Wir feiern den Weltfrauentag - Solange nicht alle Frauen an den Feminismus glauben, müssen wir noch härter kämpfen

Jedes Jahr gehen am 8. März Millionen von Mädchen, Frauen, Transfrauen und ihre Verbündeten auf der ganzen weiten Welt auf die Straße, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. Der Internationale Frauentag,…
Wir feiern den Weltfrauentag

Solange nicht alle Frauen an den Feminismus glauben, müssen wir noch härter kämpfen

Jedes Jahr gehen am 8. März Millionen von Mädchen, Frauen, Transfrauen und ihre Verbündeten auf der ganzen weiten Welt auf die Straße, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. Der Internationale Frauentag, auch Frauenkampftag genannt, ist der einzige Tag, der voll und ganz dem weiblichen Geschlecht gehört. Und bevor jetzt jemand fragt, warum es keinen Internationalen Männertag gibt, bei dem sich mal jemand für die Rechte von Männern einsetzt: Sucht euch einen der anderen 364 Tage, die ein Jahr so hat, aus. Abgesehen von diesem einen Tag im Jahr ist nämlich jeder Tag Männertag.

Der 8. März ist der Tag, an dem die von Männern regierte und dominierte Welt wenigstens mal so tut, als würde sie Frauen und Mädchen zuhören und ihre Anliegen ernst nehmen. Auf den Straßen wird für körperliche Selbstbestimmung protestiert, sodass wir dem Paragraphen 219a (im Volksmund auch bekannt als „Abtreibungsparagraph“) hoffentlich bald auf Nimmerwiedersehen sagen können.

Für die Verschärfung des Sexualstrafrechts, damit aus „Nein heißt Nein!“ endlich „Nur ja heißt ja!“ werden kann und Menschen, die von sexueller Gewalt betroffen waren, nicht länger ihr Opferstatus abgesprochen wird, weil sie sich laut Ansichten eines Richters nicht stark genug gewehrt haben.

Aber auch dafür, dass Frauen ihre Körper zeigen und anziehen dürfen was sie wollen, ohne gleich als Schlampen tituliert zu werden oder wahlweise dafür angespuckt, geschlagen und verbal attackiert zu werden, dass sie Kopftücher und Niqabs tragen oder sich anderweitig für den deutschen Geschmack „zu sehr verhüllen“. Kurz: Es wird dafür demonstriert, dass Frauen auch endlich mal als vollwertige Menschen, die selbst über ihre Leben entscheiden können, angesehen werden.

Der 8. März ist ein wichtiger Tag. Für mich persönlich sogar wichtiger als Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen. Weil ich eine Frau bin. Weil Feminismus für mich nicht nur Pflicht, sondern auch eine Herzensangelegenheit ist. Weil ich noch immer von Benachteiligung betroffen bin. Weil ich etwas ändern will. Für mich. Und all die Mädchen und Frauen die nach mir kommen.

Eigentlich sollte jede Frau diesen Tag so zelebrieren wie ich. Ob sie nun auf die Straße geht, übergriffigen Typen in die Eier tritt oder vom Sofa aus ein paar Grafiken auf Facebook teilt, auf denen Gleichberechtigung gefordert wird, ist eigentlich egal. Jeder Aktivismus ist guter Aktivismus. Und zuhause im Privaten einer Einzelperson zu erzählen, warum wir Feminismus nach wie vor brauchen, ist genauso viel wert wie sich auf Bühnen zu stellen und die Statements einer ganzen Menschenmenge ins Gesicht zu schreien.

Leider gibt es da draußen noch immer viele Frauen, die mit Feminismus nichts zu tun haben wollen. Und ich meine noch nicht einmal die, die den Feminismus offenbar vollkommen falsch verstanden haben und beispielsweise Sexarbeiter und Transfrauen komplett ausschließen, sondern die, die Feminismus in seiner Gesamtheit ablehnen. Die sich niemals „Feministin“ nennen würden. Die sich über Frauen, die sich „Feministin“ nennen lustig machen. Die Frauenfeindlichkeit nicht schlimm finden und es dafür aber fair, dass Männer noch immer um die 30% mehr verdienen als Frauen. Die, die der Meinung sind, dass es irgendwann auch mal reicht und Frauen doch bereits alles haben, was sie brauchen. Die, die vom Feminismus angeekelt sind und Ronja von Rönne dafür dankbar, dass sie endlich mal ausgesprochen hat, warum die moderne Frau von heute keinen Feminismus braucht.

