Eine Erzählung - All des Königs Pferde

Es hängt keine Uhr an der Wand. Weder in diesem Zimmer, noch in den anderen, ich habe das stichprobenartig überprüft. Egal, ob auf der Krebsstation, in der Neurologie oder in…
Eine Erzählung - All des Königs Pferde

Eine Erzählung

All des Königs
Pferde

Es hängt keine Uhr an der Wand. Weder in diesem Zimmer, noch in den anderen, ich habe das stichprobenartig überprüft. Egal, ob auf der Krebsstation, in der Neurologie oder in der profanen Inneren Medizin – in Krankenhauszimmern hängen keine Uhren. Der dahinsiechende, bettlägerige Patient soll gar nicht erst merken, wie lange er bereits in diesem Zustand und auf diesem Zimmer dahinvegetiert. Natürlich kann er anhand des Tageslichts draußen die ungefähre Uhrzeit schätzen. Aber irgendwann verliert man das Gefühl für die verrinnenden Stunden, man liegt regungslos da, und nach und nach verlieren sich die Gedanken im Sumpf der Demenz.

Auf den Fluren hängen Zeitanzeiger, große, gut erkennbare Bahnhofsuhrimitate. Wer es aus eigener Kraft bis zum Flur schafft, hat auch verdient zu wissen, wie viel Uhr es ist. Ich habe eine Armbanduhr. Sabrinas Zimmernachbarin hebt unter großer körperlicher Anstrengung ihren fiebrigen Kopf, um einen Blick auf mein Zifferblatt zu erhaschen. Ich halte mein Handgelenk so, dass sie nichts erkennen kann. Die Ärzte sagen, dass sie es ohnehin nicht mehr lange macht. Im Schlaf jammert sie ununterbrochen, oft fragt sie nach Menschen, von denen keiner weiß, ob sie überhaupt außerhalb dieses Zimmers existieren, manchmal wacht sie auf, und dann weint sie, und ist gar nicht wieder zu beruhigen, erzählt Sabrina, die in jeder Nacht höchstens zwei Stunden geschlafen hat.

Der Geruch des Siechtums in Krankenzimmern ist greifbar, er verursacht eine globale innere Übelkeit, die man nicht auskotzen kann, die sich in jeder einzelnen Faser festsetzt, ich weiß jetzt schon, dass ich zu Hause eine halbe Stunde lang siedendheiß duschen werde, wie an jedem Abend in den letzten Wochen, die Sabrina im Krankenhaus verbracht hat.

Sabrina packt ihre Tasche. Sie wird heute entlassen, der Befund ist positiv, was, anders als bei HIV, nicht negativ ist. Die Behandlung schlägt an. Der behandelnde Arzt kommt zum obligatorischen Shake Hands vorbei und wird sie im nächsten Augenblick wieder vergessen haben, er ist ein guter Mann. Er verdient 1.500 Euro netto im Monat, viel zu wenig, das ist noch nicht mal ein Schmerzensgeld für die Augenringe, die selbst ein Lifting nicht beheben könnte, und den Herzinfarkt, den er in ein paar Jahren erleiden und der ihm sein Leben kosten wird. Hätte er sich doch für eine eigene Praxis entschieden, wird er kurz vor seinem letzten Atemzug denken, dann hätte er die Mittagspausen mit einer blutjungen Sprechstundenhilfe in seinem Cabrio auf der deutschen Alleenstraße verbringen können. Er ist verdammt gefickt, aber das sage ich ihm nicht, er ist sehr nett und hat Sabrina sehr gut betreut, wann hat man das heutzutage noch. Manchmal ist es besser, man kennt seine eigene Zukunft nicht.

Wir gehen runter in die Cafeteria, noch ein letzter Cappuccino, bevor es wieder raus geht in die normale Welt, endlich mal wieder gemeinsam einschlafen, endlich kein Krankenhaustagegeld mehr zahlen müssen. Sabrina überrascht mich, weil sie eine Packung Marlboro Menthol aus der Tasche zieht, ich frage sie, seit wann sie raucht. Sie zuckt mit den Schultern und zündet die Zigarette sehr professionell an. Irgendwann in den letzten Tagen, meint sie. Warum? frage ich.

Warum nicht? antwortet sie. Ich mache mir so meine Gedanken und nippe an meinem Cappuccino, sie verwenden hier eine Jura-Maschine, das erkenne ich am Geschmack. Ok, sage ich und setze die Tasse ab, schieß los, wen hast du kennen gelernt? Was das denn jetzt soll, fragt sie mich, was heißt denn hier kennen gelernt, sie könne doch wohl rauchen, wann und wo sie es wolle.

Natürlich, sage ich, und denke mir, dass Frauen nicht einfach so zu rauchen anfangen. Qualmen ist Gesellschaftssport, ein Sport, den man mit Gleichgesinnten betreibt, ein Sport, mit dem man anfängt, weil man in Gesellschaft solcher Sportler nicht freihändig da stehen möchte. Frauen fangen an zu rauchen, weil sie Zeit mit Männern verbringen, die bereits rauchten, als sie sie kennen lernten. Ach, komm schon, sage ich nach einer Weile, während der sie in einer Frauenzeitschrift geblättert und Belangloses daraus rezitiert hat. Sag schon, wen hast du kennen gelernt? Sie fährt sich durch die Haare und guckt genervt.

Lukas, sagt sie unvermittelt, ich frage sie, wer dieser Lukas denn sei. Zivi, erhalte ich als Antwort. Der ist echt nett, sagt sie, wir haben die letzten Nächte immer durchgequatscht, konnte doch eh nicht schlafen, sagt sie und ich fühle mich irgendwie scheiße. Sie erzählt, dass die Zeit nur so dahingeflogen sei, sie hätten gar nicht auf die Uhr geschaut. Und das, obwohl sie auf dem Flur saßen. Ihr Handy bimmelt, es ist Lukas, er hat heute seinen freien Tag, schön für ihn, sage ich.

Wir zahlen, und verlassen das Krankenhaus, ich trage ihren Koffer zum Wagen, ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich Lukas irgendwo zwischen der dreckigen Unterwäsche mitschleppe, und würde den Koffer gern einfach abstellen, und einfach so prophylaktisch wegen der Seuchengefahr oder anderer übertragbarer Krankheiten verbrennen. Ein Mann trägt einen Plastiksack voller Urin in einer Aldi-Tüte durch die Gegend. Ich weiß das, ich habe ihn jeden Tag hier gesehen, der Katheter führt aus seinem T-Shirt bis in die Aldi-Tüte. Ich nicke ihm zu, wir werden uns nie wieder sehen. Dann schließe ich den Wagen auf, wir setzen uns rein, und dann sagt sie, danke, dass ich jeden Tag hier war, und ich sage ihr, dass ich sie liebe. Wir lächeln, der Rückwärtsgang klemmt, dann geht er doch, wir fahren nach Hause.

