Ringbahn, Friedhof, Wintergarten - Hier sind 10 tolle Orte in Berlin, an denen ihr in Ruhe ein Buch lesen könnt

Berlin ist für vieles berühmt, aber nicht für Plätze, auf die man sich gerne setzt und ein Buch liest. Man wird von spanischen Touristen auf Bier eingeladen, von Hunden beschnuppert…
Ringbahn, Friedhof, Wintergarten

Hier sind 10 tolle Orte in Berlin, an denen ihr in Ruhe ein Buch lesen könnt

Berlin ist für vieles berühmt, aber nicht für Plätze, auf die man sich gerne setzt und ein Buch liest. Man wird von spanischen Touristen auf Bier eingeladen, von Hunden beschnuppert oder nach Kleingeld gefragt. Wenn man einfach in Ruhe lesen will, aber das nicht der eigenen Couch, muss man sich was einfallen lassen. Am besten sind halböffentliche Orte, an denen man weder im Trubel sitzt, noch einsam vor sich hin vegetiert. Es gibt bei einigen Häusern schöne Innenhöfe oder begehbare Dächer. Für alle, die nicht damit gesegnet sind, empfehlen wir diese zehn Orte.

In der Ringbahn
Man sieht interessante Charaktere und Orte, kann in Ruhe seinen Gedanken nachhängen und bleibt in Bewegung, während man still dasitzt: In der Bahn kann man am besten lesen. Und auch schreiben. Mit einem Buch in der einen Jackentasche und dem Notizblock in der anderen, kann man die Zeit gut überbrücken. Aber auch wenn man gerade nirgendwo hinfahren muss, ist es schön, sich in die Ringbahn zu setzen, Berlin an sich vorbeiziehen zu lassen und ein Buch zu lesen. Und es macht es auch nichts, wenn man zu vertieft ist und den Ausstieg verpasst. Man kommt irgendwann sowieso wieder an.

Im Wintergarten
Holzvertäfelung, schöne alte Tapeten und viele Pflanzen: Das Literaturcafé ist hell, grün und ruhig. Im Charlottenburger Literaturhaus gibt es seit 30 Jahren Lesungen und Buchpremieren. Aber man kann sich auch einfach mit einem Buch in den schönen Wintergarten der historischen Villa setzen und Kaffee trinken; im Sommer im großen Garten. Man wird eigentlich nicht gestört, wenn man sich ab und zu ein Getränk bestellt. Darum sieht man an jeder Ecke Gäste mit Zeitungen oder Büchern sitzen, die alle einfach mal kurz ihre Ruhe haben wollen.

In der Lobby
Während rund um den Rosenthaler Platz die Hölle los ist und die Cafés überlaufen sind, herrscht in der Amano-Hotellobby eine angenehme Langsamkeit. Vielleicht liegt es an den dunklen Farben, vielleicht auch daran, dass sich nur wenige Passanten in das edle Haus verirren. Das Gute ist, dass man dort einfach sitzen kann und einen niemanden stört. Viele Gäste warten darauf, dass ihre Zimmer frei werden oder dass sie zum Flughafen aufbrechen können und lesen in bequemen Designersesseln Zeitung. Auf dem Dach des Hauses gibt es außerdem eine Bar mit toller Aussicht über Berlin, in der Man einen Wein zum Buch trinken kann.

In der Bibliothek
Es ist so naheliegend, dass man selten daran denkt, zum Lesen in die Bibliothek zu gehen. Die Staatsbibliothek zu Berlin ist eine der größten der Welt. Darum kann man sich ganz wunderbar dorthin zurückziehen, wenn man zwischen hunderten anderen verschwinden und damit wirklich ungestört sein möchte. Die Bibliothek ist in zwei Gebäude aufgeteilt: Es gibt die Standorte „Unter den Linden“ und „Potsdamer Platz“. Letzterer wurde wie auch die Philharmonie in den 60er Jahren von Hans Scharoun gebaut, erinnert von außen an ein massives Schiff; innen ist es hell und großzügig. Man braucht nur einen Besucherausweis.

