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Antiporno: Ein Sexfilm, der gar keiner ist

Obwohl Japan als fortschrittliches, und modernes und zukunftsorientiertes Land gilt, herrscht in dem kleinen Inselstaat im fernen, fernen Osten noch immer ein kaum zu bekämpfender Sexismus. Frauen haben es schwer, in dieser von Männern dominierten Gesellschaft ernst genommen zu werden. Sie gelten of...
Antiporno: Ein Sexfilm, der gar keiner ist

Antiporno

Ein Sexfilm, der
gar keiner ist

Marcel Winatschek

Obwohl Japan als fortschrittliches, und modernes und zukunftsorientiertes Land gilt, herrscht in dem kleinen Inselstaat im fernen, fernen Osten noch immer ein kaum zu bekämpfender Sexismus. Frauen haben es schwer, in dieser von Männern dominierten Gesellschaft ernst genommen zu werden. Sie gelten oft als schwach, zweitrangig und nicht für Führungspositionen jeglicher Art geeignet.

Junge Mädchen werden in süße Lieder trällernde Idol-Bands gesteckt und landen kurz darauf in wöchentlich erscheinenden Bikiniheftchen oder, wenn sie Glück haben, in eigenen Fotobüchern. Für sie gilt: Entweder das oder gar keine Karriere. Da fällt die Entscheidung meist leicht. Das Leben in Japan ist schließlich teuer und besser den eigenen Körper zu verkaufen als mit einer gescheiterten Zukunft bei den Eltern aufzutauchen.

Der Wahn und die Realität eines Mädchens werden in einer farbenprächtigen und fantastischen Welt aufeinander losgelassen. Sono Sion schafft mit Antiporno einen anarchistischen, radikalen, schönen und kontroversen Film, der die Mauer des Ausdrucks in seinem Streben nach Freiheit zerstört.

Kyoko ist eine einundzwanzigjährige Künstlerin, die es liebt, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Eines Tages, als sie sich niedergeschlagen fühlt, schlägt sie auf ihre Assistentin ein und erniedrigt sie sexuell vor den Augen des restlichen Personals. Plötzlich schreit jemand „Cut!“, und wir stellen fest, dass wir uns tatsächlich auf einem Filmset befindet.

Das ehemalige AKB48-Mitglied Ami Tomite hat sich nach einer offenherzigen Odyssee aus diesem kulturell seltsam anmutenden Kreislauf befreien können und im Regisseur Sono Sion einen würdigen Partner im Kampf gegen die Objektifizierung der Frauen in Japan gefunden. Der Plan: Einfach einen Antiporno drehen.

„Ich betrachte mich nicht unbedingt als Kultur- oder Gesellschaftskritiker“, erzählt Sono uns über seine Arbeit. „Es geht mehr um den persönlichen Aspekt der Sache. Ich schaue auf die Menschen, die daran beteiligt sind.“ Wer Love Exposure liebt, der wird auch Antiporno zu schätzen wissen. Wahrscheinlich.

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Die Fotografie stammt von Nikkatsu und Busch
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