Fick mich! - Sex ist erst schmutzig, wenn er richtig gemacht wird

Vor langer, langer Zeit gab es mal ein Online-Portal, das sich „studiVZ“ nannte. Das war so etwas wie Facebook, aber für Leute, die noch zur Uni gingen. Oder zumindest so…
Fick mich!

Sex ist erst schmutzig, wenn er richtig gemacht wird

Vor langer, langer Zeit gab es mal ein Online-Portal, das sich „studiVZ“ nannte. Das war so etwas wie Facebook, aber für Leute, die noch zur Uni gingen. Oder zumindest so taten. Eigentlich war es dazu gedacht, sich mit Mitstudierenden und Freunden besser und schneller vernetzen zu können, aber wenn wir ehrlich sind, waren wir da doch alle nur angemeldet, um irgendwelchen sinnlosen Gruppen beizutreten, die nur dazu dienten, unsere Profile und damit auch uns selbst ein wenig cooler aussehen zu lassen.

Die hießen beispielsweise „Wenn man Tiere nicht essen darf, warum sind sie dann aus Fleisch?“, „Es gibt bessere Partys als das Rügenwalder Mühlenfest!“, „Ich fand Hitler schon scheiße, als er noch in ganz kleinen Clubs spielte!“ oder aber „Guter Sex ist, wenn selbst die Nachbarn danach eine rauchen!“.

Ursprünglich waren diese Gruppen wohl mal dazu gedacht, um mit Gleichgesinnten über bestimmte Themen diskutieren zu können. Dafür wurden sie allerdings so gut wie nie genutzt. Es ging um nicht mehr und nicht weniger, um den eigenen Charakter anhand der Gruppentitel irgendwie zu umreißen und so allen Kommilitoninnen und Kommilitonen zu zeigen, was für ein cooler Typ oder eine heiße Braut man war. Nur Streber traten irgendwelchen Gruppen bei, in denen tatsächlich über Hausarbeiten und anstehende Klausuren geredet wurde.

Wie ihr euch sicher alle vorstellen könnt, gehörte ich nicht dazu. Meine Gruppen drehten sich alle um Feiern, Ficken und Fäkalhumor. Vermutlich wundert es euch deshalb auch nicht, wenn ich euch verrate, dass meine Lieblingsgruppe eine war, die den vielsagenden Titel „Dreck ist erst schmutzig, wenn er richtig gemacht wird!“ war. Aber um die soll es hier heute gar nicht gehen. Sondern um die studiVZ-Gruppe, der dieser Name nachempfunden war: „Sex ist erst schmutzig, wenn er richtig gemacht wird!“

Seit #MeToo zuerst durch die sozialen Netzwerke und dann durch die Medien gejagt wurde, haben Männer auf der ganzen Welt ein großes Problem, das zumindest in ihren Augen schwerer zu wiegen scheint, als dass Frauen auf der ganzen Welt tagein, tagaus mit sexueller Belästigung zu kämpfen haben, die – Überraschung – in den allermeisten Fällen von Männern ausgeübt wird.

Mann hat Angst, dass bald schon ein „harmloser Flirt“ zur Anzeige gebracht wird und beschwert sich, dass die Frauen von heute immer prüder werden, was „Sex“ betrifft, aber zeitgleich ihren Körper mit weiten Ausschnitten, kurzen Röcken und engen Hosen so zur Schau stellen, dass Mann das ja nur als Einladung zum sofortigen Geschlechtsverkehr verstehen könne.

In sozialen Netzwerken – in erster Linie Twitter und Instagram – tun Frauen zwar gerne so, als wären sie sehr aufgeschlossen und versaut, aber wenn Mann ihnen dann ein Penisfoto schickt oder sie fragt, ob sie Bock haben zu ficken, stellen sie einen direkt als sexistisches Schwein an den Pranger. Wer soll denn da den Überblick behalten, was man noch darf und was nicht? Wie soll man überhaupt noch Frauen kennenlernen? Und das Wichtigste: Wie findet man zwischen den ganzen Feministinnen noch eine, die im Bett zwar genauso dirty ist wie man selbst, aber eben auch keine Schlampe?

