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Das Popkultur Magazin

Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea

Hach, es ist kaum in Worte zu fassen, wie schön Seoul ist. Wie bunt es ist. Wie lebhaft und so voller Geheimnisse. Dank des gigantischen Erfolgs von K-Pop und diverser Seifenopern in westlichen Gefilden sind auch immer mehr Augen auf das Land am anderen Ende der Welt und ganz besonders deren pulsier...
Ein Tag in Seoul: Superschönes Südkorea

Ein Tag in Seoul

Superschönes
Südkorea

Daniela Dietz

Hach, es ist kaum in Worte zu fassen, wie schön Seoul ist. Wie bunt es ist. Wie lebhaft und so voller Geheimnisse. Dank des gigantischen Erfolgs von K-Pop und diverser Seifenopern in westlichen Gefilden sind auch immer mehr Augen auf das Land am anderen Ende der Welt und ganz besonders deren pulsierende Hauptstadt gerichtet. Der scheinbare Feind sitzt im Norden, während im Süden das Leben in all seiner Pracht gefeiert wird. Natürlich hat auch Südkorea gesellschaftliche Herausforderungen, die es zu meistern gilt, aber wenn man gerade erst in Seoul angekommen und durch die Straßen schlendert, sieht man nur das Gute, das Schöne, das Lebendige.

EMPFEHLUNG

Bereits im Jahr 18 vor Christus bis hin zum Jahr 475 war Seoul die historische Hauptstadt des Königreichs Baekje. Von 1394 bis 1910 war sie die Hauptstadt der Reiche Joseon und Groß-Korea. Zur Hauptstadt Südkoreas wurde sie im Jahr 1945 erhoben. Geschichte findet man trotz des rasanten technologischen Fortschritts an jeder Ecke. Besonders dann, wenn man den Blick ab von den riesigen Werbetafeln und den überhohen Skyscrapern wendet und genauer in die kleinen Straßen, süßen Restaurants und blitzenden Augen der Bewohner blickt, sieht man sie: Die Historie, die dieses Land ausmacht und nicht mehr loslässt.

Wenn ihr den Ausgang 4 des Bahnhofs Jongno-3-ga verlasst, befindet ihr euch fast augenblicklich in der Ikseon-dong Alley, die von vielen schönen Geschäften gesäumt ist. Wenn ihr jedoch zum ersten Mal in Seoul seid, solltet ihr euch im Klaren darüber sein, dass der Ort nicht von der Hauptstraße aus einsehbar ist und ihr daher möglicherweise Hilfe benötigt, um dorthin zu gelangen, obwohl die Gasse sich quasi im Zentrum von Jongno befindet. Sie war eine ganze Weile ein sehr ruhiges Plätzchen, weil die Bewohner einen Sanierungsplan ablehnten. Mit dem Aufkommen einzigartiger Cafés und Lokale kamen allerdings auch immer Besucher aus dem In- und Ausland. Diese kleine Straße, in der Koreas Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander existieren, ist immer einen Besuch wert.

Das Chang Hwa Dang ist ein bekanntes Mandulokal in Ikseon-dong. Auf seinem Schild am Eingang steht ganz stolz: „Restaurant berühmt für seine Teigtaschen“. Im Inneren befinden sich traditionelle Silbernickeltische, die allen Einheimischen bekannt sind. Ihr könnt verschiedene Sorten von Mandusuchas gogi mandu, also Fleischknödel, Kimchi mandu, gehacktes Kimchi und Schweineknödel, Menbosha, gebratenes Garnelensandwich, und mehr zu sehr günstigen Preisen probieren.

EMPFEHLUNG

Von den vielen Cafés in und um Ikseon-dong ist das bekannteste die Bäckerei DongBaek. Die koreanischen Buchstaben auf ihrem Schild sind vertikal geschrieben, und ihr Inneres erinnert daran, wie die Hanoks, ein traditionelles koreanisches Haus, über Jahrhunderte hinweg aussahen. Was diesen Ort so besonders macht, ist sein berühmtes Dessert, der Erdbeer-Soufflé-Pfannkuchen, neben dem Filterkaffee und verschiedenen Teesorten. Solltet ihr auf einen Tisch warten müssen, können ihr erwarten, dass euch der „Welcome Tea“ kostenlos serviert wird.