Wir sind seit dreieinhalb Jahren zusammen. Auf unseren Nachttischen stehen Fotos von uns, obwohl wir jede Nacht nebeneinander einschlafen und uns jeden Tag sehen. Neben meinem Bild auf ihrem Nachttisch liegt eine aufgeschlagene Cosmopolitan, sie liegt noch genauso da wie Sabrina sie vor einigen Wochen hat liegen lassen, ich habe sie jeden Tag abgestaubt, der Arzt meinte, dass sie unbedingt in eine gewohnte Umgebung zurückkehren sollte. Aber wenigstens sauber könnte sie ja sein. Es ist ja nicht so, dass ich nicht mal in ihr geblättert hätte, ich lese jede Ausgabe von vorn bis hinten durch, auch diese. Aber dann habe ich sie wieder genauso hingelegt wie vorher. Ich hatte ein Foto von der Position gemacht.

Morgen kommt Phillipp vorbei, sagt sie, ihr Bruder. Oh gut, antworte ich, und meine es auch so, Phillipp ist ein feiner Kerl, auch wenn er sich immer über mich lustig macht, dass ich die Cosmopolitan lese, und er meint, dass das genau der Grund wäre, weswegen er keine Freundin habe, denn dann müsse man diese Zeitschriften lesen, und das ging ja nun mal gar nicht.

Meinst du, dass mir ‘ne Perücke steht?, fragt Sabrina, die sich im Spiegel betrachtet, sie trägt das T-Shirt mit der Aufschrift „Chemo-Hero“, das ich extra für sie in der Stadt habe sticken lassen, ich gab es ihr vorhin im Krankenhaus, sie freute sich.

Mir gefällt ihre Glatze, auch wenn ich das vorher nie gedacht hätte, schließlich liebte ich ihre langen braunen Haare, aber der polierte Schädel steht ihr, und wenn sie den Chemo-Speck im Gesicht erst wieder verloren hat, wird sie wieder nahezu perfekt sein. Also, wegen brauchst du gar keine tragen, sage ich, die Glatze sieht gar nicht mal so schlecht aus.

Sie atmet argwöhnisch aus, und schaut sich ihr Profil an, das Pfund, dass sie eventuell zugenommen hat, tut ihrem von jahrelanger Magersucht geschundenem Körper gut. Untenrum trägt sie einen String, an ihrer Hüfte wölbt sich die Taille ein wenig über dem String, sie zupft daran herum und drückt die Haut rein, aber sie federt immer wieder zurück. Ich mag ihre gerunzelte Stirn und die kleinen Speckröllchen.

Guck mich nicht so an, sagt Sabrina, ich frage sie, wie ich denn gucke, und sie sagt: lüstern, und ich sage, dass das einen guten Grund habe, sie lacht, und dann streckt sie mir die Zunge raus. Unsere Beziehung ist nicht perfekt, aber darüber bin ich froh, wir streiten uns oft, auch und vor allem über Kleinigkeiten, wenn es nicht so wäre, würde ich mir Sorgen machen. Ich habe mir große Sorgen gemacht, aber die Ärzte haben ganze Arbeit im Klinikum geleistet. In knapp acht Jahren, nach der dritten Operation, die sie nicht überleben wird, werden die Ärzte über Sabrina sagen, dass sie tapfer gekämpft hat und so ein furchtbares Ende nicht verdient hätte. Aber das sage ich ihr nicht, manchmal ist es besser, man kennt die eigene Zukunft nicht. Sie bückt sich, um meine Socken aufzuheben, die vor dem Bett liegen, der String ist teilweise zwischen die Schamlippen gerutscht, das sieht sehr schön aus, und gleichzeitig schäme ich mich dafür, da so hinzustarren.

Ich schlage die Decke für sie zurück und werfe aus Versehen den Baseballschläger um, der für Notfälle neben dem Bett steht. Sabrina schlüpft mit rein und legt ihren nackten Kopf auf meine Schultern, das fühlt sich sehr eigenartig an. Ich habe es sehr vermisst, mit ihr einzuschlafen. Aber in meiner Erinnerung hatte sie noch Haare, das war anders, eindeutig. Da hilft keine Perücke der Welt, das ist nicht Sabrina. Ich vermisse den Duft ihrer Haare. Kopf riecht anders. Wie Körper. Es macht grad keinen Unterschied, ob ich meinen Kopf auf ihre Brust gelegt habe oder an ihrem Schädel schnuppere. Scheißkrebs.

Ich schlafe mit einem Skinhead, denke ich, während ich mich auf ihr in ihr auf und ab bewege, ich ficke ‘nen scheiß Skin, denke ich, während sie mein Gesicht überall küsst. Ich weiß nicht, ob es nur an den Haaren liegt, dass es sich so unvertraut anfühlt, mit ihr zu schlafen. Ich mache die Augen auf, und sehe, dass sie es ist, und keine fremde Person, und dann öffnet sie auch die Augen, wir schauen uns an, wir lächeln, und das Gefühl, das ich kannte und so sehr vermisste, kehrt zurück, unsere Bewegungen werden schneller, synchroner, wir werden lauter und dann halte ich mich am Bett fest und: ja.

In den letzten Wochen habe ich jede Nacht masturbiert, jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, hatte ich Sabrinas nackten Körper vor meinem inneren Auge, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Im Krankenhaus, wenn wir spazieren gingen, wanderten meine Hände immer zu ihrem Hintern, ich musste mich zurückhalten, die Leute guckten schon komisch, ich war nicht mehr zu einem normalen Gespräch fähig. Ich konnte an nichts an anderes denken.

Schön, dass sie wieder zu Hause ist. Jetzt kann ich sie wieder mit normalen Augen betrachten. Wirst du dich bei Lukas melden?, frage ich, kurz bevor wir einschlafen. Sie hat die Augen bereits geschlossen, und seufzt in regelmäßigen Abständen zufrieden. Ach quatsch, sagt sie. Ich lächle unmerklich, aber sie merkt es dennoch. Ihre Kopfhaut klebt an meiner Wange, als sie sich aufrichtet, quietschen wir auseinander. Sag nicht, dass du dir wegen dem Gedanken gemacht hast, sagt sie und guckt mich grinsend an.

Ach quatsch, antworte ich leise, und sie sagt, dass ich echt süß sei. Ich greife über sie hinweg nach den Zigaretten und schmeiße sie vom Bett aus in den Papierkorb, Sabrina guckt mich entgeistert an, steht auf und legt die Packung wieder neben ihren Nachttisch. Dann schlafe ich ein. Dann schläft sie ein. Wir sind seit dreieinhalb Jahren zusammen. Auf unseren Nachttischen stehen Fotos von uns.

