Die Musiker im Gespräch - Tokio Hotel, wart ihr schon mal im Berghain?

Einmal im Leben
Die Musiker im Gespräch - Tokio Hotel, wart ihr schon mal im Berghain?

Die Musiker im Gespräch

Einmal im Leben Tokio Hotel zu treffen, das stand nicht auf meiner To-do-Liste. Sollte es aber. Wenn man überlegt, was aus den ganzen Weltstars geworden ist, die in jungen Jahren erfolgreich und relativ schnell abgehoben sind, wirken diese Jungs wie harmlose Studenten aus der Nachbarschaft. Gut, brav sind sie jetzt nicht unbedingt, aber ziemlich lustig und auf dem Boden geblieben. Oder: Das perfekte Tindermatch für einen kuriosen Saufabend.

In welchem Club könnte eure Musik gespielt werden?

Bill: Ich kenne mich mit der deutschen Clubszene nicht so gut aus, weil wir hier so selten feiern gegangen sind. Ich glaube in L.A. gibt es einige Clubs, wo die Platte laufen könnte. Zum Beispiel das Warwick. Oder XS in Las Vegas.

Jetzt kennen die meisten Leute, mich eingeschlossen, diese Läden nicht. Was läuft da so?

Tom: In diesen Clubs wird viel Elektro gespielt. Dort legen auch mal die Swedish House Mafia oder Skrillex auf. Wir haben von unseren Songs, die eh schon sehr elektronisch sind, noch mal Mixe machen lassen, die in echt viele Clubs passen würden.

Gibt es einen bestimmten Club, wo euch einer abgehen würde, wenn der eure Lieder spielt?

Bill: Also ich würde es ja feiern, wenn im Berghain ein Song von uns laufen würde (lacht laut).

Tom: Coachella wäre auch geil.

Welcher Party-Typ seid ihr?

Tom: Wir sind immer die Prollos, die besoffen in der Ecke hängen.

Ihr tanzt nicht?

Tom: Nur, wenn wir richtig betrunken sind. Auf Gustavs Hochzeit haben wir alle zu 90er-Jahre-Musik getanzt. Das war ganz witzig. Ansonsten sind wir nicht so die Tänzer.

Welcher Drink verleitet euch zum Tanzen?

Tom: Das war so ein Mix aus Tequila-Shots, Whiskey Cola, Rum Cola, Bier und Wein.

Das ist eine ordentliche Mische. Was ist geiler: Eine Party auf dem Roof in L.A. mit heißen Bitches und Freisuff oder eine Underground-Party in Berlin in einem miefigen Keller?

Tom: Also ich würde in den Keller gehen. Diese Partys in L.A. mit schönen Frauen hatte man jetzt schon ganz oft. In Berlin waren wir noch nicht so oft unterwegs. Außerdem mag ich es, wenn sich die Leute freier bewegen können und sich keine Gedanken darüber machen, wie sie gerade aussehen und ob sie den teuersten Drink in der Hand halten.

Bill: Ich finde es auch gut, wenn sich die Leute beim Feiern völlig fallen lassen und den Alltag vergessen.

Tom: Es gibt zwei Arten von Partys. Auf der einen bestellen die Typen teuren Champagner und reservieren extra Tische, um Frauen kennenzulernen…

Das seid ihr?!

Tom: Nee, das sind wir nicht. Das waren wir aber früher mal (alle lachen). Das waren wir mit 15. Und dann gibt es noch die Party, wo man einfach rausgeht und einen entspannten Abend mit Freunden haben will.

Wisst ihr noch wann ihr das erste Mal im Club wart?

Tom: (zu den Jungs) War das in Magdeburg, ein Club? Also wenn man diesen Club dazu zählt, dann mit 13.

War das, bevor ihr berühmt wurdet?

Tom: Ja.

Krass, das ist aber sehr früh. Ich dachte, dass ich mit 15 schon früh feiern gegangen bin.

Tom: Wir hatten gefakte Ausweise.

Bill: Der Laden hieß glaub ich Factory. Und dann waren wir ganz schnell in so Proll-Schuppen in München, mit 15.

Schnaps oder Bier?

Alle: Bier.

Eure beste Hollywood-Party?

Bill: Da in L.A. alles um zwei dicht macht, sind die Haus-Partys immer die besten. Ich kann mich an eine Kostüm-Party von so einem superreichen Typen erinnern. Das Motto war Moulin Rouge, alle waren schick und der hatte sogar den Cirque du Soleil gemietet, die im Pool aufgetreten sind. Das Haus war unendlich groß und irgendwann haben wir eine völlig neue Welt entdeckt mit Spa-Bereich in so einer Wellness-Oase.

Ich war irgendwann total dicht und saß in der Sauna mit meinem weißen Anzug. Alle Cirque-du-Soleil-Darsteller waren nackt und hatten Sex, während ich komplett angezogen dazwischen war und denen zugeschaut habe. Bis dann irgendwer kam und mich raus geholt hat. Das war eine extrem gute Party. Ach, und neulich waren wir noch auf einer guten Halloween-Party, wo wir am Ende besoffen gegenseitig diesen Taser von der Polizei an uns ausprobiert haben, um zu gucken, ob das wirklich funktioniert.

Und?

Bill: Ja, das tat total weh (lacht laut). Aber das war eine gute Party.

Wie sieht euer Kater-Tag nach einer heftigen Party aus?

