Orgie mit Freunden - Keine Sorge, Flaschendrehen wird mit Mitte 20 wieder richtig geil

Flaschendrehen – oder „Wahrheit oder Pflicht“, wie man es auch nennt – war so mit elf, zwölf Jahren mein absolutes Lieblingsspiel. Damals ging es natürlich noch ganz harmlos zu. Bei…
Orgie mit Freunden

Keine Sorge, Flaschendrehen wird mit Mitte 20 wieder richtig geil

Flaschendrehen – oder „Wahrheit oder Pflicht“, wie man es auch nennt – war so mit elf, zwölf Jahren mein absolutes Lieblingsspiel. Damals ging es natürlich noch ganz harmlos zu. Bei „Wahrheit“ musste man solche Fragen beantworten wie „Hast du schon mal jemanden geküsst?“ oder „Hast du schon mal die Unterschrift deiner Eltern gefälscht?“.

Bei „Pflicht“ war so das Härteste, was ging, dass man sich mit Klamotten unter die Dusche stellen oder einen Scherzanruf beim verhasstesten Lehrer der Schule machen musste. Irgendwann wurde das Spiel allerdings langweilig, und so geriet es für mehrere Jahre in Vergessenheit – bis in etwa zu dem Alter, wo man anfing, regelmäßig zu saufen und sich die geleerten Bier- und Schnapsflaschen einfach dazu anboten, das gute alte Flaschendrehen wieder hervorzuholen.

Die Fragen waren natürlich nicht mehr so kindlich-unschuldig wie damals, als wir das Spiel zum ersten Mal entdeckt hatten und auch die Aufgaben, die man erledigen musste, wenn man „Pflicht“ wählte, waren alles andere als jugendfrei. So musste man zum Beispiel seine schmutzigsten Sexfantasien mit den anderen Spielern teilen, für 60 Sekunden den Sitznachbarn und die Sitznachbarin küssen (mit Zunge!), zwei Flaschen Bier am Stück hintereinander weg exen oder seinen Arsch aus dem Fenster halten, sodass vorbeilaufende Passanten einen guten Blick auf alles hatten.

Die Extremversion davon war „Strip-Flaschendrehen“, dessen Regeln ich hier glaube ich gar nicht näher erläutern muss. Spätestens, wenn einer der Teilnehmer nur noch in BH und Höschen oder Boxershorts auf dem Boden saß, war allerdings auch hier Schluss. Irgendwann verlor allerdings auch das für uns seinen Reiz.

Es ist tatsächlich noch gar nicht allzu lange her, dass wir den Reiz, den dieses Spiel in unserer Jugend auf uns ausübte, zum wiederholten Male wiederentdeckten. Es war eine relativ harmlose WG-Party mit zehn oder elf verschiedenen Leuten. Wir haben geredet, getanzt und gesoffen, und eben so das gemacht, was auf solchen Partys üblich ist.

Bis – ja, bis jemand die kluge Idee hatte, dass man doch mal wieder Flaschendrehen spielen könnte. Etwa 70 Prozent der anwesenden Personen verdrehte genervt die Augen, der Rest war sofort Feuer und Flamme. Nach den ersten paar noch relativ harmlosen Runden, gesellten sich jedoch auch die Leute dazu, die dem Spiel zuvor eher ablehnend entgegengestanden hatten.

Ich denke, ich muss nicht dazu sagen, dass das Spiel nach etlichen Flaschen Bier, Schnaps und Wein total eskalierte. Bereits nach einer halben Stunde waren die ersten Spieler splitterfasernackt und vergnügten sich miteinander in den verschiedenen Räumen der Wohnung, in der wir feierten, weil die Flasche und die Wahl auf Pflicht das so entschieden hatte.