Alle adoptieren sie Kinder um uns herum. Das ist eine mittelschwere Epidemie, ein Scheißvirus. Geht natürlich von den Frauen aus. Zuerst waren es die verdrahteten Kiefern, dann die Louis Vuitton-Taschen, jetzt kleine Schokokinder. Adoptieren ist so viel angenehmer und schmerzfreier als selber Kinder kriegen, sagen die Freundinnen von Sabrina, selbst ein Kaiserschnitt ist ja nicht das Wahre, und man tut zudem etwas Gutes, wenn man ein kleines Kind aus dem Sudan oder aus Indien vor dem sicheren Hungertod rettet, und dann gucken mich die Lebensabschnittsgefährten der Freundinnen von Sabrina ganz sparsam an, holen sich noch ein Bier und sagen, dass wir nächsten Samstag mal wieder ganz dringend in den Club müssten und saufen, und am liebsten würden sie sofort damit anfangen.

Sheherazade, so heißt der Wirt des Virus, sie war das erste Adoptivkind in unserem Freundeskreis, Marita und Markus haben das kleine indische Mädchen mit den großen Kulleraugen während eines Urlaubs in Srinagar adoptiert. Wir sitzen in einer Rattan-Sitzgruppe im Wintergarten und beobachten die kleine Sherry, wie sie gerufen wird, beim Spielen, hin und wieder guckt sie hoch, und dann sieht sie uns und lächelt, die Frauen seufzen alle und Gebärmütter drehen ab.

Elena und Dennis haben den kleinen Musama aus Nigeria heute bei den Schwiegereltern gelassen, aber er wird trotzdem schon mal mit der kleinen Sheherazade zwangsverheiratet, keine Macht den Abwesenden. Dafür haben sie eine Mappe der Adoptionsagentur mit lauter kleinen, hilfsbedürftigen Schokokindern dabei, Sed-Karten werden ausgetauscht, und dann spielen die Frauen eine Art Quartett mit den Schokokindern, Lächeln und Augen und Hautfarbe werden verglichen, auf einmal quietscht Sheherazade und prompt hat sie gewonnen.

Ich gehe aus Langeweile aufs Klo, und hoffe, dass Sabrinas Gebärmutter sich wieder beruhigt, und wir auf der Rückfahrt nicht in so einem Kinderkatalog blättern müssen. Das fehlte mir gerade noch, so ein kleines Schokobaby im Kinderwagen, was denken denn da die Leute, das Blag hat ja nicht „adoptiert“ auf der Stirn geschrieben, die gucken mich dann alle so mitleidig an. Armer Schlucker, sagen die dann, hat sich von seiner Alten so’n Ei ins Nest legen lassen, in der Disco fünf Minuten geil gewesen und neun Monate später bereut. Der Arme, oder noch schlimmer, der hat es nicht gebracht, sagen sie, seine Spermien waren abgefuckte Loser, er hat es einfach nicht gebracht, der Arme, aber was für ein toller Mann, würden sie sagen, dass er das Kind trotzdem akzeptiert, und dann tuscheln sie hinter meinem Rücken über mich, und das, das könnte ich wirklich nicht ertragen, so ein Schokokind kommt mir nichts ins Haus, ich schlucke eine Valium.

Guck mal, sagt Sabrina, und nimmt ihre Perücke ab, meine ersten Haare wachsen wieder. Alle gucken fasziniert auf die paar Büschel, die langsam aber sicher wieder sprießen, endlich sieht sie nicht mehr aus wie Kojak, wie Kojak in hübsch, zugegebenermaßen, sie hat ja nicht immer ihr „Chemo-Hero“-T-Shirt getragen. Ihre Freundinnen, die heuchlerischen Fotzen, gucken alle ganz mitleidig und freuen sich diebisch, dass es Sabrina getroffen hat und nicht sie, diese Fascho-Schlampen, die werden noch gucken, in zehn Jahren haben zwei von ihnen Brustkrebs und die anderen sind geschieden, aber das sage ich ihnen nicht, die sollen sich mal überraschen lassen, schlucke lieber noch eine Valium.

Sabrina und ich nehmen ein Taxi. Sie blättert in der Amica, die sie an der Tankstelle gekauft hat, ich ignoriere die Gesprächsaufnahmeversuche des Fahrers. Ist das ok, wenn ich Samstag mit den Jungs um die Häuser ziehe?, frage ich, ich bin mir nicht sicher, ob nicht schon etwas geplant ist. Schatz, sagt sie lächelnd, du musst mich nicht um Erlaubnis bitten. Wir müssen nicht immer etwas zusammen machen, du kannst gern allein losziehen.

Ich könnte mich aufregen und sagen, dass es darum doch gar nicht geht, dass ich weiß, dass ich alle Freiheiten habe, und dass es um etwas ganz anderes geht, nämlich um Rücksicht auf unsere gemeinsame Planung, das macht doch eine Beziehung aus, dass man auf den Zeitplan und den Schedule des anderen eingeht, das war doch keine Bitte um Erlaubnis, es war einfach nur eine höflich gemeinte Frage. Ich könnte mich aufregen über diese scheiß Frauenmasche, dass alles was man sagt einem im Mund umgedreht und ins Negative gekehrt wird, als ob man so ein Scheißhündchen an so einer Scheißleine sei, ich fühle mich getätschelt, so dass man als Vollidiot mit heruntergelassenen Hosen und hängenden Eiern dasteht, hängenden, haarigen Eiern und hochrotem Kopf, ich könnte mich aufregen, aber was soll’s. Das Valium wirkt, dann noch der Wein, und jetzt ist mir alles scheißegal, ich ahne, dass das grad wieder eine Frauenmasche von ihr war, aber mir ist es egal, ich grinse nur, sie sagt, dass ich aufhören soll, so blöd zu grinsen, und dann küssen wir uns, und sind zu Hause.

Sabrina geht ins Bett, ich auch, ein paar Minuten später stehe ich wieder auf und gucke mich zwanzig Minuten lächelnd im Spiegel an, einfach so. Ich gehe in die Küche und hole mir ein kühles Heineken aus dem Kühlschrank, setze mich ins Wohnzimmer und schalte den Fernseher an. Ich erinnere mich, dass Sabrina schon schläft, ich stöpsele also die Kopfhörer ein und gucke auf D-MAX eine Tierdoku über irgendeine Assel, dessen Namen ich im nächsten Moment vergesse, der kleine Bastard nistet sich auf jeden Fall bei irgendwelchen Fischen im Mund ein, frisst die Zunge auf und ersetzt diese dann. Diese scheiß Assel frisst die Zunge einfach auf, einfach so, peng, und lebt dann im Mund und guckt raus, spielt Zunge und freut sich, und frisst alles mit, was der Fisch an Essen zu sich nimmt, ich denke, coole Sau, denke ich, und: Assel müsste man sein.