Bill: Wir pennen superlang. Bis 3 Uhr nachmittags oder so und dann wollen die Hunde auch mal raus. Meistens nehme ich dann eine Aspirin Complex, trinke einen starken Kaffee und dusche lang. Trotzdem bin ich dann den ganzen Tag verschwommen. Ich komm‘ damit allerdings ganz gut klar. Bei Tom ist das schon heftiger. Wenn der mal zu viel gesoffen oder einen Absturz hatte, trägt der das die ganze Woche noch mit sich rum.

Tom: Der Tag danach ist das Schlimmste. Danach brauche ich mindestens drei Tage, bis ich mich komplett davon erholt habe.

Gustav: Bist halt auch nicht mehr der Jüngste

Tom: Früher ging das alles noch schneller. Da waren wir abends trinken und haben am nächsten Morgen noch einen Bravo Starschnitt gemacht (lacht).

Seid ihr schon mal nicht in einen Club rein gekommen, weil euch keiner erkannt hat?

Bill: Neee, wir gehen eigentlich immer sicher, dass das vorher geklärt ist. In L.A. sind die Schlangen auch immer sehr lang und da passiert es sehr oft, dass auch berühmte Leute dazwischen stehen und nicht rein kommen, weil sie nicht gesehen werden. Darum gehen wir immer sicher, dass wir uns vorab ankündigen.

Der beste Ort im Club, um sexuell aktiv zu werden?

Bill: Das Klo wahrscheinlich. Ich würde auf’s Klo gehen. Das finde ich auch ganz gut.

Tom: Sexuell aktiv im Club? Das macht man eigentlich nicht. In den Angestellten-Bereich verschwinden, finde ich glaub ich am besten.

Georg: Man kann doch auch kurz raus ins Auto gehen. Also entschuldige mal bitte.

Wenn ihr noch mal 16 sein könntet, für einen Tag, was würdet ihr machen?

Georg (zu Tom): Ich glaube, es wäre für dich wie jeder andere Tag gewesen: Onanieren, onanieren, onanieren. (Alle lachen)

Worüber könnt ihr herzlich lachen?

Bill: Über Georg. Ich kann nicht wirklich über Witze oder Comedians lachen. Was ich total lustig finde, sind so spontane vercheckte Situationen.

Was an euch ist typisch deutsch und was typisch amerikanisch?

Bill: Unsere Genauigkeit und Pünktlichkeit ist typisch deutsch. Ich bin nie zu spät und schreibe mir immer alles auf. Typisch amerikanisch ist unser Englisch, weil wir so viel Zeit in L.A. verbracht haben und auch dort erst richtig Englisch gelernt haben. Wir benutzen schon oft die Worte Amazing und Like. Das finde ich furchtbar, aber ich kann es nicht mehr abstellen.

Habt ihr Angst vor einer bestimmten Droge?

Bill: Nö! (lacht). Wir haben mal ein Video gedreht zu „Feel It All“, was das Thema aufgreift. Mich interessieren diese Themen wie Drogen und Prostitution total. Diese ganzen Abgründe der Menschheit. Wie man dahin kommt und welche Geschichte sich dahinter verbirgt.

Tom: Ich hab eher Angst vor Sachen, die ich nicht kontrollieren kann. Wenn ich jetzt im Meer schwimme und dann ein Hai kommt und mich auffrisst. Bei einer Droge kannst du entscheiden, ob du sie nimmst oder nicht.

Habt ihr schon mal jemanden tätowiert?

Bill: Nein, würde ich aber ganz gerne.

Tom: Ich auch.

Bill: Das ist aber bestimmt gar nicht so einfach. Ich finde, da Georg noch keins hat, dürfen wir alle mal bei ihm ausprobieren.

Tom: Das stimmt. Ich würde das ganz witzig finden, wenn wir das machen würden.

Bill: Kann man einfach so eine Maschine kaufen?

Gustav: Die kann man bestimmt auch selber basteln. Ich würde mich auf jeden Fall von Tom tätowieren lassen.

Tom: Ich kann halt am besten zeichnen von uns.

Das heißt aber nicht, dass man deswegen auch gut tätowieren kann.

Tom: Das stimmt, aber die Jungs kennen mich gut genug und wissen, dass ich alles ein bisschen kann.

Georg: Aber nichts richtig.

Eure Lieblings-App?

Bill: Instagram.

Tom: Ich benutze mein Handy eigentlich nur, um zu telefonieren und SMS zu schreiben. Auch wenn ich immer das neueste iPhone habe. Ach, und ich hab noch eine n-tv-App. Da guck ich ab und zu mal rein (lacht).

Georg: Ich hab auch nur Instagram.

Gustav: Ja, Angry Birds halt.

Neben welcher Persönlichkeit würdet ihr gerne mal beim Pinkeln stehen?

Bill: Kevin Spacey.

Würde man da auch mal rüber gucken?

Bill: Ich weiß nicht, ob ich runter gucken würde, aber ich würde rüber gucken. Ja (lacht). Bei Tom wäre es auf jeden Fall Denzel Washington.

Tom: Ja stimmt, Denzel Washington.

Georg: Also beim Pissen gucke ich nach unten und versuche zu zielen. Mehr mache ich da nicht.

Bill: Glaub ich dir nicht. Du würdest doch hundertprozentig gerne mal jemanden auf dem Klo treffen wollen.

Tom (zu Georg): Du würdest doch hundertprozentig David Hasselhoff treffen wollen.

Georg: Dann aber nicht am Pissoire, sondern richtig auf der Schüssel (alle lachen).

Bill: Da würde ich mich auch unterhalten.

Georg: Da unterhalte ich mich immer ganz gerne.

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Illustration von Universal Music
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