Faszination Femdom - Sex macht mir nur dann Spaß, wenn ich den Typen beim Ficken dominiere

Femdom ist die Abkürzung für “female dominance” und bezeichnet eine Spielart im BDSM, bei der die Frau die dominante Rolle übernimmt und ihren Partner oder ihre Partnerin sexuell unterwirft. Ich…
Faszination Femdom

Sex macht mir nur dann Spaß, wenn ich den Typen beim Ficken dominiere

Femdom ist die Abkürzung für “female dominance” und bezeichnet eine Spielart im BDSM, bei der die Frau die dominante Rolle übernimmt und ihren Partner oder ihre Partnerin sexuell unterwirft. Ich scheine so eine gewisse Ausstrahlung zu haben, denn ich werde immer wieder von anderen Menschen – insbesondere Männern – gefragt, ob ich sie nicht dominieren und zu meinen kleinen, perversen Sklaven machen wolle.

Über die Jahre hab ich nun schon so einige Erfahrungen in diesem doch recht ungewöhnlichen Bereich gesammelt. Ich habe Männer angepisst, in den Arsch gefickt, auf ihren Wunsch hin verprügelt, in Frauenkleidung herumlaufen und fremde Schwänze lutschen lassen und einem sogar einen Peniskäfig angelegt, um ihn dauerhaft keusch zu halten. Dieses ganze Ding der weiblichen Dominanz kickt mich. Es ist ein bisschen, als könne ich dort den ganzen Hass, der sich in mir über die Tage verteilt so ansammelt, herauslassen. Und zwar so, dass es mein Gegenüber auch noch erregt.

Für mich geht es dabei definitiv um die Umkehrung der patriarchalen Strukturen, mit denen man im Alltag ständig konfrontiert wird. Ich hasse Männer nicht, im Gegenteil, ich liebe sie, aber sie verdienen in meinen Augen keinesfalls so viel Macht, wie sie von Geburt aus haben. Ich steh drauf, ihnen das zu nehmen, indem ich sie zu meinen Füßen knien lasse, ihnen das Wort verbiete und sie mich als Frau in meiner vollen Weiblichkeit anbeten lasse. Es erregt mich, sexuell wie geistig.

Laut Statistiken trifft das nur auf knapp elf Prozent aller Damen, die im BDSM aktiv sind, zu. Ganz schön wenig eigentlich. Vielleicht kommen deshalb so viele Kerle zu mir, um sich mal so richtig runter machen zu lassen. Es gibt scheinbar einfach nicht genug Frauen, die bereit sind, ihren Partner zu dominieren. Die Gründe dafür will ich gar nicht hinterfragen. Ich glaube nicht daran, dass Kinks aus gesellschaftlichen Situationen heraus entstehen, sondern dass sie schon immer da sind, aber erst im Laufe des Lebens entdeckt werden.

Für Alice Schwarzer gibt es Frauen, die darauf stehen, Männer zu erniedrigen überhaupt nicht. Gisela Breiting, PorNO-Aktivistin, treibt das Ganze mit folgendem Zitat sogar auf die Spitze: „Daß weibliche Gewaltphantasie gegenüber Männern erotisch bzw. sexuell intendiert sein soll … ist eine psychologische Unmöglichkeit“ und weiter „daß Frauen auf diese Weise sexuell erregt werden können, dürfte zudem kaum realistisch sein.“

Im Prinzip sagt das nichts anderes aus, als dass Männer generell drauf abfahren, Frauen zu erniedrigen, weil sie es durch die patriarchale Struktur so gelernt haben und Frauen nur Erniedrigung genießen, weil Dominanz gegenüber Männern wider ihre Natur ist. Schwachsinn. Und vor allem eine Art von Feminismus, dem ich nicht angehören will, weil es allem, was ich über die Jahre hinweg über weibliche Sexualität gelernt habe, widerspricht.

