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Berühmte Brüste: Wer sich Nacktfotos von Promis anschaut, ist ein Arschloch

Wir sind die Generation Nacktfoto. Ehrlich, ich kenne niemanden in meinem Alter, der noch nie seinen Penis oder seine Brüste fotografiert und das Bild anschließend an seinen Partner, seine Affäre oder zumindest den engsten Freundeskreis weitergeleitet hat. Mein Handy zum Beispiel ist voll mit Sc...
Berühmte Brüste: Wer sich Nacktfotos von Promis anschaut, ist ein Arschloch

Berühmte Brüste

Wer sich Nacktfotos
von Promis anschaut,
ist ein Arschloch

Nadine Kroll

Wir sind die Generation Nacktfoto. Ehrlich, ich kenne niemanden in meinem Alter, der noch nie seinen Penis oder seine Brüste fotografiert und das Bild anschließend an seinen Partner, seine Affäre oder zumindest den engsten Freundeskreis weitergeleitet hat.

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Mein Handy zum Beispiel ist voll mit Schwanzbildern der Exaffären und Unterwäschefotos der besten Freundinnen. Und natürlich Nacktfotos von mir. Das Gerät ist also eine tickende Zeitbombe. Was, wenn es in falsche Hände gerät?

Ich liebe es, meine Titten zu fotografieren. Warum? In allererster Linie, weil ich sie großartig finde. Wirklich, wirklich großartig. So wie andere Leute tagtäglich Selfies von ihrem mehr oder weniger demolierten Gesicht machen, fotografiere ich eben meine Brüste. Und verschicke sie. Mal für Geld, mal umsonst. Schließlich kann ich mit ihnen machen, was auch immer ich möchte.

Ich finde es nämlich nicht schlimm, Nacktfotos zu verschicken. Und zu bekommen. Es gibt allerdings eine goldene Regel, an die ich mich immer halte, auch im betrunkensten, im freudigsten und erregtesten Zustand: Ich verschicke Nacktfotos nur, wenn ich damit leben könnte, dass diese früher oder später im Netz landen. Irgendwo. Irgendwann. Und irgendwie.

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Natürlich möchte ich nicht, dass Bilder von meiner Muschi für alle sichtbar auf Reddit oder 4chan oder sonst wo landen. Wenn ich das wollte, würde ich sie nämlich der Allgemeinheit zugänglich machen. Zum Beispiel auf Twitter. Oder Instagram. Oder AMY&PINK. Oder eben Portalen, auf denen sich geile Böcke, wie ihr es seid, Fotos von fremden Mädchen herunterladen können, um dazu kräftig zu wichsen.

Ich verschicke meine Nacktfotos ausschließlich an Leute, die ich persönlich kenne. Meistens ficke ich diese Leute auch. Oder möchte von ihnen einfach nur die direkte Bestätigung erhalten, dass meine Brüste tatsächlich so fantastisch sind, wie ich immer geglaubt habe und auch heute noch glaube. Ob das nun zwei oder zweihundert sind, tut dabei nichts zur Sache. Die Entscheidung, wer mich nackt sehen darf, liegt nämlich immer nur bei mir. Auch, wenn es nur um einfache Bilder geht.

Ich habe schon in der Mittelstufe, als wir unsere kaum vorhandenen Titten noch mit Einwegkameras knipsten, gelernt, dass es nicht okay ist, die Nacktfotos der verhassten Mitschülerin für alle sichtbar ans schwarze Brett zu hängen.

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Wieso sollte es dann also okay sein, sich in das Handy einer fremden Person zu hacken, um ihre Fotos zu stehlen und gleich der ganzen Welt über das Internet zugänglich zu machen? Weil die Person vielleicht nicht bekannt ist und wir natürlich alle wissen wollen, wie die Brüste unserer allerliebsten Film- und Fernsehstars aussehen?

Auf Reddit, 4chan & Co. tauchen dank gut geplanter Leaks, wie zum Beispiel „The Fappening„, immer wieder allerlei Nacktfotos von Prominenten auf. Überaus private Schnappschüsse, für deren Veröffentlichung sie und die vielen anderen bekannte Frauen, die dort abgebildet werden, nie ihr Einverständnis gegeben haben.

Eine Schauspielerin, wie sie mit gespreizten Beinen ein Glas Wein trinkt. Ein Model, wie es sich, ganz außer Atem, auf den Rücken spritzen lässt. Oder eine Sängerin, wie sie ihrem Freund eine Videoaufnahme ihrer Brüste schickt. Und genau an dieser intimen Stelle liegt das Problem.

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Natürlich lechzen wir alle nach Tittenbildern von schönen Frauen. Den ganzen Tag lang könnte ich sie studieren, in ihnen vergehen. Und ich persönlich sehne mich auch nach Nacktfotos von männlichen Prominenten wie Johnny Depp oder Ryan Gosling.

Doch natürlich werden in erster Linie die Handys von Frauen gehackt, merkt ihr was? Aber mal ehrlich: Für genau so etwas hat Hugh Hefner uns den Playboy geschenkt. Einverständnis ist das Stichwort, das hier nur allzu gerne vergessen wird.

Wenn weibliche Stars und Sternchen in Magazinen oder auf Internetseiten blank ziehen wollen, dann sollen sie das tun. Was aber auf ihren eigenen Handys gespeichert ist, ist privat – und das sollte auch so bleiben. Ganz egal, ob ihr euch gerne mal einen auf diese Bilder runterholen würdet oder nicht. Seid ihr nicht die Ersten, die schreien, wenn die NSA die SMS, die ihr in betrunkenem Zustand an eure Exfreundin oder Mutter schreibt, mitliest? Eben.

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„Wenn man Nacktfotos mit seinem Handy macht, muss man mit sowas rechnen!“, ist kein Argument. Stichwort: Victim Blaming. „Stell’ dir mal vor, das würde jemand bei deiner Tochter oder Schwester oder Freundin machen!“ als Gegenargument übrigens genauso wenig hilfreich.

Wann, wie, wo und vor allem für wen sich jemand, und ich sage hier gezielt nicht „eine Frau“, obwohl wir alle wissen, dass es in den wenigsten Fällen Männer sind, die sich von der Gesellschaft so behandeln lassen müssen, zu einem sexuellen Objekt machen will, ist immer der Person selbst überlassen.

Wenn also Nacktfotos von jemanden nicht direkt an euch oder die Presse gehen, dann habt ihr gefälligst eure schmutzigen Griffel davon zu lassen. Sonst verwandelt ihr euch nämlich schnurstracks in genau die Sexualstraftäter, die ihr sonst in der Öffentlichkeit so gnadenlos und hart verurteilt.

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Und falls ihr mal wieder enormen Druck auf euren kleinen Eiern haben solltet, dann fragt doch einfach eure liebe, kleine Freundin, ob sie euch nicht ein paar offenherzige Nacktbilder von sich schickt. Ihr dürft dann aber auch nicht sauer darüber sein, wenn jemand euch das Handy plötzlich klaut und die privaten Fotos ins Netz stellt. Denn: „Damit muss man ja rechnen!“

Die Illustration stammt von Clip und Icons8
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