Nun, genau das möchte ich heute gerne erklären. Und zwar anhand der bereits oben erwähnten studiVz-Gruppe „Sex ist erst schmutzig, wenn er richtig gemacht wird!“. Es ist nämlich so, dass Frauen keineswegs prüder geworden sind. Sexismus zu benennen und sich dagegen zu wehren, bedeutet nicht, dass wir keine Lust haben, zu ficken und gefickt zu werden. Genauso, wie Titten zu zeigen oder Röcke zu tragen, die mehr freigeben als sie verdecken, nicht bedeutet, dass man keine Feministin ist, die Wert darauf legt, mit ein wenig Anstand und Respekt behandelt zu werden. Die meisten Frauen stehen genauso sehr auf Sex wie es Männer tun.

Aber – und damit kommen wir zum Punkt – Sex ist eben erst schmutzig, wenn er richtig gemacht wird. Und dazu gehört in erster Linie, dass er einvernehmlich ist und allen Beteiligten gleichermaßen Spaß macht. Ich sage bewusst „allen Beteiligten“, weil Sex sich nicht auf zwei Personen beschränken muss.

Wir Frauen reden so gerne über Sex, weil wir ihn eben mögen. Und wir reden über Sexismus, weil er uns stört. Beides sind vollkommen unterschiedliche Dinge, die in unserer Gesellschaft aber leider doch Hand in Hand gehen. Das liegt vor allem daran, dass sie meisten Kerle Sex und Sexismus nicht voneinander unterscheiden können. Aber ich will euch jetzt wirklich nicht erklären, was sexistisch ist und was nicht, sondern lieber darüber schreiben, wie Mann den dreckigen Sex bekommt, der er sich wünscht.

Zu allererst wäre da der Punkt, dass Typen einfach häufig viel zu plump vorgehen. Ganz ehrlich: Wer von euch hat schon mal eine Frau herumgekriegt, indem er ihr auf der Straße hinterhergerufen hat, dass er gerne mal seinen Schwanz in sie schieben würde? Niemand. Aus dem einfachen Grund, dass es so respektlos ist, dass Frauen sich nicht mal dann darauf einlassen würden, wenn ihr Ryan Gosling persönlich wärt.

Geilen Sex bekommt ihr, indem ihr auf die Bedürfnisse von Frauen eingeht und sie nicht etwa von oben herab behandelt oder ihnen vorschreibt, was sie zu tun haben. Wenn ihr gemeinsam über Vorlieben und Abneigungen sprecht. Vielleicht nicht unbedingt beim ersten Date, aber eben dann, wenn so langsam klar wird, dass ihr miteinander im Bett landet werdet.

Es hilft auf alle Fälle, als Mann erst einmal zuzuhören, bevor man solche Ansprüche stellt wie „Du musst auf alle Fälle deepthroaten können, und wenn du dich nicht in den Arsch ficken lässt, dann wird das eh nichts mit uns beiden!“. Die meisten Frauen machen das von ganz alleine. Vorausgesetzt, sie haben Bock auf euch.

Wir sind nämlich genauso dirty, wie wir im Internet gerne tun. Nur bestimmen wir gerne selbst darüber, wer seinen Schwanz jetzt ins uns schieben darf und wer nicht. Und da haben sexistische Schweine nun mal schlechtere Karten als die Typen, die uns nicht direkt ihren Penis ins Gesicht klatschen wollen oder uns sagen, dass wir viel zu prüde sind, nur weil wir ein wenig Respekt verlangen, bevor ihr uns ficken dürft. Und danach übrigens auch.

Wer nett ist, steigert seine Chancen auf Sex um 100 Prozent. Und wer erwartet, dass wir all die Sachen tun, die man so in Pornos zu sehen bekommt, der sollte erst einmal einen Realitätscheck machen, ob er selbst überhaupt das leisten kann, was die Typen in den Pornos leisten – und uns dann die Zeit geben, uns erst einmal so wohl zu fühlen, dass wir von uns aus verlangen, dass ihr uns euren Schwanz bis zum Anschlag in den Arsch schiebt.

Wer dreckigen Sex will, der muss es eben richtig machen. Und das geht am Einfachsten, wenn man sich als Typ erst mal selbst zurückhält und sich stattdessen um unsere Bedürfnisse kümmert. Allen voran Respekt im täglichen Umgang miteinander. Übrigens: Wer Sex für das Geilste hält, hat noch nie richtig gegrillt.

Puma

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