Zuno Keisatsu:

Zuno Keisatsu - Der japanische Sänger Panta ist die Stimme einer ganzen rebellischen Generation

Im Jahr 1968 fanden nicht nur in Deutschland diverse Protestbewegungen der Studenten statt, sondern auch in Japan. Die von der Zengakuren angeführten Demonstration gegen die Vereinigten Staaten von Amerika und…
Zuno Keisatsu

Der japanische Sänger Panta ist die Stimme einer ganzen rebellischen Generation

Im Jahr 1968 fanden nicht nur in Deutschland diverse Protestbewegungen der Studenten statt, sondern auch in Japan. Die von der Zengakuren angeführten Demonstration gegen die Vereinigten Staaten von Amerika und gesellschaftliche Probleme im Allgemeinen waren für japanische Verhältnisse ungewöhnlich heftig. Als in dem Jahr das U.S. Student Mobilization Committee international zu Protest gegen den Vietnamkrieg aufrief, beteiligten sich 72 japanische Universitäten und Hochschulen. Der Protest richtete sich aber auch gegen Umweltverschmutzung und die zunehmende Urbanisierung, etwa die Enteignung von Bauern. Die Demokratisierung der Hochschulen wurde gefordert.

Bei der sogenannten Attacke auf Tokio im Oktober 1968 kam es zu tagelangen Unruhen, an denen sich auch Arbeiter beteiligten: das Parlament, die Polizeistationen, die US-Botschaft und der Bahnhof Shinjuku wurden von Protestierenden angegriffen und besetzt. Kurz zuvor spaltete sich die Zengakuren in verschiedene Gruppierungen, manche davon assoziiert mit bestimmten Strömungen der KPJ und anderer kommunistischer Gruppen. Der Auslöser für den strukturellen Umbruch waren Unruhen acht Jahre zuvor, bei denen auf dem Campus der Universität Tokio über 500 Studenten verletzt und eine Studentin getötet worden war.

Musik spielte zu dieser wilden Zeit eine zentrale Rolle unter den Studenten. Eine der bekanntesten damaligen Bands war Zuno Keisatsu, die mit ihrer “Gehirnpolizei” genannten Rockmusik Gleichgesinnte aufstachelte und linksextreme Parolen der Japanischen Roten Armee von den Bühnen Tokios brüllten. Ihre Platten landeten regelmäßig auf dem Index. Der Sänger Panta ist auch heute noch aktiv, aber etwas ruhiger geworden. Im Interview mit Arte Tracks erzählt er von seinen aufwühlendsten Jahren, den Studentenprotesten und warum Krieg und Frieden Menschen definieren können.

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