Dann denke ich an Sabrina und dass sie so eine Assel ist und in meinem Mund lebt und mich dazu bringt, immer das zu sagen, was sie denkt und will, richtig manipuliert hat sie mich, aber das ist gemein, was ich so denke, ich gehe ins Schlafzimmer und lege mich zu ihr ins Bett, gucke sie bis vier Uhr morgens an und freue mich und schlafe ein.

Alleine frühstücken ist die Hölle. Ich hasse es, wenn Sabrina morgens nicht da ist. Gemeinsam frühstücken ist der schönste Start in den Tag, den ich mir vorstellen kann. Heute morgen ist sie beim Arzt zur Nachsorge, und ich sitze allein am Tisch, trinke Evian, esse die Brötchen, die wir jeden Morgen bei der Bäckerei um die Ecke kaufen und spiele an meiner Krawatte herum. Seit zwei Monaten halte ich jetzt schon durch, vor zwei Monaten habe ich mir das letzte Mal nach dem Essen den Finger in den Hals gesteckt. Ich bin sehr stolz, ich merke es zwar an der Hüfte, aber mittlerweile habe ich gelernt, diese Schwächemomente zu antizipieren, und dann geht es.

Ich empfange eine Kurzmitteilung, Sabrina beschwert sich über die Wartezeit beim Arzt, ich schreibe ihr, dass wir gottverdammtnochmal privatversichert sind und sie das bitte doch mal geltend machen soll, wo kommen wir denn sonst hin, sie sagt, das müsste ich grade sagen, und dann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit.

Die Punks in der Innenstadt pissen mich an, es ist gerade mal halb neun, ich wäre ja nicht schon wach, wenn ich’s nicht sein müsste, und sie sitzen hier schon und trinken ihr Bier, und grölen und fragen mich nach Geld, und ich wünschte, ich hätte den Mut und die Zivilcourage denen einfach mal in die Fresse zu hauen, nur einmal, so richtig, und denen dann die Krankenhausbehandlung mit meiner Gold-MasterCard zu bezahlen, und zu schreien, hier, hier haste Geld.

Im Bierkrug sitzen sie auch schon wieder alle, diese Kurz-vor-Obdachlosen, mit ihren roten, pickligen Alknasen, und ihren dreckigen Hosen, warum sind die eigentlich immer grundsätzlich hässlich, denke ich. Mein Gott, wir haben mindestens fünf Alkoholiker im Freundeskreis, Phillipp ist Nasenspraysüchtig, meine Kollegen koksen, es sieht trotzdem keiner aus wie Scheiße. Rote Augen vielleicht mal, oder Dauerschnupfen, aber sie sehen gut aus, ziehen sich gut an, sind gepflegt. Man kann doch scheiße sein, ohne so auszusehen. Aber nicht diese Parkbankblockierer mit ihren eingefallenen Mündern, den Sprachfehlern und der völlig antizyklischen Mode, deren Frisuren in sind, nicht weil sie sie wieder, sondern weil sie sie immer noch tragen, mit ihren wirren Blicken und den schlecht gefärbten Haaren und dem Dosenbier in der Hand.

Und dann schlucke ich meine Valium, und weiß, dass ich nie jemandem auf die Fresse hauen werde, meine Hemmschwelle ist einfach zu hoch, ich bin zu lieb, meine Ex-Freundinnen meinten immer, ich sollte mehr Arschloch sein, aber ich kann das einfach nicht, nur in der Theorie, nicht in der Praxis. Komisch. Auf der Arbeit ist es genau andersrum.

Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen, fragt mich Peter, mein Kollege im Wealth- und Assetmanagement, ich sage: Ach nichts, und schalte den PC ein. In einer Stunde habe ich den ersten Kundentermin, Zeit für eine weitere Valium, ich schlucke sie, und nehme einen tiefen Zug aus der Evian-Flasche, die immer neben meinem LCD-Monitor steht.

Schon irgendwelche Anrufe, frage ich ihn, nein, nur aus der Marketing, die brauchen ein Briefing für die Kundenbindungsveranstaltung mit diesem italienischen Geiger, alles klar, sage ich, und rücke das gerahmte Foto von Sabrina wieder gerade, da hatte sie noch richtig langes, natürliches Haar, das war in Italien letztes Jahr, kurz danach kam die Diagnose, erinnere ich mich, wir waren am Boden, ich hatte verdammte Angst, sie zu verlieren, aber das ist jetzt vorbei.

Wie geht es Sabrina, fragt Peter, dessen Wohnung genau wie unsere eingerichtet ist, die Küche von SieMatic aus Löhne, das Wohnzimmer von einem angesagten Inneneinrichter aus der Südstadt, er liest auch die gleichen Bücher, das ist wichtig, wenn man befreundet sein will, die Bildbände natürlich aus dem Taschen-Verlag, die Taschenbücher von Diogenes, die sind am schönsten gesetzt, das Schriftbild und das Layout ist bei Diogenes am Schönsten, von den Covern ganz zu schweigen.

Mit Peter und seiner Frau waren wir schon zwei Mal im Urlaub, zuletzt vor zwei Wochen, als Sabrina wieder aus der Klinik raus war, nichts großes, nur ein Wochenende in den Bergen. Es hat immer hervorragend geklappt, ich glaube, die beiden sind Swinger, aber sie haben sich nicht getraut zu fragen, wir hätten eh nicht mitgemacht, auch wenn Ina eine geile Sau ist, und ich mir verdammt sicher bin, dass sie mir damals im Whirlpool nicht aus Versehen an die Eier gegriffen hat. Und ihr Tattoo auf den Schamlippen sagt auch schon alles, wir haben sehr gelacht in der Sauna. Aber Sabrina mit ihrem Krebs und ihrem Chemo-Speck, nein, Swingen hätte sich nicht richtig angefühlt. Ich bin auch eher der treue Typ.

Peter ist wie wir alle in der FDP, aber anders als wir nicht nur weil deren Politik unseren Lebensstandard sichert und wir, auch die Frauen, des Nachts zu Talkshow-Bildern von Silvana Koch-Mehrin masturbieren. Wen soll man denn auch wählen, wenn man jetzt mal rein optisch vorginge? Peter allerdings ist im Gegensatz zu uns Vollblutpolitiker und wird bei den nächsten Wahlen in unserem Wahlkreis kandidieren, der Azubi aus der Marketing hat ihm auch schon die Website designt.

Es geht ihr immer besser, erzähle ich, dankbar, weil er die erste Person ist, die wirklich ehrlich nachfragt, sie ist heute morgen zur Nachsorge, und dann werden wir es wissen. Aber die Ärzte sind zuversichtlich, dass sie den Tumor in den Griff bekommen, hey, meine Tante hat seit zwanzig Jahren einen Tumor, und lässt sich einfach nur in regelmäßigen Abständen chemotherapieren, bei ihr wäre eine Operation aber auch tödlich, klopf auf Holz, das ist ja bei Sabrina zum Glück anders.

