Blogger, Journalisten, YouTuber - Wer Seiten mit geklauten Bildern verlinkt, haftet wegen Urheberrechtsverletzung

Wenn Menschen Gesetze fürs Internet machen und selbst keine Ahnung davon haben, wie das Internet funktioniert, dann kann dabei nur das Schlimmste heraus kommen. Das neueste Urteil des Landgerichts Hamburg…
Blogger, Journalisten, YouTuber

Wer Seiten mit geklauten Bildern verlinkt, haftet wegen Urheberrechtsverletzung

Wenn Menschen Gesetze fürs Internet machen und selbst keine Ahnung davon haben, wie das Internet funktioniert, dann kann dabei nur das Schlimmste heraus kommen. Das neueste Urteil des Landgerichts Hamburg in Sachen Urheberrecht dürfte sowohl Blogger, Journalisten und YouTuber als auch jeden, der auf Facebook, Twitter und Tumblr unterwegs ist, interessieren.

“Nach dem Europäischen Gerichtshof im Sommer hat nunmehr mit dem Landgericht Hamburg auch erstmals ein deutsches Gericht festgestellt, dass auch das bloße Verlinken einer Webseite, die eine Urheberrechtsverletzung enthält, eine eigene Rechtsverletzung darstellen kann”, schreibt Rechtsanwalt Dr. Jonas Kahl drüben bei Spirit Legal. “Diese Entscheidung wird massive Auswirkungen auf die Informations- und Kommunikationsfreiheit haben, denn bisher galt im Grundsatz: Ein Link kann keine Urheberrechte verletzen.”

Folgender Sachverhalt war dem voraus gegangen: Ein deutscher Fotograf stieß auf einer Webseite auf ein Foto, für dessen Nutzung er keine Einwilligung erteilt hatte. Er stellte daraufhin fest, dass auch auf der Webseite eines Dritten ein Link auf die Webseite mit dem unberechtigt genutzten Foto gesetzt wurde. Dabei hatte der Antragsgegner das Foto nicht selbst auf seiner Webseite eingebunden, sondern lediglich einen Textlink auf die Seite gesetzt, auf der das Foto abgebildet war.

“In seinem nunmehr vorliegenden, sehr ausführlich begründeten Beschluss bestätigte das Landgericht Hamburg die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof und entschied, dass auch die bloße Verlinkung auf eine nicht lizenzierte Fotografie eine eigene Urheberrechtsverletzung sein kann”, fährt Dr. Jonas Kahl fort. “Dies soll insbesondere dann gelten, wenn der Webseiten-Betreiber mit Gewinnerzielungsabsicht handelt. Nach Ansicht des Landgerichts Hamburg soll es dabei nicht auf die Gewinnerzielungsabsicht bezüglich des konkreten Links, sondern auf die verlinkende Webseite im Ganzen ankommen.”

Jeder, der mit einer Gewinnerzielungsabsicht ab jetzt Seiten mit geklauten Bildern verlinkt, haftet also ab jetzt wegen Urheberrechtsverletzung. Das Problem dabei ist: Wer entscheidet, was eine Gewinnerzielungsabsicht ist? Der Blogger, der im Monat 100 Euro verdient? Ein YouTuber, der seinen Kanal professionell bestückt? Oder ein Shopbetreiber, der auf seiner Facebook-Seite witzige News verlinkt? Willkommen in der Zukunft. Das ganze Urteil könnt ihr hier genauestens nachlesen.

Tally Weijl

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s.Oliver

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