Uncle Video Town ist eine Kombination aus Café und Kino, in der ihr sowohl köstliche Getränke als auch einen Film genießen könnt – ein einzigartiges Erlebnis von Ikseon-dong. Beim Eintritt wählt ihr den Café- oder den Filmsaal. Im Filmsaal könnt ihr eine Filmvorführung und ein Getränk eurer Wahl genießen. Auch im Cafésaal laufen Filme, die dann allerdings von einem Projektor aus an der Wand abgespielt werden, während ihr euren Drink genießt. Abends könnt ihr auch Bier und verschiedene Snacks bestellen. „Kommt uns besuchen“, wirbt der Besitzer. „Wir werden euer Leben bereichern!“

Der Dongmyo-Flohmarkt, bekannt als das Reiseziel eines jeden Secondhand-Artikels, der auch als „Hongdae für ältere Menschen“ bekannt ist, hat sich zu einem absoluten Hotspot für junge Leute entwickelt, die auf der Suche nach den nächsten Trends im Vintage- und Retro-Look sind. Er verwandelt sich schnell in eine Schatzsuche, wenn die Marktbesucher die Kleiderstapel nach dem von ihnen gesuchten Stil durchforsten. Schnell findet ihr euch in einer Zeitreise wieder.

EMPFEHLUNG

Die billigen Snacks und Mahlzeiten, bei denen für jeden etwas dabei ist, sind ein weiterer verlockender Aspekt des Marktes. Das Kleingeld geht euch im Handumdrehen aus, also bringt reichlich mit. Der Dongmyo-Flohmarkt befriedigt den Wunsch nach einem kleinen Mitbringsel für euer Geld und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Einkäufe zu tätigen. Versucht, mit den Händlern um einen besseren Preis zu feilschen, und seht zu, wie ihr im Handumdrehen zu einem Ass auf dem Dongmyo-Flohmarkt werdet.

Einst eine Seitenstraße mit verlassenen Druckereien im Yongsan-Gebiet, ist die Yeoljeongdostraße heute ein belebter Hot Spot, in dem die Träume junger Unternehmer zum Leben erwachen. Das „Yeoljeong“ von Yeoljeongdo steht für Leidenschaft, und genau das ist die Bedeutung dieser Seitenstraße, die bis zum Rand mit beliebten Lokalen gefüllt ist. Dabei hat sie auf geheimnisvolle Weise genau das nostalgische Ambiente bewahrt, das einst auf dem Höhepunkt der Druckereitätigkeit stand. Ein Muss für tolle Fotos!

Wenn ihr auf alte Videospiele steht, dann solltet ihr das Com Com Play besuchen. In dieser alten Arcade könnte ihr eine Bubble-Bobble-Partie in der gleichen altmodischen Atmosphäre wie damals spielen. Denn auch nach dem Erwachsenwerden geben sich die Leute der Retro-Spiele-Generation hier immer wieder der Lust hin, den bunten, blinkenden Pixeln zu frönen. Schaut auf jeden Fall für ein paar Runden aller Retro-Spiele vorbei und lasst die alten Zeiten wieder aufleben, so wie ihr es einst als Kinder getan habt.

EMPFEHLUNG

Solltet ihr statt auf alte Videospiele eher auf alte Bücher stehen, dann ist der Daeo Bookstore genau das Richtige für euch. Der Laden wird im Grunde wie ein Café betrieben, so dass ihr euer neues Lieblingsbuch gleich bei einem guten Kaffee in einem schönen Ambiente genießen könnt. Wenn ihr jedoch nur Fotos machen wollt, um den Augenblick zu bewahren, oder einen Rundgang durch die Buchhandlung machen wollt, ohne ein Getränk zu kaufen, könnt ihr stattdessen gern ein Souvenirpaket erwerben. Jedes dieser kleinen Schachteln enthält Süßigkeiten, eine Postkarte und ein Lesezeichen, das ihr gleich in euer neues Lieblingsbuch stecken könnt.

Auch die traditionellen Märkte von Seoul werden bei ausländischen Besuchern, die die kulinarischen Traditionen und die Kultur des Landes hautnah erleben wollen, immer beliebter. Die alten, koreanischen Handelsplätze werden durch die wirtschaftliche globale Entwicklung nicht nur von Discountern, sondern auch von Online- und TV-Homeshopping bedroht. Noch immer gibt es allerdings einige traditionelle Märkte mit ihrem einzigartigen Flair, das so nirgendwo sonst zu erleben ist, großer Beliebtheit.

