Singen, tanzen, ausziehen - Musical.ly ist ein wahres Paradies für Pädophile und ungezogene, kleine Mädchen

Wenn ihr über 15 seid, dann habt ihr natürlich keine Ahnung, was Musical.ly ist. Im Grunde könnte man es als eine Mischung aus Snapchat, Karaoke und Mini Playback Show bezeichnen,…
Singen, tanzen, ausziehen

Musical.ly ist ein wahres Paradies für Pädophile und ungezogene, kleine Mädchen

Wenn ihr über 15 seid, dann habt ihr natürlich keine Ahnung, was Musical.ly ist. Im Grunde könnte man es als eine Mischung aus Snapchat, Karaoke und Mini Playback Show bezeichnen, in der junge Leute so tun, als würden sie ihre Lieblingslieder nachsingen und dabei tanzen. Das ist eigentlich eine ziemlich nette Idee. Das Problem dabei: Wie viele nette Ideen zuvor, wurde auch diese durch Menschen kaputt gemacht.

Irgendwann haben die ganzen kleinen Mädchen, die sich dort zu Katy Perrys “Roar” und Taylor Swifts “Shake It Off” einen abstrampelten, nicht nur gemerkt, dass viele ihrer Zuschauer deutlich über 20 Jahre alt sind, sondern dass sie auch noch mit Likes und Features nur so um sich schmeißen, wenn die jungen Pseudostars in dem leicht aufzuzeichnenden Livestream mehr zeigen als nur ziemlich sicke Moves.

“Die App geht auf und sofort beginnt der Rausch”, schreibt Inga Pöting drüben bei der ZEIT. “Ein geschminktes Mädchen verzieht zu einem Liebeslied dramatisch das Gesicht. Wisch. Eine zierliche Gestalt im Kapuzenpulli tanzt per Splitscreen synchron mit einem grünen Männchen. Wisch. Die 15-jährigen musical.ly-Stars Lisa und Lena formen die Finger zu Monsterkrallen, dazu läuft “The Monster” von Eminem und Rihanna. Nicht wenige der aufreizend tanzenden Mädchen sind weit entfernt vom Jugendlichenalter. Manche sind nicht älter als sieben oder acht Jahre.”

Das wäre ja noch nicht wirklich schlimm, aber: “Einige der Nutzer, die die Videos auf ihrem Profil sammeln, scheinen auf besonders kleine Mädchen spezialisiert. Diese Acht- und Neunjährigen tanzen in Unterwäsche oder sitzen breitbeinig in ihren Kinderzimmern, die Handykamera direkt auf ihren knapp bekleideten Unterleib gerichtet. Die Belohnung für ein solches Video sind Hunderte Herzen und lobende Kommentare wie “Oh my god so beautiful”, “hot” und “sexy!”. Selbst, wenn die Mädchen noch kein Englisch sprechen – diese Schlagworte sind leicht zu verstehen.”

Und weiter: “Nutzer mit Namen wie Wickedluver69 oder mhberlindauergeilxxl, die vor allem freizügige Videos junger Mädchen abonnieren, tauchen in der App ausschließlich als Zuschauer auf. In den Kommentaren fordern sie die Mädchen dazu auf, vor der Kamera bestimmte Dinge zu tun, motivieren sie zur Produktion weiterer Videos und bieten an, sie zu featuren. Jemanden auf musical.ly zu featuren heißt, seine oder ihre Videos auf einem extra dafür angelegten Themenprofil hochzuladen – angeblich, um den Videos auf diese Weise zu mehr Publikum zu verhelfen. Dafür muss der Besitzer oder die Besitzerin das Video per Direktnachricht weitergeben. Wie die umfangreichen öffentlichen Sammlungen solcher selbst ernannten “Talentsucher” beweisen, stellen unzählige Mädchen ihre Videos freiwillig zur Verfügung.”

Vielleicht machen sie’s für die falsche Aussicht auf Erfolg, vielleicht tun sie es für die virtuellen Likes, vielleicht gefällt ihnen auch die Aufmerksamkeit, die sie dank ihrer Freizügigkeit von älteren Männern bekommen. Doch es ist seit Jahren ein offenes Geheimnis: Auf Musical.ly ziehen kleine Mädchen unter dem Deckmantel des Spaßes am Singen blank und spielen oft auch noch an sich herum. Alex Zhu, der Gründer der App, sagte bereits im Jahr 2016 in einem Interview, dass seine Firma hart daran arbeite, die Plattform “für alle Nutzer sicher zu gestalten.”

Natürlich haben Eltern keine Ahnung davon, dass ihre 10-jährige Tochter im Kinderzimmer einen auf Hardcore-Stripperin macht, während sie sich mühsam virtuelle Punkte verdient. Aber wenn eure kleine Schwester irgendwann ankommt und bei euch angibt, dass sie auf Musical.ly eine ganz große Nummer sei, dann haut ihr ihr Handy aus der Hand, schüttelt sie einmal richtig durch und schickt sie anschließend für ein paar Jahre ins nächste Kloster. Denn die Chancen sind ziemlich groß, dass sie nicht nur wegen ihres überdurchschnittlich hohen Gesangtalents so beliebt ist…

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