Splash, Hurricane, Rock am Ring - So sehen die Festival-Plakate in Deutschland ohne all die männlichen Künstler aus

Wer denkt, dass zumindest in der Musikszene die Gleichberechtigung von Männern und Frauen Einzug gehalten hat, der liegt leider falsch. Obwohl es so viele tolle weibliche Künstlerinnen, Sängerinnen und Bands…
Splash, Hurricane, Rock am Ring

So sehen die Festival-Plakate in Deutschland ohne all die männlichen Künstler aus

Wer denkt, dass zumindest in der Musikszene die Gleichberechtigung von Männern und Frauen Einzug gehalten hat, der liegt leider falsch. Obwohl es so viele tolle weibliche Künstlerinnen, Sängerinnen und Bands gibt, treten auf deutschen Festivals leider größtenteils nur ihre männlichen Kollegen auf. Das zumindest haben Sebastian Maas und Hanna Zobel von Bento grafisch gekonnt veranschaulicht.

“Inzwischen haben alle großen Festivals ihr Line-up bekanntgegeben”, schreiben Sebastian und Hanna. “Von den Foo Fighters über Muse bis hin zu Tyler The Creator und The Prodigy stehen dabei einige große Namen auf den Listen. Aber: Es sind wie so oft kaum Frauen dabei. Machen Frauen etwa keine gute, publikumswirksame Musik? Gibt es einfach mehr Männerbands, weil Männer in der Jugend öfter zum Instrument greifen? Liegt es an den Festivalbesuchern, die sich von Männern besser unterhalten fühlen? Oder ist das einfach alles nur Zufall?”

Die Antwort auf diese Fragen geben die beiden gleich in einem weiteren Artikel. Dort erzählt zum Beispiel die Musikerin Laura Lee: “Man sieht die Musikerinnen nicht genug. Im Musikjournalismus scheint es mir manchmal so, als gäbe es ein ungeschriebenes Gesetz, dass nur alle paar Monate mal Frauen aufs Cover kommen – wenn überhaupt. Nach dem Motto: ‘Wir hatten doch letzten Monat schon eine Frauenband.'”

Und weiter: “Dasselbe gilt fürs Radio. Eine Bekannte, die für einen großen deutschen Radiosender arbeitet, hat mir mal erzählt, dass ihr früher gesagt wurde: ‘Oh nee, zwei Frauentracks hintereinander? Das ist schon ziemlich anstrengend.’ So schaffen es Musikerinnen ja nie aus der Nische.” Wenn ihr daran etwas ändern wollt, dann beschwert euch doch einfach mal bei den großen Festivals! Vielleicht bringt das ja was…

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19 Kommentare

  • Nadine

    traurig …

  • Dysto

    Man kann es halt auch ein wenig übertreiben. Aber die meisten großen Festivals hier sind eben auf Rock/Alternative ausgelegt und da gibt es eben auch allgemein wenig weibliche Künstlerinnen hier. Es geht letztendlich dort um Musik und bei einem Rock am Ring wird immer jemand wie Metallica weitaus besser ankommen als eine Taylor Swift, weil es eben nicht der Zielgruppe und Genre des Festivals entspricht.

    • Nadine

      das ist kompletter schwachsinn, es gibt genug künstlerinnen in diesem genre. aber es ist wie in allen branchen in denen die anzahl von frauen bemängelt wird: die gläserne decke. solange keine festivals künstlerinnen einladen wird es nach außen immer so aussehen als gäbe es “allgemein wenig weibliche künstlerinnen hier”.

      • TravisBean

        Nadine, hier die offiziellen Zahlen dazu:
        https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/Kultur/SpartenberichtMusik5216203169004.pdf?__blob=publicationFile
        Seite 97:
        In der E-Musik ist die Verteilung recht ausgewogen. Mir fallen da auch spontan einige weibliche Superstars ein, z.B. Julia Fischer, oder Hilary Hahn. Die verdienen auch sehr, sehr gut.
        “Jazz-Rockmusik” dürfte allerdings die Sparte sein, in der sich Musiker einordnen, die auf den genannten Festivals spielen.
        Verhältnis: 90% zu 10%
        Bei DJs schaut es noch schlechter aus:
        93% zu 7%
        Anhand welcher Statistik begründest Du nun deine Aussage, dass es “genug Künstlerinnen in dem Genre gibt” und alles andere “Schwachsinn” ist? Und worauf genau stützt du deine Annahme einer “gläsernen Decke”? Gibt es dazu Studien? Wäre echt spannend, dazu von dir was zu hören.
        Vielleicht kann ja auch die Autorin des Artikels zur Klärung beitragen. Darin werden nur Anekdoten und “gefühlte” Zahlen aufgeführt, die Geschichte mit den Coverstories geht schon fast in Richtung Verschwörungstheorie. Daher auch an Daniela Dietz die Frage: Gibt es belegte Zahlen, Studien oder ähnliches zu dem Thema? Oder ist das in diesem Fall gar nicht notwendig?

        • Nadine

          das sind zb nur all-female-bands: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_all-female_bands

          in der grafik werden ja die mit gewertet, die mindestens eine frau in der band haben. wenn du dir anschaust, wie viele reine erfolgreiche(!!!) girlbands existieren, siehst du, dass “gibt es nicht” widerlegt werden kann.

          • TravisBean

            Äh ja. Und was sagt jetzt diese Liste ohne den Vergleich mit der Anzahl rein männlichen Bands?
            Ich habe auch nicht behauptet, dass es keine weiblichen Popmusiker gibt. Ich habe nur anhand einer Statistik versucht zu zeigen, dass das Verhältnis sehr stark (90%!) in Richtung männliche Musiker geht. Und die Bookings dieses Verhälntnis eben abbilden. Jetzt könnte man dagegen halten, dass meine Statistik ja nur berufstätige Musiker auflistet und evtl. Frauen so stark benachteiligt werden, dass sie diesen Beruf gar nicht erst ausüben können. Dann hätte ich aber einfach einmal gerne den Beweis für diese Behauptung anhand einer Statistik, Untersuchung, Studie, die aufzeigt, dass das Verhältnis in dem Bereich bei z.B. Newcommer Bands einigermassen ausgeglichen ist. Und du kommst tatsächlich mit einer Liste von vielleicht 300 Bands aus Estland und Finnland die irgendwann zwischen 1972 und 1979 aktiv waren. Wenn das tatsächlich alles ist, dann wären ja Frauen auf Festivals nicht unter- sondern im Verhältnis sogar extrem überrepräsentiert.

          • Nadine

            Ich konnte leider keine Studie finden, wird aber mal Zeit, dass jemand in diese Richtung forscht.