Von Zuhause ausziehen - Ich bin dann mal weg

Der Traum eines jeden Pubertierenden ist es von zu Hause auszuziehen. Endlich Freiheit, würde es dann heißen. Aber mit fortschreitendem Alter wird dieser Wunsch manchmal immer wieder zurück gestellt. Sei…
Von Zuhause ausziehen - Ich bin dann mal weg

Von Zuhause ausziehen

Ich bin dann
mal weg

Der Traum eines jeden Pubertierenden ist es von zu Hause auszuziehen. Endlich Freiheit, würde es dann heißen. Aber mit fortschreitendem Alter wird dieser Wunsch manchmal immer wieder zurück gestellt. Sei es, weil man es sich als armer Student oder Studentin nicht leisten kann auszuziehen oder weil man einfach faul ist und sich von Mutti gerne die Wäsche waschen lässt. Alleine wohnen bietet, abgesehen von dem Kostenpunkt, aber nur Vorteile! Welche das sind, verrate ich dir hier. Also pack deine Koffer und auf geht’s!

Der wohl offensichtlichste Vorteil am nicht-mehr-zu-Hause-wohnen ist ja ganz klar Sex. Zu Hause hat man immer die Angst, dass die Eltern einen doch stören könnten oder einen eben hören könnten. Man ist nie richtig enthemmt, es sei denn es ist mal niemand zu Hause. Nach dem Ausziehen ist das aber gar kein Problem mehr. Sex geht ab sofort immer und überall. Selbst wenn du in eine WG ziehst ist es mit Mitbewohnern, die einen beim Sex hören, immer noch angenehmer als mit Eltern. Und wenn du alleine wohnst sind die Nachbarn die einzigen, die sich gestört fühlen könnten. Aber wen interessieren schon Nachbarn?

Folgende Situation hat doch wirklich schon jeder mal erlebt: Man ist unterwegs und hat Hunger, erinnert sich aber, dass man zu Hause noch irgendwas Leckeres im Kühlschrank hat. Man kommt zur Tür rein, öffnet den Kühlschrank, aber das worauf man sich gefreut hatte ist weg. Irgendjemand aus dem Haus hat sich an deinem Essen vergriffen! Es gibt wenig, was mich mehr auf die Palme bringt, als diese Situation. Dieser Punkt zählt natürlich nur, wenn du nach dem Ausziehen ganz alleine wohnst oder zumindest Mitbewohner hast, die keine Vollidioten sind und deine Einkäufe im Kühlschrank respektieren und in Ruhe lassen.

Eines der größten Konfliktpotentiale in einem Haushalt sind die unterschiedlichen Definitionen von Sauberkeit. Was für dich als »sauber« zählt, zählt für deine Eltern meistens unter »Dreckstall«. Es geht hier nicht nur, um z.B. dein eigenes Zimmer. Ab einem gewissen Alter hat der Befehl »Räum dein Zimmer auf!« keine Wirkung mehr, da man ja alt genug ist, um zu entscheiden wie das eigene Zimmer aussehen soll. Aber im restlichen Haus zählt immer noch der Sauberkeitsstandard deiner Eltern. Da können einige Krümel auf dem Küchentisch schon einen Streit auslösen. In deiner eigenen Wohnung setzt du aber deinen eigenen Sauberkeitsstandard!

Einer der größten Vorteile am nicht-mehr-zu-Hause-wohnen ist, dass Besuch kommen und gehen kann, wann er will und wann du willst. Ich habe das schon eintausend Mal erlebt, dass man mit Freunden unterwegs war oder sich in Gruppenchats abgesprochen hat und man überlegt hat, was man an dem Abend machen könnte. Irgendjemand kam auf die Idee, dass man ja einfach bei wem zu Hause abhängen kann. Von irgendjemand kam aber immer ein »Ne, bei mir geht nicht. Meine Eltern sind da nicht so entspannt.« Dieses Problem wäre mit einem Umzug aus der Welt geschafft. Von nun an gibst du die Ansage, wer und wann zu Besuch kommt, ohne dass deine Eltern im Weg stehen.

