Neues Urheberrechtsgesetz - Die Europäische Union will das freie Internet endgültig mundtot machen

Irgendwer will das Internet ja immer mal wieder kaputt machen. Diesmal sind es unsere netten Freunde von der Europäischen Union. Die möchten nämlich am 25. und 26. Januar 2018 darüber…
In Kooperation mit Create Refresh
Neues Urheberrechtsgesetz

Die Europäische Union will das freie Internet endgültig mundtot machen

Irgendwer will das Internet ja immer mal wieder kaputt machen. Diesmal sind es unsere netten Freunde von der Europäischen Union. Die möchten nämlich am 25. und 26. Januar 2018 darüber abstimmen, ob sämtliche Uploads in sozialen Netzwerken, auf YouTube und auf Blogs zukünftig auf das Urheberrecht hin überprüft und bei Verletzung dessen gelöscht werden.

Mit der Verschärfung von Artikel 13 der Copyright-Richtlinie dürftet ihr zum Beispiel keine fremden Bilder mehr auf Facebook, Twitter oder Reddit teilen, keine lustigen Memes, keine interessanten Fotos aktueller Ereignisse, keine tollen Clips, die ihr nicht selbst kreiert habt. Wenn ihr in euren Videos Bilder, Musik oder auch nur Ideen verwendet, die vielleicht mehr oder weniger irgendeinem Rechteinhaber gehören, dann darf es komplett gelöscht werden. Und Remixe von Tracks könnt ihr auch vergessen.

Globale Seiten wie YouTube, WordPress oder Bandcamp müssten auf ihren unterschiedlichen Plattformen automatische Filter einbauen, die verhindern, dass ein Upload das neue Urhebergesetz verletzt, weil nicht nur ihr, sondern auch die Seite an sich dafür haftbar wäre. Das würde das Internet, so wie wir es heute kennen, radikal beschneiden. Jeder würde sich zweimal überlegen, ob er irgendwas im Internet teilt, weil er dafür sofort abgemahnt oder angezeigt werden könnte.

Aber nicht nur auf Bilder, Videos und Texte hätte das Gesetzt gravierende Auswirkungen, sondern zum Beispiel auch auf Menschen, die Open-Source-Code für wichtige Projekte wie Firefox, Kodi oder VLC programmieren und diesen auf bekannten Webseiten wie Github, Gitlab oder Stackoverflow zur Verfügung stellen. Eine automatisierte Filterung in diesem Bereich würde viele kleine wie auch große Projekte schier undenkbar machen. Freie Software wäre gar nicht mehr so frei.

Eigentlich hätte der geplante Uploadfilter ein Mittel gegen den internationalen Terrorismus sein sollen, unter dessen Deckmantel gerne allerlei Zensurgesetze an den Mann und an die Frau gebracht werden. Terrorismus und Kinderpornografie ziehen schließlich immer, wenn es darum geht, das Internet in irgendeiner Art und Weise zu kontrollieren. Doch anscheinend gingen der Europäischen Union diesmal etwas die Pferde durch, jetzt soll halt am besten gleich alles gefiltert werden.

Wenn ihr jetzt denkt: “Joah, das ist doch vollkommen in Ordnung, wem etwas gehört, der soll auch gefälligst die Kontrolle über seine Werke behalten…”, dann lasst euch in Erinnerung rufen, dass sich manche Konzerne wie die Axt im Wald verhalten und auch gerne mal vorsorglich alles für sich beanspruchen, auch wenn es sich nur um weißes Rauschen handelt.

Für Fotografen, Journalisten, Musiker, Blogger und auch Spieleentwickler stellt das neue Gesetz eine erhebliche Gefahr für die kreative Freiheit und die berufliche Zukunft dar. Mit der Einführung der neuen Regelung würden wir in einem Internet leben, in dem freie Meinungsäußerung gegen die ständige Angst einer Geldstrafe oder Schlimmerem eingetauscht werden würden.

Wenn ihr verhindern wollt, dass wir schon bald in einer digitalen Dystopie leben, in der jeder Klick und jeder Upload fatal sein könnten, dann schaut einfach mal auf Create Refresh vorbei. Dort findet ihr alle nötigen Informationen, um nicht nur eure Mitmenschen davon zu überzeugen, dass sie gefälligst dagegen mobil werden sollten, sondern auch Wege, um das Gesetzt zu verhindern, bevor die Europäische Union am 25. und 26. Januar 2018 darüber abstimmt. Die Zukunft des Internets liegt in euren Händen!

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TALLY WEiJL

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