Die Schönäugige:

Die Schönäugige - Wir haben mit Newcomerin Jorja Smith über Musik, Instagram und Perücken geplaudert

Das Ausnahmetalent Jorja Smith ist kein Geheimtipp mehr. Für ihr Debütalbum “Lost & Found” war die gebürtige Britin in der Kategorie “Best New Artist” für den Grammy nominiert, den BRIT…
Die Schönäugige

Wir haben mit Newcomerin Jorja Smith über Musik, Instagram und Perücken geplaudert

Das Ausnahmetalent Jorja Smith ist kein Geheimtipp mehr. Für ihr Debütalbum “Lost & Found” war die gebürtige Britin in der Kategorie “Best New Artist” für den Grammy nominiert, den BRIT Award als “British Female Solo Artist” hat sie abgestaubt. Anders als Kontrahenten wie Dua Lipa oder Mabel weiß Jorja Smith sich weder einer konzipierten Vermarktung zu unterziehen noch in eine bestimmte Richtung lenken zu lassen. Stattdessen, was wohl auch erklärt, dass sie nach wie vor bei keinem Majorlabel unter Vertrag ist, bleibt sie echt, konsequent und ehrlich in ihrer Musik.

Mit Größen wie Adele, Amy Winehouse oder Sade wird sie verglichen, doch so komplementiertend das auch sein mag, Jorja Smith hat ihre eigene, unverkennbare Stimme. Ein Hauch von Reggae zieht sich durch den samtig-süßen, rauchig-rauen Gesang der Schönäugigen. Dabei hat sie nicht nur musikalisch die Herzen ihrer Kollegen Stormzy, Maverick Sabre oder Drake erobert, sondern die einer gesamten Fangemeinde mehrerer Genres, die auf der Suche sind nach Liebe, Gefühl und Seele, Trost und vor allem wahrhaftiger Musik. Sei es, weil die Worte, die die Lippen der Sängerin berühren, aus eigener Feder stammen, oder sie zum klassisch-romantischen Sound zurück kehrt, und dabei diesen und sich selbst erblühen lässt. Bevor sie sich zu ihrem Konzert in Frankfurt einstimmt, treffen wir sie in ihrem Zimmer auf der Couch zu einem Interview.

Du bist jung, schön, und vor allem talentiert: Wann hast du das erste Mal dein Talent entdeckt? Und wie hast du es geschafft, den Schritt zu gehen, zu schreiben, aufzunehmen und letztlich auch zu performen?
Ahw, dankeschön! Ich habe schon immer geschrieben, seit ich klein bin. Mit acht Jahren trat ich in der Kirche auf. Als ich aufgeregt und nervös auf der Bühne war, hat mich meine Mum immer ermutigt. Und als ich 18 war, bin ich nach London gezogen. Meine Eltern haben mir gesagt: “Folg’ deinem Traum!” Davor habe ich einfach immer geschrieben. Ich hab’ einen Laptop bekommen, hab’ mir Garageband drauf gezogen, damit ich mich beim Singen auf Beat aufnehmen konnte. Ich hab’ auch Klavier gespielt. Aber ich hab’ nie… Ich hab’s einfach gemacht. Ich war ziemlich unbefangen statt irgendwie etwas auszuprobieren. Nee, ich hab’s einfach getan.

Du bist jetzt 21. Wie würdest du dich beschreiben?

21… Ich bin stolz auf mich. Ich lebe meinen Traum.

Was hat dich am meisten empoweret? Gibt es da etwas oder ist es…

Das bin einfach nur ich. Einfach ich. lacht Ich mag es einfach, zu singen. Ich schreibe für mich selbst. Die Leute vor der Bühne mitsingen zu sehen und, dass meine Lieder sie berühren, macht mich richtig glücklich. Ob diese kleinen Mädchen und Jungs oder ältere Typen und Frauen, alle… jah, das gibt mir wirklich ein gutes Gefühl!

Und woher kommt all die Weisheit von “Lost & Found?”

