Startseite  Startseite   Über uns  Über uns   Redaktion  Redaktion   Mitmachen  Mitmachen   Werbung  Werbung   Kontakt  Kontakt

Facebook  Facebook   Twitter  Twitter   Instagram  Instagram   Tumblr  Tumblr   Pinterest  Pinterest   Suche  Suche

Barakamon - Der Kalligraph und das Mädchen

Nehmen wir das Fazit an dieser Stelle doch gleich mal vorweg: Ich habe in den letzten Folgen von Barakamon durchgeheult, ich, der ausgewachsene Typ mit dem Bart und der Wampe und der spitzen Zunge. Nicht etwa, weil am Ende der zwölf Episoden etwas unglaublich Legendäres oder Bombastisches oder Aufre...
Barakamon: Der Kalligraph und das Mädchen

Barakamon

Der Kalligraph
und das Mädchen

Nehmen wir das Fazit an dieser Stelle doch gleich mal vorweg: Ich habe in den letzten Folgen von Barakamon durchgeheult, ich, der ausgewachsene Typ mit dem Bart und der Wampe und der spitzen Zunge. Nicht etwa, weil am Ende der zwölf Episoden etwas unglaublich Legendäres oder Bombastisches oder Aufregendes passiert wäre, sondern weil mir die Charaktere so ans Herz gewachsen waren, und das in einer Zeit, wofür andere Serien Jahre brauchen.

Die Geschichte ist so ordinär wie dröge: Der gescheiterte Kalligrafiekünstler Seishu wird von Tokio auf eine Insel am Arsch der Welt geschickt, um dort seinen Zeichenstil zu verbessern – und darauf hat er mal so gar keinen Bock. Die Bewohner sind Hinterwäldler, die Unterkunft ist eine Bruchbude und dann rennt da auch noch ständig dieses kleine Mädchen namens Naru durch die Gegend, das ihm den allerletzten Nerv raubt.

Jeder Mensch, der auch nur mehr als einen Film gesehen hat, weiß ganz genau, wie sich die Sache entwickelt. Seishu freundet sich nach und nach mit den Einheimischen an, und das, obwohl er ein ziemlicher Idiot ist, er erkennt, dass ihm das Leben auf dieser überhitzten Insel genau die Inspiration bietet, die er zum Arbeiten braucht, und Naru, die sechsjährige Nervensäge, erobert sein kaltes, depressives, fast schon totes Herz.

Natürlich passiert gegen Ende hin noch etwas unglaublich Dramatisches, aber das ist vollkommen egal, denn bis dahin habt ihr euch längst in jeden einzelnen Hinterwäldler verliebt. Miwa, die draufgängerische Tochter eines zwielichtigen Alkoholhändlers, Ikko, der ständig qualmende und fischverliebte Schuldirektor, oder Hina, Narus knuffige, beste Freundin, die so schüchtern ist, dass sie bei jedem Windhauch wie dämlich anfängt zu flennen.

Manchmal fühle ich mich wie ein Prediger, der Leuten ständig erklären muss, dass viele Anime so großartig sind, weil sie es schaffen, Emotionen so dermaßen zu konzentrieren, dass sie wie eine prall gefüllte Bombe sind. Innerhalb dieser knappen, halben Stunde, die jede Episode dauert, furzt ihr Gefühle nur so aus euch heraus, weil ihr sie nicht in euch halten könnt.

Ihr kotzt vor Lachen, weil Tamako, die verrückte Mangatante, hinter jeder Situation ein homosexuell angehauchtes Drama vermutet, ihr fiebert mit, wenn Nachwuchs-Kalligraf Kosuke seinem Idol Seishu vorwirft, er würde auf der Insel seinen Stil verlieren, ihr habt Pipi in den Augen, wenn Naru nach Hause kommt und… nein… das kann ich euch nicht sagen, es ist zu traurig…

Sowieso: Kurz zu Naru, wer sich nicht sofort in die Kleine verknallt und sie auf der Stelle adoptieren will, der hat kein Herz. Sie ist die freche, kleine, fröhliche Tochter, die jeder haben sollte, null nervig, null anstrengend, null künstlich. Ihr Lachen und ihre Weltansichten sind so ansteckend, dass sich jeder erwachsene Mensch, der nicht so ist wie sie, fragen sollte, wann und wo sein Leben schief gelaufen ist.

Wer Barakamon keine Chance gibt, der nimmt sich selbst eine wunderschöne und überraschend nachdenkliche Erfahrung. Und am Ende wollt ihr nur noch eure sieben Sachen packen und auf genau diese Insel fliegen, um dort ein idyllisches und richtiges Leben zu führen. Weit entfernt von all dem unnötigen Stress und dem Erfolgsdruck und der Missgunst. Mit Naru. Und Miwa. Und Ikko. Und all den anderen scheinbaren Hinterwäldlern…

Barakamon: Der Kalligraph und das Mädchen

Barakamon kaufen

Für jeden vermittelten Verkauf über Amazon erhalten wir einen kleinen Anteil
Die Illustration stammt von Satsuki Yoshino und Square Enix
Wenn dieser Artikel euch gefällt, könnt ihr ihn auf Facebook, Twitter, WhatsApp, Pinterest und Tumblr oder per Email teilen
Ihr habt etwas zu sagen? Schickt uns einen Leserbrief!
EMPFEHLUNGEN
Weitere Artikel lesen