Samstagmorgen. Die Nacht gestern war lang, vielleicht bist du erst nach Hause gekommen, als die Sonne schon aufging. Plötzlich wachst du aber von einem unschönen Geräusch auf. Es ist ein dumpfes Rauschen, was immer wieder von einer Art lautem Klatschen durchbrochen wird. Dann fällt dir ein: Natürlich, es ist Samstagmorgen. Heute ist Putztag. Da deine Eltern gestern vermutlich schon vor Zehn ins Bett sind sie Morgens früh genug wach, um dich mit Staubsaugern und sonstigen Putzutensilien aus dem Schlaf zu reißen und zu quälen. Einziger Ausweg daraus? Den Putzjob übernehmen oder einfach ausziehen!

Das klingt jetzt natürlich abgedroschen, aber von zu Hause auszuziehen bringt einfach Lebenserfahrung. Abgesehen von den organisatorischen Dingen, wie einen Mietvertrag zu unterschreiben, sein Geld einzuteilen oder den »handwerklichen« Dingen, wie Wäsche waschen, kleine Sachen reparieren und so weiter, lernt man viel über sich selbst. Wenn man erstmal nicht mehr zu Hause wohnt, kann man oftmals erst die Person sein, die man wirklich ist. Man ist nicht mehr direkt dem erzieherischen Druck der Eltern ausgesetzt. Und man lernt es alleine zu sein und sich um sich selbst zu kümmern. Außerdem muss man sowieso irgendwann mal ausziehen, also warum nicht gleich jetzt?

Es soll ja Eltern geben, die nicht gerade den Mustereltern aus amerikanischen Familienkomödien entsprechen, sondern selbst ganz viel falsch machen. Zu der schlimmsten Sorte gehören sogenannte Helikoptereltern. In ihrer Vorstellung kann das eigene Kind nicht auf eigenen Beinen stehen und keine Verantwortung übernehmen oder die Helikoptereltern sind einfach Kontrollmenschen, die ihre Umgebung kontrollieren müssen. Der einzige Ausweg daraus ist, sich gegen die Helikoptereltern aufzulehnen und ihnen klar zu machen, dass es gewisse Grenzen gibt, die auch für sie gelten. Bei manchen hilft allerdings auch das nicht. Da ist der einzige Weg dann das Ausziehen.

Das Badezimmer gehört wohl zu den meist besuchten Orten eines Hauses. Dass es dabei zu Konflikten kommt dürfte offensichtlich sein. Entweder weil es, wie oben schon erwähnt, nicht sauber genug hinterlassen wird oder weil es gerade von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden will und man sich beeilen muss. Sich ein längeres Bad oder eine längere Dusche zu gönnen ist ohne einen blöden Kommentar fast unmöglich. Wenn du aber von zu Hause ausziehst gehört das Badezimmer dir. Es ist dein Reich und du kannst darin alles machen, was du willst.

»Wann bist du nach Hause gekommen?«, »Warum so spät?«, »Mit wem warst du unterwegs?«, »Hast du wieder viel getrunken?«. Sätze die man von Eltern gerne mal hört und einem gerne mal auf die Nerven gehen. In jedem dieser Sätze schwingt ein mehr oder weniger subtiler Vorwurf, für den man sich dann auch noch meistens rechtfertigen muss. Wenn du von zu Hause ausziehst ist damit Schluss. Du musst niemandem mehr dafür Rechenschaft ablegen, wann du nach Hause kommst, wo du warst, mit wem du unterwegs warst und so weiter. Du bist ein freierer Mensch.

»Was liegt der Scheiß hier wieder rum?« Ein Satz, den ich in meinem Leben schon oft genug zu hören bekommen hab. Dieser Punkt überschneidet sich mit den unterschiedlichen Sauberkeitsdefinitionen, unterscheidet sich aber doch nochmal. Es geht um unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung. Dies beinhaltet nicht nur Sauberkeit, sondern auch schlichtweg wo ein Gegenstand zu stehen und zu liegen hat. Für dich geht es völlig in Ordnung die Schuhe im Flur stehen zu lassen, weil du sie ja sowieso jeden Tag benutzt? Tja, deine Eltern sehen das anders. Laut ihnen gehören sie schön ordentlich in den Schrank geräumt. Eine nervige Sache.

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Die Fotografie stammt von Zach Kadolph
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