Für Zucht und Ordnung sorgen - Die AfD will den Darkroom im Berghain verbieten, weil dort zu viel gefickt wird

Ähm, ist heute schon wieder der 1. April? Irgendwie, irgendwo? Nein? Okay, dann bringen wir die Sache bitte ohne vor Lachen zu sterben hinter uns. Die AfD will den Betreibern…
Für Zucht und Ordnung sorgen

Die AfD will den Darkroom im Berghain verbieten, weil dort zu viel gefickt wird

Ähm, ist heute schon wieder der 1. April? Irgendwie, irgendwo? Nein? Okay, dann bringen wir die Sache bitte ohne vor Lachen zu sterben hinter uns. Die AfD will den Betreibern des Berghains die “gewerberechtliche Erlaubnis” entziehen und den “Darkroom ausleuchten”, weil der Club gegen Zucht und Ordnung verstößt. Sex, Drogen, laute Musik – das geht gegen alles, für das diese stolze und unverdorbene Nation steht.

“Dem Kreuzberg-Friedrichshainer Musikclub Berghain möge die gewerberechtliche Erlaubnis entzogen werden”, fordert Sibylle Schmidt von der AfD auf einer öffentlichen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. “Derzeitigen Betreibern sollte nach Prüfung des genauen Sachverhalts möglicherweise eine gewerberechtliche Unzuverlässigkeit zuerkannt werden. Nachfolgenden Gastronomen und Betreibern werden Öffnungszeiten von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens auferlegt, um einen drogenfreien Besuch unter Berücksichtigung eines natürlichen Biorhythmus’ zu ermöglichen. Sexuelle Handlungen sind durch entsprechende Beleuchtung und Personal zu unterbinden.”

“Seit Jahren finden im Berghain Verstöße gegen Gaststättenverordnungen statt”, fährt Sibylle fort. “Drogen aller Art werden konsumiert und können leicht erworben werden. Durchgängige Öffnungszeiten fordern den Gebrauch wach haltender Substanzen geradezu heraus. In umliegende Krankenhäuser werden junge Frauen und Männer eingeliefert, die durch chemische Substanzen die Kontrolle über sich verlieren und zum Teil missbraucht werden. Schon 2010 wurde bei einer Besichtigung mit Stadtrat Beckers von mehreren AIDS Infizierungen gesprochen. Für eine eventuelle Anhörung könnte ein Arzt der gynäkologischen Abteilung des Vivantes am Friedrichshain eingeladen werden.”

Und weiter: “Eine Gaststätte hat ihre Kunden sorgfältig zu bedienen und auf ihre Sicherheit zu achten. Ein Musikclub hat durch Eintrittsgelder und dem sauberen und ordentlichen Verkauf von Getränken die Genehmigung, ein ansprechendes Programm zu finanzieren. Dies ist im Berghain durchaus möglich, wenn Zahlungswillige nicht durch unintelligente, unansehnliche Wichtigtuer selektiert würden. Durch ein vermeintliches Underdog Image, in dem sich über durchdachte Gesetze hinweggesetzt wird, erlaubt sich der Club einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Mitbewerbern. Es ist Aufgabe von Betreibern, sich in berühmten und funktionierenden Clubs Nachhilfe in Ablauforganisation und Musikprogramm zu holen. Es ist Aufgabe des Bezirksamtes, unerfahrene Gäste und Berlin Besucher vor unverantwortlichen und gefährdenden Betrieben zu schützen. Das Abgeordnetenhaus ist gefragt, die Eigenbedarfsgrenze von Drogen wieder auf Null Gramm herabzusetzen.”

Es ist davon auszugehen, dass die AfD genau weiß, was für einen Unsinn sie hier verzapft, aber einfach mal wieder in die Schlagzeilen will, weil sie es ja sonst nicht mehr hinbekommt. Herzlichen Glückwunsch, das hat die AfD einmal mehr geschafft. Aber Kudos an die Verantwortlichen. Sich so einen ausgewachsenen Hirnschiss auszudenken, mit ernst gemeinten Worten aufzuschreiben und dann auch noch als offiziellen Antrag bei der Stadt einzureichen, das muss man sich erst einmal trauen. Ich suche ja immer noch nach Beweisen eines verspäteten Aprilscherzes…

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