Großes Ego, kleiner Penis - Wenn du genug Selbstbewusstsein besitzt, ist die Größe deines Schwanzes egal

Es ist ein noch recht kalter Herbsttag und ich sitze mit meinem Kumpel Sebastian auf einer Bank in der Hasenheide. Wir haben gerade frisches Weed gekauft und rollen eine Tüte,…
Großes Ego, kleiner Penis

Wenn du genug Selbstbewusstsein besitzt, ist die Größe deines Schwanzes egal

Es ist ein noch recht kalter Herbsttag und ich sitze mit meinem Kumpel Sebastian auf einer Bank in der Hasenheide. Wir haben gerade frisches Weed gekauft und rollen eine Tüte, während Sebastians Hund auf der Wiese unsichtbaren Dingen nachjagt. Während ich darauf warte, dass mein Kumpel mit der Tüte fertig wird, damit ich endlich rauchen kann, folgt mein Blick unaufhörlich dem Köter, der gerade auf einen Busch zu rennt, wo ein Typ mit heruntergelassener Hose seinen Schwanz raushängen lässt und pisst.

„Weißt du, was mir ein absolut gutes Rätsel ist?“, sage ich zu Sebastian. „Dass Typen bei jeder Gelegenheit ihren scheiß Schwanz hervorholen und einem damit in der Fresse rumwedeln, wenn’s drauf ankommt im Schlafzimmer aber keinen hochbekommen. Sie verschicken ständig Fotos von ihrem ach so großen und ach so harten Schniedel, aber wenn sie dann vor dir stehen und die Hosen runterlassen, hängt dann so ein schlaffes Mini-Wini-Würstchen vor dir.“ „Was ist denn bei dir schon wieder los?“, fragt Sebastian. „Schlechten Sex gehabt?“

„Nee“, antworte ich, „gar keinen, weil ich schon wieder so einen Schlappschwanz im Bett hatte. Der war tierisch geil auf mich, aber hat einfach keinen hochbekommen und dann auch noch etwas davon gefaselt, dass seine Exfreundin seine Sexualität ruiniert hat und dass er jetzt Zeit braucht, dass er aber unbedingt mit mir schlafen will und ich ihm Zeit geben soll. Hab ich auch, aber als ich ihm das Kondom übergezogen hab, wurde sein Schwanz halt wieder schlaff und dann kam die Ausrede, dass er Kondom ja nicht gewohnt ist, weil seine Exfreundin mit der Pille verhütet hat und, ach, es geht mir einfach auf den Sack. Weißte, komm erst mal richtig auf deinen Schwanz klar und dann fick mich anständig. Punkt.“

„Boah, Nadine!“, sagt Sebastian und verdreht die Augen. „Du bist aber auch echt eine Bitch, was sowas betrifft.“ „Bin ich nicht!“, entgegne ich. „Alles was ich sage ist: Du kannst nicht die ganze Zeit auf supergeilen Macker machen und dann wenn es wirklich drauf ankommt literally den Schwanz einziehen. Ist ja okay, wenn man mal keinen hochbekommt, ich wird auch nicht immer feucht, wenn ich geil bin, aber diese Rechtfertigungen sind einfach nervig und auch einfach ein riesen Abturn.“

„Schätzchen, ich hab dich wirklich gerne, aber Penisse sind so. Wenn sie funktionieren sollen, funktionieren sie ganz oft nicht. Ist mir auch schon oft genug passiert. Kopfsache.“ „Ja, versteh ich, aber ich bin doch keine Therapeutin, die sich um deine komischen Penisproblemchen zu kümmern hat. Wenn du geil bist, aber keinen hochbekommst, dann mach halt irgendwas Anderes. Gib ja genug Wege, auf denen man Sex haben kann, ohne dass der Schwanz zum Einsatz kommt. Vor mir muss sich niemand dafür entschuldigen, dass er keinen Steifen kriegt.“

Sebastians Köter kommt angerannt und leckt mir mit meiner feuchten Zunge über die Hand. „Ach“, sage ich, „warum sind Männer nicht ein bisschen mehr wie Hunde? Die denken einfach nicht nach, sondern stoßen zu, wenn sie geil sind. Und lecken können sie auch.“ „Die haben aber auch nicht den Anspruch, irgendjemanden zu befriedigen“, hakt Sebastian ein. „Die ficken, um sich fortzupflanzen, und nicht einfach so aus Spaß.“ „Glaub ich nicht“, sage ich. „Dein Hund besteigt so oft mein Bein, der hat Spaß an Sex.“

