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Das lässige Leben: Ich liebe meine Jogginghose

Wer nicht mindestens eine Jogginghose besitzt, ist mir grundsätzlich erstmal unglaublich unsympathisch bis hochgradig suspekt. Wie kann es sein, dass man nicht wenigstens einen Fetzen Lässigkeit im Schrank hat? Für mich unvorstellbar. Leute jetzt ehrlich mal, das fulminante Teil Stoff ist doch der einfachste Schlüssel zur endlosen Entspanntheit. Jogginghosen sind billig, überall zu bekommen und keiner ist einem böse, wenn man versucht sie 24/7 lokal oder international salonfähig zu machen. Zuge…
Das lässige Leben: Ich liebe meine Jogginghose
Das lässige Leben: Ich liebe meine Jogginghose
Das lässige Leben
Ich liebe meine Jogginghose
Text: Lena Freud  Fotografie: Mike Von

Wer nicht mindestens eine Jogginghose besitzt, ist mir grundsätzlich erstmal unglaublich unsympathisch bis hochgradig suspekt. Wie kann es sein, dass man nicht wenigstens einen Fetzen Lässigkeit im Schrank hat? Für mich unvorstellbar. Leute jetzt ehrlich mal, das fulminante Teil Stoff ist doch der einfachste Schlüssel zur endlosen Entspanntheit. Jogginghosen sind billig, überall zu bekommen und keiner ist einem böse, wenn man versucht sie 24/7 lokal oder international salonfähig zu machen.

Zugegeben, ich trage sie grundsätzlich auch nur zu Hause, an Sonntagen, manchmal auch, wenn ich nur mal kurz vor die Tür muss, um dringende Überlebensartikel zu konsumieren. Angst von Pseudosportskanone Ali und Hausmutti Conni, wegen zu legerer Authentizität ausgelacht zu werden, habe ich keine. Die laufen schließlich genauso herum. Meist sogar ohne progressives Ghettobeinkleid.

Einmal habe ich meine persönlichen Outfit-Grenzen bis zur eventuellen Geschmacklosigkeit getrieben und bin mit Jogginghose im klassischen Schwarz feiern gegangen. Verdammt, ich sage es euch, das war die bequemste Partynacht meines Lebens. Ich konnte vor lauter Relaxtheit nicht einmal mehr die Hände aus den Taschen nehmen.

Wie angewachsen schlummerten sie heimisch verpackt an meinen Hüften. Ganz ehrlich: Ich würde wirklich gern die wahren Gründen von denjenigen erfahren, die sich gegen das Tragen des wohl lässigsten Stücks Stoff aller Zeiten entscheiden. Was ist nur los mit euch? Ist es euch peinlich oder habt ihr vielleicht Angst wegen fehlender Eitelkeit ausgebuht zu werden? Keine Sorge. Ihr bekommt sogar lautlose Props.

Von dem zu Hause tragen will ich ja gar nicht erst anfangen. Dort ist es schließlich egal, weil ich euch sowieso kein Schwein zu Gesicht bekommt. Wer Angst davor hat, dass der eigene Partner hässlich mit dem Zeigefinger auf einen zeigt, wenn man locker durch die eigenen vier Wände schlawinert, sollte sich jetzt sofort in diesem Moment von der Hohlnuss von Steifheit trennen. Der wird euch auch nicht gesund pflegen, wenn ihr krank im Bett chronisch den Putz von der Wand keucht und euer Schlafzimmer auf drei Meter voll niest. Kinder, ihr braucht mindestens eine Jogginghose, wenn nicht sicherheitshalber zwei. Oder drei.

Kann ja auch mal sein, dass einer eurer Freunde sich auf einmal zu heimisch fühlt und auf die grandiose Idee kommt, untenrum genau wie ihr aussehen zu wollen. Ein vorbildlicher Gastgeber macht was? Genau. Er holt seine zweitbeste Chill-Garderobe aus dem Schrank und streift sie dir samt einem kühlen Hopfen über. Das ist wahre Freundschaft. Diese humane Geste könnte höchstwahrscheinlich auch außerhalb deiner Plattenbauwohnung geteilt werden, du musst sie nur leben und dann an den Tischen, die die Welt bedeuten weitertragen.

Und wer jetzt nicht eine unglaubliche Lust darauf bekommen hat, seine hochwertige Hülse des häuslichen Orgasmus überzuziehen, ist selbst schuld. Oder hat einfach nur einen irreparabelen Schaden. Im Kopf. Und so. Gut, vielleicht gibt es ja wirklich so etwas wie das Jogginghosen-Gen. Wahrscheinlich hat Gott es dann ausschließlich an die Chiller unter uns verteilt. Yeah.

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