Die Party ist vorbei - Tape.tv hat gerade Insolvenz angemeldet und wir sagen zum Abschied leise Danke

Firmen kommen und gehen. Ja, das stimmt. Einige früher als andere. Aber dass tape.tv gerade Insolvenz angemeldet hat, das schmerzt tatsächlich ein wenig. Ich habe dort so viele tolle Menschen…
Die Party ist vorbei

Tape.tv hat gerade Insolvenz angemeldet und wir sagen zum Abschied leise Danke

Firmen kommen und gehen. Ja, das stimmt. Einige früher als andere. Aber dass tape.tv gerade Insolvenz angemeldet hat, das schmerzt tatsächlich ein wenig. Ich habe dort so viele tolle Menschen kennengelernt, so wunderbare Bands gesehen, so feuchtfröhliche Partys gefeiert. Bis spät in die Nacht tanzten wir in den Büros der Firma umher.

Jede Woche hieß es: tape.tv macht ‘ne Fete, kommt alle her! Und wir kamen. Und wir waren glücklich. Mit Andi tapezierten wir kleine österreichische Dörfer mit dem tape.tv-Sticker, während um uns herum betrunkene Engländer grölten und uns mit Wodka übergossen. Mit Karl feierten wir in den dunkelsten Löchern von ganz Weißensee. Und mit Wenke machten wir das Melt unsicher.

“Sie waren laut und galten einst als sehr erfolgreich,” schreibt der Journalist Thomas Lückerath drüben beim bekannten Medienmagazin DWDL. “In letzter Zeit ist es jedoch sehr still geworden um das Berliner Internet-Musikfernsehen tape.tv. Jetzt steht die Zukunft des Unternehmens auf dem Spiel: Am Montag wurde Insolvenzantrag gestellt.”

“Seine Hochphase erlebte tape.tv in den Jahren 2010 und 2011,” schreibt er weiter. “Eigenproduzierte Video-Formate wie die Konzertreihe „Auf den Dächern“ – in Kooperation mit Bild.de – und die Musikshow „on tape“ für ZDF.kultur erweiterten die Wahrnehmung der Marke. Dazu kamen Konzertübertragungen im Netz. Doch die Monetarisierung der gewonnen Aufmerksamkeit gestaltete sich schwieriger als gedacht – trotz deutlich erhöhter Frequenz von Werbespots in den Streams.”

Klar, auch wir hörten immer wieder Gerüchte vom zu schnellen Wachstum der Firma, von unzufriedenen Mitarbeitern, von technischen Schwierigkeiten. Was man eben so mitbekommt, wenn man viele Freunde und Bekannte aus der Berliner Medien- und Agenturbranche hat. Und auch, dass tape.tv den Kampf gegen YouTube und VEVO nur schwer gewinnen könne.

“Erste Probleme wurden 2013 bekannt, 2014 folgte auf zwei Kündigungswellen auch ein Umzug in kleinere Büroräume,” schreibt Thomas Lückerath weiter. “In der Hochphase verzeichnete tape.tv laut IVW mehr als 11 Millionen Visits im Monat. Ende 2014 – als tape.tv zum letzten Mal die Reichweite via IVW auswiesen ließ – blieben nur noch weniger als 700.000 übrig.”

Firmen kommen und gehen. Besonders in Berlin. Besonders im Internet. Und trotzdem denke ich gern an die Zeit zurück, in der ich bei tape.tv so viele tolle Menschen kennengelernt, so wunderbare Bands gesehen und so feuchtfröhliche Partys gefeiert habe. tape.tv, einen ganz kleinen Platz hast du in unserem Herzen sicher. Und die Mitarbeiter einen noch viel größeren.

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