Da könnt ihr echt froh sein, sagt Peter und meint es so, hier, das haben Ina und ich euch schon längst geben wollen, und dann drückt er mir einen Gutschein für zwei für Tanz der Vampire in die Hand, zwei Karten, nur für Sabrina und mich, und nicht wie sonst von den anderen Durchschnittsfreunden vier, total egoman, damit man sie auch ja mitnimmt, und eigentlich nur weil das 4er-Paket günstiger ist und einen Transfer mit der Deutschen Bahn beinhaltet. Nein, zwei Karten, das ist ehrlich, und ich weiß nicht was ich sagen soll, Peter sagt nur, schon ok, wir haben euch richtig gern, wir wollen euch nicht verlieren.

Wir verabreden uns zum Konsolespielen in seinem Heimkino, eine richtig große Leinwand mit Dolby Surround und allem, was dazugehört. In der ersten Reihe ist sogar ein Vibrationsgerät eingebaut, wenn wir bei Metal Gear Solid erschossen werden, rütteln die Original-Kinosessel aus einem insolventen Programm-Lichtspielhaus unsere Ärsche durch. Manchmal gucken wir Pornos in 16:9 auf Zimmerwandbreite. Peter ist im Besitz der größten Porno-Sammlung im Freundeskreis, er hat sogar noch eine Original-Filmrolle von Deep Throat, die zig Tausende wert ist.

Peter ist ein netter, vielleicht ist er sogar mein bester Freund, denke ich, ja, das ist er, wen habe ich denn sonst noch, die anderen Typen sind doch nur diese langweiligen Luschenfreunde von Sabrinas Freundinnen, die sind doch alle austauschbar, und leben, weil sie denken, dass das immer noch furchtbar in sei, diese triste, völlig unroyale Popliteraturscheiße. Nur koksen, das trauen sie sich dann doch nicht, und ihr Nordic Walking passt auch nicht wirklich ins Stereotyp, denke ich, nein, der Peter ist wirklich außergewöhnlich. Schade, dass er seine Rente nie erleben wird, mir schaudert es beim Gedanken an den Verkehrsunfall, den er erleiden wird, aber ich sage es ihm nicht, manchmal ist es besser, man kennt seine eigene Zukunft nicht. Dann kommt auch schon mein erster Kunde, einskommafünfmillionen, und das allein in Cash.

Ich verkaufe ihm unser neues Zertifikat, ein Kontingent im Wert von 500.000 Euro, im vierten Jahr kriegt er ganze 3,5 Prozent, das ist sensationell bei der aktuellen Konjunktur, sensationell, Weltklasse, also, was sagen Sie, frage ich ihn, er schlägt ein, unterzeichnet, und ich mache einen weiteren Strich auf der Liste meiner Jahresziele.

Auch wenn ich es beim Frühstück hasse: Mittags alleine essen ist der Himmel. Den ganzen Tag telefoniert man nur, redet die ganze Zeit, da sind diese dreißig Minuten ein Geschenk, wenn man Zeitung lesend in der Cafeteria sitzt. Ich verstehe es nicht, ich verstehe einfach nicht, dass Kollegen das nicht kapieren wollen, sie wollen es einfach nicht kapieren, wenn ich ihnen sage, dass das meine Pause ist, und die ist mir heilig, und wenn sie dann auch noch über Hedge-Fonds und Depots und Kundengeheimnisse reden wollen, dann könnte ich austicken, austicken könnte ich, und mit einer Heckler & Koch wild um mich ballern. Das stelle ich mir manchmal vor, dass ich einfach ausraste und alle mit mir in den Tod nehme, aber die Wahrheit ist, dass ich ein gottverdammter Feigling bin, ein Wichser nach alter Väter Sitte, die bloße Karikatur meiner ohnehin schon armseligen Selbst, ich würde nie jemanden umbringen, und wenn, dann nur sie, nicht mich, dann hätte ich ja nichts davon, wie blöd wäre das.

Aber: Ich kann keiner Fliege etwas zuleide tun, dafür fehlen mir die Eier, und das Valium, oh mein Valium, das trägt den Rest dazu bei, dass sich kein Mensch in meiner Umgebung ernsthaft vor mir fürchten muss. Noch nicht einmal Schmidt, ein Faschist wie er im Buche steht, so rassistisch, dass selbst der Ku-Klux-Klan moralische Bedenken hätte, und ausgerechnet er ist Vice President in Human Ressources, dem würde ich es gern mal zeigen, aber ich denke ja immer nur, und tu nie etwas, das sagt Sabrina auch oft zu Hause. Die Schraube müsste nachgezogen werden, was ist denn mit der Reklamation bei Habitat, hast du schon bei der Telekom angerufen, aber ich widerspreche ihr ja noch nicht einmal, ich gehe Konfliktsituationen lieber aus dem Weg, da habe ich Angst, die liegen mir nicht. Sabrina hat angerufen, sagt Peter, als ich von der Pause zurückkomme, ich werde plötzlich von Panik ergriffen, ich habe Angst, sehr viel Angst, schnappe mein Handy und verschwinde auf der Toilette.

Meine zittrigen Finger verwählen sich drei Mal, dann habe ich sie am Apparat, und sie sagt mir, dass alles gut ist, die Chemo hat hundertprozentig angeschlagen, wir brauchen uns keine Sorgen mehr machen, so schnell werde ich sie nicht loswerden, und dann kommt alles, ich spüre Tränen meine Wange herunterlaufen, ich heule wie ein kleines Mädchen, ich liebe dich, heule ich ins Telefon, ich liebe dich, ich liebe dich, und sie versucht mich zu trösten, sie würde mich gern in den Arm nehmen, ich lehne mit meinem Kopf am Spiegel und raufe mir die Haare, ich sage ihr, wie sehr ich sie liebe, und das jetzt alles gut wird, und ich sie nie wieder loslassen werde, nie wieder, und dann weint sie auch, wir weinen gemeinsam, fick den Krebs, rufe ich, fick den Krebs, ruft sie, und dann lachen und weinen und lachen wir, und sagen uns, dass wie nie, niemals, nie wieder auseinander sein werden, nichts kann uns trennen, fick den Krebs, brüllen wir. Wir legen auf, ich richte mich auf, und am Spiegel haben sich kleine Dampfflecken gebildet, ich schaue sie mir an, bin verwirrt, die Dampfflecken sehen aus wie das Jesus-Bild auf dem italienischen Grabtuch, ich wische sie mit meinem Hemdsärmel weg, und gehe wieder an meinen Arbeitsplatz. Ich liebe Happy Ends.