Der Mangwon Market, ein 40 Jahre alter traditioneller Markt, wird wegen seiner Modernisierungsbemühungen von jungen Leuten mehr als jeder andere Markt in der Stadt bevorzugt. K-Food ist hier vor allem bei jungen Leuten und für Gourmetreisen bekannt. Es ist ein Ort, an dem nicht nur Einheimische, sondern auch ausländische Touristen verschiedene koreanische Lebensmittel am bequemsten erleben können.

EMPFEHLUNG

Unter so vielen verschiedenen Speisen hier empfehlen wir, das hausgemachte Schweineschnitzel bei Basak Macha zu probieren. Und ihr müsst nicht lange nach dem Restaurant suchen, schließlich gibt es immer eine sehr lange Schlange von Leuten vor dem Lokal. Das Restaurant bietet eine große Auswahl an Menüs zu erschwinglichen Preisen. Auch das hausgemachte Kotelett sieht so gut aus, wie es schmeckt. Besucht unbedingt den Mangwon Market, einen der drei großen traditionellen Märkte der Stadt, und kostet die im Mund zergehenden Fleischgerichte, für das dieses Etablissement berühmt geworden ist.

Mit der nationalen Befreiung des Landes, auf die der Koreakrieg folgte, wurde der Jungang Market schon früh als einer der drei wichtigsten Märkte der Hauptstadt anerkannt. Er hat seine Charakteristika über all diese Jahre beibehalten. In der Nähe befinden sich zahlreiche beliebte Einkaufsmöglichkeiten wie der Doosan-Turm und Migliore sowie die Cheonggyecheonstraße. Der Jungang Market wird von einer großen Zahl von Einheimischen und internationalen Reisenden gleichermaßen besucht. Wenn ihr Lust habt, Nudeln nach koreanischer Art zu probieren, könnt ihr Kalguksu in Guksuga Joa probieren. Ihr könnt dem Koch bei der Zubereitung eurer Mahlzeit zusehen. Die mit Schalentieren zubereitete Brühe schmeckt sehr gut, da verschiedene Zutaten darin stundenlang gekocht werden, um ein reichhaltiges Aroma zu erhalten.

Der Saemaeul Market in Songpa-gu hingegen ist so etwas wie ein altmodischer traditioneller Markt, der in den 1970er Jahren eröffnet wurde, als Händler und Einwohner sich einander viel näher fühlten, als sie es heute sind. Der Markt, der immer noch von den Einwohnern geschätzt wird, zieht eine Reihe von Touristen an, auch wegen der Lebensmittel, die in den zahlreichen Lokalen angeboten werden. Eines von ihnen, Color Bunsik genannt, öffnete seine Türen Mitte der 1980er Jahre. Hier könnt ihr eine Vielzahl von frittierten Lebensmitteln probieren. Ihr könnt auch in die Bar auf dem Dach gehen und euren Blick über die Stadt schweifen lassen, während ihr esst. Ein weiterer Ort, der einen Besuch wert ist, ist Namgyeong Makguksu, das für erstklassige Buchweizennudeln, Makguksu genannt, aus handgemachtem Teig beliebt ist.

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Damit ihr auch etwas für die Kultur tut, empfiehlt sich ein Besuch im Jinkwansa-Tempel. Er ist einer der bekanntesten Tempel Seouls und ist im ganzen Land bekannt. Seit seiner Gründung in der Goryeo-Periode galt der Jinkwansa-Tempel als einer der vier Haupttempel von Hanyang, dem heutigen Seoul, und erntete in der Öffentlichkeit große Bewunderung. Gegenwärtig, mit der Flut von Besuchern, die nach einem Tempelaufenthalt suchen, kann man schon ab zehn Uhr morgens Menschenmassen antreffen. Wer plant, das Jinkwansa-Tempeltal zu besuchen, während er sich in der Gegend aufhält, sollte auf jeden Fall beim Tempel vorbeischauen, um eine seinen Segen zu erhalten. Er bringt nämlich Frieden im Herzen und im Verstand.

Falls ihr einfach nur einen Ort für eure Instagrambilder sucht, ist das Color Pool Museum der perfekte Ort dafür. Es beherbergt den buntesten Raum der Stadt. Von dem Moment an, in dem ihr eintretet und durch die strahlenden Schiebetüren geht, sammeln sich alle nur erdenklichen Farben vor euren Augen. Versucht, im rosa Kugelbecken zu tauchen oder entdeckt eure eigene Wunschfarbe durch das Kameraobjektiv am Palettenwandraum.

