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Oh! My Goddess: Verliebt in eine Göttin

Früher war bekanntlich alles besser. Die Musik. Das Wetter. Das Essen. Die Liebe. Und natürlich auch das Fernsehen. Heute läuft da ja nur noch Scheiße. Aber waren auch die Anime besser? Das könnte man zumindest meinen. Sailor Moon. Cowboy Bebop. Neon Genesis Evangelion. Alles Klassiker von damals, die auch heute noch durch ihre sympathischen Charaktere, durch ihre tollen Geschichten oder schlichtweg durch ihre schiere Epik überzeugen.
Oh! My Goddess: Verliebt in eine Göttin
Oh! My Goddess: Verliebt in eine Göttin

Oh! My Goddess

Verliebt in
eine Göttin

Marcel Winatschek
Marcel Winatschek

Früher war bekanntlich alles besser. Die Musik. Das Wetter. Das Essen. Die Liebe. Und natürlich auch das Fernsehen. Heute läuft da ja nur noch Scheiße. Aber waren auch die Anime besser? Das könnte man zumindest meinen. Sailor Moon. Cowboy Bebop. Neon Genesis Evangelion. Alles Klassiker von damals, die auch heute noch durch ihre sympathischen Charaktere, durch ihre tollen Geschichten oder schlichtweg durch ihre schiere Epik überzeugen.

Oh! My Goddess ist ohne jeden Zweifel ein Klassiker. Der 2005 erschienene, auf einem Manga basierende Anime wird auch Dekaden später noch als eine der beliebtesten Animationsserien aus dem Land der aufgehenden Sonne gefeiert. Sympathische Charaktere? Auf jeden Fall! Eine tolle Geschichte? Öhm, joah, wenn man das so nennen will. Die schiere Epik? Naja.

Oh! My Goddess: Verliebt in eine Göttin

Worum geht's? Keiichi Morisato ist ein Student im zweiten Jahr an der Uni, der versehentlich den Technischen Göttinnen-Notdienst anruft. Die Göttin Belldandy taucht auf und teilt ihm mit, dass ihre Agentur von ihm einen Systemantrag erhalten hat und ihm einen einzigen Wunsch erfüllen soll. In dem Glauben, dass ihm ein Streich gespielt wird, wünscht er sich, dass sie für immer bei ihm bleibt. Und sein Wunsch wird erfüllt.

Da er nicht in der Lage ist, mit Belldandy in seinen reinen Männerwohnheimen zu leben, sind sie gezwungen, sich nach einer alternativen Unterkunft umzusehen und schließlich in einem alten buddhistischen Tempel Unterschlupf zu suchen.

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Sie dürfen dort auf unbestimmte Zeit bleiben, weil der dort lebende Mönch auf eine Pilgerreise nach Indien aufgebrochen ist, nachdem er von Belldandys angeborener Güte beeindruckt war. Keiichis Leben mit Belldandy wird noch hektischer, als ihre ältere Schwester Urd und ihre jüngere Schwester Skuld ebenfalls einziehen. Es folgen eine Reihe von Abenteuern, während sich seine Beziehung zu Belldandy entwickelt.

Es gibt einen Grund, warum Animeserien von heute nicht mehr so gemacht werden, wie die Animeserien von damals. Und dieser Grund heißt: Ideenlosigkeit. Keiichi ist der typische, schüchterne 08/15-Japanofuckboy, der schon beim Anblick von zwei busenförmigen Wolken Nasenbluten bekommt. Belldandy ist perfekt. Punkt. Und alle anderen Charaktere sind... da.

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Bei Oh! My Goddess wird in 26 Folgen versucht, den kreativen Anfang mit dem emotionalen Ende zu verbinden. Was dazwischen passiert, ist vollkommen irrelevant. Haben die Macher anfangs noch probiert, die ungewöhnliche Situation, in der Keiichi sich nach seinem Wunsch nun einmal befindet, mal witzig, mal traurig zu erzählen, werden die Geschichten mit der Zeit immer abstruser. Und das nicht im positiven Sinn.

Spätestens nach der Mitte der Serie pöbeln nur noch irgendwelche Göttinnen und Dämoninnen sich gegenseitig an. Dann fahren sie plötzlich ein Autorennen, lassen Roboter aufeinander los, und irgendwann explodiert irgendwas, während ein pseudohomosexueller Motorradclub jubelt. Ende. Nächste Folge. Wieder das Gleiche. Und wenn sie mal für eine Episode nur so um die drei Yen an Budget übrig hatten, dann spielt die eben komplett in einem Haus. Ab und zu sieht man mal den Garten. Wow.

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Manche Folgen sind das Zelluloid nicht wert, auf dem sie gebannt worden sind. Da laufen das Intro und kurz darauf der Abspann und man fragt sich: Was ist da jetzt eigentlich passiert? Ist da überhaupt irgendetwas passiert? Die kleine Göttin und ihre ältere Schwester hatten Streit und Keiichi ist hingefallen. Das war's. Da war das Titellied noch das Beste an der Folge.

Oh! My Goddess ist das perfekte Nebenherguckabenteuer. Es versprüht den Charme einer RTL2-Animeserie, in denen man sich ebenfalls von Folge zu Folge getragen hat und bei denen es nicht schlimm war, wenn man mal eine davon versäumt hat, weil man sich doch mal aufgerafft hat und mit Freunden beim Fußballspielen war.

Oh! My Goddess: Verliebt in eine Göttin

Im Grunde könnt ihr nämlich die ersten fünf und die letzten fünf Episoden von Oh! My Goddess schauen und habt nichts verpasst. Und falls ihr euch dabei fragt, was ein vorher nicht da gewesener Charakter für eine Relevanz hat? Die Antwort ist immer: Gar keine. Er war einfach plötzlich da. Und macht Ärger. Das ist alles.

Oh! My Goddess wäre eine bessere Serie gewesen, wenn man sich einfach auf die Beziehung zwischen Keiichi und Belldandy konzentriert hätte. Und wer auch immer den Vorschlag gemacht hat, dass es doch lustig wäre, wenn nach und nach Belldandys komplette Familie auftauchen könne, hätte noch vor Beendigung des Satzes fristlos gefeuert werden sollen. Früher war alles besser. Außer Oh! My Goddess.

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Der Text wurde von Marcel Winatschek geschrieben. Die Bilder stammen von Kosuke Fujishima, Kodansha und Kazé. Der Artikel erschien in der Kategorie Filme mit den Themen Anime, Asien, Aya Hisakawa, Blu-rays, Cartoons, Comedy, Comics, Crunchyroll, Diana Borgwardt, Fantasy, Fernsehen, Frauen, Giuliana Jakobeit, Göttinnen, Japan, Jungs, Keiichi Morisato, Kikuko Inoue, Kodansha, Kosuke Fujishima, Mädchen, Manga, Männer, Märchen, Maria Koschny, Masami Kikuchi, Melanie Hinze, Miki Itou, Netflix, Oh! My Goddess, ProSieben, ProSieben Maxx, Robin Kahnmeyer, Seiyu, Serien, Slice of Life, Soundtracks, Studium, Susanne Kaps, Tokio, Urara Takano, Urd, Vera Teltz, YouTube, Yumi Touma, Yuriko Fuchizaki und Zeichentrick. Wenn er euch gefällt, könnt ihr ihn auf Facebook, Twitter, WhatsApp, Pinterest und Tumblr oder per Email teilen. Ihr habt etwas zu sagen? Schickt uns einen Leserbrief!
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