Hier kommt Volt - Weil Europa immer beschissener wird, haben diese Leute eine eigene Partei gegründet

Wenn euch die politische Lage um euch herum nicht passt, dann habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder ihr beschwert euch solange beim wöchentlichen Stammtisch darüber, bis einer eurer Kumpels damit anfängt,…
Hier kommt Volt

Weil Europa immer beschissener wird, haben diese Leute eine eigene Partei gegründet

Wenn euch die politische Lage um euch herum nicht passt, dann habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder ihr beschwert euch solange beim wöchentlichen Stammtisch darüber, bis einer eurer Kumpels damit anfängt, die AfD und ihre überraschend flachen Lösungsvorschläge zu loben. Oder aber ihr gründet eine eigene Partei. Nichts leichter als das? Ja, denn diese Leute haben das einfach mal gemacht.

Volt nennt sich die neue paneuropäische Partei, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Europa wieder auf Vordermann zu bringen. Denn in der Europäischen Union läuft momentan einiges schief. Brexit, Flüchtlinge, Lobbyisten und der drohende Upload-Filter, der das Internet, wie wir es kennen, vollkommen zerstören wird. Die europäische Idee mag gut sein, die tatsächliche Umsetzung lässt aber mehr als zu wünschen übrig.

“Wir wollen ein demokratisches und vereintes Europa, in dem der Bürger etwas wert ist”, erzählt uns der Parteigründer Andrea Venzon. “Wir arbeiten darauf hin, 2019 ins Europaparlament einzuziehen. Unsere Politikvorschläge sind faktenbasiert, fiskalisch und ökologisch nachhaltig, und haben insbesondere die Verletzlichen unserer Gesellschaft im Auge. Klimawandel, ökonomische Ungerechtigkeit, Migration, Terrorismus und die digitalen Herausforderungen sind eine Auswahl transnationaler Herausforderungen, die die Zukunft unserer Gesellschaft bestimmen werden.”

Und weiter: “Die Herausforderungen können auf nationaler Ebene nicht sinnvoll adressiert werden. Insbesondere nicht, wenn Politiker nur die kurzfristige Perspektive ihrer eigenen Wählerschaft in den Vordergrund stellen. Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir eine gemeinsame, europäische Antwort finden. Wir interessieren uns für das große Ganze, was uns hilft, die besten Lösungen zu finden, zu implementieren und miteinander über den Kontinent hinweg zu teilen – unabhängig davon ob die Lösung auf europäischer, nationaler oder kommunaler Ebene sinnvoll ist.”

Momentan hat die im vergangenen Jahr gegründete Partei 5.000 Mitglieder. Das ist natürlich nicht viel, besonders wenn man als europäische Partei antritt. Aber es ist zumindest ein Anfang. Außerdem finde ich es persönlich schön, wenn sich junge Menschen für Politik interessieren, anstatt zu versuchen, auf Teufel komm raus der nächste große YouTube-Star zu werden. Und wir brauchen einen Gegensatz zum Rechtsruck.

Die Kernwerte von Volt sind die Würde des Menschen, Chancengleichheit für alle, Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Und wie genau finanziert sich die Partei? “Unsere Gelder haben wir durch Crowdfunding und Kleinspenden gesammelt. Der Großteil unserer Ausgaben wird von den Mitgliedern individuell getragen und da wir alle Freiwillige sind, arbeiten wir in unserer Freizeit ehrenamtlich für Volt. Treffen und unsere Social Media Kampagnen laufen über ein eher kleines Budget. Wir wissen, dass wir für einen erfolgreichen Wahlkampf eine professionelle Organisation aufbauen werden müssen. Daher kontaktieren wir jetzt Stiftungen und andere, ähnliche mögliche Spendenquellen.” Alles klar.

Ob sich Volt genug von den etablierten Gruppierungen distanzieren und so einen wirklichen Mehrwert schaffen kann, wird sich zeigen. Und ob die Parteiziele nicht zu hoch gegriffen sind ebenfalls. Bis dahin freuen wir uns einfach, dass es doch noch junge Menschen gibt, die sich für Politik interessieren. Und die nicht nur in die Schlagzeilen geraten, weil sie die Identitäre Bewegung und andere randnahe Organisationen feiern…

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