Die einen mögen argumentieren, dass man den Weltfrauentag auch abschaffen könne, weil er einfach nicht weit genug gehe und Frauen auf so einen nichtssagenden Tag auch gut und gerne verzichten können. Ich hingegen bin der Meinung, dass wir noch härter kämpfen müssen, solange der Feminismus und seine Bedeutung für den Einzelnen noch nicht bei allen Frauen angekommen sind.

Erst wenn jede Frau sich mit stolzgeschwellter Brust (ob nun mit natürlich gewachsenen Titten oder solchen aus Silikon) Feministin nennt, sind wir auch dem richtigen Weg. Und dann brauchen wir vielleicht den 8. März nicht mehr, weil wir endlich auch so gehört und ernstgenommen werden. Bis dahin aber müssen wir diesen einen Tag, der uns gegeben wird, nutzen. Vor allem, um auch die Frauen zu erreichen, die mit Feminismus nichts zu tun haben wollen und „Feministin“ sogar als Schimpfwort empfinden. Und danach knöpfen wir uns die Männer vor.

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30 Kommentare

  • Asenath

    Muttertag ist auch ein Tag nur für die Frau.

  • Mark

    30% Lohnunterschied? 😂😂 nicht mal wenn man Statistiken mit Absicht fehldeutet kommt man auf 30%. Einfach nem Typen in die Eier treten, soll super und gut für Feminismus sein?
    Ich finde weder Lügen, noch unberechtigte willkürliche und sexistisch motivierte Gewalt an Menschen gut.
    Sorry, aus diesem Grund kann ich dann wohl kein Feminist werden, somit hasse ich dann selbstverständlich alle Frauen und möchte sie alle unterdrücken. 😂😂😂

    Was für ein verbranntes Hirn hat diesen Artikel denn verfasst?

    • Nadine

      … Da steht eindeutig „übergriffigen Typen in die Eier treten“, ich deute das als sich gegen sexuelle Übergriffe wehren & nicht random auf der Straße Dudes kicken

    • Mark

      Nadine Kroll Internationaler Frauentag – auch Frauenkampftag genannt?

      § 219a besagt eigentlich nur, dass niemand nur zu seiner persönlichen Bereicherung und auf anstößige Weise für Abtreibung WERBEN darf.
      Jede Frau kann Abtreibungen (unter gewissen Regeln die möglichst jeden Beteiligten schützen sollen) eine Abtreibung vornehmen. Jeder Arzt darf beraten.

      „Nein heißt nein“, oder „nur ja heißt auch ja“ bedeutet genau das gleiche. Wer keine Einwilligung bei sexuellen Handlungen gibt, der ist entweder sexuell genötig oder vergewaltigt worden.
      Es gibt kein „sich genug wehren“ es gibt nur „wehren“ egal wie (sei es körperlich oder nur verbal) oder „nicht wehren“ (wenn dem subjektiven dritten nicht ersichtlich ist, das es gegen einen ERKENNBAREN Willen geschehen ist).

      Warum sollen die restlichen Tage im Jahr „Männertage“ sein?
      Wo genau liegen die Benachteiligungen von Frauen? Welche Rechte hat ein Mann, die eine Frau nicht hat? Andersrum sieht das nämlich schon etwas anders aus. 😉

      Können Männer anziehen was sie wollen ohne mögliche negative Reaktionen ihres Umfeldes?

      Wer macht sich über Frauen die sich Feministin nennen lustig? Ich kenne nur Fälle in denen sich jemand über bescheuerte Menschen lustig macht. Genauso über Männer übrigens. Die sich eben oft feministen nennen. Korrelation ist nicht Kausalität. 🤷🏻‍♂️

      Männer verdienen nicht 30% mehr als Frauen, wenn überhaupt verdienen Männer 21% mehr als Frauen, arbeiten dafür aber auch 40% mehr als Frauen.

      Alles leider nur sehr vage, nicht wahr oder zum Teil sogar nichtssagend… und genau DAS alles sollen dann Gründe (Unwahrheiten, Doppelstandards, wischiwaschipseudodingens) dafür sein, dass möglichst ALLE Frauen sich Feministin nennen?

      Da haben wir ja auch schon die Ursache dafür, dass sich nicht jede Frau Feministin nennen will. 🤷🏻‍♂️ upsi…

    • Tim

      Führst du gerne Selbstgespräche? 😀

  • Claas

    Schicke Schlabberzunge 😛

  • Nadine

    you gotta fight for your right to paaaaarty (and equality) 🎉

  • Karl

    Sitzen zwei Feministinnen am Esstisch. Bittet die erste: „Kannst du mir bitte die Salzstreuerin reichen

  • axel

    Dieser Artikel ist in so unglaublich vielen Facetten falsch.