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Das Popkultur Magazin

Summer Wars: Eine Familie rettet die Welt

Wer japanische Ghibli-Filme nicht gut findet, der hat kein Herz. Der bindet süße Hundewelpen an einen dornigen Stock und zieht sie dann durch flüssigen Teer, nur um sich daran zu ergötzen, wie kleine Kinder deswegen schluchzen und weinen. Der sagt zu kostenlosen Waffeln mit Puderzucker Nein. Der trä...
Summer Wars: Eine Familie rettet die Welt

Summer Wars

Eine Familie
rettet die Welt

Marcel Winatschek

Wer japanische Ghibli-Filme nicht gut findet, der hat kein Herz. Der bindet süße Hundewelpen an einen dornigen Stock und zieht sie dann durch flüssigen Teer, nur um sich daran zu ergötzen, wie kleine Kinder deswegen schluchzen und weinen. Der sagt zu kostenlosen Waffeln mit Puderzucker Nein. Der träumt von einer Welt ohne bunte Farben. Ohne entblößte Brüste. Ohne Liebe, Frieden, Glitter.

Um mir so oft wie möglich die japanische Sprache zu geben, um mich schon bald als Herr Sakimoto auf das japanische Festland schmuggeln zu können, hole ich zur Zeit alle alten Anime, Filme und Serien aus dem fernen, fernen Osten nach. Weil ich mir einrede, dass mir das irgendwie weiterhilft. Das stimmt natürlich nicht. Aber ich höre Leute gerne “Kawaii”, “Sugoi” und “Oiishi” sagen. Und selbstverständlich auch “Watashi no mune o mite!”

Am Wochenende haben wir uns Summer Wars gegeben. Eine Geschichte über eine Art Facebook und eine Großfamilie und einen kleinen Loser und das hübscheste Mädchen der Schule und wie die zusammenkommen und einen bösen Computervirus und Atomkraftwerke und einen perversen Onkel und ganz viel Essen und Mathematik und Tokio und Baseball und Brettspiele und coole Omas und Nasenbluten.

Man könnte fast glauben, er wäre direkt aus einem DVD-Haufen Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke und Das wandelnde Schloss entstanden, aber er stammt weder von Hayao Miyazaki noch von Studio Ghibli, sondern von Mamoru Hosoda und Madhouse, die ihr womöglich von Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, Sakura Wars oder Tokyo Godfathers her kennt. Womöglich.

Was ich damit sagen will: Wer, wie wir, eine gar nicht peinliche, sondern verdammt stolze Sailor Moon-Vergangenheit hat, früher gerne Dragon Ball guckte und dem auch Streifen wie Neon Genesis Evangelion oder Plastic Little ein Begriff sind, der sollte Summer Wars aus dem Jahr 2010 eine Chance geben. Er ist großartig. Und wir haben am Ende fast geweint. Und die drei kleinen Arschlochkinder sind die Besten. Und sowieso.

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Die Illustration stammt von Mamoru Hosoda, Madhouse und Kazé
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