Was ist das schönste Wort, dass du kennst, murmelt Sabrina. Träne, sage ich. Was, kommt aus Sabrinas Ecke, sie blättert gerade in der Cosmopolitan, was sagst du, fragt sie, gedankenverloren weiterblätternd. Träne, sage ich, das ist das schönste Wort, das ich kenne. Wie jetzt, Träne, fragt sie verwirrt und blättert weiter. Du hast mich gefragt, was das schönste Wort ist, das ich kenne. Hab ich nicht. Doch, grade eben.

Quatsch, sagt sie, und dann, ach, das war nur so eine blöde Umfrage in der Cosmopolitan, das war nicht an dich gerichtet, habe mehr so mit mir selbst geredet. Ach so, sage ich. Warum Träne, fragt Sabrina, ihre Stirn ist gerunzelt. Bist du nicht glücklich? Ich lege die Architectural Digest zur Seite, ungern, ich lese diese Zeitschrift mit Vorliebe. Sie hat ein wunderbares Layout, kein anderes Magazin wählt seine Werbekunden so geschmackvoll aus.

Natürlich bin ich glücklich, erzähle ich ihr, aber Träne ist nun mal einfach ein wunderbares Wort, kein anderes Wort vereint Glück und Unglück so gekonnt in einem Kokon, Tränen sind wunderschön. Ne, aber jetzt mal ernsthaft, sagt sie, bist du wirklich glücklich? Auch mit mir, und so? Ich spüre, dass sie bei dieser Frage an sich, an ihre Operation, an das was von ihr übrig geblieben ist, und an meine Gedanken, die sie nicht kontrollieren kann, denkt.

Das letzte Mal, dass mich das jemand fragte, war ich mit Bernie im Trauma, Bernie arbeitet in so einem integrativen Projekt, er betreut geistig behinderte Menschen. Bist du glücklich, fragte er mich, geh in dich, und frag dich ganz, ganz ehrlich: Bist du mit all deinem Geld, deinen Sachen und deiner Karriere wirklich ein glücklicher Mensch, und ich ging in mich und schickte einen Tequila hinterher und wusste es nicht. Meine Hirnies, fuhr Bernie fort, er sagte tatsächlich meine Hirnies, die sind glücklich, sagte er und hielt sein Weizen ins Licht. Wenn du mich fragst, sind das sogar die glücklichsten Menschen der Welt. Die wissen gar nicht, was mit ihnen ist, die haben keine Sorgen, die leben einfach nur, sagte Bernie, und wenn die mal sauer sind oder beleidigt, dann kacken die dir einfach auf den Tisch, und dann lachen sie, und alles ist gut, und ich denke, dass Bernie vielleicht Recht hat, vielleicht sollten wir alle mal auf den Tisch kacken und lachen, vielleicht wären wir dann glücklicher.

Es sind auch immer nur die hässlichen Menschen, scheint mir, die an die Wiedergeburt glauben, die Menschen, die immer Zweite werden, immer Zweite sein werden, das menschliche Mittelmaß, Gesichter wie Totalschäden, Leben wie Totalschäden, Totalschäden. Sabrina schaut mich schief an. Du musst aber lange überlegen. Ich nehme ihre Hand. Da gibt es nichts zu überlegen, Schatz, es ist nur nicht etwas, worüber ich oft nachdenke. Ich bin einfach glücklich, das ist einfach so. Sie drückt meine Hand, und lächelt.

Ich bin so froh, dass du in der ganzen Zeit für mich da warst, sagt sie, ohne dich hätte ich das nicht geschafft. Andere Männer hätten bestimmt schon die Segel gestrichen, oder so ein Chemo-Monster wie mich verlassen, ich war ja teilweise wirklich nicht der schönste Anblick. Hey, sage ich, das ist doch selbstverständlich, mach dir da mal nicht zu viele Gedanken. Ich denke daran, wie sie während der Chemo aussah, wie ein rasiertes Meerschweinchen, und ich mich fragte, was die mit meiner Frau gemacht hatten. Ist sie denn wirklich glücklich, frage ich mich, und erinnere mich gleichzeitig an Beigbeder, dass Frauen sich angeblich immer in Kerle verlieben, die viel Geld und ein gut situiertes und abgesichertes Leben anzubieten haben, jede Frau prostituiere sich also, aber das ist bei uns anders, wir lieben uns, und Sabrina hatte schon immer mehr Geld als ich.

Ich beschließe, ihr mal wieder einen Liebesbrief zu schreiben, einen echten, nicht aus SMS, nicht aus E-Mail, sondern aus Papier und Tinte und Herzblut, sogar mit einer Briefmarke drauf, mir fällt auf, dass ich ihr noch nie einen Liebesbrief geschrieben habe, einen Richtigen, wir haben uns immer nur zweckgebundene E-Mails oder SMS geschickt, noch nicht mal ein Schatz oder HDL dabei. Das werde ich ändern, verspreche ich mir selbst, gehe dann runter zu unserem SUV und lege meinen Baseballschläger auf die Rückbank, er störe sie im Schlafzimmer, er passe einfach nicht zur Gesamtästhetik der Inneneinrichtung, die sie, das muss ich zugeben, wirklich sehr geschmackvoll ausgewählt hat. Wir geben uns einen Gute-Nacht-Kuss, er fällt irgendwie länger und leidenschaftlicher aus als sonst, ich küsse ihren Nacken und ihre Wange, sie seufzt wohlig. Ich liebe dich, sage ich. Ich liebe dich auch, Schatz, antwortet sie, und dann machen wir das Licht aus.

Sabrina und ich schauen Fußball. Ich hasse Fußball. Beim Fußball geht es hauptsächlich darum, den nächsten Schritt des Gegners zu antizipieren, das Spiel zu lesen, Rasenschach in der Action-Man-Variante. Natürlich gehen wir hin, wir haben alle die VIP-Plätze unserer Väter geerbt, aber mehr als ein Schal über dem Anzug ist nicht drin, beim besten Willen nicht.

Wir haben vieles geerbt, Sabrina und ich, wie alle Leute aus unserem Bekanntenkreis. Andere Menschen erben Manierismen, Schönheitsfehler, Schulden. Wir haben Geld geerbt, ganz viel Geld. Um Steuern zu sparen, haben mir meine Eltern, als ich zehn Jahre alt, war 205.000 Euro überwiesen, diesen Betrag mussten sie nicht versteuern, mit zwanzig die nächsten 205.000 Euro, und mit vierundzwanzig, als sie in Spanien bei einem Waldbrand starben, habe ich den ganzen Rest bekommen. Ich werde nie wieder arbeiten müssen, aber was soll ich zu Hause, und in meinem Job kann ich wenigstens mein Geld selbst verwalten.

Das Geld allein bringt es nicht, man muss hineingeboren werden, das ist eine Stilfrage, das muss man im Blut haben, sonst endet man wie einer dieser russischen Oligarchen, die Cannes und Nizza so unerträglich machen. Sabrina und ich schauen Fußball. Wenn wir irgendwann heiraten und unsere Aktienpakete des Vereins zusammenlegen, können wir den ganzen verlogenen Haufen da unten auf dem Feld feuern. Frist- und gnadenlos. Die sollen endlich anfangen zu laufen. Arschlöcher, elende. Und zu allem Überfluss fahren wir bald in den Osten.

