Livestreaming ohne Lizenz - Die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen will den Let’s Player Gronkh abschalten

Müssen Livestreamer, die auf YouTube und Twitch mehr als 500 Zuschauer gleichzeitig erreichen, bald eine Sendelizenz beantragen? Mit dieser Frage streiten sich momentan die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen und der Let’s Player…
Livestreaming ohne Lizenz

Die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen will den Let’s Player Gronkh abschalten

Müssen Livestreamer, die auf YouTube und Twitch mehr als 500 Zuschauer gleichzeitig erreichen, bald eine Sendelizenz beantragen? Mit dieser Frage streiten sich momentan die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen und der Let’s Player Gronkh herum. Der soll nämlich ohne Lizenz gefälligst nicht mehr online gehen – und die kostet irgendwas zwischen 1000 und 10.000 Euro.

Gronkh alias Erik Range betreibt seit 2010 einen YouTube-Kanal, auf dem er vor allem Let’s Plays veröffentlicht. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Videos zu dem Open-World-Spiel “Minecraft“, zu dem zwischen 2010 und 2014 insgesamt 1.278 Folgen mit einer Gesamtlänge von über 21.000 Minuten erschienen. Heute ist Gronkh der größte Let’s Player Deutschlands.

Es ist also kein Wunder, dass die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen gerade auf Gronkh aufmerksam wurde und sich seine Arbeit mal genauer angeschaut hat. Das Fazit: Erik streamt seine Videos live dank YouTube und Twitch ins Internet und erreicht damit eine größere Zuschauerzahl, also soll er gefälligst nach denselben Regeln spielen wie hiesige Fernseh- und Radiosender.

Doch Gronkh hat darauf keine Lust. “Range wehrte sich gegen die Forderung und ließ über seinen Anwalt Jörg Schaller erklären, dass der Twitch-Kanal weder einem Sendeplan folge noch eine „regelmäßige Verbreitung“ habe, obwohl er zweimal wöchentlich live geht”, schreibt Michael Förtsch drüben bei Wired. “In einem aktuellen Antwortschreiben beharrt die Medienanstalt allerdings auf ihrem Standpunkt. Ausschlaggebend seien die 500 potentiellen Nutzer, die Range gleichzeitig beim Spielen zuschauen könnten.”

Bis zum 10. Juli hat Gronkh nun Zeit, zu entscheiden, ob er sein Streaming-Angebot gerichtlich prüfen lassen möchte. Gleichzeitig droht die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen damit, ein Verfahren gegen ihn einzuleiten. Mit dieser juristischen Maßnahme könnte Gronkh gezwungen werden, seine Live-Sendungen auf YouTube, Twitch und anderen sozialen Medien einzustellen.

Der große Streitpunkt ist die Frage, ob Gronkh nun ein Sender oder nur der Produzent der Inhalte ist. “Beim herkömmlichen Rundfunk übernimmt die Sendeanstalt die Verbreitung, beispielsweise das ZDF oder ProSieben”, erklärt GamesWirtschaft die Erklärungsversuche von Gronkhs Anwalt. “Das Studio liefert den Inhalt ein einziges Mal an den Sender, der Sender überträgt den Inhalt dann an viele Zuschauer. Genauso laufe es bei Gronkh: Er ist also Produzent, nicht der Sender.”

Alle anderen deutschen Let’s Player schauen nun gespannt auf den Ausgang dieses Rechtsstreits. Müsste Gronkh eine Lizenz für seine Kanäle beantragen, würde das automatisch bedeuten, dass auch alle anderen Streamer, die die Voraussetzungen erfüllen, solch eine Lizenz erwerben müssten. Und weil das Streamen von Videospielen auf YouTube und Twitch für einen Großteil der Gamer nur ein Hobby ist, würde quasi eine gesamte Streamingkultur in sich zusammenbrechen. Spannend, spannend, spannend…

(CC BY-SA 2.0)

Strellson

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