Graffitiangriff im Wedding - Darf man die Gentrifizierung eigentlich durch puren Vandalismus bekämpfen?

Die Gentrifizierung Berlins schreitet kontinuierlich voran und reißt dadurch ein immer größeres Loch in die Stadt. Auf der einen Seite stehen langjährige Einwohner der Metropole, die plötzlich aus ihren Wohnungen…
Graffitiangriff im Wedding

Darf man die Gentrifizierung eigentlich durch puren Vandalismus bekämpfen?

Die Gentrifizierung Berlins schreitet kontinuierlich voran und reißt dadurch ein immer größeres Loch in die Stadt. Auf der einen Seite stehen langjährige Einwohner der Metropole, die plötzlich aus ihren Wohnungen geworfen werden, auf der anderen Seite warten Menschen, die es sich eben einfach leisten können, auf ein besseres Leben im angesagten und sozial aufsteigenden Kiez.

Gerade erst hat das Projekt “Still not lovin’ Gentrification!” die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadt wieder neu angefacht. Dort wurde im Wedding der Neubau eines Investors, der möbelierte Apartments an Studenten vermietet, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit Farbe dekoriert. Die Frage ist aber: Darf man die Gentrifizierung eigentlich durch puren Vandalismus bekämpfen?

Irgendwie kann ich die alteingesessenen Bewohner ja verstehen, die sich gegen erbarmungslose Mietspekulanten mit allen Mitteln zur Wehr setzen wollen. Wenn ich allerdings das nötige Kleingeld hätte, um mir eine richtig tolle Wohnung im Wedding, in Kreuzberg oder in Friedrichshain zu kaufen, dann würde ich das auch machen. Ohne auch nur einen Augenblick zu zögern. Wäre ich deshalb weniger Berliner?

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Superdry

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13 Kommentare

  • Shimon

    Typisch deutscher Sozialneid.

  • my

    Es ist vor allem total sinnlos und senkt die Lebensqualität für die Anwohner, die auch ohne ominösen Reichtum sicher und ungeschrottet leben wollen. Wenn die Heuschrecken Interesse haben, pumpen sie Geld rein und dann sind alle Graffitis und Einkaufswagen etc. rasch weggeräumt.

  • my

    Gegen Gentrifizierung hilft nur Gentrifizierung. Und zwar die in den Köpfen der Anwohner, soziale und schulischeBildung, Gemeinschaftsbildung, Selbstwertgefühl und Vernetzung gegen externe Spekulationsvorhaben.

  • my

    Es ist natürlich viel lustiger und einfacher, alles kaputtzuhauen, aber es macht nichts besser für die “kleinen Leute” (vulgo: die meisten von uns).

  • Kaos Ethos

    Die Frage ist falsch gestellt. Vandalismus ist definiert als irrational, zwecklos und damit auch als reine Zerstörungswut ohne weiteren Sinn. Wenn man also gezielt etwas Bestimmtes mit einer (auch vielleicht illegitimen) Zielsetzung angreift ist es eben nicht Vandalismus.

  • Chris

    🏢

  • Tobias

    Naja, das ist sone Sache: Wenn man auf der Gewinnerseite steht, blendet man den eigenen inneren Scham mit solchem Gefasel und Selbstentschuldigung wie “typischer deutscher Sozialneid” einfach aus. :)

  • echter name

    Saubere Wand = Teure Miete