Alice Weidel und die AfD - Wer beleidigt aus einer Talkshow rennt, sollte kein Land regieren dürfen

Nachdem Alice Weidel aufgefordert wurde, sich von zwei Parteikollegen zu distanzieren, verlor die Spitzenkandidatin der AfD am Dienstag die Lust auf weitere Gespräche und verließ vorzeitig die ZDF-Talkshow “Wie geht’s,…
Alice Weidel und die AfD

Wer beleidigt aus einer Talkshow rennt, sollte kein Land regieren dürfen

Nachdem Alice Weidel aufgefordert wurde, sich von zwei Parteikollegen zu distanzieren, verlor die Spitzenkandidatin der AfD am Dienstag die Lust auf weitere Gespräche und verließ vorzeitig die ZDF-Talkshow “Wie geht’s, Deutschland?”. Spätestens hier wird klar: Wer beleidigt aus einer Talkshow rennt, sollte fürwahr kein Land regieren dürfen.

Weidel ist die Frau, die mit ihrer Vita dafür bürgen soll, dass in der AfD nicht das Ressentiment regiert: Wirtschaftswissenschaftlerin, Unternehmensberaterin, die jahrelang in China gelebt hat, Mandarin spricht und sogar – für ein paar Monate jedenfalls – im Herz der Globalisierungsfinsternis, beim Investmentbanker Goldman Sachs, gearbeitet hat, was und wie erfolgreich auch immer”, schreibt bei ZEIT ONLINE. “Dazu Lebensgefährtin einer Filmemacherin aus Sri Lanka, mit der sie in der Schweiz lebt und zwei Kinder großzieht. So eine Bürgschaft mit dem eigenen Leben – das kann sich zum Joch auswachsen.”

Und weiter: “Weidel, die noch im Januar gemeinsam mit Frauke Petry einen Antrag auf ein Parteiausschlussverfahren gegen den Vergangenheitsbewältiger Björn Höcke anstrengen wollte, sagte schon zwanzig Minuten nach ihrer Inthronisierung im April, selbstverständlich werde sie mit dem Rechtsaußen Politik machen. Weidel hatte gar nicht die Kraft, und schon gar nicht den innerparteilichen Rückhalt, um dem Flügel wirklich Kontra zu geben. Wenn die Dynamik der AfD, mit dem kontinuierlichen Rechtsdrall, so bleibt wie sie ist, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch Alice Weidel den Weg Luckes und Petrys geht.”

Wer sich an die Spitze der Fahnenstange der Alternative für Deutschland kämpft, der wird nach rechts geweht, da kann man sich vorher einreden, was man will. Und wer dann, auf diesen wunden Punkt angesprochen, aus einer Talkshow stürmt, weil er der Diskussion nicht standhält, der hat in der höheren Politik nichts zu suchen, der darf Deutschland nicht mitregieren.

Man stelle sich vor, Angela Merkel oder Martin Schulz hätten sich während des TV-Duells die Mikros vom Körper gerissen und wären laut meckernd aus dem Studio gestampft, weil sie den Fragen der Journalisten nicht standgehalten hätten. Schon einen Tag später wären sie politisch tot und von der Bildfläche der innerdeutschen Geschichte verschwunden gewesen.

Die AfD ist ein in Anzüge gesteckter Stammtisch, der sich zu einem gewissen Grad als politisch engagierte Partei tarnen kann, aber sich bei genauerem Hinsehen und genug Gestochere als die ätzende, johlende und hassende Brühe entblößt, die sie nun einmal ist. Und Alice Weidel beweist mit ihrem TV-Auftritt, dass sie langsam aber sicher in dieser giftigen Brühe aufzugehen scheint.

Strellson

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NA-KD

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