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Solomomente: Allein mit dir zusammen

Allein zu sein heißt nicht zwingend einsam zu sein. Klar trifft sich das manchmal in der schmerzenden Mitte des Alltags, doch viel schlimmer ist es doch davor wegzurennen. Allein sein ist nicht einfach, zumindest nicht für mich. Man kann es weder künstlich antrainieren, noch ansatzlos erzwingen. Irgendwie habe ich das Gefühl, es gibt, was das angeht, zwei Sorten von Menschen. Die, die automatisch oft und gerne alleine sind, und die, die irgendwie immer mit anderen zusammen abhängen. Natürlich ö…
Solomomente: Allein mit dir zusammen
Solomomente: Allein mit dir zusammen
Solomomente
Allein mit dir zusammen
Text: Lena Freud  Fotografie: Sasha Freemind

Allein zu sein heißt nicht zwingend einsam zu sein. Klar trifft sich das manchmal in der schmerzenden Mitte des Alltags, doch viel schlimmer ist es doch davor wegzurennen. Allein sein ist nicht einfach, zumindest nicht für mich. Man kann es weder künstlich antrainieren, noch ansatzlos erzwingen. Irgendwie habe ich das Gefühl, es gibt, was das angeht, zwei Sorten von Menschen.

Die, die automatisch oft und gerne alleine sind, und die, die irgendwie immer mit anderen zusammen abhängen. Natürlich öfter zu zweit als in der Gruppe und es natürlich auch gerne tun. Beide Verhaltensschemen sind im Extremfall natürlich ungesund, denn wir wissen ja alle, dass das Maß regiert und auch gerne mal den mit dem Zeigefinger winkenden Weisheitsgott spielt.

Doch wer mag schon das Maß? Die ganze Zeit allein zu sein, fühlt sich grauenhaft stagnierend gegenüber dir selbst an, doch auf der anderen Seite ständig in der nicht immer natürlich erzeugten Harmoniewolke anderer zu schwimmen, blockt teilweise noch viel extremer. Klar, den Good-Feeling-Spagat zwischen beiden Welten zu finden, scheint die ultimative Lösung zu sein.

Doch so einfach ist das nicht, zumindest wenn du zu dem Team Extrem-Mensch gehört. Wenn man eine lange Zeit alleine mit sich und seiner kleinen verrückten Welt verbracht hat, feiert man doch umso mehr die Momente des sozialen Ausbruchs. Endlich mal wieder unter anderen sympathisch kranken Leuten zu sein, befreit immens und lässt aufgestaute Endorphin-Sklaven ungeniert durch die Decke schießen. Die nicht immer beachtete Intension gehört und gefühlt werden zu wollen, bringt einen doch manchmal schneller um den Verstand, als so manch einer denkt. Don’t fuck around with your own feelings.

Andererseits ist das Ausbrechen, oder wieder Einbrechen, in die eigene Welt oft viel notwendiger und überfälliger, als einem im schnöden Alltag bewusst ist. Alleine sein tut verdammt gut, wenn man es selbst wirklich will und so sehr braucht, dass es gar keine andere Option mehr gibt. Sonst platzt du einfach, du implodierst und brennst dein eigenes mentales Haus nieder. Dieses Sauerei will ja sowieso keiner sehen.

Ich glaube, es ist einfach nur wichtig, sein emotionales Bewusstsein zu schärfen. Zu wissen wann, wo, wie und warum man sein will, befördert einen in den Meister-Modus. Mit seinem eigenen Lebensstrom zu gehen ist wahrscheinlich einer der schwersten, doch nach aussen hin einfach aussehenden Wege, sein Leben in die richtige Bann lenken zu wollen. Hör auf deinen Puls und geh mit deinem Flow. Allein mit dir zusammen.

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