Neugierige Apps:

Neugierige Apps - Diese neue Studie beweist, dass Tinder, Grindr und MyDays euch systematisch ausspionieren

Kennt ihr diese seltsamen Leute, die 84 Apps auf ihrem iPhone installiert haben und wirklich jeden noch so kleinen Aspekt ihres Lebens trocken, loggen und irgendwo eingeben, weil sie denken,…
Neugierige Apps

Diese neue Studie beweist, dass Tinder, Grindr und MyDays euch systematisch ausspionieren

Kennt ihr diese seltsamen Leute, die 84 Apps auf ihrem iPhone installiert haben und wirklich jeden noch so kleinen Aspekt ihres Lebens trocken, loggen und irgendwo eingeben, weil sie denken, dass das ihr Leben erleichtert? Wie viel Wasser trinke ich am Tag? Da gibt’s ‘ne App für! Wann habe ich meine Periode? Da gibt’s ‘ne App für! Mit wem habe ich wann und wie und wo geschlafen? Da gibt’s ‘ne App für! Eine neue Studie aus Norwegen zeigt aber, dass ihr diesen Menschen einfach nicht trauen dürft – und die sich selbst schon gar nicht. Denn viele Apps spionieren euch und das, was ihr macht, Tag und Nacht aus, um daraus Profit zu schlagen.

Wow, das ist ja ganz was Neues, denkt ihr euch jetzt vielleicht, aber ganz ehrlich, Leute: Das muss ja wohl nicht sein! „Norwegische Verbraucherschützer haben heute eine neue Untersuchung zu Online-Werbung veröffentlicht, in der sie eindringlich vor den Folgen illegaler Datensammlung warnen,“ schreibt Felix Richter drüben bei Netzpolitik. „Basierend auf den Ergebnissen wollen Verbraucher- und andere zivilgesellschaftliche Organisationen in Europa ihre Behörden auffordern, die höchst fragwürdigen Praktiken der Online-Werbeindustrie zu beenden.“

Und weiter: „Dating-Apps, Zyklus-Tracker oder harmlos scheinende Tastatur-Apps: Norwegische Datenschützer haben sich zehn beliebte Smartphone-Apps näher angesehen, darunter Tinder, My Days oder Wave Keyboard. Alle der untersuchten Apps gaben personenbezogene und in aller Regel intime Daten an Werbenetzwerke oder ähnliche Dritt-Anbieter weiter, die daraus individualisierte Profile der Nutzer erstellen – eine Praxis, die in Europa in dieser Form illegal ist. Bei der Perioden-App MyDays bemängelt der Bericht beispielsweise, dass die mit GPS ermittelten Ortsangaben der Nutzerinnen mit einer ganzen Reihe an Drittparteien geteilt werden, die mit verhaltensbasierter Werbung und Profiling ihr Geld verdienen. Die Dating-App OkCupid wiederum teilt hochpersönliche Daten über Sexualität, Drogenkonsum, politische Ansichten und mehr mit dem Analytikunternehmen Braze.“

„Diese Praktiken sind außer Kontrolle geraten und verstoßen gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung“, mein Finn Myrstad, der sich im norwegischen Verbraucherrat Forbrukerrådet um Digitalpolitik kümmert. „Out of Control“ – Außer Kontrolle – lautet der Titel der heute veröffentlichten Untersuchung von Forbrukerrådet. Unterstützung erhielten die Norweger von der Sicherheitsfirma Mnemonic, dem Tracking-Experten Wolfie Christl von Cracked Labs und dem Datenschützer Max Schrems und seiner NGO noyb. Gemeinsam konnten sie nachweisen, dass die Online-Werbeindustrie in großem Umfang personenbezogene Daten illegal sammelt und damit systematisch gegen das europäische Datenschutzrecht verstößt. Dadurch werden Verbraucher besonders anfällig für Manipulation und Ausbeutung, warnen die Forscher. Weitere Infos zu der Studie findet ihr hier und wie ihr Apps von eurem Handy löscht hier und hier. Und das solltet ihr auch tun. Jetzt sofort!

Hier könnt ihr weitere verrückte Neuigkeiten über Technik lesen, uns anschließend auf Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr und Pinterest folgen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben, und unseren kostenlosen Newsletter abonnieren, damit ihr auch ja nichts verpasst!

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.