Internet, Y U No Connect? - Ich fordere das freie Netz für alle

Die letzte Woche war ich unterwegs. Ganz weit weg und mit ganz viel Stress. Mal hier, mal dort. Mit den verschiedensten Flugzeugen, in den verschiedensten Hotels, Städten, Einkaufszentren, Bars, Parks,…
Internet, Y U No Connect? - Ich fordere das freie Netz für alle

Internet, Y U No Connect?

Die letzte Woche war ich unterwegs. Ganz weit weg und mit ganz viel Stress. Mal hier, mal dort. Mit den verschiedensten Flugzeugen, in den verschiedensten Hotels, Städten, Einkaufszentren, Bars, Parks, Hinterhöfen. Was hatten die alle gemeinsam, außer dass auch noch viele andere Menschen auf die Idee kamen, genau zur gleichen Zeit dort zu verweilen und schwitzten, rauchten, stanken? Genau: Internet konntest du da vergessen. Aber mal total. Und das brachte mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns.

Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass ich die ständige Netzverbindung zum Arbeiten brauchte. Ihr wisst schon. So etwas wie Geld verdienen. Und Fotografen anschreiben. Und Bloggerinnen dumm anmachen. Und so. Aber eigentlich wollte ich mich nur auf Facebook einchecken, idiotische Tweets von noch idiotischeren Menschen lesen, Tierpornos gucken. Eben nichts verpassen. Und schnell reagieren können. Aber das ging nicht. Weil irgendwer da oben entschieden hat, dass konstant verfügbares Internet immer noch kein Grundrecht ist.

15 Euro für einen Tag langsames W-Lan im Hotel. Wirklich? Und das dann auch noch nur für die Inhaber einer Kreditkarte. Eine halbe Stunde kostenloses Netz im Flugzeug dank der Promoaktion von Ford. Wirklich? Und alle an Bord freuen sich ‘nen Bären. Ein augenscheinlich freies Wi-Fi von Nike, das nur dazu da ist, euch automatisch zu einer Jogging-iPhone-App weiterzuleiten. Und sonst nirgendwo hin. Wirklich?!

Also rannte ich ständig mit meinem iPhone in der Hand durch die Gegend, hielt es hoch in die Luft und war auf der ewigen Suche. „Free Public Wifi“ ist oft ein Garant für Vernetzung. Aber auch nicht immer. „McDonald‘s“ ist super. Aber limitiert. „Starbucks“ ist so etwas wie Gott. Oder noch besser. Aufrufen, Knopf drücken, Internet haben. Für immer. Naja, jedenfalls solange, bis der Akku oder der White Chocolate Mocha schlapp macht. „Marcel, guck‘ mal: Megan Fox nur mit Wackelpudding bekleidet auf einem fliegenden Einhorn, das aussieht wie Keira Knightley in schöner!“ „Jaja, Fresse jetzt, ich muss noch fünf scheinbar offene W-Lans abchecken…“

Ich möchte ja gar nicht unbedingt, dass es umsonst ist. Wirklich. Zwar glaube ich, dass dem kostenlosen Internet die Zukunft gehört, aber jetzt, heute, da würde ich sogar noch dafür zahlen. Aber nicht zu viel. Wir leben nach dem Millennium. Ich möchte meine Zeit nicht damit verplempern, dem Netz hinterherzurennen. Egal ob im Flugzeug, im Hotel, alles, was irgendwie nicht so ganz Deutschland ist. Sagen wir 15 Euro für eine Woche komplettes Internet, wo ich halt gerade so bin. Also überall. Und wir sind im Geschäft, ja? Okay: 20 Euro. Das wäre es mir wert. Wirklich.

Klingt zu utopisch? Mag sein. Aber ich müsste keine Angst mehr davor haben, den verlockenden Roaming-Button nach rechts zu schieben und so meine Kinder und Kindeskinder in eine Jahrhunderte lange Schuldenfalle zu treiben. Ich müsste im Flugzeug nicht die hundertste Wiederholung von „The Big Bang Theory“ gucken und so tun, als würde ich „Penny, Penny, Penny“ immer noch lustig finden, sondern könnte meine Zeit sinnvoll nutzen. Und denkt doch bitte mal einer an die human penetrierten Affen…!

Was ich damit sagen will: Hallo, wer immer gerade die Macht über diese schnöde, kleine Welt besitzt und lieber anonym bleiben möchte (ich verstehe das voll und ganz, ehrlich jetzt): Mach doch endlich das Internet überall hin. Für alle. Für immer. Für mich. Irgendwann auch für umsonst. Bitte ganz bald für umsonst. Das wäre wirklich sehr lieb von dir. Herzlichst, dein Marcel. Du Arschloch.

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Illustration von Natasha Remarchuk und Icons8
Der Text erschien in der Kategorie Leben mit den Themen Facebook, Handys, Instagram, Internet und Twitter
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