Mm, Ich denke nicht, dass ich weise bin.
Du denkst nicht?
Doch, auch. Ich schreibe aus Beobachtungen, Unterhaltungen, Erfahrungen, Dingen, die ich durchlebe. So halt. Und je älter ich werde und wachse, je mehr gibt es, worüber ich schreibe.

Gab es denn bestimmte Situationen oder intensive Erfahrungen, die dich zu der Person gemacht haben, die du heute bist?

Ja, die könnte es gegeben habe. Aber das ist nicht meine Art zu denken. Ich denke nicht, dass ich hier aus einem bestimmten Grund bin. Ich nehme jeden Tag so wie er kommt. So mache ich mein Ding. (lächelt)

Aus “Lost & Found” geht ein wenig hervor, dass du ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast. Was denkst du, braucht es, damit man sich mit seinen Eltern gut versteht?

Meine Eltern und ich sind eigentlich immer sehr offen miteinander. Wir reden über alles. Ich habe ihnen immer alles erzählt, auch, was ich gerade in Sachen Musik mache. Aber sie haben mich auch immer unterstützt. Klar, sind das deine Eltern, aber sie können auch deine Freunde sein. Natürlich gibt es da eine Grenze. Wenn deine Eltern dir mal etwas zu sagen haben, kann es sein, dass du nicht darauf antworten kannst. Das kann man bei Freunden machen. Man kann auch mal unhöflich sein zu Freunden. lacht Aber ich denke, um ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben, ist es gut, wenn man sich ausspricht und miteinander redet.

Jorja Smith

Mit Nike hattest du eine Kollaboration. Wie denkst du, steht es um Vielfältigkeit in der Mode deiner Generation? Fühlst du dich representiert? Du bist ja gemischt.

Die Zusammenarbeit war so cool. Ich bin echt dankbar und glücklich darüber, dass ich da mitgemacht habe. Es gibt jetzt viel mehr Diversität in der Mode, und ich bin stolz, ein Teil von einer vielfältigeren Bewegung zu sein, die Leute wie mich repräsentiert. Es ist gut zu sehen, dass es jetzt mehr Vielfältigkeit gibt, viel mehr People of Color in der Modeindustrie. Gemischte und schwarze Frauen auf großen BIllboards, Werbeplakaten, überall.

Du bist im Vereinigten Königreich aufgewachsen. Was hat dich in Sachen Musik und Mode beeinflusst?

Was meine Musik betrifft, bin ich sehr von der Musik beeinflusst, die bei mir zu Hause lief. Ich habe Nina Simone gehört, Amy Winehouse, Damian Marley – alles, was meine Mum zu Hause so spielen lassen hat – viel Jazz, Ska und Reggae. Was meinen Style betrifft, mag ich es bequem, sportlich oder sexy. Es kommt darauf an, wie ich mich gerade fühle oder was ich mache.

Du wirkst stark, aber als ich dein Instagramprofil oder Albumcover gesehen habe, dachte ich um ehrlich zu sein, du wärst sehr ernst.

(Lacht) Das sagt jeder.

Und jetzt bist du so schüchtern..

Ja, das höre ich oft.

Du wirkst viel kindlicher.

Ich lächle viel, aber nicht wirklich auf Instagram.

Nicht auf Instagram?

Machmal. Ich denke nicht darüber nach, wie ich auf Instagram wirke. Aber jeder, der mich sieht und kennengelernt, sagt: “Oh, du bist so nett. Du lächelst.”

Du bist irgendwie smooth..

Ich würde nicht sagen, dass ich smooth bin. Ich bin plump. (Lacht)

Wie benutzt zu eigentlich Instagram?

Ich poste meine Tourdaten, manchmal Selfies, Bilder von meinen Auftritten, manchmal Stories. Ich benutze es nicht wirklich. Ich poste, aber ich schaue nicht drauf.

Also bist du da nicht so drin?

Nee. Ich verpasse immer, was meine Freunde posten, und bin dann immer so: “Mist!” Aber Instagram ist nicht wirklich meins.

Es interessiert dich also nicht wirklich?

Nein. Ich habe so viele Follower, und bekomme so viele Kommentare, dass ich es nicht lese, weil es nicht echt ist.