Im Ruderboot
Wassergeplätscher, Vögel und ein paar leise Stimmen aus der Ferne: Auf dem Neuen See im Tiergarten kann man sich einfach ein Boot mieten, die verzweigten Seearme entlang rudern und ganz in Ruhe in der Sonne lesen. Allerdings kostet eine Stunde auf dem Wasser zehn Euro. Aber auch ohne ein Boot ist es am Neuen See schön. Schon im 19. Jahrhundert kamen die Berliner dorthin, um in der Natur zu sein oder den Biergarten zu besuchen. Im Café am Neuen See trinkt man unter hohen Bäumen bei einem Buch etwas Kaltes.

Auf dem Friedhof
Während außen die Straßenbahnen vorbeirattern und Menschen geschäftig zwischen Arbeit und Einkauf wuseln, liegen die Berliner Friedhöfe versteckt und still hinter hohen Mauern. Dort kann man auf einer der vielen Bänke in der Natur lesen, ohne Frisbees oder Fußbälle an den Kopf zu bekommen. Besonders schön ist der 17.000 Quadratmeter große Dorotheenstädtische Friedhof in Mitte, auf dem unter anderem Bertholt Brecht und Hegel begraben liegen. Zwischen kunstvollen Grabsteinen und Denkmälern mit viel Efeu kann man die Bücher der Autoren lesen, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben. Bei den Friedhöfen in der Kreuzberger Bergmannstraße liegt das Friedhofscafé Strauss in einer ehemaligen Aufbahrungshalle. Dort kann man in Frieden lesen.

Am Kriegerdenkmal Pankow
Das Sowjetdenkmal im Treptower Park ist bereits bekannt und tagsüber oft voller Touristen. Wer in Ruhe ein Buch lesen will, sollte deshalb lieber zum weniger überlaufenen Sowjetischen Ehrenmal in der Schönholzer Heide aus dem Jahr 1949 fahren. Der erhabene Ort ist fast 30.000 Quadratmeter groß und zugleich eine Kriegsgräberstätte für 80.000 gefallene Soldaten. Er liegt still im Wald versteckt und ist mit seiner pompösen Sowjetarchitektur die richtige Kulisse für neuere russische Literatur.

In der Sandgrube
Berlinern ist die Sandgrube im Jagen 86 als „Kiesgrube“ bekannt. Sie liegt mitten im Grunewald und man läuft an ihr vorbei, wenn man an den Teufelssee will. Zuerst ist der weite Blick über die Grube und die Baumwipfel sehr schön. Geht man den steilen Hang hinunter, kann man unter einem der Bäume im weichen Sand lesen und sich dabei fühlen, als wäre man im Urlaub am Strand. Im Naturschutzgebiet kann man außerdem über 130 Schmetterlingsarten beobachten.

An der Spree hinter dem Reichstag
Am Reichstag ist immer die Hölle los, aber ein paar Meter abseits der Touristenmassen gibt es einen außergewöhnlich ruhigen Ort, an dem man sich wunderbar mit einem fiesen Politthriller zurückziehen kann. Gegenüber des Kanzleramtes kann man sich auf eine der Bänke am Wasser setzen. Die kühle Architektur, der graue Beton und die still dahinfließende Spree geben dem Ort etwas Zurückhaltendes.

Im Innenhof der UdK
Ruhig, grün, geschützt und gleichzeitig belebt; Kunststudenten gehen mit ruhiger Geschäftigkeit zu ihren Vorlesungen, Bildhauerwerkstätten und Malerateliers: Der Hof der Universität der Künste in Charlottenburg bietet die perfekte Kombination, um sich in ein Buch zu vertiefen. Um dorthin zu gelangen, muss man einfach das Hauptgebäude geradeaus durchqueren. Wenn es etwas wärmer ist, kann man dort auf einer der Holzbänke oder einfach auf dem Rasen unter einem der schönen alten Bäume lesen. Nach dem Krieg hat man zerstörte Mauern als Mahnmal stehen lassen; heute sind sie mit Efeu umrankt und geben dem Hof etwas Verwunschenes.

Fotos: Laser Burners, Radka Hlisnikovska, Amano, Jörg F. Müller, Andrew Reid Wildman, Avda, Assenmacher, Pascal Volk, Andreas Praefcke (CC BY-SA 3.0)

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