Kultvideothek in der Krise - Wenn ihr Filme wirklich liebt, dann solltet ihr sofort das Videodrom in Berlin retten

Dass Netflix nicht der Allheilbringer für alle ist und VHS-Kassetten wieder gefeiert werden, hatten wir euch erst kürzlich auf AMY&PINK erzählt. Nun steckt die kultigste Videothek in Berlin in der…
Kultvideothek in der Krise

Wenn ihr Filme wirklich liebt, dann solltet ihr sofort das Videodrom in Berlin retten

Dass Netflix nicht der Allheilbringer für alle ist und VHS-Kassetten wieder gefeiert werden, hatten wir euch erst kürzlich auf AMY&PINK erzählt. Nun steckt die kultigste Videothek in Berlin in der Krise und braucht eure Unterstützung, damit sie auch weiter für kultige Filme kämpfen kann. Das Videodrom in Kreuzberg hat Schulden, und zwar jede Menge. 20.000 Euro. Und die steigen monatlich.

Über die vergangenen Jahre hat sich die finanzielle Lage für das Videodrom, mit einem Bestand von 35.000 Filmen die nunmehr größte Videothek Deutschlands, rapide verschlechtert. Und jetzt kommt der Sommer, eine Zeit, in der das Geschäft ohnehin schlecht laufe, sagt Videodrom-Betreiber Karsten Rodemann. Er selbst nennt sich Graf Haufen und lässt sich auch von vielen seiner Kunden so nennen. Wenn sich nicht ganz schnell etwas ändert, sagt er, drohen die Verbindlichkeiten weiter anzuwachsen. Die Lage sei existenzbedrohend.

“Unsere Verleihzahlen sind in den letzten Monaten massiv eingebrochen”, erzählt Karsten. “Dem gegenüber stehen die ständig wachsenen Fixkosten für Miete, Versicherungen, Filmeinkauf und so weiter, die wir nur mit Müh und Not und eigenen Rücklagen stemmen konnten. Doch jetzt sind all unsere Reserven komplett aufgebraucht und unser Schuldenberg bei den Banken wächst und lässt sich ohne Hilfe nicht abbauen.”

Und weiter: “Wir haben Videodrom immer als Labour of Love verstanden, weil wir Filme und die damit zusammenhängende Kultur, genauso wie die vielen Menschen, die wir durch unsere Arbeit kennen- und schätzengelernt haben, von ganzem Herzen lieben. Spaß und Leidenschaft standen immer im Vordergrund, reich werden wollten wir damit nie, doch wir hatten gehofft, dass uns unsere Arbeit wenigstens die Existenz sichert. Zudem sehen wir es auch als unsere Verantwortung an, den großen Filmschatz, den wir über Jahrzehnte angesammelt haben, auch in Zukunft zur Verfügung stellen zu können. Schon jetzt gehen soviele Filme für die Allgemeinheit verloren, die man bei uns noch bekommt.”

Das ist generell das Problem mit Streamingangeboten: Was nicht von der Masse geschaut wird, was plötzlich nicht mehr in, nicht mehr modern und gesellschaftlich nicht mehr zumutbar ist oder was im Wirrwarr internationaler Lizenzverträge Ärger macht, fliegt aus dem digitalen Katalog und ist damit schlichtweg nicht mehr abrufbar. Das geht von heute auf morgen. Wer natürlich nur “Transformers”, “Honig im Kopf” und “Fack ju Göhte” guckt, wird damit kein Problem haben, alle andere schauen im wahrsten Sinne des Wortes in die immer schmaler werdende Röhre.

“Wie viele andere kleine Geschäfte in Berlin sehen wir den Wandel in der Stadt und die zunehmende Verdrängung von alteingesessenen Einzelkämpfern durch gesichtslose Großkonzerne und Ketten”, sagt Karsten fast wehmütig. ” Wir haben lange versucht, mit eigener Kraft und Energie dem entgegenzuwirken, doch im Angesicht der jetzigen katastrophalen finanziellen Lage und der Aussicht auf noch weniger Umsatz im Sommer, sehen wir uns gezwungen, um Unterstützung und Hilfe zu bitten. Dem Videodrom steht das Wasser bis zum Hals…”

Wenn ihr Filme liebt und in Berlin lebt, dann schaut doch einfach mal im Videodrom in der Friesenstraße 11 in Kreuzberg vorbei. Leiht euch Filme aus, schließt eine Clubmitgliedschaft ab, spendet ein paar Euro oder sagt auch einfach nur euren filmliebenden Freunden Bescheid. Jede Hilfe zählt! Schließlich liegt es an uns, die unzähligen Filmschätze, die es wahrscheinlich nur noch im Videodrom gibt, zu schützen.

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