Doch genug von der Theorie. Ich weiß, ihr wollt Geschichten hören. Sex, bei dem die Frau die Führung übernimmt, zählt jedenfalls schon mal nicht zu Femdom. Nur, weil ich als Frau ab und an beim Sex oben sitze, macht mich das noch lange nicht dominant, auch wenn das gerne so empfunden wird. Die Dominanz einer Femdom zeigt sich vor allem in Kontrolle. Und zwar kompletter Kontrolle über das Verhalten des Partners während des Geschlechtsakts.

Die meisten gehen glaube ich davon aus, dass ich es einfach gerne mag, Männern so richtig hart eine reinzuballern. Darum geht es aber tatsächlich nicht. Meine Rolle als Femdom lebt von Macht. Macht über die Sexualität meines Mannes. Ich schlage eigentlich nur zu, wenn ich meinen Partner bestrafen will. Und auch nur dann, wenn er es mir ausdrücklich erlaubt hat. Denn nicht jeder unterwürfige Kerl steht auch auf Schmerz. Mir sind die, die es tun, allerdings am liebsten.

Ich fahre eigentlich hauptsächlich darauf ab, Männer mit Worten mies zu behandeln, indem ich ihnen erzähle, dass sie armselige Schlappschwänze sind, die keinen hochbekommen und sich deshalb so gerne in den Arsch ficken lassen. Ich verbiete ihnen unfassbar gerne, zu kommen, weil es mich anmacht, wie sie um einen Orgasmus betteln. Einen Orgasmus, den sie bei mir im seltensten Fall bekommen, während sie mich so lange befriedigen müssen, bis ich nicht mehr kann.

Mit ihrer Zunge, mit ihren Fingern und manchmal auch mit ihrem Schwanz, den ich gerne so lange reite, bis die Typen, die da unter mir liegen, kurz vorm Kommen sind, nur um dann aufzuhören und sie unbefriedigt nach Hause zu schicken, wo sie selbstverständlich nicht wichsen dürfen, bis ich es ausdrücklich erlaube. Und das tue ich selten. Genau das ist aber auch das, was diesen Männern so gefällt, auch wenn das für die Leute, denen es beim Sex hauptsächlich im Orgasmen geht, erst mal ziemlich komisch klingt. Es ist die Erniedrigung, die so kickt, und nicht der Sex an sich.

Die Spielarten, die ich bereits ausprobiert habe, sind tatsächlich so vielfältig, dass ich keinen Platz habe, sie alle aufzuführen. Aber ich hab durchaus schon dem ein oder anderen Kerl Lust bereitet, indem ich nichts anderes tat, als ihn anzuspucken. Ich habe etliche Männer dazu bekommen, vor Geilheit und Schmerz laut zu schreien, indem ich ihnen in die Eier trat oder den Absatz meiner High Heels in ihr Arschloch schob. Einer spritze sogar alleine davon ab, dass ich ihm mit einem Lederpaddle den Arsch verdrosch. Da er es ohne meine Erlaubnis tat, wurde er natürlich dafür bestraft, indem er sein eigenes Sperma vom Boden auflecken musste.

Eine Femdom, wie ich es bin, lehrt und erzieht. Sie macht aus ihrem Bottom, wie der unterwürfige Part auch genannt wird, ihr kleines, dreckiges Spielzeug, das alle eigenen Wünsche ablegt und nur noch dient. Sie tut das aber nicht nur für sich, sondern auch für ihren Partner, denn selbst wenn im sexuellen Rahmen hier ein Ungleichgewicht herrscht, so ist das doch von beiden Seiten aus erwünscht und wird gezielt angestrebt.

Sex kickt mich generell nur dann, wenn es meinen Partner auch geil macht – ganz egal, ob es sich jetzt um schnöden Blümchensex handelt oder um eine Spielart, die von außen betrachtet aussieht wie Rache für all die Verbrechen, die Männer im Laufe der Geschichte uns Frauen zugefügt haben, ausgeführt an einem einzigen, armen Kerl, der nicht in der Lage ist, sich gegen eine radikale Feministin zu wehren.

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Tally Weijl

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