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Cowboy Bebop - Kopfgeldjäger im Weltall

Das Tolle daran, wenn man krank ist, ist die Tatsache, dass man alte Serien am Stück gucken kann, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen. Du bist nicht produktiv, sondern pfeifst dir ein Grippostad C nach dem anderen rein, steckst den Pizzaboten mit deinen Viren an, drückst auf Play, es...
Cowboy Bebop: Kopfgeldjäger im Weltall

Cowboy Bebop

Kopfgeldjäger
im Weltall

Das Tolle daran, wenn man krank ist, ist die Tatsache, dass man alte Serien am Stück gucken kann, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen. Du bist nicht produktiv, sondern pfeifst dir ein Grippostad C nach dem anderen rein, steckst den Pizzaboten mit deinen Viren an, drückst auf Play, es geht los, alles ist gut. Du legst dich hin und tauchst ein in eine ferne Welt.

Auf meinem Trip zwischen Husten, Kopfschmerzen und Müdigkeitsanfällen begleitet mich gerade ein alter Freund. Cowboy Bebop. Natürlich auf Japanisch mit deutschen Untertiteln, damit ich auch etwas dabei lerne. Jedenfalls so viel wie möglich. Es erinnert mich an damals, als Anime noch auf MTV und VIVA liefen. Als wir noch MTV und VIVA geguckt haben. Als diese Sender noch eine Rolle in der Jugendkultur spielten.

Wir schreiben das Jahr 2071. Die Zukunft ist jetzt. Aus ihrem irdischen Garten Eden vertrieben, wählte die Menschheit den Rand des Universums als endgültige Grenze. Mit dem abschnittsweisen Zusammenbruch der früheren Nationen betrat ein gemischtes Durcheinander von Rassen und Völkern die Bühnen dieser Welten.

Sie breiteten sich zu den Sternen aus und nahmen die von der Menschheitsgeschichte über Jahrtausende gesponnenen Konzepte von Freiheit, Gewalt, Illegalität und Liebe mit, wo neue Regeln und eine neue Generation von Gesetzlosen entstanden. Die Menschen nannten sie Cowboys.

Die Geschichte muss ich niemandem mehr erzählen. Lernt Spike und Jet kennen, einen Herumtreiber und einen Cyborg-Cop im Ruhestand, die sich gemeinsam zu einer Kopfgeldjagd zusammen geschlossen haben. In dem umgebauten Schiff The Bebop durchsuchen Spike und Jet die Galaxie nach Kriminellen, auf die, warum auch immer, ein Kopfgeld ausgesetzt ist.

Dabei treffen sie auf viele interessante Charaktere, darunter den ungewöhnlich intelligenten Hund Ein, die verkorkste Hackerin Ed und die sowohl sinnliche als auch nervtötende Faye Valentine, eine vollkommene Femme fatale mit Reizen und Fehlern. Der Mond ist durch einen Unfall zerbrochen und hat weite Teile der Erde unbewohnbar gemacht, alles ist kalt, dreckig, depressiv.

Jetzt, mit viel weniger Skrupeln als der Rest ihrer in alle Winde verteilten Spezies, findet sich die bunt zusammengewürfelte Bande oft ohne Geld und folglich ohne Essen auf ihren Tellern wieder – einen Status, den sie tunlichst und schnellstens wieder ändern wollen. Also geht es auf ins nächste Abenteuer. Und wenn sie in das Kreuzfeuer eines Mafia-Großkampfes geraten, überdenken sie vielleicht alle die Entscheidungen, die sie bisher in ihrem Leben getroffen haben.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es nur selten. Und wenn, dann verblasst er irgendwo hinter den durch den Raum schwebenden Metalltrümmern, den Geschichten vom Krieg, der unerfüllten Liebe, der Habgier der anderen. Die Wirkung der diversen Medikamente trägt nicht unbedingt dazu bei, dass man die Erlebnisse der episodenhaften Abenteuer so kühl erlebt, wie sie womöglich eigentlich gedacht sind.

Cowboy Bebop ist ein fast schon vergessener Schatz. Ein Relikt, das durch die wahnsinnig gute Musik von Yoko Kanno, deren gesammelte Werke ich für immer und ewig hören könnte, und einer direkt ins Herz gehenden Truppe an unterschiedlichsten Charakteren zur Legende wird. Ich möchte mit Ed eine Partie Schach spielen, ich möchte mit Ein auf einer grünen Wiese herum tollen, ich möchte Faye unter den Tisch trinken.

Immer wenn “The Real Folk Blues” von den Seatbelts einsetzt und ich durch Apothekenutensilien schon fast in andere Sphären versetzt bin, dann bin ich glücklich und mir läuft eine Träne über die Wange. Weil ich dabei war, als Spike und Vicious die Kirche in Schutt und Asche legten, als Roco auf der Venus starb, als das Innenleben des Bebop-Kühlschranks Jagd auf Jet und seine Freunde machte.

Dass Cowboy Bebop, erstmals im Jahr 1998 ausgestrahlt, ein absoluter Fanliebling ist, versteht sich von selbst. Der Anime ist ein Meisterwerk des Geschichtenerzählens, der Ideen, des Designs, der von Yoko Kanno komponierten Musik und der Produktion auf allen erdenklichen Ebenen.

Cowboy Bebop ist einzigartig. Er taucht regelmäßig in den Top-Ten-Listen der Anime-Juwelen auf und steht manchmal sogar an der Spitze eben dieser – und zwar vollkommen zurecht. Es ist leicht zu verstehen, warum: Er hat alles und noch viel mehr. Wenn ihr euch in diesem Jahr auch nur einen einzigen Anime sehen wollt, dann ist Cowboy Bebop zweifellos derjenige, in den ihr noch heute eintauchen solltet.

Das Tolle daran, wenn man krank ist, ist die Tatsache, dass man alte Serien am Stück gucken kann, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen. Du bist nicht produktiv, sondern pfeifst dir ein Grippostad C nach dem anderen rein, steckst den Pizzaboten mit deinen Viren an, drückst auf Play, es geht los, alles ist gut. Du legst dich hin und tauchst ein in eine ferne Welt.

Cowboy Bebop: Kopfgeldjäger im Weltall

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Die Illustration stammt von Sunrise
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