Du hast ein megageiles Fahrgestell! - Ronja von Rönne plaudert mit Flirtexperten über Brüste, Männer und offene Hosen

Auf YouTube gibt es allerlei selbsternannte Flirtexperten, die Anzug und Krawatte vom Lidl tragen und notgeilen Jungs beibringen, wie sie in Clubs, in Cafés oder im Schwimmbad so viele Mädchen…
Du hast ein megageiles Fahrgestell!

Ronja von Rönne plaudert mit Flirtexperten über Brüste, Männer und offene Hosen

Auf YouTube gibt es allerlei selbsternannte Flirtexperten, die Anzug und Krawatte vom Lidl tragen und notgeilen Jungs beibringen, wie sie in Clubs, in Cafés oder im Schwimmbad so viele Mädchen mit so wenig Aufwand wie möglich aufreißen können. Das allumfassende Motto ist: “Wer Händchen halten kann, kann auch Knutschen. Wer Knutschen kann, kann auch mit nach Hause nehmen.” So einfach ist das nämlich.

Die gern polarisierende Bloggerin, Journalistin und Schriftstellerin Ronja von Rönne hat zwei dieser ganzen Männer nun bei Late Night Berlin getroffen, nämlich Sebastian Voppmann von “Premium Life” und Nick ohne Nachnamen von “The Real Man“, um mit ihnen gemütlich über Brüste, Männer und offene Hosen zu plaudern. Natürlich liefen die auf Peinlichkeiten getrimmten Begegnungen nicht ganz ohne Cringemomente ab.

Einerseits will ich nicht, dass mich halbstarke Idioten im Club mit billigen Sprüchen anmachen. Andererseits möchte ich mir aber auch nicht vorschreiben lassen, für was ich mir Komplimente machen lassen darf und was nicht. Jemand findet meine Intelligenz gut? Perfekt! Jemand steht auf meine jahrelang sorgfältig gepflegte “Sailor Moon“-Sammlung? Super! Jemand findet meine Titten geil? Klar, die sind ja auch toll!

Es kommt immer darauf an, wer wann wie was sagt. Ich bin auch gern oberflächlich, das hat doch nichts mit Sexismus zu tun, sondern mit dem Menschen, der da vor mir steht. Manchmal mag ich die Gespräche mit jemandem, manchmal nur seinen Waschbrettbauch. Und das sage ich demjenigen auch. Oder derjenigen, schließlich stehe ich seit Neuestem auch auf Mädchen mit definiertem Sixpack. Darf ich das etwa nicht?

Ich liebe Ronja von Rönne. Wirklich. Aber diese sogenannten Interviews waren natürlich nur dazu da, um die Typen ins offene Messer laufen zu lassen. Und sie haben ihren Zweck mehr als gekonnt erfüllt, weil sie nicht gemerkt haben, wann sie lieber die Klappe hätten halten sollen, anstatt blind in die gezinkten Rollenspiele einzusteigen und das allmächtige Klischee ignoranter, oberflächlicher und sexistischer Idioten zu erfüllen.

Ronja macht es sich natürlich einfach, indem sie ihr Fazit mit ironischen statt ehrlichen Worten zieht. Aber das ist in Ordnung. Sie hat bewiesen, dass zwei Flirtexperten auf YouTube keine Feministen sind. Das ist doch schon mal einen 7-Minuten-Beitrag wert. Ob das wirklich so viel zur gerade lodernden #MeToo-Debatte beizutragen hat, sei einmal dahingestellt, ein interessantes und aufschlussreiches Video ist es aber allemal.

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