Rammstein, Pearl Jam, Depeche Mode - Hier sind zehn großartige Musikalben für die kalten, dunklen Tage im Jahr

Wenn es schweinekalt draußen wird und die Sonne keinen Bock mehr hat dich ausreichend mit Vitamin D zu versorgen, dann fühlst du dich beschissener als an warmen, sonnigen, fantastischen Tagen.…
Rammstein, Pearl Jam, Depeche Mode

Hier sind zehn groSSartige Musikalben für die kalten, dunklen Tage im Jahr

Wenn es schweinekalt draußen wird und die Sonne keinen Bock mehr hat dich ausreichend mit Vitamin D zu versorgen, dann fühlst du dich beschissener als an warmen, sonnigen, fantastischen Tagen. Damit erzähle ich nichts Neues, schließlich geht’s uns ja allen so. Herbstblues, Winterdepression, nenn’ es wie du willst.

Was nervt, sind die vielen Tipps & Tricks, mit denen man uns wieder aus unserer melancholischen Stimmung rausbringen will. „Diese Ryan-Gosling-Filme helfen gegen deine Winterdepression!“, „Wenn du dir diese 10 Dinge in den Arsch schiebst, bekommst du wieder gute Laune!“.

Fuck that, manchmal muss man sich eben auch mal in seiner eigenen Wehleidigkeit suhlen, die Traurigkeit auskosten und darin versinken. Richtige Freude können wir nur genießen, wenn wir auch mal richtig traurig sind. Ohne Tiefen keine Höhen. Und um das auch so richtig ausleben zu können, bekommst du von mir jetzt den passenden Soundtrack dazu.

Depeche Mode – Songs of Faith and Devotion
1993 war Grunge DAS angesagte Genre, gefühlt wollte niemand etwas anderes hören. Das führte dazu, dass sich viele Bands in diese Richtung verbogen, um sich der Masse anzubiedern. Meistens eine schlechte Idee, bei Depeche Mode funktionierte die rockigere und düstere Ausrichtung auf „Songs of Faith and Devotion“ allerdings. Die Themen sind insgesamt sehr spirituell, drehen sich um Erlösung, Verrat und natürlich Liebe. Dinge, über die man, auch als Atheist, in den kalten Jahreszeiten gern mal sinnieren kann. Dave Gahan, zu der Zeit wegen seiner Heroinsucht schon ganz schön abgefucked, schafft mit seiner unverwechselbaren, bluesigen Stimme eine wahrhaft düstere, andächtige Atmosphäre, die mit „Condemnation“ ihren Höhepunkt erreicht.

Insomnium – Winter’s Gate
Wenn es ein Land gibt, dass eiskalten, melancholischen Metal kann, dann ist es Finnland. Genau von dort kommen auch Insomnium, die mit ihrem aktuellen Album ab der ersten Sekunde die Eiszeit einläuten. Was will man auch erwarten bei einer Scheibe, die mit „Winter’s Gate“ betitelt ist? Bestehend aus einem einzigen, 40-minütigen Song, kannst du hiermit die frostigen Tage so richtig zelebrieren. Mal aggressiv, mal doomig-schleppend, mal traurig – und keine Sorge, am Ende gibt’s auch etwas Hoffnung. Jedenfalls das, was sich Finnen unter „Hoffnung“ so vorstellen. Ein Sonnenstrahl alle paar Monate reicht da schon aus.

The War On Drugs – A Deeper Understanding
Es gibt keine Band, die einen besseren Soundtrack zu einem verregneten Herbsttag beisteuert. Hier hört man Urgesteine wie Bruce Springsteen, Bob Dylan oder auch Dire Straits raus. Wenn Sänger Adam Granduciel zu säuseln beginnt, dann hat das etwas Hypnotisches, dem man sich nicht entziehen kann. Hinzu kommen die ausufernden Arrangements und die scheinbar endlos andauernden Instrumentalparts, in denen man sich komplett verliert. Bye, bye graue Realität, ich tauche ab in mein tiefstes Inneres – wenn ich es denn zulasse.

Phil Collins – Hello I Must Be Going
Phil Collins ist der Meister der Melancholie! Seine Balladen sind weltweit bekannt, gehasst und geliebt. Also warum sich nicht einmal ein komplettes Album von ihm reinziehen? Zum Beispiel das zweite, auf dem er, wie schon beim Debutalbum, die Scheidung von seiner ersten Frau verarbeitete. Du errätst es: Alles ziemlich bitter und deswegen nicht sonderlich aufbauend, dafür aber kraftvoll und schwer genug für die beschissenen Dreckstage zwischen November und Februar. Allein Collins’ Schreianfall in „I Don’t Care Anymore“ trägt einen über so manche Verbitterung. Denn Dr. Collins weiß (streckt Zeigefinger in die Höhe): Nur wenn Sie schreien, wird es Ihnen besser gehen!