Ich vermeide es nach Möglichkeit, in den Osten zu fahren. An diesem Freitag ist es anders, Sabrina will ihre Cousine in Erfurt besuchen, die es irgendwie verpennt hat, rüberzumachen. Und so trifft mich alle Jubeljahre das Schicksal, die ehemalige DDR besuchen zu müssen. Es ist jedes Mal ein komisches Gefühl, wenn man bei Bad Hersfeld links abbiegt, und dann an den ehemaligen Grenzposten vorbeikommt. Auch landschaftlich merkt man einen Unterschied, am Himmel sowieso, das Wetter ist immer grau-in-grau, jedes Mal, wenn ich drüben bin.

Nur heute nicht. Es gab, glaube ich, nie einen herrlicheren Morgen. Die Sonne scheint mit all ihrer Kraft, der Himmel ist, so weit das Auge reicht, vollkommen heiter und klar. Wir fahren in unserem SUV auf der A4 und lassen uns von Luxuskarossen mit Ost-Kennzeichen überholen, Luxuskarossen, die ich im Laufe der Jahre mitbezahlt habe. Man spricht immer von der Erbengeneration, im Westen, von den reichen, jungen Yuppies, den DINCs, wie Sabrina und ich es nun mal sind. Der Ton ist dann immer vorwurfsvoll, als seien wir Exkremente, dabei sitzt die Erbengeneration links und rechts der A4.

Ich setze Sabrina in Erfurt ab, die einzige Stadt im Osten, die ich mag, der Dom ist wunderbar, und die Altstadt ist es allemal. Sie bleibt übers Wochenende drüben, ich habe sturmfrei und werde es nutzen. Mal wieder mit den Jungs einen trinken gehen, Premiere gucken, mein Aktienpaket beobachten. Ich hätte auch in Erfurt bleiben können, meine angeheiratete Cousine hat uns ja freundlicherweise ihr Schlafzimmer angeboten.

Ich verlasse die Autobahn und fahre eine Strecke auf der Bundesstraße, Sabrina meinte, die Landschaft wäre schön, und das würde mir gefallen. Ich halte mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, ich habe keine Lust, dass ich irgendein Zonenkind überfahre oder ein Reh erwische oder so.

Die Mutter von Sabrinas Cousine, die haben die damals verschwinden lassen, die war in irgendwas im im Untergrund involviert, man hat nie wieder was von ihr gehört, manche munkeln, sie sei in irgendeinem Gefängnis nach jahrelanger Folter gestorben, die hätten extra chinesische Folter-Experten eingeflogen für den Fall. Das sollten sich die Leander Haussmanns dieser Welt mal hinter die Ohren schreiben, war nicht alles lustig, du Saftsack, die DDR war scheiße, stinkende, dampfende Scheiße, die kann mir gestohlen bleiben, und der Kohl, der hat eh alles versaut. Alles.

Der SUV schluckt 20 auf 100, trotz meines gemächlichen Tempos verbraucht er fröhlich vor sich hin, ich bin froh, als ich ein paar Kilometer vor der Grenze noch eine Tankstelle erwische, dank des Ost-West-Gefälles ist der Sprit hier immerhin günstiger, wenigstens etwas.

Ich tanke und gehe dann zum Zahlen rein. An der Kasse steht ein Skinhead, so ein richtig dickes Nazischwein, er steht da so in seinem verschwitzten Unterhemd, so ein NPD-Untermensch, einer von der Sorte, die zu dumm für die SA, aber gut genug für den Betrieb der Gasöfen gewesen wäre. Ich schaue ihm nicht in die Augen, schaue an ihm vorbei und sage, dass ich mein Auto waschen lassen möchte. Ein Plakat hängt an der Wand, Werbung für einen Freibier-Abend in der Bar Dumas, jetzt werden die Nazi-Witze auch noch intellektuell.

Das macht 87,30 Euro insgesamt, sagt er leise, hinter ihm an der Wand hängt ein Bild, da ist er drauf, und eine blonde Frau und blonde Kinder. Auf dem Foto lacht er und hält seinen Sohn ganz fest, und sein Sohn ihn. Neben dem Cashterminal steht ein Aufsteller. Heute bedient Sie Lukas, steht da drauf in Comic Sans, in Comic Sans, und daneben ein schlecht gemalter Smiley.

Ich zahle, und muss an Solingen denken, an Rostock und an Adriano, und fange an Lukas zu hassen, manchmal werde ich bei manchen Leuten ja auch wütend, denke ich, wenn sie ihre Schwestern abstechen, weil sie einen deutschen Freund haben, dann krieg ich auch die Krise, aber ich zünde sie doch nicht gleich an oder verprügele sie, das muss man doch mal reflektieren, warum das so ist, reflektieren muss man das. Was bist du nur für ein armseliges Arschloch, denke ich, während ich den Kerl mustere, Lukas, was ist das überhaupt für ein Name, und warum kommt er mir so bekannt vor.

Mein SUV wird automatisch durch die Waschstraße gezogen, früher als Kind hatte ich Angst vor Waschstraßen, ich bin nie mit hinein gefahren, habe sie mir nur von außen angeguckt, ich hatte richtige Panikattacken. Ich denke an den Skinhead, und dass im Osten verdammt was falsch läuft, wenn so ein Fascho-Arschloch Arbeit bekommt, und dann ist der Waschvorgang beendet, die Ampel springt auf Grün. Draußen kontrolliere ich das Ergebnis, und dann sehe ich die Kratzer.

An der rechten Tür sind mehrere Kratzer, die waren vorher nicht da, ich bin mir sicher. Ich gehe noch mal rein zur Skinhead-Sau, obwohl ich Angst habe. Hier im Osten ist er zu Hause, da ist er obenauf und fühlt sich wie der König von Ostdeutschland, wäre ich mal nie über die Grenze gefahren.

Das kann nicht sein, sagt er, das ist eine Textil-Waschanlage, die macht keine Kratzer, das soll ich ihm mal zeigen, sagt er, ich zeige ihm die Kratzer und er lacht, die wären doch vorher schon dran gewesen, im Zweifel sei das Steinschlag. Ich werde wütend, weil er lacht, ich werd nicht gern ausgelacht, das fand ich noch nie gut. Steinschlag am Arsch, denke ich, das war seine scheiß Waschanlage, sage ich, er sagt Vorsicht, Freundchen, ich könnte gern einen Gutachter bestellen, und dann würden wir ja sehen, und ich sage, ach ja, also, da könnte er sich ja mal ein bisschen kulanter zeigen, vielleicht hat sich ja ein Stein oder so in seiner Textilwaschanlage verfangen, und was dann.