Aber empoweret und inspiriert dich die neue Body Positivity Bewegung, die auf Instagram stattfindet durch Marken wie Savage Fenty von Rihanna zum Beispiel, wenn es um deinen eigenen Körper geht?

Auf jeden Fall! Als ich jünger war, sah man nur dünne Mädchen. Es gab mal eine Dove-Werbung, in der ganz verschiedene Frauen gezeigt wurden, mit unterschiedlich ethnischem Hintergrund und verschiedenen Körperformen. Sowas mag ich, und so etwas habe ich schon einige Male gesehen. Ich weiß nicht, ich war etwas mollig, als ich klein war. Dadurch hatte ich immer ein wenig das Gefühl, das etwas an mir nicht stimmt. Ich wollte immer Sport machen, aber jetzt sieht man so viele Leute, die sich alle in ihrer eigenen Haut wohlfühlen. So sollte es ja auch sein.

Es sollte keiner einem sagen, wie man auszusehen hat. Und noch heute: Ich bin nicht übergewichtig, aber wenn ich enge Sachen trage, sagen mir die Leute Sachen wie “Du siehst aus als wärst du schwanger”. Es macht mir nichts aus, aber jemand anderen könnte das wirklich treffen und dazu führen, dass er nichts mehr isst. Die Leute müssen aufpassen, was sie sagen. Mir ist es egal, denn mir macht’s nichts aus, dass ich aussehe als wäre ich schwanger. Aber andere könnte das echt traurig machen.

Also hast du eine Schutzmauer, und es prallt an dir ab.

Ja, es hat mir mehr ausgemacht als ich jünger war. Manchmal macht es mir schon etwas aus, aber es ist sehr davon abhängig, wie ich mich gerade fühle. Wenn ich down bin, wird mir auch nicht gefallen, wie ich aussehe. “Ehh, das sieht nicht gut an mir aus”, denke ich mir dann. Aber du hast nur dich, sei glücklich, wir haben im Leben nur einen Körper.

Jorja Smith

Und warum hast du dir die Haare abgeschnitten? War es für das Video (“Beautiful little Fool”) oder hattest du sie schon davor so kurz?

Nein, sie waren schon davor kurz, aber ich möchte nicht darüber sprechen. lacht Aber ich liebe deine Haare. Es ist eine gute Veränderung.

Ja, das denke ich auch. Um sich befreit zu fühlen…
… ja, und meine Haare wachsen jetzt gesund. Sie waren wirklich kaputt. Das war eigentlich auch der Grund, warum ich sie abgeschnitten habe. Ich bin daher auch glücklich, dass ich es gemacht habe und sie jetzt einfach wieder gewachsen sind.

Ja, das war für mich auch eine der Gründe. Meine Haare waren auch sehr kaputt.

Ja, so sieht es auch gut aus. Es wird richtig schön wachsen. Dein Haar ist dick. Du hast ‘ne Menge Haare. (lacht)

Ja, das ist nicht immer gut, aber…

Mach’ dir keinen Kopf, ich hab’ einen Damenbart. (lacht)

Und wie lang sind deine Haare jetzt?

(zeigt ein Bild der derzeitigen Länge) Das ist eine Menge Haar.

Ja, das ist es, wow, du hast richtig viele Haare. Benutzt du auch Perücken?

Manchmal. Zum Beispiel für einen Ponytail. Kommst du zur Show?

Ja.

Ich werde einen blauen Pferdeschwanz tragen.

Wow!

Jah, ich mag es, mich mit meinem Haar zu beschäftigen. Das macht Spaß!

Ja, es ist echt cool. Ich habe es auch versucht. Ich war in einem Afroshop in Frankfurt.

Du hast eine Perücke anprobiert? (lacht)

Ja, das habe ich. Aber es passt einfach nicht zu meiner Gesichtsform.

Perücken sind eh witzig. Du musst sie gerichtet bekommen ehe sie schön aussehen.

Ja, das stimmt, aber du hast eine schöne, hohe Stirn. Es steht dir. Ich liebe deinen Look und Style!

Dankeschön! (lächelt)

Danke für das Interview! (Jorja ist so herzlich, dass sie sich mit einer Umarmung verabschiedet.)

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