Telefonüberwachung in Deutschland - Die Chancen stehen ziemlich gut, dass euch die Berliner Polizei abgehört hat

Ihr müsst gar nicht unbedingt die nationale Sicherheit gefährden, grenzübergreifende Geldwäsche betreiben oder mit Kinderpornos im Darkweb dealen, damit ihr auf einer der berühmt berüchtigten Überwachungslisten landet. Wie Netzpolitik.org berichtet,…
Telefonüberwachung in Deutschland

Die Chancen stehen ziemlich gut, dass euch die Berliner Polizei abgehört hat

Ihr müsst gar nicht unbedingt die nationale Sicherheit gefährden, grenzübergreifende Geldwäsche betreiben oder mit Kinderpornos im Darkweb dealen, damit ihr auf einer der berühmt berüchtigten Überwachungslisten landet. Wie Netzpolitik.org berichtet, hat die Berliner Polizei im vergangenen Jahr zwei Telefongespräche pro Minute abgehört. Hauptgrund? Drogen!

“In Berlin wurden letztes Jahr über eine Millionen Telefonate abgehört, ein Drittel wegen Drogen”, schreibt Andre Meister drüben auf Netzpolitik.org. “Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor. Die Überwachung von Internet-Anschlüssen hat sich verdoppelt und erreicht einen neuen Rekord. Seit neun Jahren wurde kein einziger Überwachungs-Antrag abgewiesen.”

Und weiter: “Wie in ganz Deutschland geht es in den meisten Fällen um Drogen, mehr als ein Drittel aller Anordnungen betraf das Betäubungsmittelgesetz. Die Zahl der abgehörten Internet-Anschlüsse hat mit 179 einen neuen Rekord erreicht, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der mitgehörten Gespräche hat sich von 2009 bis 2013 fast verdoppelt.”

Am meisten wurden Menschen in Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelgesetz abgehört. Also zum Beispiel die Hersteller und Importeure von Kokain, Marihuana und LSD. Die Dealer, die euch das MDMA verticken, mit dem ihr im Berghain so schön abdriftet. Aber auch Kunden, die mal wieder vermeintlich gute Laune im Tütchen kaufen wollen. Also ihr selbst.

Es folgen die Punkte Bandendiebstahl, Mord und Erpressung. Kinderpornografische Schriften, Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung und Bestechung landen eher im hinteren Feld. “In den letzten fünf Jahren ist die Telekommunikations-Überwachung sprunghaft angestiegen”, erklärt Andre Meister drüben auf Netzpolitik.org. “In den letzten neun Jahren wurden sämtliche 14.476 Überwachungs-Anordnungen der Berliner Staatsanwaltschaften genehmigt, die letzte Ablehnung gab es 2007.”

Wenn ihr also denkt, es würde eh keinen interessieren, wenn ihr dem Dealer eures Vertrauens mal wieder verstörende Codewörter rüber haucht, damit der euch das Zeug direkt an die Haustür liefert, dann seid gewarnt: Irgendein gelangweilter Polizist könnte alles mithören und im ungünstigsten Augenblick eure Wohnung stürmen. Vielleicht solltet ihr doch auf vegane Säfte umsteigen…

Tally Weijl

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