Museum of Modern Art - Ein kunstvoller Tag in New York

In New York vereinigen sich die Klischees von einer typischen Stadtästhetik mit dem, was ein einzelner Mensch eigentlich an einer großen Stadt sucht. Und von Suchen kommt ja auch das…
Museum of Modern Art - Ein kunstvoller Tag in New York

Museum of Modern Art

Ein kunstvoller
Tag in New York

In New York vereinigen sich die Klischees von einer typischen Stadtästhetik mit dem, was ein einzelner Mensch eigentlich an einer großen Stadt sucht. Und von Suchen kommt ja auch das Wort „Sucht“, wie wir alle wissen. Und das ist es tatsächlich. Die Sucht nach mehr Urban Style, Urban Art, Urban Allesmögliche. Am Ende der Welt gesucht und nicht gefunden. In New York ist es geboren, der Style, die Träume, die Kunst, die Menschen.

Irgendwo hinter einer fantastischen Geschichte von American Dreams und Fast Food und Hektik und Wirtschaft und Kultur pumpt aus einem Escalade der aktuelle Banger von Drake, Rick Ross und Lil Wayne, I’m On One, und es fühlt sich ein bisschen so an, als würde mich die Stadt mit offenen Armen empfangen wollen. Sie flüstert: „Sara, hier bist du richtig, hier kannst du für immer bleiben. Hier findest du alles, was du brauchst, und langweilig wird dir bestimmt nicht.“

Lasst mich euch eines sagen, liebe Kinder: Für fünf Tage birgt NYC viel Stresspotenzial. Sehr viel. Wohin zuerst? Was angucken? Was fotografieren? Welche Party? Welche Bar? Welcher Stadtteil? Alles ist eine ineinander gestrickte Reizüberflutung. Man ist eingezäunt von hohen Bauten und blendenden Neonreklamen, und obwohl so viel Platz da ist, fühlt es sich unendlich klein an. Jeder Gang zur U-Bahn Gedrängel, die Bürgersteige voll.

Hello Brooklyn, how you doin‘? New Yorker Akzente. Wer dachte, am Kotti gäbe es Kulturschock, weiß noch nicht, wie es in einem einzigen Taxi aussehen kann. Und wer dachte, sich neben einem Profi-Basketballspieler klein zu fühlen, der sollte sich doch mal ein Hotel mit den Reichen und Schönen der beliebtesten Metropole der Welt teilen. Verdammt, wie viel Perspektive man aufsaugen kann. Empire State of Mind.

Glücklicherweise wurden mir die stressigen Entscheidungen zumindest für einige Tage von unseren großartigen Gastgebern abgenommen. Denn ich war nicht alleine und nicht grundlos in New York. Zusammen mit einigen anderen Bloggern, darunter WeLikeThat, i-ref, Jeriko, Ignant, Whudat, ThisIsJaneWayne, Journelles, Castor und Pollux) wurden wir zu einem wunderschönen Art-Trip durch das MoMa und das MoMa PS1 eingeladen. Anlass dazu die aktuelle Kooperation zwischen Volkswagen und dem MoMa. Zusammen wollen diese zwei Rieseninstitutionen die Kunstwelt aufmischen, neu definieren, was „Nachhaltigkeit“ und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kunst bedeuten, sich gegenseitig unterstützen und Ideen realisieren, die sonst irgendwo untergegangen wären.

Ich profitierte reichlich an Erfahrung: Kunst in New York wird, zumindest in den großen und heiligen Hallen des MoMas, durchaus ernst genommen, im Vergleich dazu die Vernissage-Hoppings an lauen Wochenenden in Berlin, wo die Free Drinks abgestaubt werden und die Kunst belächelt wird. Und dann kommt dieser Flash: Francis AlГїs, dessen Ausstellungen von der Kooperation unterstützt werden, bleibt in meinem Kopf hängen. Ich blättere seinen Katalog noch mal in Ruhe durch und fühle mich noch kleiner, als ich es in New York schon tat.

Und plötzlich macht es durchaus Sinn, mal wieder ins Museum zu gehen, denn eine kuratierte Ausstellung und ein Bild auf einem verschnörkelten Tumblr zu sehen sind Welten, die weiter nicht auseinander liegen könnten. Und für diese Eingebung (die, zugegebenermaßen, etwas länger gedauert hat), danke ich allen, die es mir ermöglicht haben, in echt und persönlich im MoMa zu stehen.

Übrigens hat Flo von WeLikeThat ein fantastisches Video zu unserem Trip gemacht, dass ich an dieser Stelle teilen möchte… immerhin spiele ich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ohne Text. Ich weiß, ich weiß. Dankt mir später, wenn ich meinen Academy Award abhole.

Und dann war es auch genauso schnell wieder vorbei, wie es angefangen hat: New York, New York, wo meine Träume bleiben, wo ich im Regen über die Williamsburg Bridge lief und die Nässe liebte, wo jede Pizza einem Gaumenfick glich, wo es so viele Menschen gibt, dass Style und Party vollständig untergehen, wo Dekadenz und Ghetto nebeneinander liegen, wo so viele Kontrastpunkte existieren, dass alles in meinem Kopf sich dreht. Ich höre noch immer den Song aus dem Escalade auf die Straße pumpen, ich sehe noch immer lachende Wolkenkratzer.

Ich liege noch immer in einer Hängematte in einem Loft in Brooklyn, ich will die ganzen schönen Fahrräder klauen, ich hasse die Taxifahrer, ich will shoppen, ich will noch viel mehr fotografieren, ich möchte auch ganz bestimmt jeden einzelnen Menschen dort kennen lernen, jedem die Hand geben, fragen, was seine Story ist, denn als Ganzes ergibt sich dann New York, und dann kommt sehr, sehr lange erst mal nichts.

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Die Fotografie stammt von Jamison McAndie
Mit freundlicher Unterstützung von Volkswagen
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