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Gurren Lagann: Titten, Monster, Riesenroboter

Es gibt zwei verschiedene Arten von krank sein. Einmal die fluffig Lustige, bei der man frühmorgens zum Arzt schlendert, ihm einmal kurz ins Gesicht hustet und für die nächsten ein, wenn man Glück hat gleich zwei Wochen faul und mit Lieferando bewaffnet zu Hause herumliegt und endlich mal Zeit hat d...
Gurren Lagann: Titten, Monster, Riesenroboter

Gurren Lagann

Titten, Monster,
Riesenroboter

Marcel Winatschek

Es gibt zwei verschiedene Arten von krank sein. Einmal die fluffig Lustige, bei der man frühmorgens zum Arzt schlendert, ihm einmal kurz ins Gesicht hustet und für die nächsten ein, wenn man Glück hat gleich zwei Wochen faul und mit Lieferando bewaffnet zu Hause herumliegt und endlich mal Zeit hat die Wohnung aufzuräumen. Oder eine Gute-Besserungs-Party zu schmeißen.

Und dann gibt es die Schattenwelt, die Dimension des unendlichen Schmerzes, in der man verschwitzt und fiebrig mit Halluzinationen im Bett feststeckt, das Sonnenlicht wohl nie wieder sehen wird. Der einzige Freund in diesem trüben Universum aus Schleim und Husten und Niesen: Der Laptop. Der einem Ablenkung verschafft, wenn man nicht schlafen kann. Und die Kopfschmerzen einem Twitter und Facebook versauen.

In meinem Grippe-Fieberwahn brauchte ich irgendetwas, das mich so richtig ablenkt. Einen Anime. Der mich zum Weinen und Lachen und Nachdenken bringt, ohne mich mit realistischem Unsinn zu langweilen. Ein Typ namens Veed hat im Netz diese Liste veröffentlicht. Die 50 besten Anime. Seiner Meinung nach. Ja, One Piece. Ja, Neon Genesis Evangelion. Ja, Wolf’s Rain. Kenne ich alles, liebe ich alles.

Auf Platz 1 befindet sich Gurren Lagann. Und er schrieb dazu, dass die ersten Folgen scheiße sind, der Rest aber das Beste seien, was er jemals irgendwo gesehen hat. Was lustig ist. Denn als ich die Serie ausprobierte, cancelte ich das Teil nach Folge 4. Weil es öde war. Und immer dasselbe passierte. Wüste, Monster, Roboter. Tada. Aber was hatte ich schon zu verlieren?

Also gab ich der Show noch einmal eine Chance und guckte die insgesamt 27 Episoden am Stück durch. Nur zwangsweise unterbrochen durch Schlafen, Essen und Onanieren. Und ich weinte am Schluss. Wie ein kleines Kind. In meine vollgerotzten Taschentücher. Weil es so großartig war. Und ich einfach nicht wollte, dass es vorbei ist. Gurren Lagann.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein kleiner Trottel namens Simon lebt zusammen mit seinem besten Kumpel Kamina in einem Dorf unter der Erde und verdient seine Brötchen mit dem Graben von Tunneln. Eines Tages fällt ein riesiges Ungeheuer, gemeinsam mit der großbrüstigen Yoko, durch die Steindecke, ein Roboter erscheint, Simon hat Superkräfte. Kampf, noch mehr Brüste.

Ab jetzt geht es darum, einen riesigen Bösewicht am Ende der Welt aufzusuchen, der seit Jahrhunderten die Menschheit der Zukunft unterdrückt. Simon und Kamina schließen sich einer Truppe Rebellen an, hauen mit ihren Mechas alles kurz und klein, kämpfen gegen Mutantenkröten, Badehäuser und humane Haie. Das klingt noch alles relativ normal. Wie japanische Zeichentrickfilme eben so sind.

Richtig geht es aber erst ab, wenn Kamina abkratzt. Was ziemlich früh passiert. Und richtig traurig ist. Und aus Gurren Lagann plötzlich ein Epos macht. Ab diesem Zeitpunkt wird so viel Story und Liebe und Wahnsinn in den Rest der Folgen gesteckt, das schaffen andere Serien nicht einmal in 16 Staffeln. Riesige Weltraumschlachten. Und die Frage nach dem Sinn. Und Verrat. Und noch mehr Brüste. Also lag ich da wie eine behinderte Banane im Bett und fand das alles ganz großartig, was da vor meinen Augen passierte.

Wahrscheinlich hat Gainax hier den Inbegriff des japanischen Animationsgenres geschaffen. Wer nach Kinderkacke wie Yu-Gi-Oh! und Beyblade das Vertrauen in die riesigen Kulleraugen verloren hat, der muss sich Gurren Lagann angucken. Daran führt gar kein Weg vorbei.

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Die Illustration stammt von Gainax und Anime Limited
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