Das hat uns alle so gekickt, dass wir irgendwann die Option „Wahrheit“ ganz rausfielen lassen und die Flasche letzten Endes nur noch entschied, wer mit wem als nächstes rummachen, fummeln oder ficken würde. Ich glaube, ich hatte bereits erwähnt, dass mein Freundeskreis, was das betrifft, sehr offen ist und dass es auch kein Problem darstellte, dass mindestens die Hälfte der anwesenden Personen in festen Beziehungen und teilweise sogar mit dem eigenen Partner da war.

Ich hatte an diesem Abend besonders großes Glück. Als ich wieder einmal an der Reihe war, die leere Beck’s-Flasche zu drehen, zeigte sie auf eine Freundin von mir, die ich schon lange ziemlich geil fand, mit der sich allerdings bisher noch nie mehr als ein paar harmlose Knutschereien im Club ergeben hatten.

Wir gewannen eine Runde „7 Minuten im Himmel“, das Spiel, bei dem man für exakt sieben Minuten in einen dunklen Schrank – oder in unserem Fall das Badezimmer – eingesperrt wird und dort tun und machen darf, was man schon immer mit der anderen Person machen wollte. Ich denke, ich muss nicht dazu sagen, dass wir unsere sieben Minuten dazu nutzen, unsere Körper zu erkunden.

Wir küssten und leckten uns, steckten unsere Finger in die feuchte Muschi der jeweils anderen, drückten uns gegenseitig an die kalten Fliesen an der Wand und gaben uns nicht mal Mühe, leise zu sein, obwohl wir genau wussten, dass sie anderen uns hören konnten. Es ist erstaunlich, wie viele Orgasmen man in einer so kurzen Zeit haben und einem anderen Menschen bescheren kann. Und auch, wie wenig Hemmungen man plötzlich hat, wenn sich die Umstände nur ein klein wenig verändern – immerhin hätten wir bereits zu früheren Zeitpunkten die Möglichkeit gehabt, es wild miteinander zu treiben. Haben wir aus irgendwelchen Gründen aber nicht.

Ein paar Runden später landete ich dann mit meinem Exfreund im Bett. Das war allerdings eher weniger geil. Auch wenn wir immer noch gute Freunde sind, es gibt definitiv Gründe, warum wir nicht mehr miteinander ins Bett gehen. Dieser Abend hat es ganz deutlich gezeigt, denn obwohl wir uns beide Mühe gaben, dem anderen wenigstens ein bisschen Lust zu bereiten – immerhin ging es bei dem Spiel ja auch irgendwie um genau das – lief so gut wie nichts.

Ich glaube, wir haben nach zwei gescheiterten Anläufen, den anderen zu erregen, fünf von den sieben Minuten nur darauf gewartet, dass uns jemand aus unserer misslichen Lage befreien würde. Aber auch das gehört eben dazu und macht ja auch einen gewissen Reiz aus, wenn man Flaschendrehen spielt.

Alles in allem endete ein zu Beginn eher typischer und harmloser Abend in einer riesengroßen Orgie. Für meine Freunde und mich definitiv ein Grund, jetzt mit Mitte 20 wieder häufiger zur Flasche zu greifen und „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Ich kann das jeder Clique, die genervt ist von den immer gleichen WG-Partys, die sich nach nur wenigen Stunden auflösen, damit die eine Hälfte in irgendwelche Clubs weiterziehen und die andere Hälfte nach Hause gehen kann, wirklich nur empfehlen.

Man muss ja nicht gleich mit so extremen Regeln spielen, wie wir das gerne tun. Für den Anfang tut’s auch eine ganz normale Runde „Wahrheit oder Pflicht“. Man lernt seine Freunde auf jeden Fall noch mal auf eine ganz andere, sehr intime Weise kennen. Und damit meine ich jetzt nicht auf sexueller Ebene. Und so gern ich auch erwachsen bin: Manchmal ist es einfach geil, sich wieder wie ein Teenager zu benehmen. Und wenn es nur bei einer Runde Flaschendrehen so ist und man am nächsten Tag aufsteht und ins Büro geht, als wäre nichts passiert.

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