Ich wäre gern in der Zeit zurückgereist, um ihr an diesem glücklichen Tag mitzuteilen, dass ich in ein paar Jahren ihren Papa ficken würde. Und zwar genau dort, wo sie sonst immer ihre Zeichentrickserien schaute.

Mein Gedanke daran, ob reiche Kinder überhaupt fernsehen durften, ging mit einem lauten Klatsch auf meinen Arsch verloren. Hinter mir grunzte und stöhnte und ächzte es. Wäre das hier ein Independent-Film von Wes Anderson gewesen, würde die Couch per Weitwinkelobjektiv in der Totalen verewigt werden. Auf der einen Seite der abwertend dreinblickende Elchkopf. Auf der anderen das Kinderfoto meiner ehemals guten Freundin. Und mittendrin werde ich von einem keuchenden, alten Mann penetriert.

Hoffentlich bekommt der jetzt keinen Herzinfarkt, dachte ich mir noch, bevor der Vater meiner ehemals guten Freundin mich fragte, ob er mir ins Gesicht spritzen dürfte. Ich bejahte seine entgegenkommende Bitte mit einem knappen „Mh-hm“. Aber er war wohl schon zu erschöpft, um mich noch einmal herum zu drehen. Also krallte er seine Hände links und rechts in meine Taille und kam mit einem zunächst röchelnden, aber immer lauter werdenden „Jaaa!“ in mir. Kurz darauf brach er verschwitzt über mir zusammen.

Die Heimfahrt war überraschend unpeinlich. Ich witzelte darüber, dass ich Miles Davis vorher nicht kannte, ihn aber grauenhaft finden würde. Und er lachte, weil er nicht wüsste, wer Dua Lipa wäre. Als er mich vor meiner Wohnung aussteigen ließ, fragte er noch, ob wir das für uns behalten könnten. Ich nickte. Wissend, dass ich es meinen Mitbewohnern in der Sekunde, in der ich die Haustür aufschließe, erzählen würde. Und auch jedem sonst, den ich auf dem Weg nach oben traf.

Meine ehemals gute Freundin brach den Kontakt zu mir ab, indem sie mir einfach nicht mehr auf WhatsApp-Nachrichten antwortete. Ihren Vater sah ich nie wieder. Der älteste Mann, mit dem ich jemals geschlafen habe, feierte seinen 50. Geburtstag nur drei Wochen später. Ich hatte noch überlegt, ob ich ihm gratulieren sollte. Aber ich wollte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.

Wenn ich heute an den Abend in Zehlendorf zurück denke, während mein Vibrator fleißig vor sich hin surrt, dann sehe ich keinen dunklen, adrigen, ledernen Penis vor mir, keine aschgrauen Schamhaare unter einem faltigen Bauch, und keinen verschwitzten Greis kurz vor dem Herzinfarkt. Ich sehe George Clooney, Pierce Brosnan und Udo Jürgens, wie sie mich gemeinsam liebkosen. Ich reite mit Old Shatterhand oben ohne auf seinem Pferd über die Prärie. Und ich sehe einen Elchkopf, der mir stolz zuzwinkert.

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Die Fotografie stammt von We-Vibe
Der Text erschien in der Kategorie Sex mit den Themen Berlin, Frauen, Fremdgehen, Freundschaft, Jungs, Mädchen, Männer, One-Night-Stands, Studium, Viagra und Zehlendorf
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