„Dass wir Typen so oft Probleme mit unseren Schwänzen haben, liegt aber auch an euch Frauen“, sagt Sebastian. „Wir haben eben auch Angst, euch nicht zu reichen. Wir wollen gut sein und euch befriedigen. Das kann dem Kopf schon so sehr zusetzen, dass der Penis plötzlich nicht mehr funktioniert, obwohl wir vielleicht fünf Minuten noch einen Riesenständer hatten und den auch fotografiert haben.“

„Jetzt mach aber mal einen Punkt“, entgegne ich. „Dass ihr keinen hochkriegt ist nicht die Schuld der Frauen. Wir können nichts für eure Gedanken. Ich hab noch nie einem Typen direkt gesagt, dass mit seinem Schwanz etwas nicht stimmt. Ich bin immer sehr höflich und lobe den Penis, sage dass er so schön groß ist und wundervoll anzusehen, dass er sich gut in mir anfühlt und gut schmeckt, dass ich ihn gerne lutsche und was mal halt so sagt, um das Ego eines Typen aufzubauen.“

„Mag sein“, sagt Sebastian. „Und dennoch sitzt du hier und erzählst mir, was für ein Loser dein letzter Typ war. Und du bist ja nicht die Einzige. Du glaubst gar nicht, wie oft sich bei mir schon irgendwelche Freundinnen ausgeheult haben, weil ihr Kerl es im Bett nicht bringt. Natürlich trifft mich das irgendwo auch und löst Ängste in mir aus. Bei jeder Partnerin, mit der ich ficken will, muss ich Angst haben, dass sie danach zu ihren Freundinnen rennt und ihnen erzählt, wie miserabel ich bin. Ihr seid da schon für den Druck mit verantwortlich.“ „Du spinnst“, sage ich und nehme endlich die langersehnte Tüte entgegen. Wir hören auf zu reden und genießen für eine Augenblick nur, wie das Gras uns langsam zudröhnt, während die Sonne uns in die Gesichter scheint. Nach einer halben Stunde trennen sich unsere Wege und Sebastian und sein Köter ziehen ab.

Dennoch hat mich das Gespräch mit ihm natürlich nachdenklich gestimmt. Worte können extrem vernichtend sein und Dinge in Menschen auslösen, die zu diesem Zeitpunkt nicht gewollt sind. Vielleicht müssen wir Damen mit unseren Worten vorsichtig den Männern gegenüber werden, mit denen wir nicht schlafen, uns aber gerne über Sex unterhalten. Aber trotzdem: Wenn das eigene Ego stimmt, dann ist es glatt mal egal, wie groß der Schwanz eines Mannes ist, wie oft er Frauen in der Regel zum Orgasmus bringt und was andere Menschen darüber sagen. Wenn dein Ego stimmt und du selbstbewusst bist – eine Sache, die man meiner Meinung nach sowieso nur aus sich selbst ziehen kann – bist du ein guter Ficker.

Nur, weil manche Männer wirklich Schlappschwänze sind, trifft das ja nicht auf alle zu – und auch die müssten im Prinzip nur mal ein bisschen an ihrem Kopf arbeiten und die vermeintlichen Unzulänglichkeiten im Bett von sich schieben, um wieder einen vernünftigen Ständer zu kriegen und es den Frauen, die es wollen, mal so richtig hart zu besorgen.

Ich frage mich im Übrigen, ob das bei schwulen Männern auch so ist. Ich habe fast den Eindruck, es sind nur die Heten, die solche Probleme mit ihren Schwänzen haben – obwohl ja bei Schwulen tatsächlich ein richtiger Schwanzvergleich stattfindet, wenn beide die Hosen runterlassen. Und klar, dass das die Penisprobleme von Heteromännern wieder auf das Konto der Frauen geht. Es ist ja sowieso an allem, was bei Typen nicht richtig läuft, der Feminismus schuld mit seinen starken Stimmen und starken Frauen, die wissen, was sie wollen und sich das auch nehmen.

Nadine Kroll: Stellungswechsel
Forever 21

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