Im Trick Eye Museum, einem lustigen Ort der Täuschung, hingegen wird das Publikum zu den Hauptfiguren der diversen Kunstwerke. Der Begriff „Trick Eye“ ist der englische Begriff für „Trompe-l’œil„. Dies bezieht sich auf die traditionelle Kunsttechnik, optische Täuschungen so zu erzeugen, dass flache Bilder dreidimensional erscheinen. Das hier ist wirklich der perfekte Ort, um Instagram-Fotos zu schießen, die eure Follower zu Hause begeistern werden.

EMPFEHLUNG

Es wird musikalisch. Das All That Jazz in Itaewon ist Koreas erster Jazzclub, der 1976 eröffnet wurde. Der Eintritt ist nicht frei, aber es lohnt sich, wenn ihr euren Abend schon immer mal in einer echten, authentischen Jazzbar verbringen wolltet. Zu den erhältlichen Getränken gehören Cocktails und Biere, und es werden köstliche Mahlzeiten serviert. Die Mahlzeiten sind werktags ab 18 Uhr für zwei Stunden ermäßigt. Es kann also am besten sein, den Ort nach der Arbeit zu besuchen, um großartige Musik zu genießen und gleichzeitig leckeres Essen zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.

In Ikseon-dong gibt es einen Ort, an dem ihr köstliche Craftbeere in einer für Korea einzigartigen Atmosphäre genießen könnt. Der Ort heißt Artmonster und hat einen Retrolook, der Ikseon-dong angemessen ist, mit einer lockeren Atmosphäre zum Genuss von handwerklich gebrautem Bier in einer Megastadt vereint. Als Beilage gibt es leckeres Hühnchen und Pizza. Im Artmonster hängen auch viele Hipster ab, ihr werdet euch also sofort wie zu Hause fühlen.

Das Seinejang, das von außen einem Hotel zu ähneln scheint, während es einst ein ehemaliges Motel beherbergte, wurde zu einem Retrocafé umgebaut. Das gesamte Gebäude ist mit Glas verkleidet, das einen weiten Blick auf die Stadt bietet, und die schöne Außenterrasse wertet das Spektakel der Hotelarchitektur zweifelsfrei auf. Das hier ist der perfekte Ort, um euch von den Strapazen eines typischen Touristentages zu erholen.

EMPFEHLUNG

Schallplatten erleben ein Comeback unter dem Deckmantel des steigenden Retro-Trends. Und hier, auf dem heiligen Boden der alten Pop-Welle, hat Muse On scheinbar jede LP aus allen Ecken der Welt verfügbar. Barbesucher können sogar in aller Ruhe Liederwünsche äußern. Muse On ist die perfekte Atempause weg von all den modernen Playlisten, die sonst überall in der Stadt erklingen, so dass ihr die gut gealterten melodischen Töne einer LP genau an der Stelle genießen könnt, an der auch bekannte K-Pop-Stars sich gern Inspiration für ihre nächsten Lieder holen.

Ihr seid von all den Sehenswürdigkeiten erschöpft? Keine Sorge! Genießt einfach eine Nacht in Asiens ältestem und geschichtsträchtigstem, aber dennoch beliebtestem Hotel, dem Grand Hyatt Seoul. Es befindet sich im Herzen der Stadt und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Hangangang-Fluss und den Namsan-Berg. Tatsächlich kommen auch gern Touristen hierher, die gar kein Zimmer in dem Hotel gebucht haben, weil die Aussicht so schön ist. Und wenn ihr richtig dekadent sein wollt, könnt ihr es euch im Pool gemütlich machen, dabei einen Cocktail schlürfen und dabei euren Blick über die blinkende Metropole schweifen lassen.

Auf unserer kleinen Fotoreise durch die breiten und engen Straßen der südkoreanischen Hauptstadt kamen wir an mit bunten Fähnchen dekorierten Plätzen vorbei. Wir saßen am Fluß, sahen stolzen Eltern dabei zu, wie sie ihren Kindern die Wunder von Seoul zeigten. Wir trafen kuschelige, kleine Freunde in den putzigsten Geschäften und lernten die Kulisse einer aufstrebenden Nation kennen, deren traditionelle Wohnhäuser an gläserne Bürokomplexe grenzten. Und wir hörten poppige Musik, die aus den Lautsprechern irgendwo im Nirgendwo zu kommen schienen. Seoul ist ein von Menschen gewordenes Wunder – und wer auch nur einmal die Chance im Leben hat, hier her zu kommen, der sollte sie nutzen.

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Die Fotografie stammt von Marlen Stahlhuth
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