Hör mal zu, du Missgeburt, sagt der blöde Skinhead, hol doch einen verdammten Gutachter, solche Kratzer kann keine Waschstraße verursachen, das müsste sich doch von vorne bis hinten durchziehen. Also, verpiss dich, du West-Wichser, sagt er.

Ich werde wütend, ich habe meine Valium nicht genommen, warum auch, die Sonne schien heute morgen. Ich werde wütend und mir dämmert, dass er Recht hat, er hat verdammt noch mal Recht, der Gutachter würde nichts anderes sagen, als er, nichts anderes würde der sagen, und ich bekomme total den Hass auf diesen Naziwichser, weil der mir einfach Missgeburt ins Gesicht sagt, und West-Wichser, was erlaubt der sich denn, scheiß auf irgendwelche Gutachter und Dreck, die Kratzer waren vorher nicht da, und überhaupt, was ist denn mit der Kunde ist König und so, wir sind hier in Deutschland, und wie ich so an Deutschland denke, schießt mir der Gedanke durch den Kopf, dass es kein Wunder ist, dass dieses Land am Abgrund steht, kein Wunder, wenn irgendwelche sesselfurzenden Gutachter über Wahrheit oder Lüge entscheiden können, und warum so ein blöder Skin überhaupt Anrecht auf einen Gutachter hat, dieses Land wird nicht lange überleben, was kann ein Gutachter schon sagen, kein Wunder, dass Deutschland untergeht, ich wünsche mir ein anderes Deutschland, ich wünsche mir, dass es keine Gutachter gibt und keine Skinheads, ich wünsche, ich könnte jetzt einfach sagen, dass er das jetzt verdammt noch mal zahlen soll, dass die Kratzer von seiner Waschanlage sind, ich will jetzt spontan das Kriegsrecht verhängen und Zero Tolerance und das Recht des Stärkeren, nur für fünf Minuten, damit ich die Kratzer bezahlt bekomme, und dann hole ich den Baseballschläger von der Rückbank und schlage ihm den Schädel ein.

Er ist vom ersten Schlag eher überrascht als verletzt, und das pisst mich jetzt so richtig an, dieser dummen Faschofotze werde ich es zeigen, ich schlage noch mal zu und diesmal bricht seine Nase, eine blutrote Stichflamme schießt aus seinem Gesicht, er verzieht die Augen und fällt auf die Knie, ich hole noch mal aus und lasse den Schläger von oben auf seinen Kopf krachen, die Haut platzt auf, und irgendetwas splittert. Die Kratzer sind von seiner Waschstraße, schreie ich, diese dumme, beschissene Sau, dieses Arschloch, so kann man nicht mit Kunden umgehen, dieser Penner, und dann sehe ich wie er blutend am Boden liegt, fast bewusstlos, und die Hände schützend über seinen Kopf hält, und ich schreie, dass er sich wehren soll, und dann ramme ich ihm den Schläger in seine Hoden, etwas gibt nach, er ächzt, er hat es nicht besser verdient.

Das ist nicht politisch gemeint, du Sau, kreische ich, das ist verdammt persönlich. Ich schlage ihm mit voller Wucht den Baseballschläger ins Gesicht, er sagt nichts mehr, er liegt einfach nur da, während sein Gesicht immer undefinierbarer wird, sämtliche Gesichtsknochen sind gebrochen, beim Wimmern hat er seine Schneidezähne eingeatmet, die haben ihm die Lungen perforiert, nach meinem vierten Schlag ist er tot. Ich höre nicht auf, ich schlage weiter auf ihn ein, sein Blut fließt zwischen den Fugen der Steine hinweg, seine Rippen splittern und durchbohren blutend sein T-Shirt, und während ich ihn anschreie und sage, dass ich mein Auto seit vier Wochen jedes Wochenende per Hand wasche, obwohl es illegal ist, und ich erst gestern geguckt habe, ob Kratzer an der Tür sind, und es waren keine da, das weiß ich genau, merke ich, dass es doch politisch ist, zumindest ein bisschen, und dann höre ich auf, steige in meinen Wagen und fahre weg.

Fahre weg, der Sonne entgegen, es scheint tatsächlich die verdammte Sonne, ich fahre weg, gen Westen, einfach weg, immer weiter, Richtung Westen. Die Sonne scheint und blendet mich, aus dem Handschuhfach hole ich meine Sonnenbrille. Und wie ich so meine Sonnenbrille aufsetze, denke ich an den Tag, als ich sie kaufte, bei H&M, weil ich nur fünf Euro dabei hatte, meine Kreditkarte lag auf dem Nachttisch neben dem Foto von Sabrina. Ich denke daran, wie ich mehrere Modelle ausprobierte, ich weiß noch, wie ich da stehe und denke, dass die bei H&M doch einen Schaden haben, einen totalen Schaden, bei den Sonnenbrillen steht nie ein Spiegel, nie, in keiner Filiale, die erwarten allen Ernstes, dass man mit einer Sonnenbrille im Gesicht, die einem womöglich noch nicht einmal steht, durch den Laden läuft, um einen Spiegel zu suchen und sich damit der Lächerlichkeit preiszugeben.

Drei Ansätze habe ich zum Kauf gebraucht, weil ich mich nicht getraut habe mit verschiedenen Sonnenbrillen auf der Nase durch den Laden zu gehen, das ist doch peinlich, ich bin doch kein verdammter Rockstar oder so, denke ich, die sollten da mal Spiegel anbringen, und dann schlucke ich meine Valium und fahre auf die A4, die mich wieder in den Westen bringt, alles wird gut, denke ich, alles wird gut. Ich habe mich dann am Ende für eine klassische Pilotenbrille entschieden, ganz klassisch, ich bin ja keine Achtzehn mehr, und Model schon gar nicht, aber das mit den Spiegeln, dass müssen sie ändern, auf jeden Fall, aber andererseits, denke ich, andererseits kann man ja auch einfach mit der Sonnenbrille in der Hand zu einem der Spiegel gehen und sie erst dort aufsetzen, das ist dann nicht so peinlich, und auch nicht wirklich aufwändiger, und eigentlich war das ja ganz schön dumm, was ich gedacht habe, und überhaupt, ist doch scheiß egal, was andere Leute so sagen, ich sollte mir einfach weniger Gedanken machen, denke ich, einfach den Kopf mal freibekommen, mal ausspannen, mal aufhören zu denken, ja, das wäre mal das Wahre. Ich gebe Gas und fahre weiter, ich fahre immer weiter, immer den Bäumen nach. Ich denke an Sabrina und ich denke an morgen, und dann weine ich ein bisschen.

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Die Illustration stammt von Lektora
Der Text ist ein Auszug aus dem Buch "All des Königs Pferde" von Misha Anouk.
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