Elektronischer Pop:

Elektronischer Pop - Wir haben mit der Band May über Bücher, Musik und Science Fiction Filme geplaudert

May kommen direkt aus Düsseldorf, der Electric City. Mit einer einzigartigen Stimme singt MAY von elektromagnetischer Strahlung, verseuchtem Essen und Chemtrails. Oft kurz vor der Klippe, dann wieder süß und…
Elektronischer Pop

Wir haben mit der Band May über Bücher, Musik und Science Fiction Filme geplaudert

May kommen direkt aus Düsseldorf, der Electric City. Mit einer einzigartigen Stimme singt MAY von elektromagnetischer Strahlung, verseuchtem Essen und Chemtrails. Oft kurz vor der Klippe, dann wieder süß und verführerisch. Auf die Ohren gibt es Indie Pop mit ausgefeilten elektronischen Arrangements irgendwo zwischen den ewig jungen 1980er Jahren und morgen. May vereint analoge Synthies, Echogitarren und eine groovende Rythmussektion und schlägt die Brücke zwischen Britpop und Elektrosound. Eine Mischung aus New Wave, Rock und Elektro Pop – irgendwo zwischen Garbage, Metric, The XX oder alt-J. Gerade ist Mays neues Album “My 1st Sony” erschienen – und wir haben mit ihnen darüber und noch über vieles mehr geplaudert.

May gibt es schon seit 2013. Wie habt ihr euch damals gefunden?

Maewa: Wir haben damals alle in anderen Bands gespielt. Als sich meine Kölner Band dann aufgelöst hat, habe ich einen neuen Songschreiber und Gitarristen gesucht und Christoph gefunden. Unser damaliger Schlagzeuger hat uns dann mit Carsten bekannt gemacht und er wurde der neue vierte Mann. Den Schlagzeuger haben wir dann irgendwann auf dem Weg verloren und festgestellt, dass wir zu Dritt irgendwie am besten klarkommen.

Und wie seid ihr auf den Namen May gekommen?

Maewa: Wir haben viel rumprobiert. Beim Herumblödeln fiel der Spruch My Artificial You, daraus wurde kurz May.

Christoph: Ich glaube so ganz stimmt das nicht. Aber trotzdem ist es ein wahnsinning blöder Name im Zeitalter von digitalen Medien. Das hätte mir als Digitalexperte eigentlich nicht passieren dürfen, aber so ist das Leben und inzwischen lieben wir den Namen auch.

Ihr habt gerade euer neues Album “My 1st Sony” veröffentlicht. Welcher Song ist euer persönlicher Lieblingssong?

Maewa: „Smear“ bleibt für mich unser Baby. Das war der erste Song, den wir zusammen geschrieben haben. Beziehungsweise er hat sich selbst geschrieben und war in 25 Minuten fertig.

Christoph: Das hängt stark von der Betrachtung ab. Auf dem Album finde ich „Smear“ und „Bleak“ sehr stark. Live mag ich zum Beispiel „Fortress“ und „Alive“, weil beide starke Gitarrenparts haben. Da kann ich mich beim Spielen darin verlieren und die Songs auch auf eine halbe Stunde ausdehnen.

Carsten: „Micropsycho“ ist mein heimlicher Favorit. Es ist immer schwer zu sagen, warum einem ein Song gefällt. „Micropsycho“ hat in den Strophen so eine ambivalent-düstere Stimmung die sich dann später wie in einem Rausch auflöst. Ein bisschen so als würde man mit einer ganz hohen Achterbahn hoch fahren und dann runter rauschen.

May

Woher nehmt ihr eure tägliche Inspiration?

Maewa: Wir hören viel Musik und ich lese viel. Meistens Sachbücher verschiedenster Themen wie Spiritualität, Astronomie, nordische Sagen, aber natürlich auch aktuelle politische Themen. Und ich liebe Science-Fiction Filme. Vieles davon lasse ich in meine Texte einfliessen.

Christoph: Ich bin ja eher ein soundgetriebener Gitarrist. Daher kommen die allermeisten Ideen aus dem Rumbasteln mit Gitarrensounds und Effektgeräten. Ich kann zur Entspannung stundenlang mit irgendwelchen Sounds rumexperimentieren und habe sicherlich hunderte Fragmente auf der Festplatte, die man irgendwann mal verwenden kann.

Carsten: Ich bin eher jemand, der Ideen ausbrütet. Die werden meist durch irgendeine Kleinigkeit angestoßen und wenn sie gut sind, dann entwickeln sie sich in den nächsten Tagen. Ansonsten sehe ich meine Aufgabe und mein Talent als Mitproduzent auch darin, die Ideen der anderen Bandmitglieder zu entwickeln und umzusetzten.

In der nächsten Zeit seid ihr mit eurer Tour in Deutschland unterwegs. Wie schafft ihr es, die Tour und eure anderen Berufe unter einen Hut zu kriegen?

Maewa: Ich bin freiberufliche Schauspielerin und Yogalehrerin. Da habe ich das Glück, dass ich die Termine um die Tour herum legen kann. Es ist manchmal nicht ganz einfach, aber bis jetzt hat es immer ganz gut geklappt.

Christoph: Ich habe 25 Jahre ein großes Unternehmen geleitet und bin dann irgendwann raus, um mich nur noch um das zu kümmern, was mir wirklich etwas bedeutet: Meine Familie und Musik. Daher habe ich das große Glück, dass ich meine Zeit selbst einteilen und mich ganz auf meine musikalischen Projekte konzentrieren kann.

Carsten: Für mich ist das tatsächlich schwierig. Aber was muss, das muss.

May

Mit welchen Musikern würdet ihr gerne mal einen Tag im Studio verbringen?

Maewa: Mit Lady Gaga. Ich finde sie sehr inspirierend. Sie ist wahnsinnig talentiert, ihr Songwriting ist genial. Und sie ist, wie ich, italienischer Abstammung.

Christoph: Ich habe Ende der 80er als Recording Engineer und Produzent bereits mit einigen meiner Helden im Studio gearbeitet. Das war meistens extrem ernüchternd und enttäuschend. Aber ich würde gerne mal mit Russell von Bloc Party über Effektpedale quatschen.

Carsten: Will I Am. Vielleicht weiß ich danach, wie man mit Musik reich wird.

Was kann man in der Zukunft noch von euch als Band erwarten?

Maewa: Jetzt steht erst einmal weitertouren und live spielen im Fokus. Parallel arbeiten wir aber auch direkt am zweiten Album. Wir haben zwischen den Aufnahmen zum aktuellen Album und dem Release fast zwei Jahre verloren und jetzt ist die Devise: Gas geben und nicht nachlassen. Irgendwie ist da in uns etwas drin, was noch raus muss. Das braucht noch Zeit und einen Tritt, aber es ist da und wird rauskommen. Keine Ahnung ob es ein großer Song ist oder ein wahnsinniges Album oder ob wir einfach nur unseren Seelenfrieden finden müssen.

Carsten: Weltherrschaft. Period.

Und zum Schluss: Wie würdet ihr May in drei Worten beschreiben?

Maewa: You Love Us.

Christoph: Fucking Great.

Carsten: Electronic Underdog Monsterpuppie.

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