Spotify statt Spex:

Spotify statt Spex - Max Dax und Daniel Koch sprechen darüber, ob die traditionelle Popkritik am Ende ist

2018 war ein, nennen wir es mal, schwieriges Jahr für deutsche Musikmagazine. Nach Melodie & Rhythmus, Intro und Groove ging Ende des Jahres auch die altehrwürdige Spex unter, die zwar…
Spotify statt Spex

Max Dax und Daniel Koch sprechen darüber, ob die traditionelle Popkritik am Ende ist

2018 war ein, nennen wir es mal, schwieriges Jahr für deutsche Musikmagazine. Nach Melodie & Rhythmus, Intro und Groove ging Ende des Jahres auch die altehrwürdige Spex unter, die zwar von wenigen gelesen und noch weniger verstanden wurde, aber maßgeblich zum kulturellen Fortschritt des Landes beitrug, besonders in Sachen Musik und Filme. Schuld waren alte Bekannte: Sinkende Auflagen, kaum Abonnenten und eine Werbeindustrie, die ihr Geld lieber in neue Medien steckten. Dass Print tot und nur noch in der Nische wiederauferstehen kann, das wissen wir alle. Aber gerade Musikmagazine hatten noch ein ganz anderes, eigentümliches Problem: Streamingdienste als Konkurrenz.

Musste mal sich früher in Zeitschriften und später dann im Internet informieren, wenn man wissen wollte, welche Filme, welche Videospiele und welche CDs sehens-, spielens- und hörenswert waren, zog es die Menschen in Sachen Musik immer mehr zu Spotify, Apple Music & Co. Und dort blieben sie auch stecken. Anstatt sich journalistische Ratschläge von Menschen zu holen, die etwas vom Medium Musik verstanden und sich kritisch mit seinen diversen Auswüchsen beschäftigte, verließen sich junge wie alte Hörer zusehends auf digitale Algorithmen. Du magst diesen Song? Dann gefällt dir auch dieser. Und wenn nicht, dann haben wir hier eine seelenlos generierte Playlist nach der anderen, auf der du sicherlich etwas finden wirst, das dich noch länger auf unserer Plattform verweilen lässt.

Ist die Popkritik am Ende” fragt sich Norbert Lang im SWR2 Forum und hat drei Gäste eingeladen, die mit ihm gemeinsam über das traurige Phänomen des gleichgeschalteten Medienkonsums sprechen. Max Dax, Publizist und ehemaliger Chefredakteur des Magazins Spex, Prof. Dr. Thomas Hecken, Germanist und Poptheoretiker an der Universität Siegen, und Daniel Koch, Journalist und ehemaliger Chefredakteur des Magazins Intro. Gemeinsam plaudern sie über das Ende einer Ära, ängstliche Zukunftsvisionen und warum eigentlich jeder Schuld am Ende des popkulturellen Journalismus ist. Vielleicht machen wir es uns schlichtweg zu einfach. Vielleicht ist Spotify nicht das Maß aller Dinge. Und vielleicht sollten wir Plattformen wie Bandcamp, auf der das wilde Leben der Musikgeschichte noch bun vor sich hin feiert, mehr Beachtung schenken. Vielleicht.

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TALLY WEiJL

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3 Kommentare

  • Daniel

    Was für ein Blödsinn.
    Ich kenne hunderte Menschen aus allen Schichten und Generationen und keiner hat je die Spex gelesen.
    “… Musikgeschmack von Generationen geformt und… ” haben diese Zeitschriften auch nie.
    Nur ne “kleine Randgruppe” hat diese Zeitschriften je wahrgenommen.

    Wat sowas immer soll ^^