The Cure – Pornography
Wenn man sich im Winter in die eigene Endzeitstimmung verkriechen möchte, helfen einem „The Cure“ gern dabei – am Effektivsten mit deren vierten Album „Pornography“. Wenn die Sonne gerade untergegangen ist, dann bemühe dich bitte erst gar nicht das Licht anzumachen. Die schweren Gitarren und finsteren Synthies lassen eh nichts anderes zu als absolute Dunkelheit. Auf „Pornography“ gibt es keine Hoffnung, nur sehr viel Trostlosigkeit und eine Portion Misanthropie. Was dir zugute kommt, wenn du mal wieder keinen Bock auf die Gesellschaft anderer Menschen hast. Also mach dir einen billigen Rotwein auf, steck dir ne Kippe an und lass dabei „A Strange Day“ laufen. Wieder und wieder und wieder.

Pearl Jam – Ten
Grunge hatte ich zu Beginn schon kurz erwähnt, jetzt komme ich zu einer Band, die tatsächlich diesem Musikgenre entstammt. Nein, nicht Nirvana! Ruhe!! Cobain hat sich die Rübe weggeballert, das ist mir jetzt dann doch etwas zu apokalyptisch hier! Du sollst dich wegen dieser Liste nicht aus dem Fenster stürzen, sondern einfach nur ein wenig in deiner eigenen Melancholie baden!
Okay, weg von Nirvana, hin zu Pearl Jam. Die sind auf ihrem Debutalbum schon trostlos genug, letztlich aber auch schlicht kraftvoll und …. ja gut, das Album dreht sich um Themen wie Einsamkeit, Depression und Selbstmord. Hört’s euch einfach an und lasst das Fenster zu, es regnet draußen eh zu stark.

Rammstein – Herzeleid
Endlich eine deutsche Band in der Liste und dann direkt Rammstein. Ich kann es doch auch nicht ändern! Das erste Album „Herzeleid“ passt hier einfach perfekt rein. Das Cover, mit der Blume im Hinter- und der oberkörperfreien, eingeölten Band im Vordergrund, könnte zwar auch zu einer Right Said Fred Platte gehören, aber uns soll ja die Musik interessieren. Und diese ist hart, kompromisslos und spiegelt textlich die gesamte Palette menschlicher Abgründe wider. Also warum nicht einen ekelhaften, verregneten Sonntag mit „Herzeleid“ beginnen und danach bestens gelaunt die erste Staffel „Mindhunter“ auf Netflix bingen? Klingt doch traumhaft!

The Sisters of Mercy – Floodland
Klar, The Sisters of Mercy dürfen in dieser Liste nicht fehlen! Das wäre so, als würde man auf einer 90s-Party nicht die Backstreet Boys spielen! Als würde Carolin Kebekus nicht jedes Jahr einen Comedypreis gewinnen! Als würden sich Menschen nicht ständig über das Wetter aufregen! Als würde Focus Online einen Tag lang keine beknackten Eilmeldungen verschicken! Als würde…you get the point.
Diese Gothik-Rock-Perle von 1987 schafft es mit minimalsten, zumeist aus der Konserve kommenden Mitteln eine verdammt dichte und düstere Atmosphäre zu erzeugen. Schade eigentlich, dass es bei The Sisters of Mercy am Ende nur bei drei Alben bleiben sollte. Aber hey, damit tourt Frontmann Andrew Eldritch heute noch durch die Gegend. Zurecht, zurecht!

Dool – Here Now, There Then
Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Dool soll es heißen, nicht Tool. Die US-amerikanischen Progressive-Metaller würden hier zwar auch sehr gut reinpassen, aber ich empfehle dir lieber eine noch sehr junge niederländische Band. Gut, die Mitglieder sind allesamt schon länger im Musikbusiness tätig, die Gruppe selbst hat sich allerdings erst vor zwei Jahren gegründet. Ihr Debut „Here Now – There Then“ ist eine der besten Rock-Scheiben 2017 – ich übertreibe nicht! Ein bisschen Doom, etwas Progressive und warum nicht noch eine Prise Psychedelic dazu? Ach, was schwärme ich hier eigentlich vor mich hin? Hör dir einfach mal den bleischweren Song „The Alpha“ an, dann bekommst du vielleicht ein Gefühl von dem, was ich hier ausdrücken will. Das ist schlicht die perfekte Musik für kalte, dunkle Tage.

Zeal & Ardor – Devil is Fine
Wer auf musikalische Experimente steht, dem sei zu guter Letzt Zeal & Ardor ans Herz gelegt. Der schweiz-amerikanische Musiker Manuel Gagneux hat sich eines Tages, vermutlich aus Langeweile, gefragt, welche Musikgenres die wohl gegensätzlichsten sein könnten, welche man schließlich miteinander vermischt. Herausgekommen ist etwas, das er „American Slave and Black Metal“ nennt. Work Songs/Spiritual/Blues treffen auf Black Metal. Das klingt erst einmal komplett bescheuert, ist aber so clever miteinander verwoben, dass es tatsächlich funktioniert! Zünde dir ein paar Kerzen an, ordne sie in Form eines Pentagramms an, drehe „Devil is Fine“ laut auf und schon ist das Tor zur Hölle nicht mehr weit entfernt!

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