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Luo Yang: Geschichten aus China

Dass wir beide im selben Jahr geboren sind, verbindet uns, Luo Yang und mich. 1984. Ich mache mir über Politik nicht viele Gedanken, erzählt sie mir, als ich sie nach dem Land frage, in dem sie lebt. Und ich glaube auch nicht, dass sie einen Einfluss auf meine Arbeiten oder mein Leben hat. Ich kü...
Luo Yang: Geschichten aus China

Luo Yang

Geschichten
aus China

Marcel Winatschek

Dass wir beide im selben Jahr geboren sind, verbindet uns, Luo Yang und mich. 1984. „Ich mache mir über Politik nicht viele Gedanken“, erzählt sie mir, als ich sie nach dem Land frage, in dem sie lebt. „Und ich glaube auch nicht, dass sie einen Einfluss auf meine Arbeiten oder mein Leben hat. Ich kümmere mich lieber um Menschen um mich herum, obwohl deren Leben natürlich von Politik beeinflusst wird. Ein wenig.“

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Ai Weiwei ist ein Pionier und Künstler, den ich sehr respektiere“, antwortet sie auf meine Frage nach dem chinesischen Rebell, den die Welt kennt und liebt. „Aber wir stammen aus zwei verschiedenen Generationen. Seine Arbeiten beruhen mehr auf der Gesellschaft und der Politik, ich hingegen sorge mich eher um die Emotionen der Menschen um mich herum. Seine Probleme konfrontieren mich deswegen nicht direkt.“

Ich frage nach dem vor einigen Jahren verstorbenen Ren Hang. „Er war ein guter Freund von mir. Ich habe kurz vor ihm mit dem Fotografieren begonnen und wir trafen uns auf einer meiner Ausstellungen im Jahr 2009, als er noch nach seinem eigenen Stil suchte. Seine Beharrlichkeit und Anstrengung haben sich gegen die strenge chinesische Realität durchgesetzt und ihm die Aufmerksamkeit des Westens eingebracht.“

Wird Rens doch sehr offensive und alternative Kunst etwas in China und der Welt hinterlassen, frage ich Luo. „Es ist schwer zu sagen, ob er China zum Besseren verändert hat, aber zumindest hat er mehr chinesischen Künstlern und jungen Menschen den Mut und die Kraft gegeben, ihr wahres Selbst zu verfolgen, und Menschen aus dem Westen die junge Generation Chinas näher zu bringen. Ren war ein mutiger Mann.“

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Ich erzähle Luo, dass ich Mian Mian liebe. „Ich weiß, dass ihre Bücher im Westen sehr bekannt sind, aber ich kenne sie nicht besonders gut. Sie ist eine der Pioniere, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Körper schreiben. Wir haben ein paar gemeinsame Freunde und ich kenne ihr frühes, wildes Leben. Die Mädchen, die ich fotografiere, teilen einige Gemeinsamkeiten mit ihr. Sie sind mutig, jung, verloren und schön.“

„Die chinesische Generation der Achtziger Jahre ist in einer Kluft gefangen,“ antwortet Luo, als ich sie nach unserem gemeinsamen Geburtsjahr frage. „Wir haben die traditionellen Kulturen unserer Vorgänger übernommen und leben seit der Öffnung des Landes im Konflikt mit uns selbst. Wir wollen freier sein, werden aber von unseren Familienwerten zurückgehalten. Ich kenne westliche Gleichaltrige nicht allzu gut, doch im Grunde sind wir alle gleich. Wir teilen alle die gleichen Emotionen und Probleme, unabhängig von geografischen und kulturellen Unterschieden.“

Eine letzte und fast schon klischeereiche Frage habe ich dann aber doch noch. Was möchte Luo den Deutschen über China und seine junge, neue Generation mitteilen? „Ich arbeite nun bereits seit über zehn Jahren als Fotografin und habe große Veränderungen gesehen, was die Generation der Achtziger und Neunziger angeht. Die neue Generation scheint entspannter und treuer gegenüber sich selbst zu sein.

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Und weil China sich in jeder Sekunde weiter entwickelt und verändert, wird es immer mehr und mehr junge, interessante Menschen geben. Vielleicht haben das Internet und die sozialen Medien die Welt näher zusammengebracht. Kommt nach China und lernt das Land und die Jungen besser kennen!“

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Der Text erschien in der Kategorie Kunst mit den Themen Ai Weiwei, Asien, China, Fotografie, Frauen, Jugend, Jungs, Luo Yang, Mädchen, Männer, Mian Mian, Peking, Ren Hang und Shanghai
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