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Musik, Drogen, Gummistiefel: Festivals sind mein Zuhause

Die Vorfreude auf ein Festival kann bis ins Unermessliche steigen. Hat man erstmal das Line-up mental auf seinen Unterarm getackert, ist der Schlüpfergummi der Erwartungen oft schon bis zum Anschlag gespannt. Monate vorher wechseln die Emotionen zwischen grenzenloser Freude auf die persönlichen Supe...
Musik, Drogen, Gummistiefel: Festivals sind mein Zuhause

Musik, Drogen, Gummistiefel

Festivals sind
mein Zuhause

Wenke Walter

Die Vorfreude auf ein Festival kann bis ins Unermessliche steigen. Hat man erstmal das Line-up mental auf seinen Unterarm getackert, ist der Schlüpfergummi der Erwartungen oft schon bis zum Anschlag gespannt. Monate vorher wechseln die Emotionen zwischen grenzenloser Freude auf die persönlichen Superhelden und die Angst einen davon verpassen zu können.

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Ist man dann erst einmal dort, kommt sowieso alles anders. Die fetten Cumuluswolken formen sich zu einem gigantischen Stinkefinger und der blaue Engländer neben dir baut sein Zelt direkt in dein Zelt. Jetzt heißt es locker bleiben und das Beste daraus machen.

Allein schon, um deine Solidarität gegenüber dem Wert des Tickets zu zeigen und dem damit verbundenen Pennerdasein gehörig zu trotzen. Statt wertvollem Zucker pumpt man seine Blutbahn lieber mit THC, Speed oder anderem bewusstseinserweiternden Gedöns voll. Um den bedingungslosen Enthusiasmus zu deinem zu machen.

Mit den Gummistiefeln fest an den Waden und der Sonne im Rücken reiht man sich in die noch ganz akzeptabel riechende Menschenschlange ein. Statt dem gewohnten Dollarzeichen in den Augen, wird jetzt das Festivalbändchen zum Objekt der Begierde.

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Den Stress erstmal bewältigt, geht es auf das Gelände. Kein Gras, keine Natur. Aber egal. Was zählt, ist der Plan. Bis zur Besinnungslosigkeit in der Partymeute verschmelzen zu wollen und sich am Morgen nicht mal an die den eigenen Vornamen erinnern zu können. Plan. Check. Oder auch nicht.

Eigentlich willst du jetzt Bier, aber dein Körper giert nach dem einfachen Klaren, nach Wasser. Der erste Schein ist weg und Du stellst dir nüchtern sein vor. Klappt nicht. Ab zur Main-Stage, denn das Line-up wartet nicht auf dich. Genauso wie du ist es auf Speed und kennt keine Gnade.

Was du verpeilst, verpasst du. Wenn du es schaffst, rastest du aus. Aggressiv vorgehende Ellebogen, zerlatschte Schuhe und eine leicht demolierte Visage sind dein Markenzeichen. Es ist dir egal. Party. Mutti kennt mich, doch zum Glück weiß sie von allem nichts.

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Erster Tag und Geld ist so gut wie weg. Verzweiflung trifft auf „Drauf geschissen“. Afterhour neben Kevin-Pascal und die Welt gehört dir. Jutebeutel und Fake-Ray-Ban im Klo runtergespült, jetzt heißt es Freiheit. Die ersten Sonnenstrahlen am Morgen vermitteln dir das Gefühl eines längst vergessenden Superhelden. Du bist da und zurück im gleichen Moment.

Auf dem Weg zu deinem Zelt könnte jeder dein Freund sein. Doch dir ist das egal, du bist zu sehr damit beschäftigt zu genießen und nicht über diese verdammten Zeltheringe nachzudenken, geschweige denn zu stolpern. Zufrieden angekommen, aber vollgepumpt mit Harn, wird das 3,35-minütige Entleeren des Beutels bei deinem Zeltnachbarn vollzogen. So wie es sich gehört. Glücklich und tot fällst du in deinen Schlafsack und machst dich selbst dem Erdboden gleich. Morgen geht’s weiter. Alkoholabbau, beeile dich!

Die Fotografie stammt von Krists Luhaers
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